Der bittere Abgang einer Frauenfußball-Ikone

Von am 21. Juni 2007 – 15.18 Uhr 3 Kommentare

Ein trauriges Kapitel der kanadischen Frauenfußball-Geschichte hat einen vorläufigen Höhepunkt gefunden. Eine Schlichtungskammer (Sports Dispute Resolution Centre) kam zu dem Ergebnis, die Suspendierung der drei kanadischen Nationalspielerinnen Charmaine Hooper, Sharolta Nonen und Christine Latham sei rechtens, Trainer Even Pelleruds Vorgehensweise korrekt gewesen. Die Entscheidung könnte den endgültigen Schlusspunkt unter die zwei Jahrzehnte lange Nationalmannschaftskarriere von Hooper setzen.

Seit 1986 bestritt die 39-Jährige 131 Länderspiele und erzielte 71 Tore. Wir wollen und können hier sicherlich aus der Ferne nicht beurteilen, wer in der Auseinandersetzung Recht hat oder nicht. Doch eines steht fest: eine Spielerin wie Charmaine Hooper, die sich mehr als 20 Jahre lang um den Frauenfußball in Kanada verdient gemacht hat und als FIFA-Botschafterin tätig ist, hätte sicherlich einen besseren Abgang verdient gehabt.

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„Es ist ein Sieg auf ganzer Linie und eine richtige und faire Entscheidung“, freute sich Pellerud über den 29-seitigen Bericht, den Schlichter John Welbourn verfasste und in dem Pellerud vom Vorwurf unlauterer Motive, Fehlverhaltens und Interessenskonflikten freigesprochen wird.

Die drei Spielerinnen haben trotz der Aufhebung der Suspendierung im November seither nicht wieder für Kanada gespielt und sind im Team nicht mehr willkommen. „Ich möchte sie nicht mehr als Teamkolleginnen haben, sie haben uns im Stich gelassen“, erklärt Christine Sinclair, die nach dem Rauswurf Hoopers die Kapitänsbinde übernommen hatte.

„Ich habe gehofft, dass eine Fußballpersönlichkeit wie Charmaine Hooper den Sport als Ikone verlässt“, sagt Pellerud. „Ich bin nicht glücklich, wie die Dinge für sie zu Ende gegangen sind“, so der Norweger. Und Sinclair ergänzt: „Es ist unglücklich, aber sie hat ihre Wahl getroffen.“ Ob der freiwillige Verzicht auf drei wichtige Spielerinnen jedoch zum Wohle der Mannschaft ist, darf bezweifelt werden. Die WM in China im September wird eine Antwort liefern.

Markus Juchem (51) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

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