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2007

Vorschau: Schweden – USA

Wenn der Weltranglistenerste USA auf den Weltranglistendritten Schweden trifft (ab 11.00 Uhr live auf Eurosport), dann ist das immer eine hochinteressante Partie. Es messen sich zwei der besten Teams der Welt. Doch die Konstellation in Gruppe B, in der es zwei Unentschieden und noch keine Sieger gab , verleiht dem Highlight des zweiten Spieltags noch einmal eine besondere Note.

In der schon im Vorfeld unschön als „Todesgruppe“ bezeichneten Gruppe B ist die Spannung schon vor dem zweiten Spieltag mit Händen zu greifen. Keine der vier Mannschaften darf sich einen schlechten Tag erlauben. Das gilt für die USA ebenso wie für Schweden, das am letzten Spieltag gegen Nordkorea die vermeintlich schwerere Aufgabe zu bewältigen hat.

„Es gab Phasen, da hatte ich das Gefühl, wir werden auseinander genommen“, zollte die amerikanische Angreiferin Abby Wambach den Asiatinnen den wohl größtmöglichen Respekt. Zum ersten Mal seit über einem Jahr mussten die USA auf einen Rückstand reagieren. „Ich bin froh, dass uns das gelungen ist“, erklärte Trainer Greg Ryan erleichtert.

Doch Nordkorea und Nigeria waren gestern. Die beiden morgigen Kontrahenten kennen sich bestens, wissen, was auf sie zukommt. 14 der bisher 22 Duelle entschieden die USA für sich. Sie sind auch morgen der Favorit, wissen aber um die Schwere ihrer Aufgabe. „Es ist, also ob man sofort mit einem Halbfinale und Finale in ein Turnier startet“, meinte Ryan zur Stärke der ersten beiden Gruppengegner.

Wambach eine Schwalbenkönigin?

Verbal hat die Auseinandersetzung jedenfalls schon vor dem Anpfiff begonnen. US-Stürmerin Abby Wambach habe oftmals die Fallsucht, beklagten gleich mehrere Schwedinnen. Abwehrspielerin Hanna Marklund empfahl ihren Mitspielerinnen, im Strafraum vorsichtig in die Zweikämpfe zu gehen. Und Nilla Fischer und Frida Östberg ergänzten, die bullige Stürmerin sei allgemein für ihre Schwalben bekannt. Diese konterte: „Wenn du kräftiger und größer bist, denken manche wohl, sie könnten dich härter attackieren. Aber das geht nicht. Ich falle so leicht wie alle anderen auch.“

„Und ich blute auch wie alle anderen“, fügte sie in Anspielung auf ihre Platzwunde hinzu, die sie sich in der Mitte der zweiten Halbzeit gegen Nordkorea zugezogen hatte. In den neun Minuten, in denen Wambach in der Kabine genäht werden musste, kassierte die Ryan-Elf beide Gegentore.

O’Reilly zahlt Vertrauen zurück

Dass Ryan sich nicht zu einem Wechsel entschloss, blieb nicht ohne Kritik. Erst Sekunden vor Schluss vollzog er mit der Hereinnahme von Stürmerin Natasha Kai den ersten Wechsel. Doch Kai wird sich auch morgen ebenso wie Lindsay Tarpley erneut mit der Reservistenrolle begnügen müssen, hat doch Heather O’Reilly als Sturmpartnerin von Wambach und Kristine Lilly bei ihrem ersten WM-Auftritt das Vertrauen des Trainers mit dem wichtigen Ausgleichstreffer zum 2:2 zurückgezahlt.

Im Gegensatz zu den USA handelt es sich bei den Schwedinnen keinesfalls um eine neue Situation, ohne Sieg in ein WM-Turnier zu starten. Bei ihren ersten vier WM-Teilnahmen begann das WM-Abenteuer sogar ausnahmslos mit Niederlagen. Insofern kann man fast schon von einem Fortschritt sprechen. Doch das wäre der kniffligen Lage nicht angemessen.

Schweden ist zum Punkten verdammt

Gegen die USA, so schwer die Aufgabe auch ist, ist die Mannschaft von Trainer Thomas Dennerby schon fast zum Punkten verdammt. Nur ein Punkt gegen den vermeintlich schwächsten Gruppengegner Nigeria war zu wenig. Dabei hatte man, freilich ohne überzeugend und zwingend aufzutreten, die Partie über 70 Minuten gut im Griff. Precious Dede im nigerianischen Kasten verhinderte eine höhere schwedische Führung.

Doch dann wurden die Schwedinnen zu vorsichtig und ließen die nötige Aggressivität vermissen, kritisierte Kapitänin und Torschützin Victoria Svensson hinterher scharf, dass einer Mannschaft ihres Anspruchs so etwas nicht passieren dürfe. Von der Auswechslung Hanna Ljungbergs in der 69. Minute sei ein fatales Signal ausgegangen, war in der schwedischen Presse zu lesen. Die Ausgewechselte selber erklärte schließlich auch noch, sie wollte, obwohl nach zahlreichen Verletzungen noch nicht wieder zu hundert Prozent fit, gar nicht ausgewechselt werden.

Nilla Fischer wieder an Bord

Umstände, die die Sache für Trainer Dennerby nicht leichter machen, wo er ohnehin schon mit der Kritik leben muss, viele Spielerinnen nicht auf ihren im Verein angestammten Positionen einzusetzen. Doch auch eine positive Nachricht gab es für ihn zuletzt: Mittelfeldspielerin Nilla Fischer hat ihre fiebrige Erkrankung überwunden und kann wieder spielen.

Bereits mit einer gelben Karte verwarnt: USA: Christie Rampone Schweden: Therese Sjögran

Mein Tipp: 3:1 für die USA Tipp Markus: 3:1 für die USA