Turbine Potsdam strauchelt weiter

Von am 13. Oktober 2015 – 8.41 Uhr 49 Kommentare

So hatte sich das Potsdams Trainer Bernd Schröder sicherlich nicht vorgestellt. Nach fünf Spieltagen steht der vorletzte Tabellenplatz zu Buche. Insgesamt konnte sein Team bisher nur drei klägliche Punkte einfahren – für den einstigen Champions League-Sieger und Deutschen Meister eine traurige Bilanz.

Nach fünf Spielen auf dem Abstiegsplatz

Noch nie ist Turbine Potsdam derart schlecht in eine Saison gestartet. Insbesondere im Hinblick darauf, dass es die letzte Saison von Trainer-Urgestein Bernd Schröder sein soll, ist die bisherige Ausbeute tragisch. Doch woran liegt es? „Wir sind nicht stabil“, bekennt Schröder: „Die Symbiose zwischen Abwehr, Mittelfeld und Angriff stimmt bei uns nicht“. Dabei ist der Kader gespickt mit hochkarätigen Spielerinnen:

Erst diese Saison kam Bianca Schmidt zurück zu dem Verein, in dem sie ihre erfolgreiche Karriere begann. Svenja Huth sollte den Kader ebenfalls verstärken und wechselte wie Schmidt vom 1. FFC Frankfurt nach Brandenburg. Sie sollten sich zu den Leaderinnen der Mannschaft entwickeln, konnten sich in einer derartigen Rolle jedoch bisher nicht beweisen.

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Enttäuschte Potsdamerin Spielerinnen

Enttäuschung pur: die Spielerinnen des 1. FFC Turbine Potsdam © Sascha Pfeiler / girlsplay.de

Kader gespickt mit hochkarätigen und erfahrenen Spielerinnen

Auch andere erfahrene Spielerinnen, wie beispielsweise Inka Wesely, Tabea Kemme, Stefanie Draws oder Jennifer Cramer, die bereits seit vielen Jahren Teil von Turbine Potsdam sind und die Anforderungen und die Spielphilosophie des Trainerstabs mehr als gut kennen dürften, überzeugten bisher nur bedingt. Es mangelt vorne und hinten. Der Kampfgeist scheint zwar gegeben, doch dies reichte bisher nicht zu überzeugen. Auch im letzten Saisonspiel gegen Leverkusen kämpfte das Team aufopferungsvoll.

Auf dem Feld schienen sie das Spiel mit viel Ballbesitz zu dominieren, Torschüsse blieben jedoch Mangelware. Der Zug zum Tor fehlt, das Selbstbewusstsein sowieso. Vor dem Spiel sagte Schröder noch, sie seien eine solche Situation nicht gewohnt und er möge gar nicht daran denken, wenn sie in Leverkusen verlören. Nun ist genau dieser Fall eingetreten und es ist höchste Zeit zu reagieren.

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Nächste Chance: Heimspiel gegen Essen

Gegen SGS Essen hat Turbine die nächste Chance zu zeigen, dass sie aus den vergangenen Niederlagen gelernt hat. Doch es dürfte schwer werden, wenn die Mannschaft derart unsicher auftritt wie zuletzt. Es bleibt also spannend, ob Schröder seine Mannschaft kurzfristig wieder aufbauen kann und ihr das einstige Selbstbewusstsein zurückgibt.

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49 Kommentare »

  • Altwolf sagt:

    @tpfn,@balea,@RW

    Es wird sicherlich keine Erhöhung des Haushaltes geben,jedoch steht, wie auch bei den Männern immer auch das Verhältnis von Kosten u. Nutzen auf dem Prüfstand u. VW wird sicherlich Investitionen von 2-stelligen Millionenbeträgen nur in Ausnahmefällen akzeptieren u.wohl auch Transferüberschüsse evtl.an die Stammfirma zurückführen, jedoch die laufenden Verpflichtungen u.die sportliche Wettbewerbsfähigkeit erhalten.
    So sind auch die Weiterverpflichtungen von N.Fischer u.A.Popp als entsprechende Signale zu werten.

    Wenn, wird sich sicherlich auch die Sponsor-Tätigkeit primär bei den nicht-WOB-spezifischen Aktivitäten einschränken.

    Also auch hier gilt, wie bei der Einschätzung von Turbines Zukunft, etwas Geduld und Abwarten aufzubringen, statt vorschnell schon den „Abgesang“ zu postulieren.

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  • tpfn sagt:

    @Altwolf
    also ich werte die zügigen Weiterverpflichtungen anders, ich verstehe das eher als „lieber schnell jetzt noch werweiß ob wir das in einen halben Jahr noch so machen können“. Aber kann mich natürlich auch irren.

    (-4)
  • tpfn sagt:

    Als Wälti-Fan ist mir natürlich mittlerweile was aufgefallen. Ich kann mich noch recht genau an ein Interview von Lia erinnern was sie damals kurz nach ihrem Wechsel zu TP gab, wo sie sagte sie hätte noch nie ein absichtliches Foul begangen, wer Lia ein wenig kennt, wird der Aussage Glauben schenken. Hier ist mittlerweile definitiv eine Entwicklung erkennbar, immer häufiger sieht man nun dass Lia Verantwortung übernimmt und auch mal die ein oder andere gelbe Karte kassiert, wenn sie mit leichten (niemals bösen)Fouls Angriffe verhindert. Das nur mal so am Rande.

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  • Altwolf sagt:

    @tpfn.

    Doch eher ein positives,denn „Panik-“ Signal.

    Hier wird in den lokalen Medien auch die Rolle des VFL thematisiert und auch darüber sinniert,ob die kolportierten jährlichen Zuschüsse an d.Club von ca. 80 Millionen und den an den Rest der Liga u.anderen Sportförderungen von ca. 90 Millionen wohl eher zu Lasten der Nicht-VFL-Zahlungen gehen wird, wie man auch an der Beteiligung von Audi am FC Bayern wohl nichts Wesentliches ändern wird, da hier das sportlich positive Image nicht „kaputtgespart“ werden soll. Ich denke auch beim FC Ingolstadt wird sich das Engagement nicht groß ändern.
    Geplante Kosten für die Infrastruktur ( z.B. neues NLZ von ca. 40 Mill.) werden deshalb nicht realisiert,sondern verschoben.

    Ich bin mir sicher, der jetzige Umfang der Unterstützung im rein sportlichen Bereich wird bleiben.
    Natürlich ist die Vorraussetzung, daß die Kunden des Konzerns ihm weiterhin die „Treue“ halten und danach sieht es derzeit noch aus.

    (1)
  • labersack sagt:

    @tpfn

    VW-Vorstandsmitglied Sanz sagt: „Wir werden den VFL Wolfsburg weiterhin angemessen unterstützen.“
    Lassen wir uns mal überraschen wie das aussieht.

    Zum Thema Sportengagement auf den Prüfstand stellen heisst es:“ Wir werden den DFB Pokal künftig nicht mehr sponsern.“
    Einsparungen 5 Millionen Euro jährlich.

    Infos ergoogelt.

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  • Potsdamer sagt:

    Dieses Video unterstreicht, wie realitätsfremd Herr Bernd Schröder inzwischen ist.
    Zum Fremdschämen, und schlimm, wenn er das ernsthaft glaubt, was er da erzählt. Fail!

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  • Detlef sagt:

    Kaum ist man mal ein paar Tage nicht online, schon stürmen die VW-Probleme gleich einen TURBINE-Fred!!!
    Ja was ist denn hier los, sonst war es doch eher umgekehrt!!! 😉

    Die Situation in Potsdam ist natürlich sehr besch……eiden!!!
    Im Moment bin ich sehr froh, daß ich neben TURBINE auch noch andere Freizeitaktivitäten habe, die logischerweise zur Zeit sehr viel mehr Spaß machen!!!

    Ich habe mit diesem meinem Verein schon alle Pokale und Meisterschaften die es gibt gleich mehrfach gewonnen!!!
    Das war sehr schön, und ich hätte nix dagegen, wenn noch einige dazu kommen würden!!! 😉
    Aber ich habe damals immer geschworen, auch dann TURBINE die Treue zu halten, wenns mal nicht um „Pötte und Pokale“ geht!!! 🙂

    @tpfn,
    Deine Kritik an SF halte ich für ziemlich überzogen!!!
    Die TURBINEN sind schließlich keine empfindlichen-, zerbrechlichen Porzellanpüppchen, die man vorsichtig in Watte einpacken muß!!!

    Gerade PATTI hatte sich ja sehr weit aus dem Fenster gelehnt, und ihren vollmundigen Worten in der Presse bisher leider keine adäquaten Leistungen auf dem Platz folgen lassen!!! 🙁
    Hier stimme ich dem zu der geschrieben hatte, das man auch einstecken muß wenn man kräftig ausgeteilt hat!!!
    Sie muß endlich zur Leistungsträgerin werden, und deutliche Akzente auf dem Rasen setzen, und endlich aufhören mit dem „Verstecken spielen“!!!

    Wer die Professionalisierung vorantreiben möchte, der muß sich auch der Kritik der Medien und eben auch der Fans stellen!!!
    Hier widerspreche ich Bernd Schröder ganz entschieden, daß man erst eine vierzigjährige Ausbildung haben muß, um kritische Fragen zu seinem Training oder zum Spiel allgemein zu stellen!!! 🙂

    Natürlich gibt es immer noch einige Journalisten, die wenig bis keine Ahnung vom FF haben, und immer wieder blödsinnige Fragen stellen!!!
    Aber darüber müßte er längst stehen, und diese Fragen trotzdem irgendwie beantworten!!! 😉

    Sein Training ist gut und hart, davon konnte ich mich schon mehrfach selber überzeugen!!!
    Auch viele Ex-TURBINEN loben noch heute ihre Fitness, die sie in Potsdam hatten!!!
    Aber zum Fußball gehört heute eben weit mehr als nur den Gegner in Grund und Boden zu laufen!!!
    Jeder FF-Verein in Liga Eins dürfte heute mindestens einen Fitnesstrainer haben!!!
    Und das merkt man einfach, weil kein Team bricht mehr ab der 60. Minute konditionell zusammen!!!
    Es ist also zusätzlich zur guten Fitness auch noch einiges an Raffinesse gefragt, um solche Abwehrbollwerke wie den SC Sand oder Bayer Leverkusen zu überwinden!!!

    Trotz der präkären Lage, für mich hat TURBINE eine sehr gute Mannschaft!!! 🙂
    Darin stimme ich dem Altmeister zumindest zu!!!
    Die momentane Krise ist ein klares Kopfproblem, deren Bewältigung mM nur mit professioneller Hilfe funktionieren wird!!!
    Und hier gehen also unsere Meinungen auseinander, denn ich habe wenig Hoffnung, daß er oder Dirk Heinrichs genügend psychologisches Feingefühl dafür besitzen!!!

    In der Vergangenheit gab es dafür Führungsspielerinnen, wie ARI HINGST, BRITTA CARLSON, SONJA FUSS, ANJA MITTAG, VIOLA ODEBRECHT, JENNY ZIETZ oder AFERDITA PODVORICA!!!
    Im Moment sehe ich da außer ULLA DRAWS und JOJO ELSIG kaum eine echte Führungspersönlichkeit!!!

    Meine Hoffnungen liegen da eher bei Matthias Rudolph, der von seiner ganzen Art völlig anders mit den Spielerinnen umgeht, sehr viel spricht, sehr viel mehr erklärt, eben typisch Lehrer!!! 😉

    Beim Spiel gegen Sand war ich mit der Einstellung einiger TURBINEN absolut nicht einverstanden!!!
    Da war kein Pressing, kein aggressives Stören gegen die ballführende Spielerin, vielmehr ein „gemütlicher Begleitservice“!!! 🙁
    Da wurden kaum Flanken des Gegners in den eigenen 16-er verhindert, und niemand warf sich in die gegnerischen Distanzschüsse!!! 🙁

    Hier schien sich zumindest in Leverkusen etwas zum Guten verbessert zu haben, zumindest wenn man dem Liveticker und den Spielberichten glauben darf!!!
    Wenn Einsatz und Kampf wieder stimmen, wird irgendwann auch der Erfolg zurückkommen!!!
    Und solange beides stimmt, werden die treuen TURBINE-Fans weiter ins KARLI strömen, und auch weiterhin zu den Auswärtsspielen fahren!!! 🙂

    Das sieht dann vielleicht nicht immer besonders schön aus!!! 😉
    Aber so holen sich die TURBINEN (hoffentlich schon am Sonntag) endlich ihr verlorenes Selbstvertrauen wieder zurück!!!
    Und mit einem gesunden Selbstvertrauen kann man dann auch endlich wieder spielerisch glänzen!!! 🙂

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    Mir geht es in etwa so wie Potsdamer oben!
    Aber, mir ist man bei der gesamten Situation deutlich zu sehr auf die aktuellen Ergebnisse fixiert! Diese ist doch nur der Gipfel- und hoffentlich gleichzeitig Scheitelpunkt einer feststellbaren mehrmonatigen, ja sogar eigentlich -jährigen „Verabschiedung“ meiner Turbinen aus den eigentlichen Spitzenplätzen der BL und damit im europ. Maßstab.
    Das man nicht in der Lage war, diesen schleichenden Niedergang nicht nur zu erkennen, sondern auch durch Gegensteuern bezeiten Einhalt zu gebieten, wundert mich schon sehr, und nun bekommen wir das extreme Ergebnis momentan zu spüren. Man sieht eben vom Eisberg immer nur die Spitze, und die wesentlich größere Masse befindet sich unter dem Meeresspiegel!
    Die Fragwürdigkeit einer Vielzahl von Spielerinnenverpflichtung wie auch -abgänge (inkl. bewußt? falscher Wechselgrunddarstellung) ist dabei nur eine Komponente, die erfolgreiche Integration ins Team bzw. in den Verein eine nächste, und genau die ist häufig in die Hosen gegangen – wer sich wohl fühlt in der vielbeschworenen Potsdamer Familienatmosphäre, hat wenig Grund wegzugehen, wenn auch das Finanzielle akzeptabel ist!
    Schröder braucht sich auch nicht zu wundern, dass mancher Fan die These aufstellt, die Misere geht einher mit der Vergrößerung des Teams hinter dem Team, was historisch gesehen, stimmig ist. Und schließlich gibt es da auch noch ein dt. Sprichwort…
    Alle Kritiker an den Geschehnissen in Potsdam als Null-Kenner der FF-Szene abzutun, ist der Rundumschlag eines in die Enge Getriebenen und dokumentiert unvergleichlich die Prekärtheit des klaffenden Widerspruches zwischen Qualität des Teams und dem Abstiegsplatz, den man derzeit belegt!

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