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2007

Heiter bis wolkig in Shanghai

Es gibt nicht wenige, die beschleicht beim Gedanken an die WM-Spiele der deutschen Mannschaft ein Gefühl der Unsicherheit. Wo steht die deutsche Mannschaft wirklich? Testspiele können darüber nur bedingt Auskunft geben - es ist daher Zeit, dass es los geht! Drei Trainingstage stehen noch an, “dann wird es aber langsam Zeit, dass es endlich los geht. Wir haben lange genug trainiert”, sagt Abwehrspielerin Ariane Hingst und trifft damit wahrscheinlich die Gefühlslage ihrer Mitspielerinnen sehr genau.

Eine gesunde Mischung aus warnendem Zeigefinger, nüchternem Realismus und Optimismus ist beim Titelverteidiger zu spüren. “Man merkt, dass wir alle das gleiche Ziel verfolgen, wir liegen genau im Plan”, sagt etwa Bundestrainerin Silvia Neid. Was zu erwarten ist, wenn die Leistung gegen Norwegen “genau im Plan” lag? Etwas beunruhigend klingt das schon, doch ist es schlichtweg die Aufgabe einer Trainerin, ihre Mannschaft - zumindest öffentlich - stark zu reden.

Auch vor Olympia gegen Norwegen verloren

Schließlich verlor 2004 die deutsche Elf auch das vorletzte Vorbereitungsspiel gegen Norwegen in Hoffenheim mit 0:1 und riss damit im Stadion des “deutschen Abramowitsch”, Dietmar Hopp, keinen von den Sitzen. Bei Olympia gab es dann Bronze nach einer denkbar knappen Niederlage nach Verlängerung gegen die USA im Halbfinale. Übertriebener Pessimismus ist daher ebenso wenig angebracht wie übertriebener Optimismus.

Doch die Steigerungen bei Turnieren gelingen auch nicht automatisch, weshalb Spielführerin Birgit Prinz im Interview mit der ZEIT warnt: “Wir sollten nicht anfangen, uns über die zweite Runde Gedanken zu machen. Erst müssen wir die Gruppenphase überstehen.” Womit sie die Frage von ZEIT-Journalistin Heike Faller provoziert, ob das nicht das von den Männern bekannte Understatement sei? “Ja, aber das ist eben die Wahrheit. Außer den Europäerinnen und den traditionell großen Teams kenne ich viele Mannschaften nicht, die Teams haben ja noch nicht so eine Fernsehpräsenz.”

Stegemann wieder im Training

Eine gute Einstellung, um Auftaktgegner Argentinien nicht zu unterschätzen. Womöglich eine der wenigen positiven Konsequenzen des Norwegen-Spiels. Apropos positiv - die rechte Verteidigerin Kerstin Stegemann befindet sich nach ihrer Erkältung seit gestern wieder im Training , ihr Einsatz am Montag scheint nicht in Gefahr.

Das ist mehr als beruhigend, hätte der Ausfall Stegemanns die deutsche Mannschaft doch vor arge Probleme gestellt. Wahrscheinlich hätte Kerstin Garefrekes dann die defensivere Rolle auf der rechten Seite übernommen - wie bei der EM, als Stegemann in der Vorrunde verletzt ausscheiden musste. Doch im Offensivspiel will niemand freiwillig auf die torgefährliche Frankfurterin verzichten.

Gleich zwei Trainingseinheiten standen gestern auf dem Programm. Eine morgens um 9 Uhr, eine abends um 19 Uhr. Bis zum ersten Spiel ist jetzt aber nur noch eine Schicht pro Tag geplant, um am Montag frisch zu sein. Anja Mittag, Fatmire Bajramaj und Annike Krahn besuchten heute morgen eine deutsche Schule in Shanghai , morgen steht eine gemeinsame “Sightseeing-Tour” an. Trainiert wird abends um 19 Uhr (13 Uhr MESZ).

Letzte Personalfragen zu klären

Dann muss auch die endgültige Entscheidung über die zwei noch offenen Positionen fallen. Nachdem sich Sonja Fuss gegen Norwegen nicht empfehlen konnte, dürfte Linda Bresonik auf der linken Verteidigerposition gesetzt sein. Simone Laudehr hat auf der Sechser-Position die besten Karten, da von Saskia Bartusiak nur wenige Akzente ausgingen. Bleibt als spannendste Frage: wer sollte als Sturmpartnerin von Birgit Prinz auflaufen?

Wer sollte als zweite Sturmspitze neben Birgit Prinz auflaufen?