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Abpfiff für hüllenlose FIFA-Schiedsrichterin Ana Paula Oliveira

Von am 27. Juni 2007 – 17.04 Uhr 6 Kommentare

Der Traum von Ana Paula Oliveira einmal bei einer Weltmeisterschaft teilzunehmen ist wohl ausgeträumt.

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Die 29-jährige brasilianische Schiedsrichterin zog sich mit ihrer Ankündigung, sich für den „Playboy“ nackt ausziehen zu wollen, den Unmut der Oberen im brasilianischen Verband (CBF) zu. Für das Jahr 2008 soll sie nicht mehr als Schiedsrichterin bedacht werden.

Zur Begründung hieß es, die Nacktaufnahmen für die Juli-Titelseite des „Playboy“ seien ein eklatanter Verstoß gegen das Regelwerk des brasilianischen Schiedsrichterwesens, das den Schiedsrichterinnen und Schiedsrichterassistentinnen „Diskretion“ vorschreibe, heißt es in einem Bericht von „O Globo“.

„Wenn sie diese Entscheidung getroffen hat, hat sie wohl andere Karrierepläne“, wird der Vorsitzende der Schiedsrichterkomission, Edson Rezende, von der Sporttageszeitung Lance! zitiert.

Bereits vor zwei Jahren hatte Ana Paula Oliveira sich fast nackt für die Zeitschrift VIP ablichten lassen.Oliveira war seit 1998 als Schiedsrichterin und Schiedsrichter-Assistentin im Einsatz. Bei den Olympischen Spielen in Athen 2004 kam sie als Assistentin zweimal zum Einsatz, beim Vorrundenspiel Schweden gegen Nigeria und dem Viertelfinale zwischen dem späteren Olympiasieger USA und Japan.

Aufgrund eines Formfehlers bei der Schiedsrichterzusammenstellung war die populäre Brasilianerin zum Unmut vieler Fans bereits Ende 2006 in die vierte Liga verbannt worden. Am vergangenen Wochenende assistierte sie unter dem Beifall der Zuschauer das Finale der „Copa dos Comerciários“ in Ribeirão Preto.

Die übertriebene Aufregung und die angekündigten Maßnahmen zeigen einmal mehr, welch muffiger Wind durch die brasilianischen Verbandsstuben weht. Eine Schiedsrichterin, die sich nackt für den „Playboy“ auszieht, scheint da nur ein gefundenes Fressen, die angestammten Machismen auszuleben.

[youtube W9xT4j36LYo]

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

6 Kommentare »

  • FussballCHIP sagt:

    Danke fürs „Video!!!“ Im Ernst es erklärt ganz genau den Unterschied zwischen Moral und Heuchhlei in Sachen Sexismus, Feminismus und
    Gleichberechtigung.

    Jede darf sich im Playboy gerne ausziehen, aber dann nicht seinen Beruf in den „Schmutz“ ziehen. Wenn ein Mädl also ohne Verbindung zum Job es schafft sich Auszuziehen, dann macht Sie es aus Rückrad (persöhnliche Gründe) und nicht aus opportunistischen Motiven.

    Also das Problem ist ganz klar, dass sie sich mit einem Fussball ablichten lässt. NICHT, dass Sie im Playboy sei…

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  • grobekelle sagt:

    Die Bilder sind in der Tat eher harmlos, da muss doch mehr dahinterstecken.

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  • Detlef sagt:

    Selbst wenn sie sich für den Playboy im „EVA-Kostüm“ zeigt, was ist denn dabei??? Wer hat, der hat!!! Die Begründung des brasilianischen Verbandes ist da wohl mehr als lächerlich!!!
    DISKRETION??? Was meinen sie wohl damit??? Sie darf sicher keine internen Dinge des Verbandes preisgeben, aber „ihre persönlichen Geheimnisse“, kann sie doch zeigen!!!
    Es wurde eben nur ein Grund gesucht, um die Frau zu maßregeln!!!

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  • FussballCHIP sagt:

    Und was hat das mit Frauen zu tun, der Verband züchtig Männer ja auch 🙂

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  • marco sagt:

    in welcher liga in nicht macho-gebiet europa pfeift eine frau ein fussbalspiel?

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  • Flachpass sagt:

    Absoluter Blödsinn, wie sich der Verband aufführt, reines Machogehabe. Aber das hat in Brasilien große Tradition.

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