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2007

Vorschau: Deutschland - England

Im Abendspiel des zweiten Spieltags der Gruppe A (live ab 14 Uhr in ZDF und Eurosport) kommt es heute zu einer Paarung, die im Männerfußball zu den Höhepunkten des Fußballkalenders zählt: Deutschland gegen England. Im Frauenfußball ist diese Rivalität nicht so groß - umso größer dafür die Erwartungen, mit denen beide Teams in die Partie gehen.

Deutschland würde sich mit dem 17. Sieg im 18. Aufeinandertreffen als erste Mannschaft bereits vorzeitig für das Viertelfinale qualifizieren. Für England hat oberste Priorität, mindestens einen Punkt zu holen, um sich vor dem letzten Spieltag eine gute Ausgangsposition zu verschaffen.

Dann nämlich treffen sie auf die Argentinierinnen, die in ihrem Auftaktmatch gegen Deutschland ein Debakel erlebten . Das sind sicher eingeplante drei Punkte, sodass man davon ausgeht, dass das Abschneiden gegen Deutschland zum Zünglein an der Waage wird. Ein Punktgewinn gegen Deutschland hätte zudem noch den Vorteil, dass die Deutschen ihr letztes Spiel gegen Japan nicht zu Testzwecken nutzen könnten.

“Gegen England geht die WM erst richtig los”, kam es unisono aus den Mündern der deutschen Teammitglieder. Das 11:0 gegen Argentinien war keine ernsthafte Prüfung gewesen. Und doch waren die elf Treffer nicht einfach unspektakulär gefallen, sondern sehenswert herausgespielt worden, was der gesamten Offensivabteilung noch einmal zusätzliches Selbstvertrauen gab.

Bis auf die verletzte Minnert läuft die gleiche Elf auf

So verwundert es nicht, dass Bundestrainerin Silvia Neid gegen England der Startelf aus dem Argentinien-Spiel vertrauen will. Das wird sie mit der Ausnahme von Sandra Minnert auch können . Die 34-Jährige vom SC 07 Bad Neuenahr laboriert an einer Oberschenkelverletzung, musste das Training am Mittwoch abbrechen und gestern ihren Verzicht erklären. Auch für das Montag-Spiel gegen Japan könnte es bei ihr knapp werden.

Umso wichtiger, dass Annike Krahn , die Minnert ersetzen wird, einen guten Start in die Weltmeisterschaft erwischt. Mit der Erfahrung aus 25 Länderspielen ist sie kein Neuling mehr, wird aber dennoch von der langjährigen Erfahrung ihrer Kollegin in der Innenverteidigung, Ariane Hingst, profitieren können.

Scott kann wahrscheinlich spielen - auch Asante wieder fit

Kleinere Verletzungssorgen plagen auch die Mannschaft um Trainerin Hope Powell, die im einzigen Kräftemessen dieser beiden Mannschaften auf WM-Ebene 1995 als Auswechselspielerin auf der Bank saß, während ihr Gegenüber Silvia Neid auf dem Platz stand. Alex Scott hatte gegen Japan gleich zu Beginn der Partie einen Schlag in den Rücken bekommen, geht aber fest davon aus, morgen auflaufen zu können. Abwehrspielerin Anita Asante hat ihre Knieverletzung auskuriert und könnte heute wieder zum Einsatz kommen, nachdem sie gegen Japan noch passen musste.

Das bittere 2:2 gegen Japan , als man einen 0:1-Rückstand aufholte, um in der Schlussminute per Freistoß doch noch zwei wichtige Punkte zu verlieren, hat man analysiert und sich nach der Ankunft von Familien und Freunden am gestrigen Tag auch mental erholt und auf den zweiten WM-Auftritt vorbereitet.

Keine gefährlichen Freistöße mehr provozieren

Die Enttäuschung ist mittlerweile neuer Motivation gewichen. “Wir sind noch immer dabei, wir haben es noch in der Hand”, sagt etwa Spielführerin Faye White. Doch dafür müssen die “Three Lions” aus dem Japan-Spiel auch einen Fehler abstellen, den Torfrau Rachel Brown klar benannt hat: “Wir können es uns nicht leisten, in derart gefährlichen Positionen Freistöße zu provozieren.” Beide Treffer der Japanerinnen fielen aus Standardsituationen heraus, die auch zur Stärke der deutschen Mannschaft gehören.

Die Offensivabteilung muss sich zum Ziel setzen, im Abschluss konsequenter zu Werke zu gehen. Dabei kann sie sich nicht alleine auf die zweifache Torschützin Kelly Smith verlassen, deren Schuh-Kuss nach ihren beiden Treffern für viel Gesprächsstoff gesorgt hat. Vor allem die glücklose Eniola Aluko hat hier viel Steigerungspotenzial.

“Wir müssen niemanden fürchten”

Angst haben die Engländerinnen jedenfalls nicht. “Wir müssen niemanden fürchten”, bringt Alex Scott stellvertretend für ihre Kolleginnen das neue Selbstvertrauen der “Three Lions” zum Ausdruck, das sie auch ihrer hervorragenden körperlichen Verfassung verdanken. “Es war wahnsinnig wichtig, nach dem Rückstand zurückzukommen. Auf diesem Mannschaftsgeist müssen wir aufbauen”, so Kelly Smith.

Bereits mit einer gelben Karte verwarnt: Deutschland: Saskia Bartusiak, Simone Laudehr England: Katie Chapman, Kelly Smith

Mein Tipp: 3:0 für Deutschland Tipp Markus: 4:0 für Deutschland