DFB-Pokal: Wolfsburg gelingt Revanche, Bayern mit Mühe

Von am 9. Dezember 2015 – 20.43 Uhr 48 Kommentare

Der VfL Wolfsburg hat sich mit einem klaren Sieg beim 1. FFC Turbine Potsdam für das Halbfinale im DFB-Pokal qualifiziert. Mehr Mühe hatte hingegen der FC Bayern München. Auch der SC Sand und der SC Freiburg stehen im Halbfinale.

Die Wolfsburgerinnen setzten sich drei Tage nach der 2:5-Niederlage in der Liga im vor 1 580 Zuschauern im Karl-Liebknecht-Stadion souverän mit 3:0 (1:0) durch. Caroline Hansen avancierte mit zwei Treffern jeweils nach Vorarbeit von Lara Dickenmann (34., 57.) zur Matchwinnerin, Nilla Fischer setzte den Schlusspunkt (76.) in einer Partie, in der die Wolfsburgerinnen schnell das Kommando übernahmen und nicht wieder hergaben.

Bayern siegt erst nach Verlängerung
Wesentlich mehr Mühe hatte der FC Bayern München bei Aufsteiger SV Werder Bremen, seine Überlegenheit in Tore umzumünzen. Die Münchnerinnen benötigten die Verlängerung, um am Ende noch klar mit 3:0 die Oberhand zu behalten. Gina Lewandowski brach nach einer Ecke der eingewechselten Kristie Mewis unbedrängt mit einem platzierten Schuss den Bann (96.), Vivianne Miedema sorgte mit zwei Treffern für die Entscheidung (102, 115.).

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Caroline Hansen jubelt

Caroline Hansen (li.) bejubelt einen ihrer beiden Treffer © foto2press / Michael Täger

Starke schießt Freiburg ins Halbfinale
Der SC Freiburg machte sich das Leben durch die frühe Gelb-Rote Karte gegen Cinzia Zehnder (13.) beim 1. FC Lübars selbst schwer, am Ende gelang dennoch ein 1:0 (0:0) beim Zweitligisten. Hasret Kayikci erzielte in der Schlussphase den Treffer des Tages (80.).

Sand siegt dank Burger-Toren
Bereits am frühen Nachmittag gewann der SC Sand souverän mit 4:1 (1:0) beim FF USV Jena. Nina Burger wurde mit drei Treffern (13., 59., 68.) zur Spiel entscheidenden Figur, den vierten Sander Treffer erzielte Anne van Bonn (72.). Ivana Rudelic gelang der Ehrentreffer für die Gastgeberinnen (62.), die in der ersten Halbzeit Pech bei zwei Aluminiumtreffern durch claudia van den Heiligenberg (23.) und Rudelic (30.) hatten.

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Halbfinale am 3. April
Die Halbfinalpartien werden am Sonntag, 3. April 2016, ausgetragen, das Finale findet am Samstag, 21. Mai im RheinEnergieStadion in Köln statt.

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

48 Kommentare »

  • F.B. sagt:

    @Altwolf: Danke dir für die Info, das erklärt natürlich einiges.
    Auf der einen Seite ist es nicht okay, wenn eine Spielerin sich weigert, auf einer bestimmten Person zu spielen. Verena Faißt hat sicher im direkten Vergleich zu Noelle Maritz Vorteile auf der Linksverteidigerposition und hätte sich über diese Position auch wieder für die Nationalmannschaft empfehlen können, da es dort ja nicht so viel Konkurrenz gibt, wie im Mittelfeld. Anna Blässe hat ja gerade den Sprung geschafft, seit sie hinten rechts spielt.
    Auf der anderen hat Faißt im linken Mittelfeld in den letzten Jahren starke Spiele gemacht, insbesondere in den Finalspielen. Auch wenn die letzte Saison von Formschwankungen gezeichnet war, hat sie sich zum Ende hin wieder stabilisiert und u.a. ein starkes Pokalfinale gespielt. Da sie nicht bei der WM dabei war und dadurch die gesamte Vorbereitung mitmachte, hatte sie sicher große Hoffnungen, wieder Stammspielerin zu werden. Dann holt man eine Dickenmann und eine Bachmann und gibt ihnen, trotz wenig bzw. überhaupt keiner Vorbereitung, Ansatzgarantien im Mittelfeld. Dass so etwas frustriert, ist klar und sagt auch viel über den Umgang des Trainerteams mit verdienten und gut in der Mannschaft integrierten Spielerinnen. Das ist die Entwicklung, die mich beim VfL zurzeit am meisten beunruhigt.

    (13)
  • OrbisJack sagt:

    @holly

    Frag Altwolf, er hat das erwähnt, ich hab nur reagiert.

    (1)
  • never-rest sagt:

    Danke für die Info betr. V. Faißt Altwolf: Bei mir hätte Faißt nach meinen Eindrücken eindeutig den Vorzug gegenüber R. Bachmann oder Simic. Ihe Schnelligkeit und Dynamik fehlen. Außerdem besitzt sie einen strammen Schuß, den nicht viele in der Mannschaft aufweisen können. Verstehe allerdings auch Faißt nicht, warum sie partout nicht mehr auf der LV spielen will, wo sie eine gute Option ist und früher auch sehr erfolgreich gespielt hat. Falls Faißt am Ende der Saison gehen sollte, wäre es sehr schade. Es dürfte jedenfalls reichlich Interessenten für eine solch vielseitige Spielerin geben

    (6)
  • Altwolf sagt:

    @F.B.,@never-rest,@holly.
    Was dabei nun Ursache und Wirkung zum Verhalten von V.Faißt führt ist natürlich für uns rein spekulativ.
    Wenn sie sich im Training nicht entsprechend anbietet und dabei die für uns eigentlich ideal passende Position als LAV (hierbei sehe ich sie auch vor N.Maritz) nicht ausfüllen will,dann spielt es auch keine Rolle, ob wir glauben, R.Kellermann hätte irgendwem eine Einsatzgarantie gegeben, was ich persönlich auch nicht glaube, denn als Trainer sieht er die Spielerinnen auf bestimmten Positionen mit einer entsprechenden Spielvorstellung.

    Wenn sie sich nicht mehr mit ihrer ursprünglichen Spielposition arrangieren will, so halte ich dann ihr Verhalten doch für unprofessionel.
    Wir haben bei den Männern einen Vergleichsfall,wo sich C.Träsch eigentlich im DMF zu Hause fühlt,er jedoch nicht dort, sondern auf d. RAV-Position eingesetzt wird, was er zweifellos recht gut macht.Er schließt diese Position nicht aus,sondern gibt auf der rechten Außenbahn Alles, weshalb er dann auch spielt.

    Sollte sie weiterhin darauf bestehen, ist die Trennung unabdingbar und ich denke, das sie nicht unbedingt zu einem Top-Club gehen wird, sondern eher dahin, wo sie die angestrebte Position vorne links, spielen kann und das könnte auch in ihrer Heimat beim SC Freiburg sein.

    (2)
  • Altwolf sagt:

    @F.B.
    Deine Gedanken zu V.Faißt in Verbindung mit den Verpflichtungen von L.Dickenmann,E.Bussaglia u. R.Bachmann,teile ich nicht, denn alle 3 wurden unter dem Aspekt des Ausscheidens v. V.Odebrecht, M.Müller und der anhaltenden Verletzung von N.Keßler getätigt. Für die Defensive bezüglich der 4er-Kette wurde ja niemand zusätzlich verpflichtet.
    Vergessen solltest Du auch nicht, das Verena nicht nur die WM durch ihre Erkrankung verpasst hatte, sondern auch noch lange Zeit danach nicht im Mannschaftstraining war und wenn ich mich richtig erinnere, hatte sie auch die Vorbereitung noch nicht vollständig mitmachen können. In der Partie gegen Tyresö war sie erst in d.2.Hz vorne links eingewechselt worden, als sie auch das Tor machte, jedoch war sie nicht als Stammspielerin im linken vorderen MF vorgesehen.
    Gerade auch bei der sehr offensiven Spielausrichtung von WOB hätte sie auch als AV reichlich Möglichkeiten sich offensiv einzubringen.
    Warum will sie das nun nicht mehr?

    Ich sehe dieses Problem völlig unabhängig von den Neuverpflichtungen und denke, das hier auch nicht der von Dir aufgeworfene „Umgang des Trainerteams“ mit verdienten Spielerinnen bzw. integrierten Spielerinnen einen Vorwurf verdient, es sei denn, Du weißt diesbezüglich Konkretes u. nicht nur Spekuliertes oder Hineininterpretiertes.

    Schau Dir das Verhalten von Z.Jakabfi an, die viel mehr Grund zur „Klage“ hätte, denn auf ihren Positionen sind Neuverpflichtungen getätigt worden, doch sie hat sich entsprechend präsentiert und spielt auch dort und ich kann nicht erkennen, das da Probleme mit dem Trainerteam bestehen.

    Wir müssen abwarten, bis wir von den Beteiligten Konkreteres erfahren.

    (-1)
  • FFFan sagt:

    @ holly:
    „… mal abgesehen vom auslaufenden Vertrag von Verena Faißt. Warum sollte sie wechseln? Nur weil sie im Moment nicht in der Startelf steht?“

    Verena Faißt ist seit 2010 beim VfL. Ihr Stellenwert im Team ist seit zwei Jahren kontinuierlich gesunken. Auch aus dem Nationalmannschaftskader ist sie herausgefallen, wurde für die WM 2015 nicht berücksichtigt.
    Aus rein sportlicher Sicht täte ihr eine ‚Luftveränderung‘ gut. Aber möglicherweise gibt es berufliche oder private Gründe, die gegen einen Vereinswechsel sprechen.

    @ F.B.:
    „Auf der einen Seite ist es nicht okay, wenn eine Spielerin sich weigert, auf einer bestimmten Person zu spielen.“

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass V.Faißt sich „weigert“ (das hätte sonst wohl auch arbeitsrechtliche Konsequenzen).
    Der Grund, warum sie nicht mehr so gern auf der Linksverteidigerposition spielen will, könnte wiederum mit der Nationalmannschaft zusammenhängen. Denn die Bundestrainerin sieht Faißts Position eindeutig im Mittelfeld, wie die Länderspiele der Jahre 2013 und 2014 gezeigt haben.
    In Wolfsburg hingegen sind ihre Chancen auf einen Platz in der ersten Elf als Außenverteidigerin (trotz Maritz und Bunte) größer als im linken Mittelfeld, wo sie mit L.Dickenmann, R.Bachmann oder A.Popp konkurrieren würde.

    Die beste Lösung für alle Beteiligten könnte daher tatsächlich in einem Wechsel von V.Faißt zu einem anderen Verein bestehen, und das vielleicht nicht erst im Sommer…

    (8)
  • FFFan sagt:

    @ Detlef:
    „Denn als in Hälfte Zwei bereits alle Messen gesungen waren, pfiff sie plötzlich total kleinlich, übrigens auch gegen Wolfsburg!!!“

    Kommt uns das nicht bekannt vor? Im Bundesligaspiel Leverkusen-Wolfsburg war genau dasselbe zu beobachten: sehr großzügig in HZ1, nach der Pause dann immer kleinlicher und gegen Ende mit vielen, teils lächerlichen, gelben Karten!

    Das scheint also typisch für Frau Illing zu sein.

    (2)
  • F.B. sagt:

    @Altwolf: Ich kann deiner Argumentation dieses Mal leider nicht wirklich folgen.
    Könnte es sein, dass du die EM mit der WM verwechselst? Verena hatte kurz vor der EM Pfeiffersches Drüsenfieber bekommen, vor der WM wurde sie aber – wie es so schön heißt – aus sportlichen Gründen aussortiert. Die Vorbereitung hat sie meines Wissens komplett mitgemacht, sie hat jedenfalls in allen Spielen auf dem Platz gestanden und, bis die Nationalspielerinnen dazu gestoßen sind, auch immer von Anfang an. Ich habe ja auch geschrieben, dass es nicht okay, wenn sie die Linksverteidiger-Position nicht einnehmen möchte, dennoch verstehe ich auch nicht, warum Kellermann sie nicht mehr im Mittelfeld haben möchte. Natürlich wird er Dickenmann und Bachmann keine Einsatzgarantie ausgesprochen haben, aber er gibt sie ihnen „faktisch“, indem er sie trotz mehr als durchwachsener Leistungen immer wieder aufstellt. Jakabfi ist da in der Tat ein erfreulicher Ausnahmefall, aber auch sie wurde zunächst nach sehr starken und spielentscheidenden Leistungen immer wieder auf die Bank gesetzt.

    Viola Odebrecht hat in der gesamten letzten Saison nicht gespielt und auch in der Saison zuvor kaum Einsätze gehabt. Ihr Karriereende hat also nicht wirklich die Notwendigkeit zu einer Neuverpflichtung nach sich gezogen. Man hatte ja auch noch Selina Wagner und Lina Magull, beide mit wesentlich größeren Perspektiven und kreativen Möglichkeiten als Bussaglia, aber die wollte man ja lieber abschießen.
    Ramona Bachmann ist von der Spielweise her nicht annähernd mit Martina Müller zu vergleichen und Lara Dickenmann auch nicht mit Nadine Keßler. Beide Spielerinnen sind sicher nicht als Ersatz für Keßler und Müller geholt worden. Ich glaube viel eher, dass man diese Spielerinnen geholt hat, weil sie auf dem Markt waren und dass man erst danach geschaut hat wie man sie einsetzen kann. Das Ergebnis ist genauso wenig zufriedenstellend, wie es bei den Transfers von Ogimi und Simic der Fall war.

    Mir scheint es nicht so, dass Kellermann zurzeit so etwas wie einen Spielvorstellung hat. Dazu wurde einfach in der letzten Zeit viel zu viel durchgewechselt und ständig neue taktische Formationen ausprobiert. Heute spielte z.B. Babett Peter als Außenverteidigerin und Lena Gößling erneut in der IV. Ich war heute nicht der einzige in Köln, der bei der Aufstellung den Kopf geschüttelt hat und sich dann während des Spielverlaufs bestätigt fühlte. Ohne Gößling geht von der Kreativität her im MF absolut nichts, und Vanessa Bernauer kann sich neben Bussaglia auch längst nicht so gut entfalten, aber selbst diese so offensichtliche Einsicht dringt nicht bis zu Kellermann durch. Die Mannschaft braucht vor allem mehr Kontinuität auf den Positionen und der Trainer scheint nicht in der Lage zu sein, dieses Problem zu erkennen.
    Das einzige, was ich weiß, ist, dass er sich seit ein paar Monaten stark unter Druck gesetzt fühlt. Der Verein hat maßiv in neue Spielerinnen investiert und der Ertrag ist zurzeit recht gering. Die Meisterschaft ist weg, das hatte man sich so sicher nicht vorgestellt. Auch die Auszeichnung zum Welttrainer scheint eine Bürde zu sein. Irgendwie ist das natürlich nachvollziehbar. Kellermann ist jetzt auch schon seit 7,5 Jahren im Amt, was auch im Frauenfußball eine wahnsinnig lange Zeit ist. Da fällt es schwer, bestimmte Dinge mit einem distanzierten Blick zu betrachten. Man hat zusehends das Gefühl, dass ein anderes Gesicht auf der Bank der Mannschaft gut tun würde.

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