Annike Krahn: Ein Tag wie kein anderer

Von am 25. September 2007 – 9.37 Uhr 1 Kommentar

Annike KrahnEs war die 72. Minute im Spiel gegen Nordkorea, da sprintete Annike Krahn mit einem breiten Grinsen im Gesicht zur deutschen Auswechselbank, fiel ihrer Zimmerkollegin Silke Rottenberg in die Arme, klatschte Ariane Hingst ab und gönnte sich erst einmal seelenruhig einen Schluck aus der Wasserflasche. Dieser Moment gehörte nur ihr.

Wenige Augenblicke zuvor hatte sie einen Eckball von Melanie Behringer artistisch halb gewollt, halb ungewollt, mit dem rechten Oberschenkel zum 3:0 für die deutsche Mannschaft ins Tor befördert und mit ihrem ersten Treffer im 28. Länderspiel für die Entscheidung gesorgt. „Ich nehme mir bei Länderspielen immer etwas Besonderes vor“, sagt Krahn und dieser Abend in Wuhan hielt einen dieser besonderen Momente bereit.

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Dabei sah es vor WM-Beginn so aus, als hätte die Verteidigerin des FCR 2001 Duisburg ihren Stammplatz in der Nationalmannschaft verloren. Denn bis zum WM-Gruppenspiel gegen England hatte sie fünf Monate lang nicht mehr in der Startaufstellung gestanden. Zuletzt beim 5:1-Sieg im EM-Qualifikationsspiel gegen die Niederlande im April bei ihrem „Heimspiel“ in Wattenscheid. Doch dann verletzte sich Sandra Minnert zu WM-Beginn am Oberschenkel und die 22-Jährige nutzte ihre Chance eiskalt.

Sie überzeugte in den Spielen gegen England und Japan und wurde mit einem Einsatz im WM-Viertelfinale gegen Nordkorea belohnt, als eine von drei Spielerinnen neben Simone Laudehr und Melanie Behringer, die unter Bundestrainerin Silvia Neid schon 2004 in Thailand U19-Weltmeisterinnen wurden.

Und Neid ist voll des Lobes für ihren Schützling: „Ich kenne Annike schon sehr lange. Sie organisiert eine Abwehr sehr gut und ist eine absolut verlässliche Spielerin, ein echter Typ. Ich bin froh, sie in unseren Reihen zu haben.“

Vom Ballmädchen zur WM-Torschützin

Im EM-Halbfinale 1995 gegen England war Krahn im Alter von neun Jahren als Ballmädchen im Einsatz und fieberte damals mit ihrer heutigen Trainerin Neid und ihrer Teamkollegin Birgit Prinz. Doch gegen Nordkorea stand sie selber im Rampenlicht.

„Am Anfang ging es auf und ab. Aber wir haben gut dagegen gehalten und uns gut geschlagen“, so Krahns Fazit nach dem Spiel gegen Nordkorea. Nun hofft sie, dass sie auch im Halbfinale am Mittwoch (ab 14 Uhr live in ARD und Eurosport) in Tianjin wieder zum Einsatz kommen wird. Dann wartet als Gegner nun Norwegen und Krahn will mithelfen, dass die deutsche Mannschaft zum zweiten Mal in Folge das WM-Finale erreicht.

Dabei hoffen ihre Teamkolleginnen stark, dass sich nicht ein Satz bewahrheitet, den Krahn nach dem Titelgewinn bei der U19-WM in Thailand 2004 sagte. „Weltmeisterin wird man im Leben nur einmal.“

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Markus Juchem (51) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

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