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2007

Durch Arbeitssieg weiße Weste gewahrt

Der deutschen Nationalmannschaft ist am heutigen Abend durch einen 1:0-Sieg gegen die Niederlande ein erfolgreicher Abschluss des WM-Jahres gelungen. Mit fünf Siegen aus fünf Qualifikationsspielen führt der amtierende Welt- und Europameister die Gruppe 4 nun überlegen mit 15 Punkten an.

Der Drei-Punkte-Erfolg musste allerdings hart und teuer erkämpft werden. Die physisch starken Niederländerinnen brachten die deutsche Mannschaft, der der Kräfteverschleiß der letzten Wochen und Monate deutlich anzumerken war, mit gelungenen Kombinationen mehrfach ernsthaft in Bedrängnis.

Kerstin Stegemann schied bereits nach fünf Minuten mit einer Bänderverletzung aus. Sandra Minnert, die heute ihr letztes Länderspiel bestritt, musste fünf Minuten vor Spielende nach einem Schlag auf den Knöchel ausgewechselt werden. Auch für Saskia Bartusiak ging es nach der ersten Halbzeit nicht weiter.

Auf langsamem Geläuf findet deutsche Mannschaft nicht ins Spiel

Auf dem schwierig zu bespielenden Kunstrasen in Volendam tat sich die deutsche Mannschaft im ersten Spielabschnitt sehr schwer, ein geordnetes Aufbauspiel aufzuziehen. Das langsame Geläuf erforderte eine hohe Laufbereitschaft, um die gegnerische Abwehr auszuspielen, die von der ehemaligen Rheinenserin Liesbeth Migchelsen geschickt dirigiert wurde. Birgit Prinz hatte mit Daphne Koster eine Gegenspielerin bekommen, die so hartnäckig und giftig agierte, dass sie vermutlich auch noch ihren eigenen Schatten angegriffen hätte.

Erste halbe Stunde gehörte den Niederlanden

Aus ihrer gut gestaffelten Deckung heraus zeigten die Niederländerinnen von Beginn an einen enormen Zug zum Tor und ließen mit den ersten guten Torgelenheiten nicht lange auf sich warten. Sylvia Smit in der fünften und Karin Stevens in der 12. Minute kamen gefährlich vor das Tor von Nadine Angerer. Die deutsche Mannschaft hatte demgegenüber nur zwei harmlose Freistöße von Melanie Behringer zu verzeichnen.

Krahn per Kopf zur Führung

Erst gegen Ende der ersten Hälfte versuchten die Deutschen ihre Gegenspielerinnen schon einige Meter weiter vorne zu stoppen und unterbanden früher das durchaus gefällige Kombinationsspiel der Gastgeberinnen. Das erlösende 1:0 fiel dennoch aus einer Standardsituation, als Annike Krahn per Kopf nach Behringer-Freistoß zur etwas glücklichen Führung einnetzte.

Die Chance auf das 2:0 hatte vier Minuten später Sandra Minnert, doch mit ihrem schön um die Mauer herum geschlenzten Freistoß fand sie in der starken Keeperin Loes Geurts ihre Meisterin. Auf der anderen Seite hatte die deutsche Mannschaft Glück, als Schiedsrichterin Anna de Toni den Körpereinsatz von Annike Krahn gegen Smit im Strafraum nicht als Foul wertete.

Auch mit der Führung im Rücken konnte die DFB-Elf der zweiten Halbzeit nicht ihren Stempel aufdrücken. Zwar hatte der Treffer dem Spiel gut getan, weil die Niederländerinnen nun noch offensiver auftraten und sich die Torraumszenen auf beiden Seiten häuften. Doch die meisten dieser Chancen konnten die Oranjes für sich verbuchen.

Gastgeber vergibt hochkarätige Chancen auf Ausgleich

In der 55. Minute zog Karin Legemate dynamisch an Annike Krahn und der für die angeschlagene Saskia Bartusiak ins Spiel gekommenen Navina Omilade vorbei und bediente Smit auf der linken Außenseite, die mit ihrem Schuss jedoch nur das Außennetz traf. Das Spiel war nun in eine Phase gekommen, in der die Niederländerinnen mit der Unterstützung des fast schon enthusiastischen Heimpublikums vehement auf den Ausgleich drängten. Karin Stevens (61.) und die ungemein wendige Manon Melis (64.) verpassten diesen allerdings ebenfalls.

Elfmeter für Deutschland nicht gegeben

Trotz der optischen Überlegenheit war die deutsche Mannschaft in der 58. Minute dem zweiten Treffer jedoch näher als die Heimmannschaft. Als Anouk Hoogendijk Anja Mittag im Strafraum deutlich sichtbar am Trikot zog, blieb die Pfeife von de Toni wie auch bei einigen anderen Attacken gegen deutsche Spielerinnen stumm. Aus eigener Kraft hätte in der 73. Minute Linda Bresonik die letzten Bedenken ausräumen kömmen. Nach einer schönen Flanke von Behringer kam sie freistehend zum Kopfball, dem sich Loes Geurts jedoch in heldenhafter Manier entgegenwarf und zur Ecke klären konnte.

Die deutsche Mannschaft kämpfte nun sichtbar mit der Erschöpfung und verteidigte mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung bis zum Abpfiff die knappe Führung. Zwar deuteten die Niederländerinnen an, wie wichtig eine gute Physis ist, um mit der deutschen Mannschaft mithalten zu können, und behielten ihre große Laufbereitschaft bis zuletzt bei. In den Schlussminuten fehlten ihnen aber die spielerischen Mittel, um doch noch zu dem Punktgewinn zu kommen, der nicht unverdient gewesen wäre.

Qualifikation wird im Mai fortgesetzt

So aber wahrte die DFB-Elf ihre weiße Weste und kann nun in den wohlverdienten (Nationalmannschafts-)Urlaub gehen. Das nächste EM-Qualifkationsspiel findet am 8. Mai 2008 in Belgien statt, ehe sich die Mannschaft am 29. Mai in der EM-Qualifikation gegen Wales in Kassel wieder vor heimischem Publikum präsentiert.

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