Vorschau: Deutschland – Japan
Morgen um 14 Uhr (live bei ARD und Eurosport) gilt es für die deutsche Nationalmannschaft. Im abschließenden Gruppenspiel braucht die Mannschaft von Bundestrainerin Silvia Neid gegen Japan ein Unentschieden , um sicher das Viertelfinale zu erreichen. Eine Adduktorenzerrung im heutigen Abschlusstraining verhindert beim amtierenden Weltmeister den Einsatz von Saskia Bartusiak, die die gelbgesperrte Simone Laudehr vertreten sollte.
Japan müsste für das Erreichen des Viertelfinals wohl gewinnen, da England parallel in Chengdu gegen Argentinien klar favorisiert ist. Gewinnt England gegen Argentinien allerdings nicht, steht Japan sicher im Viertelfinale. Doch auf diese Rechenspielchen kann sich keine Seite verlassen. Eine kämpferisch und offensiv geführte Auseinandersetzung ist also zu erwarten.
Bereits fünfmal trafen die Mannschaften aus Deutschland und Japan bisher aufeinander. Alle fünf Begegnungen konnte die deutsche Mannschaft für sich entscheiden. Zuletzt gelang das beim 6:3 im vergangenen November in Karlsruhe.
Bundestrainerin Silvia Neid hat gegen die Asiatinnen eine besonders gute, persönliche Statistik vorzuweisen. Als Spielerin schoss sie 1995 im WM-Gruppenspiel das entscheidende Tor zum 1:0, auch 1996 bei den Olympischen Spielen in Atlanta stand sie beim 3:2 in der Aufstellung. Als Trainerin gewann sie 2002 mit der U19-Nationalmannschaft bei der U19-WM mit 2:1.
Die deutsche Mannschaft hatte am Freitag gegen England gegen eine dicht gestaffelte Abwehr kein Rezept gefunden und blieb im Aufbauspiel vieles schuldig. Doch die Bundestrainerin ist optimistisch, dass diese Partie abgehakt ist: “Gerade vom Kopf her gefällt mir das sehr gut. Die Mannschaft wirkt sehr locker. Sie ist fröhlich und gut gelaunt.” Gemauert werden, um den einen noch nötigen Punkt zu ergattern, soll jedenfalls nicht: “Wir wissen, dass ein Remis reicht. Aber wir wollen drei Punkte und in jedem Fall den Gruppensieg.”
Bei diesem Unterfangen muss Neid allerdings auf zwei Spielerinnen aus ihrer Stammformation verzichten. Sandra Minnerts Oberschenkelverletzung ist noch nicht auskuriert, sodass sie erneut von Annike Krahn in der Innenverteidigung vertreten werden wird. Die Duisburgerin bekam für ihre Leistung gegen England viel Lob und darf sich des Vertrauens ihrer Trainerin sicher sein: “Es gibt keinen Grund, sie nicht aufzustellen.”
Im zentralen Mittelfeld wird Simone Laudehr fehlen. Sie handelte sich gegen England ihre zweite gelbe Karte im Turnierverlauf ein und muss zwangsweise pausieren. Die Spekulationen, wer sie an der Seite von Renate Lingor vertreten wird, erstickte Silvia Neid bereits heute im Keim. Saskia Bartusiak , die in der ersten Begegnung gegen Argentinien eingewechselt wurde und ebenfalls schon mit einer gelben Karte vorbelastet ist, sollte auflaufen.
Doch eine Aduktorenzerrung, die sich die Frankfurterin heute im Abschlusstraining zuzog, verhindert ihr Debüt als Startspielerin bei einer WM. Für die Position im zentralen Mittelfeld dürfte damit Linda Bresonik erste Wahl sein, die zuletzt als linke Verteidigerin auflief. Sonja Fuss oder Babett Peter könnten die Position in der Abwehr übernehmen.
Die Japanerinnen erwiesen sich im bisherigen Turnierverlauf als Königinnen der Nachspielzeit. Gegen England gelang ihnen in der Nachspielzeit der späte Ausgleich nach vorheriger 1:0-Führung, die Kelly Smith binnen fünf Minuten in ein 2:1 für England umgewandelt hatte. Und zuletzt gegen Argentinien schoss Yuki Nagasato die Asiatinnen in der 91. Minute ins Glück.
Die Stärken der Mannschaft von Hiroshi Ohashi waren dabei bisher vor allem Standardsituationen und Distanzschüsse. Im Aufbauspiel und im Herausspielen zwingender Chancen tat sich die Truppe gegen Argentinien schwer. Die Ausgangssituation vor dem letzten Spieltag zwingt die Japanerinnen jedoch, auch gegen Deutschland den Torerfolg zu suchen. Denn dass England parallel mit zwei Toren Unterschied gegen Argentinien gewinnt, ist nicht unwahrscheinlich.
“Wir alle haben nur noch einen Gedanken, nämlich Deutschland zu schlagen. Wir müssen gegen die Deutschen siegen, auch wenn sie natürlich sehr stark sind. Aber wir müssen einfach an unsere eigenen Stärken und an unsere Mentalität glauben”, gibt die japanische Angreiferin Eriko Arakawa die Marschroute aus.
Auch Trainer Ohashi ist optimistisch: “Wir wissen um die Stärke der Deutschen, aber wir wollen die drei Punkte.” Auch der beträchtliche Größenunterschied stört ihn nicht: “Wie wir unser Spiel organisieren, unsere Schnelligkeit ausspielen und unser Passspiel aufziehen, wird wichtiger sein.”
Gesperrt: Deutschland: Simone Laudehr Japan: -
Mit einer gelben Karte vorbelastet: Deutschland: Annike Krahn, Fatmire Bajramaj, Saskia Bartusiak Japan: Hiromi Isozaki
Mein Tipp: 3:2 für Deutschland Tipp von Markus: 4:1 für Deutschland