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2007

Wer stoppt Marta und Umeå?

Schlag auf Schlag wurden in gerade einmal zwei Monaten die ersten elf Spieltage der schwedischen Frauenfußball-Meisterschaft Damallsvenskan ausgetragen. Spitzenreiter Umeå hat mit einer Heimniederlage zum Schluss der Hinrunde der Liga wieder Spannung eingehaucht.

Womensoccer.de zieht eine Halbzeitbilanz, beleuchtet Gewinner und Verlierer und wirft einen Ausblick auf die Rückrunde.

Die Hoffnung vor Saisonbeginn war groß, dass die Liga in diesem Jahr etwas mehr Nervenkitzel bieten würde als im Vorjahr, wo Umeå einsam seine Bahn zog und souverän den Meistertitel holte. Viele vermuteten, Umeå sei aufgrund einiger Abgänge schwächer einzustufen als in der Vorsaison. Doch das topbesetzte Team aus dem hohen Norden legte eine fast makellose Hinrunde hin, die ersten zehn Spiele wurden sämtlich gewonnen. Der Liga und den Zuschauern drohte Langeweile pur, denn die Konkurrenz hatte nur wenig entgegen zu setzen. Bis Djurgården zu Besuch kam.

Umeås Durchmarsch gestoppt

Denn am letzten Spieltag verlor Umeå überraschend auf eigenem Platz 1:2 gegen die Hauptstädterinnen, die erste Niederlage für Marta & Co nach 55 ungeschlagenen Ligaspielen. Und der Rest der Liga atmete auf. Vier anstatt zehn Punkte Vorsprung hat das Team von Trainer Andrée Jeglertz nur noch, es bleibt spannend. Doch Jeglertz macht sich keine Sorgen: „Ich glaube immer noch, dass wir die beste Mannschaft haben. Wir können das Spiel machen und knappe Spiele für uns entscheiden. Diese Qualität haben die anderen Mannschaften nicht.“

Schärfster Verfolger ist auf Platz 2 dank des überraschenden Auswärtssieges Djurgården. Das Team von Ariane Hingst legte in der Hinrunde mit fünf Siegen eine perfekte Heimbilanz hin, doch auswärts fehlte die Konstanz. In Kopparsberg/Göteborg verlor man 2:3, in Sunnanå und Bälinge ließ man bei Unentschieden ebenfalls wertvolle Punkte liegen.

LdB Malmö und Kopparsberg/Göteborg folgen auf den Plätzen drei und vier mit sieben bzw. acht Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Umeå. Die ersten vier Teams haben sich deutlich vom Rest der Liga abgesetzt. Doch der Schein trügt ein wenig, viele Spiele waren enger, als es ein Blick auf die Tabelle vermuten lassen würde.

Aufsteiger Falköpings KIK sorgte in der Hinrunde gleich zweimal für Furore. Bereits am zweiten Spieltag feierte der kleine ehrgeizige Verein gegen das hoch favorisierte Team von Linköpings FC den ersten Sieg (2:1), gegen Tabellenführer Umeå sorgten am achten Spieltag 5.037 Zuschauer für eine Rekordkulisse. In der Tabelle steht man auf dem ordentlichen 10. Platz, hauchdünn vor den Abstiegsrängen.

Vor allem drei Spielerinnen konnten in der Hinrunde positive Akzente setzen. In Umeå hatte die erst 16-jährige Schweizerin Ramona Bachmann nur wenig Akklimatisationsprobleme, in Malmö begeisterte die niederländische Stürmerin Manon Melis mit ihren Treffern das Publikum und Örebros Emelia Erixon reihte sich mit ihren neun Treffern in der Torschützenliste sogar noch vor Stürmerinnen wie Hanna Ljungberg oder Asthildur Helgadottir ein.

Im Schnitt 995 Zuschauer verfolgten die 66 Spiele der Hinrunde, im Gegensatz zu 814 in der Vorsaison, was einer Steigerung von rund 22 Prozent entspricht. Von den Rekordzahlen der Jahre 2004 und 2005 ist man aber noch ein Stück entfernt. Vor allem in den Großstädten wie Stockholm und Göteborg tut sich der Frauenfußball schwer, die Zuschauer in großer Zahl in die Stadien zu locken.

Um die fragwürdige Ehre der größten Enttäuschung streiten sich gleich zwei Teams. Linköpings FC, vor der Saison zum erweiterten Favoritenkreis gezählt, erwischte mit vier Niederlagen einen klassischen Fehlstart. Erst am fünften Spieltag gelang der erste Sieg. Nach Abschluss der Hinrunde steht man auf dem enttäuschenden 7. Tabellenrang. Nicht besser lief es beim Hauptstadtklub AIK. Gerade einmal drei Tore in elf Spielen erzielte das Team – Minusrekord. Damit liegt man zur Halbzeit punktgleich mit QBIK am Tabellenende.

Von der Chinesin Ma Xiaoxu hätten sich die Verantwortlichen und Zuschauer in Umeå mehr erwartet. Ma kämpft sichtlich mit Anpassungsproblemen an die neue Umgebung und die schwedische Sprache. Doch in der Rückrunde wird sich mit Sicherheit bereits eine Steigerung feststellen lassen, denn vom Potenzial der Chinesin sind alle überzeugt.

Trotz des Patzers zum Schluss der Hinrunde dürfte auch in dieser Saison der Meistertitel nur über Umeå führen. Zu groß ist das Potenzial in der Mannschaft, Marta kommt immer besser in Schwung und erzielte in den vergangenen vier Spielen acht Treffer. Kopparsberg/Göteborg hofft auf eine schnelle Genesung der an einer Knieverletzung laborierenden Mittelfeldspielerin Ingvild Stensland, Linköpings freut sich auf die Rückkehr von Torhüterin Hedvig Lindahl, die in der Hinrunde durch einen Kreuzbandriss außer Gefecht gesetzt war.

Für Falköpings mit seiner nigerianischen Stürmerin Cynthia Uwak dürfte es in der Rückrunde ungleich schwerer werden, AIK wird alles daran setzen, sein Potenzial besser abzurufen, um die Abstiegsränge zu verlassen und am Aufsteiger vorbei zu ziehen.

In Sunnanå verstärkt man sich zur Rückrunde ebenfalls mit einer Nigerianerin. Perpetua Nkwocha, Afrikas Spielerin der Jahre 2004 und 2005, spielt zukünftig anstatt in der chinesischen in der schwedischen Liga. „Sie hat das Leistungsniveau einer Hanna Marklund oder Tiffany Milbrett“, schwärmt Vereinschef Sören Gustafsson.

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