Zwanziger will mit Neid bis 2013 verlängern

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Silvia Neid will bis 2013 verlängernDer noch bis 2009 laufende Vertrag von Bundestrainerin Silvia Neid wird möglicherweise nicht „nur“ bis 2011 – wie während der WM von DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger verkündet -, sondern bis 2013 verlängert werden. Dem Fachmagazin „Kicker“ sagte die 43-Jährige, die ihr erstes großes Turnier mit einem Titelgewinn abschließen konnte: „Planungssicherheit ist für mich sehr wichtig. Aber auch mit Blick aufs Team macht ein längerfristiges Engagement Sinn.“

Zwanziger kann sich mit dem Gedanken durchaus anfreunden. Die Nachrichtenagentur dpa zitiert ihn mit den Worten: „Wir werden nicht nur bis 2011 verlängern, bis zur WM, sondern gleich bis 2013.“ Man wolle sich bald zusammensetzen, um den neuen Vertrag zu fixieren.

Zeichen für Kontinuität

Bereits die beabsichtige Verlängerung bis 2011 war auf geteiltes Echo gestoßen. Mit einem Sechs-Jahres-Vertrag würde Zwanziger erneut sein Streben nach Kontinuität unterstreichen und Neid sein volles Vertrauen aussprechen. Die während der WM angekündigte Verlängerung war zudem als klare Rückendeckung zu verstehen, um den Erwartungsdruck zu reduzieren.

Doch nicht alle Trainer können sich für langfristige Verträge begeistern. Armin Veh, Meistertrainer des VfB Stuttgart etwa, vertritt die Position, man könne sich jährlich zusammensetzen und die weitere Zusammenarbeit beschließen. Wenn beide Seiten zufrieden seien, sei das kein Problem. Man vermeide aber unangenehme Situationen, wenn ein Vertrag noch zu erfüllen sei, es aber zu Unstimmigkeiten kommt.

Umbruch steht bevor

Was für Bundesliga-Verhältnisse auch aus finanziellen Gründen gelten mag, ist so aber nicht eins zu eins auf Nationalmannschaften zu übertragen. Auch Neids Vorgängerin Tina Theune-Meyer war insgesamt neun Jahre im Amt. Freilich nicht mit so langen Verträgen, doch kann langfristig angelegte Arbeit gerade in Umbruchsituationen von großer Wichtigkeit sein.

Nach den Olympischen Spielen im kommenden Jahr, spätestens nach der EM 2009 in Finnland steht die Nationalmannschaft vor einem Schnitt. Meines Erachtens durchaus sinnvoll, sich frühzeitig festzulegen, diesen Weg mit der Trainerin gehen zu wollen, die für die WM die erste Verjüngungsgkur eingeleitet hatte und viele Spielerinnen auch noch aus ihrer Zeit als Jugendnationaltrainerin kennt.

Entscheidung birgt auch Risiken

Eine Verlängerung bis 2013 freilich kommt ohne Not und könnte riskant sein, da heute niemand weiß, wer in vier oder fünf Jahren an der Spitze des DFB steht. Was meint ihr? Eine gute Entscheidung? Zu lang, gerade richtig für kontinuierlichen Aufbau?

Letzte Aktualisierung am 12.11.2019 / * = Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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helena
helena

Schwierige Frage, die vielleicht nicht hätte in der Woche nach dem Titelgewinn, sondern vielleicht erst in einem halben Jahr beantwortet werden sollen. Da mir Frau Neid durchaus sympathisch und ich ihre Entscheidungen in aller Regel (im Gegensatz zu vielen anderen) akzeptabel finde und der Erfolg ihr Recht gibt, halte ich die angestrebte Planungssicherheit mit Frau Neid für durchaus gerechtfertigt, aber: Einen Umbruch kann man auch in vier Jahren gestalten, da sie ja die Chance hat, bei noch zwei weiteren Großereignissen junge Spielerinnen an die Nationalmannschaft heranzuführen, die dann idealerweise für die WM hoffentlich in Deutschland optimal vorbereitet sein sollten. 2013… Weiterlesen »

Detlef
Detlef

@Helena,
Deinen 2 „Fehlerquellen“ am Schluß, kann ich eigentlich zustimmen!!!
Allerdings traue ich kaum einer der Spielerinnen zu, dass sie selbst den Hut nimmt!!! Eventuell Minni würde ich es zutrauen!!! Aber Deutschland fehlt noch ein Titel, den sie noch nie gewinnen konnten, die Olympiade!!! Das wird wohl für alle aktuellen Nationalspielerinnen, nochmal das große Ziel sein!!! Danach wird der Weg frei, für mindestens 4 junge Spielerinnen!!!
Aber Frau Neid bleibt trotz allem, für mich eine schwierige, fast unhaltbare Personalie!!! THEOS Entscheidung, halte ich für einen Schnellschuß aus der Euphorie heraus, den Deutschland noch bitter bereuen wird!!!

Max Diderot
Max Diderot

Was kann es besseres geben, als mit Silvia Neid einen langfristigen Kontrakt abzuschließen? Die positiven Attribute überwiegen doch: kompetent, integer, charismatisch und realistisch! Die jungen Spielerinnen, die jetzt in die A-Nationalmannschaft integriert werden, sind überwiegend von ihr durch die U-18- und U-19-Teams herangeführt worden. Ihre Meriten als Trainerin sind eine Ansammlung von erstklassigen Platzierungen. Da müsste Herr Veh vermutlich noch lange arbeiten, sollte dieser Vergleich angebracht sein, um diese Erfolgsskala erringen zu können. Ich sehe Frau Neid eher als eine Erste unter Gleichen, die klug genug sein wird, sollte sich der Erfolg nicht mehr einstellen, ins zweite Glied zurück zu… Weiterlesen »

KaDe
KaDe

Ich habe mich über die getroffene Verlängerung mit Silvia Neid bis 2011 gefreut und halte sie für richtig und gut.
Ihre bisherige Arbeit, die mit dem WM-Titel betsätigt wurde, kann, trotz vielfältiger Kritik so ganz schlecht nicht sein. Zudem gibt eine Verlängerung bis zum nächsten Höhepunkt allen Planungsicherheit und garantiert eine kontinuierliche Fortführung des eingeschlagenen Kurses.
Allerdings verwundert mich zum gegenwärtigten Zeitpunkt die Ankündigung der weiteren Verlängerung. Warum nicht gleich bis 2013? Warum jetzt der Nachschlag? Warum um zwei Jahre?

Rainer
Rainer

Jetzt wird bis 2013 verlängert und im Februar nächstes Jahr dann bis 2017. Und im Sommer nächstes Jahr bis 2029, dann wird Frau Neid 65. Fussball ist ein Geschäft, bei dem Verträge für gewöhnlich auf einige Jahre beschränkt werden. Spielerinnen erhalten sehr oft Einjahresverträge. Dass man Kontinuität signalisieren will, ist verständlich. Wie ich vor der WM aus verschiedenen Berichten und Äusserungen verstanden habe, ist Frau Neid bei Fusballspielerinnen nicht ganz unumstritten. Mit „ihrem“ WM-Titel sind jetzt natürlich alle Zweifler zum Schweigen verdammt. Die Vertragsverlängerungen sind somit auch ein Signal an alle, die die Trainerin nicht unbedingt mögen, zu kuschen und… Weiterlesen »

Max Diderot
Max Diderot

Rainer, mich würde es interessieren, was an Deiner Mutmaßung, Silvia Neid sei bei einigen ihrer Spielerinnen „… nicht ganz unumstritten.“ dran ist. Bei einigen anderen Beiträgen war ja, zumindest zwischen den Zeilen, auch diese Vermutung gestanden. Gibt es darüber Aussagen von betroffenen Spielerinnen? Wir wissen ja nicht erst seit „Sex and the City“, dass es gelegentlich unter Frauen zu deftigen Auseinandersetzungen kommen kann. Gleiches gilt selbstverständlich auch für die männlichen Belange, wo aber oftmals die Physis die Argumentation ersetzt. Ich frage, weil ich die augenblickliche Situation im deutschen Frauenfußball für recht schwierig erachte. Schwierig deshalb, da eine große Anzahl an… Weiterlesen »

Florian Siedschlag
Florian Siedschlag

@Rainer: Das kann man auch anders herum drehen. Ganz recht, eben weil Fußball ein Tagesgeschäft ist, in dem letztlich doch sehr viel vom Erfolg (je nachdem, wie man ihn definiert) abhängt, ließe sich eine lange Vetragsdauer kritisieren. Du sprichst daher völlig richtig an, dass die Laufzeit von Verträgen immer zwei Komponenten hat: eine reale UND eine symbolische. Bei längeren Vertragslaufzeiten spielt immer mehr die zweite eine Rolle, also nicht die Gewissheit/Überzeugung, dass diese realistisch oder gar sicher ist, sondern der Wille, damit das Vertrauen in den Trainer oder Spieler und ihren/seinen Wert symbolisch zu dokumentieren. (Ob dabei so konkret gedacht… Weiterlesen »

Ruhrschnellweg
Ruhrschnellweg

Also, m.E. würde zunächst mal bis 2011 durchaus reichen. Das ist für Sport durchaus langfristig. Dann kann man ja immer noch…

(auch wenn mir vieles speziell in diesem jahr mißfallen hat, halte ich vertragsverlängerung für durchaus o.k., aber…s.o.)

Katja Öhlschläger
Katja Öhlschläger

@ Detlef „Allerdings traue ich kaum einer der Spielerinnen zu, dass sie selbst den Hut nimmt!!! Eventuell Minni würde ich es zutrauen!!! Aber Deutschland fehlt noch ein Titel, den sie noch nie gewinnen konnten, die Olympiade!!! Das wird wohl für alle aktuellen Nationalspielerinnen, nochmal das große Ziel sein!!!“ Wer sollte denn jetzt auch von selbst seinen Hut nehmen? Ich denke, es ist immer ein guter Prozess, wenn jüngere Spielerinnen etablierte Kräfte vor sich haben, die sie anspornen, mit besserer Leistung vorbeizukommen. Dass es mit Melanie Behringer, Simone Laudehr und Annike Krahn drei Neulinge in die Stammformation geschafft haben, bestätigt diesen… Weiterlesen »

Max Diderot
Max Diderot

Mir persönlich wäre eine Erörterung der Frage lieber, welche organisatorischen Verbesserungen hinsichtlich des erfolgreichen Abschneidens des deutschen Frauenfußballs der DFB zukünftig treffen wird, als sich über Personalien den Kopf heiß zu reden. Der Impuls eines weiterhin erfolgreichen Frauenfußballs in unserem Land muss vom Fußballbund ausgehen. Der Funke wird sich dann auch auf die (gesamte) Liga übertragen. Nicht die Personen sondern das Konzept sind vorrangig und die Installation ähnlicher Positionen wie im Herrenbereich (Manager u.a.) hielte ich für begrüßenswert.

Detlef
Detlef

@Katja,
Du hast eigentlich das selbe geschrieben, wie ich, nur anders herum!!!
Wenn die Gesundheit mitmacht, werden es wohl alle „gestandenen“ Weltmeisterinnen bei Olympia noch mal wagen!!!

@Florian,
ein Vertrag bis 2011, wäre nun wirklich Vertrauen und Zeichen genug gewesen!!! Aber ein Vertrag über SECHS Jahre, so etwas hat es nicht einmal in der DDR-Planwirtschaft gegeben!!!
Da galt er höchstens FÜNF!!!

@Max,
wenn Du die Sichtung und Vorbereitung, sowie die „Ernennung“ der 21 besten deutschen Fußballerinnen einigermaßen mitbekommen hast, und dann noch LIVE verfolgen durftest, WER davon zum Einsatz kam, dann erklärt sich Deine Frage eigentlich von ganz allein!!!