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2007

Deutschland startet mit Kantersieg in die WM

Titelverteidiger Deutschland ist mit einem 11:0-Kantersieg gegen Argentinien in die fünfte Frauenfußball-Weltmeisterschaft in China gestartet. Dabei dominierte die Elf von Bundestrainerin Silvia Neid die Begegnung über 90 Minuten nach Belieben und konnte sich über den höchsten WM-Sieg aller Zeiten freuen. Argentinien hingegen dürfte in dieser Verfassung bei der WM zur Schießbude mutieren.

So sieht wohl ein Einstand nach Maß für einen Titelverteidiger aus. Mit dem höchsten WM-Sieg aller Zeiten hat sich die deutsche Mannschaft den Frust aus dem schwachen Norwegen-Spiel förmlich aus der Seele geballert. 11:0 Tore und 21:7 Torschüsse bedeuteten mehr als einen Klassenunterschied - in nackten Zahlen, aber auch spielerisch.

Auf verbales Feuer folgt Debakel

Es war von der ersten Sekunde an nichts zu sehen von den Problemen, die die argentinische Mannschaft der Neid-Truppe nach vollmundiger Ankündigung von Trainer Carlos Borello bereiten wollte. Es werde für die deutsche Mannschaft keine schöne Zeit werden zwischen 20 Uhr und 21.45 Uhr chinesischer Zeit, hatte Borrello getönt. So kann man sich täuschen.

Ein markiger Spruch, der einen ins Staunen versetzt ob der desaströsen Leistung, die die “Albiceleste” vor 28.098 Zuschauern im Shanghai Hongkou Stadium bot. Angefangen von Torfrau Vanina Correa, die mehrere Tore verschuldete, konnte kein Mannschaftsteil WM-Reife für sich reklamieren. Auch der Ausfall von Argentiniens Mittelfeldstrategin Mariela Coronel kann diese Leistung nicht ansatzweise erklären.

Viel Raum für deutsche Offensive

So bot sich den Deutschen rasch viel Platz, um die indisponierte argentinische Abwehr schwindlig zu spielen. Über die starken Melanie Behringer und Kerstin Garefrekes auf den Außenpositionen gingen dabei die meisten Akzente und Torvorlagen aus.

Immer wieder konnten die auf Grund mangelnder Gegenwehr weit vorne postierten Renate Lingor und Simone Laudehr die Argentinierinnen aus der Defensive locken, um sogleich mit einem Pass auf die Flügel die Abwehr der Borrello-Truppe auszuhebeln. Ein Lerneffekt blieb dabei aus. Das identische Schema führte reihenweise zum Erfolg.

Selbstvertrauen für Torschützinnen

Ein Schützenfest also, an dem sich gleich fünf Spielerinnen beteiligen durften, was dem Selbstvertrauen vor dem gegnerischen Kasten gut tun sollte. Sandra Smisek und Birgit Prinz waren dabei dreifach erfolgreich. Prinz zog mit ihren WM-Treffern 10-12 damit mit der bisherigen Rekordtorschützin Michelle Akers gleich und kann diese am Freitag gegen England (14 Uhr) überholen .

Doch mehr als ein gelungener Aufgalopp war das Eröffnungsspiel zu keinem Zeitpunkt. Nicht einmal ein besseres Training, ein Gradmesser auf keinen Fall. Das weiß auch Bundestrainerin Silvia Neid: “Wir haben umgesetzt, was ich mir vorgestellt habe. Wir wussten, dass wir über die Flügel Freiräume bekommen werden. Aber wir dürfen das Spiel auch nicht überbewerten. England wird ein anderes Kaliber sein.”

Leichte Unsicherheiten bei Debütantinnen Angerer und Laudehr

Dann aber werden die WM-Debütantinnen Nadine Angerer, Melanie Behringer und Simone Laudehr ihre Premiere und damit auch die erste große Nervosität schon hinter sich haben, die vor allem Nadine Angerer und Simone Laudehr noch in manchen Szenen anzusehen war.

Angerer ließ einige Male in Szenen erst kurz abprallen, wo sie sofort den Ball hätte fangen können. Doch ernsthaft geprüft wurde sie nur einmal bei einem Fernschuss von Eva Gonzalez, den sie entschärfen konnte. Bei der anschließenden Ecke rettete Melanie Behringer auf der Linie.

Simone Laudehr brauchte einige Zeit, bis sie ihren Platz im Spielsystem gefunden hatte. Renate Lingor war über weite Strecken die aktivere Mittelfeldspielerin, war sie doch diesmal ob der drückenden Überlegenheit von Defensivaufgaben fast gänzlich entbunden. Doch mit zunehmender Spieldauer fand Laudehr die Bindung zum Spiel und bereitete das 5:0 durch Birgit Prinz mit einer schönen Flanke vor.

Die deutsche Defensive, zuletzt der große Schwachpunkt, blieb nahezu beschäftigungslos und sah nur einmal, als Behringer nach einem Eckball auf der Linie klären musste, beim Stellungsspiel alt aus. Gegen Kelly Smith, Rachel Yankey, Eni Aluko und Co. sollte sie mehr geprüft werden. Wirkliche Aufschlüsse über den derzeitigen Leistungsstand sind erst dann zu erwarten.

Das gilt übrigens auch für Brasilien, hatte doch die Albiceleste immer mit stolzer Brust auf ihren Sieg bei der Südamerika-Meisterschaft gegen Brasilien verwiesen. Auch wenn damals die Europa-Legionärinnen Marta , Rosana und Elaine fehlten, wirft die Chancenlosigkeit der Mannschaft von Carlos Borrello Fragen auf, die auch Brasilien erst beantworten muss.

Nach jedem deutschen Spiel stellen wir Euch nun die Frage, wer für Euch die Spielerin des Spiels war. Zur Wahl stehen dabei alle Spielerinnen, die mindestens 30 Minuten gespielt haben.

Wer war die beste deutsche Spielerin beim 11:0 gegen Argentinien?