Spielabsage: Dänemarks Fußballerinnen streiken!

Von am 12. September 2017 – 14.59 Uhr 27 Kommentare

Am kommenden Freitag sollte in der CASA-Arena im dänischen Horsens eine Neuauflage des Endspiels der Frauenfußball-EM zwischen den Niederlanden und Dänemark stattfinden. Doch der dänische Verband (DBU) blies das Spiel heute ab – denn die Spielerinnen streiken, weil ihre finanziellen Forderungen nicht erfüllt werden.

Spielerinnen-Foto der dänischen Nationalelf

Keine EM-Revanche gegen die Niederlande – Dänemarks Spielerinnen streiken © UEFA

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Was für ein Ärger und Imageschaden für den dänischen Fußball! Seit sechs Monaten verhandeln die Spielervereinigung und der dänische Verband (DBU) über mehr Geld für die Frauenfußball-Nationalelf und die U21. Am Montag gab die Spielervereinigung nun bekannt, dass die Spielerinnen sich weigern würden, zur Nationalelf zu stoßen und die Final-Revanche am Freitag gegen die Niederlande zu bestreiten, würden ihre Forderungen nicht erfüllt. Am Sonntag waren die letzten Verhandlungen beider Parteien ergebnislos abgebrochen worden.

Streit zwischen Verband und Spielerinnenvereinigung

Während der Verband um 46% höhere Zahlungen an die Spielerinnen in Aussicht stellte, beharrt die Spielervereinigung auf einer Erhöhung um 342% und verlangt, dass die Spielerinnen Angestellte des Verbands werden. Der Zwist dreht sich in erster Linie darum, ob die Spielerinnen sich als Angestellte des Verbands sehen können, wenn sie für die Nationalelf im Einsatz sind.

Bedauerliche Situation

„Wir können nicht einfach von einem Tag auf den anderen unsere Ausgaben in die Höhe treiben, wenn es kein entsprechendes Einkommen gibt. Deswegen können wir die Forderungen der Spielerinnen nicht erfüllen“, so DBU-Vizepräsident Hallberg. Er fährt fort: „Dies ist eine zutiefst bedauerliche Situation und es tut uns Leid, dass wir viele Fans enttäuschen müssen, die sich wie wir auf eine Fußball-Party gefreut haben. Es ist eine ärgerliche und untragbare Situation, dass wir wegen unterschiedlicher Auffassungen ein ausverkauftes Länderspiel nicht bestreiten können.“

Harder: „Das war nicht unser Wunsch“

VfL Wolfsburgs Pernille Harder meint: „Diese Entscheidung war sicherlich nicht unser Wunsch und sie war absolut nicht notwendig.“ Inzwischen regt sich auch bei den Sponsoren erster Unmut. „Die positive Welle, die der Frauenfußball nach der EM erzeugt hat, ist in Gefahr. Ich hoffe, dass schnell eine Lösung gefunden wird“, so Peter Froulund, Kommunikationsdirektor bei Sponsor Arbejdernes Bank.

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WM-Qualifikation in Gefahr

Für den kommenden Dienstag ist das ersten WM-Qualifikationsspiel zwischen Dänemark und Ungarn für die Frauenfußball-WM 2019 in Frankreich angesetzt. Der dänische Verband ist in Kontakt mit FIFA und UEFA, um eine Lösung für die Situation zu finden, die es bisher in dieser Form noch nicht gegeben hat.

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Markus Juchem (51) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

27 Kommentare »

  • Marla sagt:

    @Zaunreiter: Ich weiß ja nicht ob ich was verpasst habe,Huerta hat die mexikanische und die US amerikanische Staatsbürgerschaft. Trotz Einsätzen in der mexikanischen u20 Mannschaft war es dank den Regularien ja jetzt kein Weltunder dass dem Einsatz in der USWNT jetzt nicht nichts mehr im Wege steht.
    Harder hat (ausschließlich???) die dänische Staatsbürgerschaft, keinen Bezug zu Deutschland abgesehen davon dass sie durch WOB hier wohnt und spielt (?) und einen Haufen (Pflichtspiel)Einsätze in der dortigen A-Natio.
    Wie kommt man denn bei dieser Ausgangssituatin auf Huerta als Beispiel?
    Wie dem auch sein,in der 1&2 Bundesliga sowie in den Jugendbereichen gibt es durchaus einen Haufen Spielerinnen mit doppelter Staatsbürgerschaft denen noch alles offen steht bzw. Spielerinnen mit deutscher Staatsbürgerschaft die für das andere Land spielen. Savin,Mößner,Howard,Nati,Rudelic,Starke,Abu Sabbah,Chojnowski,…

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  • Zaunreiter sagt:

    @Marla:
    Das mit den Spielerinnen in Deutschland mit doppelter Staatsbürgerschaft ist mir ja klar. Die sind ja auch nicht das Thema.
    Sofia Huerta hat aber lt. wikipedia 4 A-Länderspiele für Mexiko bestritten.

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  • Marla sagt:

    @Zaunreiter:definitiv festgespielt ist mein meines Wissen nach erst nach Pflichtspieleinsätzen, bei Jermaine Jones zB. war es exakt der gleiche Werdegang .
    Ich sage ja nur, ich finde das interessanter als über etwas wie die Möglichkeit eines Wechsels von P.Harder zu sinnieren 🙈

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  • FFFan sagt:

    @ Marla:
    „Wie dem auch sein,in der 1&2 Bundesliga sowie in den Jugendbereichen gibt es durchaus einen Haufen Spielerinnen mit doppelter Staatsbürgerschaft denen noch alles offen steht bzw. Spielerinnen mit deutscher Staatsbürgerschaft die für das andere Land spielen. Savin,Mößner,Howard,Nati,Rudelic,Starke,Abu Sabbah,Chojnowski,…“

    In diese Kategorie gehört auch die ehemalige deutsche U19-Nationalspielerin J.Matuschewski (1.FFC Frankfurt), die gestern ihr erstes WM-Qualifikationsspiel für Polen bestritten hat!

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  • FFFan sagt:

    Der Streik geht weiter! Die WM-Qualifikationsspiele gegen Schweden und Kroatien wurden abgesagt:

    https://www.kicker.de/news/fussball/frauen/startseite/708645/artikel_streit-ums-geld_daenemark-sagt-wm-quali-spiel-ab.html

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  • shane sagt:

    @enthusio: das ist er. und die uefa hat fuer den ausfall des wm-quali-spiels gegen schweden erstaunlich neidrige strafen verhaengt – das spiel wird als 0:3 gg daenamrk gewertet und der verband muss ~20.000 strafe zahlen (fuer das grosse ganze: 20.000 euro sind weniger als das spiel daenemark gekostet haette, wenn es stattgefunden haette). auf schwedischen blogs wird das ziemlich kontrovers diskutiert…

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