4.256 Augsburger sagen „Ja“ zum Frauenfußball
Dr. Rainer Koch, Präsident des Bayerischen Fußballverbands (BFV), und Dr. Paul Wengert, Oberbürgermeister der Stadt Augsburg, waren sichtlich zufrieden. 4.256 Augsburger bevölkerten bei strahlendem Sonnenschein am 1. Mai das Ernst-Lehner-Stadion, um sich die Bundesligapartie zwischen Bayern München und dem 1. FFC Frankfurt anzuschauen.
Die Zuschauerbestmarke in der laufenden Bundesligasaison rundete eine gelungene PR-Aktion ab, mit der die Augsburger fleißig Pluspunkte sammelten, im Bestreben, bei der WM 2011 einer von möglicherweise nur sechs WM-Austragungsorten zu werden.
Eine 118-seitige Bewerbung samt daumendickem Anhang wurde am Tag zuvor beim DFB eingereicht. In ihr versucht man, die Vorzüge eines bayerischen Austragungsorts hervorzuheben. Koch gibt sich kämpferisch: „Wir wollen es dem DFB schwer machen, sich gegen einen bayerischen Standort zu entscheiden.“
Am morgigen Mittwoch werden auf einer Pressekonferenz des Deutschen Fußball-Bunds (DFB) in Frankfurt die Namen der Städte bekannt gegeben, die sich um die Ausrichtung der WM 2011 beworben haben. Am 10. Mai wird dann das WM-Organisationskomitee tagen, am 11. Mai das DFB-Präsidium die Vorauswahl der WM-Städte bestätigen.
Augsburg einziger bayerischer WM-Kandidat
Unter ihnen wird Augsburg der einzige bayerische Vertreter sein, der die volle Rückendeckung des BFV genießt. Andere potentielle Kandidaten, wie etwa Bayreuth, hatten sich auf Bitte des BFV zugunsten Augsburgs zurückgezogen.
Unabhängig von der WM-Kampagne freute man sich beim DFB über die gelungene Aktion. „Das ist ein tolles Projekt für die Frauenfußball-Bundesliga, ein solches Spiel in der Stadt eines etablierten Zweitligisten auszutragen“, so Willi Hink, DFB-Direktor für Frauenfußball. Er machte sich vor Ort ein Bild und war beeindruckt von der geschlossenen Unterstützung des BFV für Augsburg.
Der DFB weiß, dass die WM-Bewerbung kein Selbstläufer wird, gibt es doch in Kanada, Frankreich und Australien gleich drei ernst zu nehmende Wettbewerber. So verschlingt alleine die Erstellung der rund 400 Seiten umfassenden Bewerbung eine halbe Million Euro.
Doch es gilt schließlich die FIFA davon zu überzeugen, dass Deutschland die richtige Wahl für die Ausrichtung der Frauenfußball-Weltmeisterschaft 2011 ist, gleich ob mit 16 oder mit 24 Mannschaften.
Diplomatisches Geschick gefragt
„Es wird für die FIFA sehr schwer, an Deutschland vorbei zu gehen“, ist Hink überzeugt. „Wir wollen uns erneut als innovatives, weltoffenes Land präsentieren und wir verstehen den Fußball als Plattform der Integration.“
Wenn es alleine um die Bewerbung ginge, hätte man beim DFB möglicherweise bereits jetzt die Nase vorne, doch es gilt vor allem auf sportpolitischer Ebene starke Fürsprecher zu finden.
So will man etwa bis zum 1. August, der Frist für die Einreichung der definitiven Bewerbung, auf Frankreich einwirken, zugunsten von Deutschland seine WM-Bewerbung zurück zu ziehen. Im Gegenzug dafür erhielte der französische Fußballverband (FFF) dann die Unterstützung des DFB bei der Bewerbung um die EM 2013.
Und auf einen setzt man bei der deutschen WM-Bewerbung ganz besonders die Hoffnungen: Franz Beckenbauer, der Ende Mai in das 24-köpfige FIFA-Exekutivkomitee aufrücken wird, das am 31. August über das Ausrichterland der WM 2011 entscheidet.
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