Sand gegen Wolfsburg im Pokal-Finale

Von am 3. April 2016 – 14.16 Uhr 47 Kommentare

Der SC Sand hat die Pokal-Sensation geschafft und durch einen verdienten Erfolg gegen den FC Bayern München das Finale im DFB-Pokal erreicht. Dabei ließ sich der Außenseiter auch durch einen Halbzeit-Rückstand nicht aus der Fassung bringen. Der VfL Wolfsburg wurde seiner Favoritenrolle gegen den SC Freiburg zwar gerecht, hatte aber viel Mühe.

Der SC Sand zog mit einem 2:1 (0:1)-Sieg vor 2.250 Zuschauern im heimischen Kühnmatt-Stadion ins Finale im RheinenergieStadion von Köln ein. Dort trifft Sand am 21. Mai auf den VfL Wolfsburg, der den SC Freiburg mit 2:1 (1:0) in die Knie zwang.

In einer ausgeglichenen ersten Halbzeit gingen die Münchnerinnen ein wenig glücklich in Führung. Melanie Leupolz schickte mit einem perfekt getimten Pass Vivianne Miedema auf die Reise, die eiskalt zur Bayern-Führung verwertete (35.).

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Bayern gibt Führung aus der Hand

Doch wer gedacht hat, dass dies für die in der Liga seit 40 Spielen ungeschlagenen Münchnerinnen bereits die halbe Miete ist, sah sich getäuscht. Denn der Gastgeber kam immer besser in die Partie, Bayern agierte insgesamt zu passiv. Jovana Damnjanovic gelang der verdiente Ausgleich (61.), als sie sich zielstrebig gegen Bayern-Abwehrspielerin Caroline Abbé durchsetzte.

Jubel des SC Sand im DFB-Pokal

Der SC Sand bejubelt den 2:1-Siegtreffer gegen den FC Bayern München © foto2press / Oliver Zimmermann

Van Bonn sorgt für Entscheidung

Sand war nun am Drücker und ausgehend von Claire Savin startete die Elf einen Angriff über den rechten Flügel, bei dem der Ball über Nina Burger den Weg zu Anne van Bonn, die mit einem platzierten Aufsetzer und der Hilfe eine Platzfehlers Bayern-Torhüterin Korpela überwand und somit die Pokal-Sensation perfekt machte (82.).

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Unglaublicher Erfolg

„Wir haben im Innersten daran geglaubt, dass wir es schaffen, können, aber es ist unglaublich, dass es geklappt hat“, so Sands freudestrahlender Trainer Alexander Fischinger. Sein Gegenüber Thomas Wörle meinte: „Sand hat einen großen Fight abgeliefert und sich nie aufgeben und somit auch nicht unverdient das Spiel gewonnen.“

Enttäuschung bei Behringer

„Das ist eine große Enttäuschung. Wir waren heute nicht zwingend genug, als dass wir es uns verdient hätten. Wir sind schon schwer ins Spiel gekommen und etwas glücklich in Führung gegangen“, so Bayern-Kapitänin Melanie Behringer.

Wolfsburg kämpft sich ins Finale

Der VfL Wofsburg gewann gegen den SC Freiburg mit 2:1 (1:0). Alex Popp brachte ihr Team per Kopf nach einem Freistoß von Lena Goeßling früh in Führung (4.), Babett Peter baute die Führung in der an Chancen eher armen Partie die Führung nach schöner Flanke von Goeßling und Kopfball-Ablage von Popp aus (77.). Giulia Gwinn machte die Partie nach Pass von Selina Wagner noch einmal spannend (88.), doch anders als im Ligaspiel an gleicher Stelle brachte Wolfsburg die Führung über die Zeit.

Wolfsburgs Trainer Ralf Kellermann meinte: „Ich bin sehr erleichtert, die erste Halbzeit war ganz schwach. Am Ende haben uns auch die Kräfte gefehlt. Heute ging es nur darum, ins Finale einzuziehen.“

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Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

47 Kommentare »

  • Detlef sagt:

    Altwolf schrieb ;
    „Was soll das. Jetzt bleib mal bei der Realität.“

    OK, was ist die Realität???
    Vor dem Spiel gab es mit Sicherheit eine Platzbegehung der Schiris!
    Und wenn die grünes Licht geben, dann ist der Rasen auch bespielbar!!!

    OK, ich habe auch schon oft an den Spielstätten gezweifelt, die ich in der Vergangenheit als angeblich bundesligatauglich, oder sogar CL-tauglich erleben mußte!!!
    Ich erinnere hier mal an die Wasserballfestspiele von Lyon, wo TURBINE damals im wahrsten Sinne des Wortes untergegangenen ist!!! 🙁
    Damals haben wir uns nach einen Platz wie in Sand förmlich gesehnt!!! 😉

    Da könnte man noch viele Beispiele aufzählen, die alle schlechter als das Kühnmattstadion waren, inklusive unserer eigenen Heimspielstätte!!!
    Und auf die haben wir gar keinen Einfluß, da sie uns gar nicht gehört!!!

    Wie sieht die Realität in Sand eigentlich aus?
    Wem gehört das Kühnmattstadion, und wer bezahlt dort den Greenkeeper???

    Von Bernd Schröder stammt im Übrigen der legendäre Satz;
    „eine Topmanmschaft, die nicht mit jedem Geläuf klarkommt, die ist auch keine“!!!
    Damals hatte sich Frankfurt darüber beschwert, daß sie im schneebedeckten KARLI ihren Kombinationsfußball nicht zelebrieren konnten!!! 😉

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  • Eric sagt:

    Ein wenig Demut würde Herrn Kellermann gut zu Gesicht stehen. Anfang der 2000er hatte ich mehrfach das Vergnügen dem WSV Wendschott Wolfsburg bei Spielen der Frauenbundesliga in seinen heimatlichen Gefilden zu erleben.
    Ich glaube Herr Kellermann hätte sich damals über jedes Auswärtsspiel in Sand gefreut!

    Nur der „Gnade“ des VFL Wolfsburg im Jahre 2003 ist es zu verdanken, dass Herr Kellermann heute so traumhafte Bedingungen und finanzielle Möglichkeiten hat. Man sollte immer bedenken, wo man seinen Ursprung hat und die ehrliche Arbeit anderer Vereine respektieren. Ich ziehe meinen Hut vor dem SC Sand, welcher im Rahmen seiner Möglichkeiten hervorragende Ergebnisse erzielt.

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  • F.B. sagt:

    @never-rest und Altwolf:
    Mir hat Lenas Rolle in den Spielen davor ganz gut gefallen, am Sonntag hat es zum ersten Mal aber gar nicht funktioniert. Die Mannschaften stellen sich halt auch drauf ein, sie wissen, dass von den beiden Sechsern keine große Gefahr ausgeht und versuchen die Pässe und Dribblings von Lena zu verhindern. Freiburg hat das am Sonntag ganz clever gemacht, die haben mit zwei Stürmerinnen angegriffen, so dass die Möglichkeiten des Spielaufbaus beschränkt waren. Aus diesem Grund ist mir auch schleierhaft, warum Kellermann nicht reagiert und sie weiter nach vorne gezogen hat. Vielleicht wäre ja wieder die Rückkehr zur Viererkette und Lena als einzige auf der Sechs eine Option, dann könnte sie sich zwischen die Innenverteidigung fallen lassen, aber auch stärker in Angriffe einschalten. Fakt ist, dass man mit einem Bussaglia/Simic-Mittelfeld auf Dauer nichts reißen wird.

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  • Ralligen sagt:

    Da immer noch nichts über den Gesundheitszustand von Caro Hansen mitgeteilt wurde gehe ich mal vom schlimmsten aus(K-Wort).

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  • dummkopf/football-women.com sagt:

    @Ralligen
    Aber warum denn?
    Hr.Kellermann hat doch gerade erst seine Wertschätzung für die Arbeit mit allen Tricks zum Ausdruck gebracht.
    Und man erinnert sich da doch noch an trickreiche „Wunderheilungen“ von Spielerinnen, die statt verletzt zu sein urplötzlich auf dem Platz wiederzufinden waren?
    Je länger man nichts hört, desto grösser vielleicht die Chancen auf den Trick, sie beim nächsten Spiel plötzlich wieder auflaufen zu lassen. 😉

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  • FFFan sagt:

    @ Dori:

    Das Team des SC Sand ist keine typische „Bolzplatzmannschaft“, sondern spielt technisch und taktisch auf hohem Niveau.
    Für diese Saison würde ich sogar behaupten, dass sie mindestens der Hälfte ihrer Bundesligagegner technisch mindestens ebenbürtig sind. Von daher haben sie durch schlechte Platzverhältnisse keinen effektiven Vorteil.
    Dass die Sander ihren Rasenplatz absichtlich verwahrlosen lassen, ist im übrigen nur eine Unterstellung von R.Kellermann, die inzwischen auch widerlegt ist!

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  • F.B. sagt:

    @dummkopf:
    Ich habe ja Kellermann in letzter Zeit oft kritisiert und bei mir hat er auch viel an Sympathien verloren, aber deinen Kommentar finde ich komplett daneben. Es steht jetzt erst mal eine Länderspielpause an, so lange kann man die Infos gar nicht zurückhalten. Wenn sich eine Spielerin verletzt hat oder ausfiel, stand das eigentlich immer sofort auf der Homepage, von daher gehe ich davon aus, dass man noch nicht genau weiß, was Sache ist. Da Caro nach ihrer Auswechslung schon wieder, ohne gestützt zu werden, laufen konnte, gehe ich mal nicht von einem Kreutzbandriss aus, sondern eher von einer Dehnung. Damit würde sie dann wahrscheinlich zwei oder drei Wochen ausfallen, dass sie aber im nächsten Spiel wieder aufläuft, halte ich für ausgeschlossen.

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