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2007

Zwei Fragen oder 20 Minuten – Nordkoreas peinlicher Medienauftritt

Wuhan – Segolène Valentin, FIFA-Medienbeauftragte in Wuhan, hatte die internationale Pressekonferenz mit Nordkorea zum WM-Viertelfinale gegen Deutschland noch gar nicht eröffnet, da schockten Nordkoreas Vertreter bereits zum ersten Mal, in dem sie im Konferenzraum im sechsten Stock des Mannschaftsquartiers erklärten: „Zwei Fragen bitte, wir müssen zum Training.“

Doch ließ sich die Französin nicht beeindrucken. Der Trainer und sein Übersetzer mussten die 20 Minuten auf dem Podium durchhalten. Nur nichts verraten war die Devise. Dass Nordkorea, zum dritten Mal mit den Frauen WM-Teilnehmer, nicht einmal den Cheftrainer geschickt hatte, sondern mit Kim Pong Il seinen Assistenten, wirkte ohnehin brüskierend und arrogant wie ignorant gegenüber der Konkurrenz im Turnier.

Über die Mannschaft war einmal mehr nicht viel zu erfahren. Drei Spielerinnen aus dem U20-Weltmeisterteam vom letzten Jahr sind dabei. „Die anderen sind noch nicht reif genug“, sagte Assistenztrainer Kim. Weder über Stars noch über den Stellenwert des Frauenfußballs gab er Auskunft. Stattdessen stellte er fest, dass Deutschland ein starkes Team habe. Deutlich sichtbar wurde, wie Diktaturen funktionieren.

„Ein Tor – und die Mannschaft ist im Gespräch“, meinte der Übersetzer, ein junger Chinese aus dem freidenkerischen Shanghai. „Wir spielen zu allererst für unser Land, nicht für Geld“, verlautbarte der Coach ungefragt. Der Militärgeneral und liebevolle Führer Kim Song Il werde stolz sein, wenn die Frauen den WM-Titel gewännen.

„Das ist gut für die Zukunft“, aber wie stolz die Menschen sein würden, könne er nicht beurteilen“, sagte Kim. „Wir haben bisher noch nicht viel für die Bevölkerung getan, die uns voll unterstützt.“ Was durchaus als Forderung nach einer Leistungssteigerung interpretiert werden darf.

Die Frage nach Intensität der Medienberichterstattung in TV und Presse war damit beantwortet. Bezeichnend: Journalisten aus Nordkorea sind nicht akkreditiert. Die Berichterstattung kommt Exil-Koreanern aus China zu. Das Gerücht, der medienscheue Staatschef Kim Song Il werde persönlich kommen, wurde dementiert.

Und Segolène Valentin war am Ende heilfroh, die geforderten 20 Minuten ohne größere Probleme moderiert zu haben. Ihre Medienpräsentation absolvierten die Nordkoreaner peinlich. Fußball spielen können die Mädels besser.