Vorschau: Schweden – USA

Von am 14. September 2007 – 0.45 Uhr 6 Kommentare

Victoria SvenssonWenn der Weltranglistenerste USA auf den Weltranglistendritten Schweden trifft (ab 11.00 Uhr live auf Eurosport), dann ist das immer eine hochinteressante Partie. Es messen sich zwei der besten Teams der Welt. Doch die Konstellation in Gruppe B, in der es zwei Unentschieden und noch keine Sieger gab, verleiht dem Highlight des zweiten Spieltags noch einmal eine besondere Note.

In der schon im Vorfeld unschön als „Todesgruppe“ bezeichneten Gruppe B ist die Spannung schon vor dem zweiten Spieltag mit Händen zu greifen. Keine der vier Mannschaften darf sich einen schlechten Tag erlauben. Das gilt für die USA ebenso wie für Schweden, das am letzten Spieltag gegen Nordkorea die vermeintlich schwerere Aufgabe zu bewältigen hat.

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„Es gab Phasen, da hatte ich das Gefühl, wir werden auseinander genommen“, zollte die amerikanische Angreiferin Abby Wambach den Asiatinnen den wohl größtmöglichen Respekt. Zum ersten Mal seit über einem Jahr mussten die USA auf einen Rückstand reagieren. „Ich bin froh, dass uns das gelungen ist“, erklärte Trainer Greg Ryan erleichtert.

Doch Nordkorea und Nigeria waren gestern. Die beiden morgigen Kontrahenten kennen sich bestens, wissen, was auf sie zukommt. 14 der bisher 22 Duelle entschieden die USA für sich. Sie sind auch morgen der Favorit, wissen aber um die Schwere ihrer Aufgabe. „Es ist, also ob man sofort mit einem Halbfinale und Finale in ein Turnier startet“, meinte Ryan zur Stärke der ersten beiden Gruppengegner.

Wambach eine Schwalbenkönigin?

Verbal hat die Auseinandersetzung jedenfalls schon vor dem Anpfiff begonnen. US-Stürmerin Abby Wambach habe oftmals die Fallsucht, beklagten gleich mehrere Schwedinnen. Abwehrspielerin Hanna Marklund empfahl ihren Mitspielerinnen, im Strafraum vorsichtig in die Zweikämpfe zu gehen. Und Nilla Fischer und Frida Östberg ergänzten, die bullige Stürmerin sei allgemein für ihre Schwalben bekannt. Diese konterte: „Wenn du kräftiger und größer bist, denken manche wohl, sie könnten dich härter attackieren. Aber das geht nicht. Ich falle so leicht wie alle anderen auch.“

„Und ich blute auch wie alle anderen“, fügte sie in Anspielung auf ihre Platzwunde hinzu, die sie sich in der Mitte der zweiten Halbzeit gegen Nordkorea zugezogen hatte. In den neun Minuten, in denen Wambach in der Kabine genäht werden musste, kassierte die Ryan-Elf beide Gegentore.

O’Reilly zahlt Vertrauen zurück

Dass Ryan sich nicht zu einem Wechsel entschloss, blieb nicht ohne Kritik. Erst Sekunden vor Schluss vollzog er mit der Hereinnahme von Stürmerin Natasha Kai den ersten Wechsel. Doch Kai wird sich auch morgen ebenso wie Lindsay Tarpley erneut mit der Reservistenrolle begnügen müssen, hat doch Heather O’Reilly als Sturmpartnerin von Wambach und Kristine Lilly bei ihrem ersten WM-Auftritt das Vertrauen des Trainers mit dem wichtigen Ausgleichstreffer zum 2:2 zurückgezahlt.

Im Gegensatz zu den USA handelt es sich bei den Schwedinnen keinesfalls um eine neue Situation, ohne Sieg in ein WM-Turnier zu starten. Bei ihren ersten vier WM-Teilnahmen begann das WM-Abenteuer sogar ausnahmslos mit Niederlagen. Insofern kann man fast schon von einem Fortschritt sprechen. Doch das wäre der kniffligen Lage nicht angemessen.

Schweden ist zum Punkten verdammt

Gegen die USA, so schwer die Aufgabe auch ist, ist die Mannschaft von Trainer Thomas Dennerby schon fast zum Punkten verdammt. Nur ein Punkt gegen den vermeintlich schwächsten Gruppengegner Nigeria war zu wenig. Dabei hatte man, freilich ohne überzeugend und zwingend aufzutreten, die Partie über 70 Minuten gut im Griff. Precious Dede im nigerianischen Kasten verhinderte eine höhere schwedische Führung.

Doch dann wurden die Schwedinnen zu vorsichtig und ließen die nötige Aggressivität vermissen, kritisierte Kapitänin und Torschützin Victoria Svensson hinterher scharf, dass einer Mannschaft ihres Anspruchs so etwas nicht passieren dürfe. Von der Auswechslung Hanna Ljungbergs in der 69. Minute sei ein fatales Signal ausgegangen, war in der schwedischen Presse zu lesen. Die Ausgewechselte selber erklärte schließlich auch noch, sie wollte, obwohl nach zahlreichen Verletzungen noch nicht wieder zu hundert Prozent fit, gar nicht ausgewechselt werden.

Nilla Fischer wieder an Bord

Umstände, die die Sache für Trainer Dennerby nicht leichter machen, wo er ohnehin schon mit der Kritik leben muss, viele Spielerinnen nicht auf ihren im Verein angestammten Positionen einzusetzen. Doch auch eine positive Nachricht gab es für ihn zuletzt: Mittelfeldspielerin Nilla Fischer hat ihre fiebrige Erkrankung überwunden und kann wieder spielen.

Bereits mit einer gelben Karte verwarnt:
USA: Christie Rampone
Schweden: Therese Sjögran

Mein Tipp: 3:1 für die USA
Tipp Markus: 3:1 für die USA

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6 Kommentare »

  • Rainer sagt:

    Schweden wird mit grosser Wahrscheinlichkeit vom 4-3-3 auf 4-4-2 umstellen. Und wie gemunkelt wird, darf Lotta Schelin endlich als Doppelspitze mit Hanna Ljungberg agieren.
    Beide Teams dürften sowohl nervös wie hochmotiviert sein.

    Schweden gewinnt 2:1 und beendet die lange Serie ohne Niederlage der USA.

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  • Katja Öhlschläger sagt:

    Zur Halbzeit steht es 1:0 für die USA nach einem umstrittenen Elfmetertor durch Abby Wambach. Beiden Mannschaften ist die Bedeutung des Spiels anzumerken, sie spielen sehr engagiert. Den besseren Start erwischte Schweden, doch nach etwa zwanzig Minuten nahm der Druck der USA zu. In der 37. Minute schließlich der Elfmeterpfiff für die USA, nachdem Hedvig Lindahl eine Flanke von Kate Markgraf unterlaufen hatte. Nach einem Zweikampf zwischen Stina Segerström und Lori Chalupny entschied Schiedrichterin Maria Luisa Villa Gutierrez auf Strafstoß. Eine schwierige, aber vertretbare Entscheidung.

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  • schmidt sagt:

    Die erste Spielhälfte war absolut ausgeglichen.
    Wir können noch hoffen, dass der auch für mich nicht von der Schiedsrichterin gepfiffene und verwandelte Elfmeter, nicht spielentscheidend sich auswirken wird.

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  • Katja Öhlschläger sagt:

    Die USA gewinnen am Ende mit 2:0. In der 58. Minute war erneut Abby Wambach erfolgreich, diesmal mit einer schönen Direktabnahme nach Flanke von Kristine Lilly.

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  • schmidt sagt:

    Schade die Entscheidung war der gegebene Elfer.
    Das 2:0 von den USA fiel um ein Tor zu hoch aus.
    Die spielerischen Mittel fanden die Schwedinnen in der 2. Hälfte nicht, noch das Blatt wenden zu können.

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  • Katja Öhlschläger sagt:

    @ schmidt

    Das sehe ich nicht ganz so. Nach starken Anfangsminuten der Schwedinnen hatten die USA das Heft bereits in die Hand genommen. Die Situation, die dann zum Elfmeter führte, war unglücklich für Schweden. Stina Segerström will gegen Chalupny den Ball spielen, trifft die Amerikanerin dann aber doch an den Beinen. Diesen Elfmeter kann man durchaus pfeifen. Zudem war diesem Zweikampf noch der klare Fehler von Hedvig Lindahl vorausgegangen. Die Flanke von Kate Markgraf hat sie unterschätzt.

    Auch in der zweiten Halbzeit fehlten den Schwedinnen die Ideen. Man merkt, dass noch niemand Malin Moström ersetzen kann. Die zwingenderen Chancen hatten die USA. Ich denke da nur an die Großchance für Kristine Lilly in der 48. Minute.

    Die Elfmetersituation war sicherlich unglücklich für Schweden, meines Erachtens aber nicht entscheidend.

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Bundesliga 2019/20
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