WM 2011: Hektik in den Bewerberstädten
Insgesamt 23 deutsche Städte bewarben sich ursprünglich darum, Austragungsort für Spiele der Frauenfußball-Weltmeisterschaft 2011 in Deutschland zu werden. 12 von ihnen hatten Erfolg und wurden vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) offiziell ins Rennen geschickt. Nachdem Deutschland am vergangenen Dienstag den Zuschlag erhielt, ist bei den 12 Kandidaten hektische Betriebsamkeit ausgebrochen.
Nicht ohne Grund. Denn nach Aussage des neuen DFB-Generalsekretärs Wolfgang Niersbach geht der Trend beim Fußball-Weltverband (FIFA) zu „16 und nicht 24 Mannschaften“. Nachdem Berlin und Frankfurt als Austragungsorte eine Bank sind, kämen somit voraussichtlich maximal vier der zehn weiteren Städte in den Genuss, Ausrichter von WM-Spielen zu werden. Und so rühren die Kandidaten kräftig die PR-Trommel und bringen sich in Position.
„Diesmal sind wir ja wohl mit Leverkusen als Spielort dabei“, so Rudi Völler, Sportdirektor von Bayer 04 Leverkusen. Um die Nicht-Berücksichtigung Leverkusens als Spielort der Männer-WM 2006 hatte es mächtig Wirbel gegeben, so dass der DFB diesmal kaum umhin kommen wird, die Stadt zu berücksichtigen.
Doch auch in anderen Orten geht man fest davon aus, dass man zu den Auserwählten gehören wird. „Die WM ist für unsere Stadt eine unbezahlbare Chance, sich weltweit positiv darzustellen“, so Augsburgs Oberbürgermeister Paul Wengert.
In Sinsheim hofft man auf Unterstützung von höchster Stelle, da Ralf Zwanziger, der Sohn des DFB-Präsidenten Dr. Theo Zwanziger, im nahe gelegenen St. Leon Leiter des im Aufbau befindlichen Frauenfußball-Förderzentrums ist. „DFB-Boss Zwanziger war Ende August in St. Leon und ist von der Anlage begeistert“, sagt Anton Nagl, Vorsitzender des Dietmar-Hopp-Zentrums.
„Wir werden jetzt alles tun, damit Wolfsburg den Zuschlag bekommt”, verspricht Karl Rothmund, Präsident des Niedersächsischen Fußball-Verbandes und frisch gekürter DFB-Vize. Die Stadt freue sich „auf viele internationale Gäste“, ergänzt Wolfsburgs Oberbürgermeister Rolf Schnellecke.
Magdeburg und Dresden hoffen
Auch im Osten des Landes will man nicht leer ausgehen. „Wir sind sehr optimistisch, weil Magdeburg eine sehr gute Bewerbung abgeliefert hat“, erklärt Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper. Sachsen Ministerpräsident Georg Milbradt sagt: „Ich hoffe und drücke uns die Daumen, dass unsere Landeshauptstadt sich als Gastgeber der Frauen-WM 2011 präsentieren darf.“
Welch hohe wirtschaftliche Bedeutung der Zuschlag als Spielort haben kann, ermittelte Sport + Markt , eines der führenden Forschungs- und Beratungsunternehmen im internationalen Sportbusiness. So könnte der Einzelhandel mit einem Umsatzplus von 150 bis 200 Millionen Euro rechnen, Gastronomie und Hotellerie mit einem Plus von 30 Millionen Euro.
Alle 12 Bewerberstädte im Überblick
Fertigstellung: voraussichtlich 2009