Deutsche Nationalmannschaft meldet sich mit einem 4:0 gegen Dänemark eindrucksvoll zurück

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Flaggen Deutschland - DänemarkBewusst hatte sich der DFB für diesen Zeitpunkt der Vorbereitung einen starken Gegner gewünscht und mit Dänemark zudem noch einen WM-Teilnehmer gefunden. Es sollte „eine erste Standortbestimmung“ (Nadine Angerer) sein. Die ist gelungen – so viel lässt sich sagen.

Bestimmt nicht für Dänemark, wie ein sichtbar konsternierter Kenneth Heiner-Møller einräumen musste. Wohl aber für die deutsche Nationalmannschaft, die – bei allen Defiziten, an denen noch zu arbeiten sein wird – einen großen Sprung nach vorne gemacht hat. „Es wäre ja auch schlimm, wenn wir vier Wochen gemeinsam arbeiten und uns nicht verbessern“, meinte Bundestrainerin Silvia Neid dazu trocken.

In der Tat, der amtierende Weltmeister hat in vielen Bereichen deutliche Fortschritte gezeigt:

1. Die Fitness:

Der Zustand an der Algarve im März sei so miserabel gewesen, so Neid, dass man damit „auf internationalem Niveau nicht mithalten kann.“ Die vier Wochen Vorbereitung hat die Mannschaft offensichtlich dazu genutzt, die in den Vereinen auf Vordermann gebrachte körperliche Verfassung zu konservieren und gezielt in Richtung WM auszubauen. Das wurde nicht nur einmal deutlich, wenn es deutschen Spielerinnen gelang, ihre Gegnerinnen regelrecht abzuhängen und den hohen Offensivdruck über weite Strecken des Spiels aufrecht zu erhalten. Damit ist die Basis geschaffen, um ein langes Turnier auf hohem Niveau zu absolvieren und die spielerischen Fähigkeiten zur Entfaltung zu bringen.

2. Das Kombinationsspiel:

Nur in den ersten 5-10 Minuten fühlte man zurückgebeamt, die Fehlpassorgien vom Algarve Cup kamen wieder ins Gedächtnis. Doch diese Verunsicherung, die aus der vollkommen neuen Situation resultierte, ein halbes Jahr hinter den eigenen Möglichkeiten geblieben und in die Kritik geraten zu sein – „das kannten wir so noch nicht“ (Angerer) – legte die Mannschaft schlagartig ab, als die starke Melanie Behringer in der 13. Minute mit einem satten Fernschuss aus knapp 20 Metern für die Führung sorgte (siehe DFB-Spielbericht).

Auswechselbank Deutschland

Jetzt lief der Ball, legte auch Simone Laudehr auf der für sie „ungewohnten Position“ (Laudehr) im zentralen, eher defensiven Mittelfeld, auf der sie sich „wohl fühle und gut von Renate Lingor geführt“ werde (Silvia Neid), nach und nach zu und kam besser ins Spiel. Geschickt wurde die dänische Abwehr durch schnelles und geschlossenes Verschieben ausgehebelt und wurden die Schwächen des Gegners genutzt. „Wir wussten, dass sie auf den Außenpositionen Probleme haben, so konnten wir sie mit Doppelpässen ausspielen“, so Birgit Prinz.

Der vor allem in Halbzeit eins wieder stark wie lange nicht aufspielenden Lingor sowie der von Neid besonders herausgehobenen Kerstin Stegemann, Kerstin Garefrekes und Birgit Prinz gelang es, immer wieder neue Ideen zu entwickeln und die dänische Abwehr dauerhaft zu beschäftigen. Wie selten die Däninnen allerdings in der Lage waren, sich zu befreien, und wie harmlos sie in Strafraumnähe blieben, darf etwas mehr als einen Monat vor WM-Beginn als erschreckend bezeichnet werden.

3. Das Auftreten:

Dass sich Körpersprache und sportliche Leistung gegenseitig bedingen, ist keine neue Erkenntnis. Neuester Beleg war die heutige Partie. Von Beginn an war der Wille erkennbar, selber das Spiel zu machen, um die eigenen Stärken zum Tragen zu bringen. Nach dem Führungstreffer attackierten die Titelverteidigerinnen früher, eroberten viele Bälle und automatisierten das Umschalten von Abwehr auf Angriff zusehends. „Damit haben wir große Probleme gehabt“, so Heiner-Møller.

Autogramme Silke Rottenberg, Petra Wimbersky, Linda BresonikTreffend stellte ein Kollege gegenüber Birgit Prinz fest, es habe den Eindruck gemacht, als habe die Abwehr 20 Meter weiter vorne gestanden als noch beim Algarve Cup. „Ja, das hat es schon leichter gemacht“, grinste die Spielführerin vielsagend.

Viel besser, aber noch nicht alles gut

Insgesamt ein Auftritt, der der Truppe viel Selbstvertrauen geben sollte und auf den sich in den noch verbleibenden sechs Wochen aufbauen lässt. Doch gerade über die Defizite in der Abwehr, die Neid explizit ansprach, sollte dieses Ergebnis nicht hinwegtäuschen. Wenngleich sich insbesondere Sandra Minnert nach ihrer langen Verletzungspause eindrucksvoll zurückgemeldet hat. Doch Dänemark präsentierte sich nicht in der Verfassung eines Gegners, den es in China zu schlagen gilt, um den Titel zu verteidigen. Dort muss mit härterer Gegenwehr gerechnet werden. Insofern kam dieses Testspiel vermutlich wirklich genau zur richtigen Zeit.

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Crackfly
Crackfly

>>>>Jetzt lief der Ball, legte auch Simone Laudehr auf der für sie >>>>“ungewohnten Position” (Laudehr) im zentralen, eher defensiven >>>>Mittelfeld, auf der sie sich “wohl fühle und gut von Renate Lingor >>>>geführt”

Das is doch ned ihr Ernst, oder? Ich denke, dass Simon selbst schon ganz gut gesehen hat, was zu tun ist. Hab sie auch oft mitm Finger wedeln sehen und schreien hören. Mich würd aber mal ein (wenns schon mit zwi 6ern sein muss) Mittelfeld interessieren bei dem Linda und Simon zusammen defensiv spielen.

Detlef
Detlef

Ich muss hier Crackfly absolut zustimmen, denn nach dieser Behauptung, muss Frau Neids Nase, enorm gewachsen sein!!! Das sind schon zwei Lügen in einem Satz!!! Simone Laudehr ist eine absolute Offensivspielerin!!! Wie kann sie sich da im defensiven Mittelfeld wohl gefühlt haben??? Das ist ja so, als würde man Birgit Prinz ins Tor stellen, und dann behaupten, sie hätte sich nie wohler gefühlt!!! Und was soll den bitte heißen, „und gut von Renate Lingor geführt“??? Die hatte so viel mit sich selbst zu tun, dass sie gar keine Gelegenheit hatte, sich um irgend jemand anderen zu kümmern!!! Und Deine Einschätzung,… Weiterlesen »

Katja Öhlschläger
Katja Öhlschläger

@ Detlef Das ist natürlich alles relativ zu sehen. „Stark wie lange nicht“ bedeutet schlichtweg, dass sie sich gegenüber dem Frühjahr, als sie die Probleme mit ihrem Immunsystem plagten, in deutlich ansteigender Form präsentierte. Das schließt überhaupt nicht aus, dass noch beträchtliches Steigerungspotenzial vorhanden ist, um die Bestform zu erreichen. Das sehe ich ohne Zweifel auch so. Allerdings meine ich, sieht man bei einem Vergleich von erster und zweiter Halbzeit schon, dass das Hauptproblem noch die mangelnde Fitness ist. Und daran lässt sich in mehr als einem Monat ja noch arbeiten. 😉 Die Aussage von Silvia Neid zu Simone Laudehr… Weiterlesen »

Crackfly
Crackfly

>>>Und möglicherweise stehen ihre Chancen im zentralen Mittelfeld >>>auch besser, sind die Außenpositionen mit Garefrekes und >>>Behringer doch enorm stark besetzt. Nun ja, vielleicht sollte man es auf einen Test ankommen lassen, und schauen, wie es für Simon auf links ausschaut. Sie ist da eine etwas andere Spielerin, die nicht unbedingt mit der Brechstange aufs Tor muss. Hat ein gutes Auge für Mitspieler und kann vor allem, weils mir bei Behringer aufgefallen ist, mit rechts und links gleich gut schießen. Behringer zieht immer nach innen. Simone ist als Flügelspielerin unter anderem deswegen so interessant, weil sie auch gute Flanken bringt.… Weiterlesen »

Detlef
Detlef

@Katja, Ich glaube es gibt nicht eine Spielerin, die sich nicht (gegenüber dem Frühjahr) enorm gesteigert hat!!! Es mag sein, dass auch Renate Lingor hier keine Ausnahme machte!!! Aber sie stand wohl nicht nur unter meiner besonderen Beobachtung!!! Da viele Leute, die wie Du vor Ort waren, ihr eine bessere Leistung bescheinigen, kann es natürlich auch sein, dass ihre Leistung über das TV nicht so gut rüberkam!!! Ich habe sie fast ausschließlich im zentralen Mittelfeld gesehen, wogegen einige Stadionbesucher ihre große Lauffreude anpriesen!!! SORRY, ist mir nicht aufgefallen!!! Was mir allerdings auffiel, obwohl der Rasen nass und glitschig war, fiel… Weiterlesen »

Crackfly
Crackfly

@Detlef
Natürlich weiß ich, dass sie nicht in Bestform ist. Ich weiß auch, dass sie sich erst einspielen muss. Natürlich: das Tor hätte sie machen müssen, aber dennoch: für mich absolutes MUSS für die WM!

werkselfe
werkselfe

tut mir leid, aber simon auf der 6 ist eine absolute verschwendung. das durfte ich leidvoll bei der 1:6 schlappe der duisburgerinnen gegen den ffc frankfurt erfahren. sie hat ihr sache zwar okay gemacht, aber wer sie schon öfters auf dem linken flügel gesehen hat, der wird wohl mit mir übereinstimmen das sie ihrer mannschaft dort am besten weiterhilft. behringer scheint da zwar jetzt gesetzt, aber ich habe es schon mehrfach angedeutet: immer nur den abschluss suchen geht auf dauer nicht.

Detlef
Detlef

@werkselfe,
Melli kann auch abspielen, kannst Du glauben!!!
Aber bei nassem Rasen, muss man es auch mal aus der Distanz versuchen!!! Viele haben es erst gar nicht versucht!!!