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2015

Deutschland gegen Frankreich: die Einzelkritik

Mit leidenschaftlichem Kampfgeist und Glück hat sich die deutsche Frauenfußball-Nationalelf mit einem 6:5-Sieg nach Elfmeterschießen gegen Frankreich für das Halbfinale der Frauenfußball-WM in Kanada qualifiziert. Dabei waren es wieder einmal erfahrene Spielerinnen, die die Kohlen aus dem Feuer holten.

Nadine Angerer: Wieder einmal zeigte die DFB-Torhüterin, dass in Alles-oder-Nichts-Spielen auf sie Verlass ist. War ein Fels in der Brandung und klärte einige brenzlige Situationen souverän. Beim abgefälschten Gegentreffer von Louisa Necib war sie machtlos. Im Elfmeterschießen dann einmal mehr die entscheidende Figur, als sie den Elfer von Claire Lavogez parierte.

Leonie Maier: Der kleine Wirbelwind zeigte heute seine wohl bisher stärkste WM-Leistung. Ließ auf ihrer Abwehrseite nicht allzuviel anbrennen und legte immer wieder den Vorwärtsgang ein. Ging bis an die Schmerzgrenze und holte den Handelfmeter heraus, der die DFB-Elf rettete.

Annike Krahn : War von der ersten Minute an hellwach und bereinigte zahlreiche brenzlige Situationen abgeklärt und souverän. Allein in der ersten Halbzeit hielt sie die DFB-Elf mit ihre guten Stellungsspiel und ihrer Ruhe im Spiel. War ein wichtiger Baustein für den Erfolg.

Babett Peter: Kam für die gelbgesperrte Saskia Bartusiak zum Einsatz und machte ihre Sache ordentlich. Behielt in zahlreichen brenzligen Situationen den Überblick und half häufiger auf der Außenbahn aus. Köpfte aber den Ball vor dem 0:1 unglücklich vor die Füße von Torschützin Louisa Necib.

Tabea Kemme: Hatte in der ersten Halbzeit ihre liebe Müh und Not mit der pfeilschnellen Elodie Thomis und ließ sich häufiger überlaufen. Fand aber wie die gesamte Mannschaft in der zweiten Halbzeit besser in die Partie. Dürfte sich über die Thomis-Auswechslung nicht geärgert haben.

Lena Goeßling: War in der ersten Halbzeit vor allem damit beschäftigt, das Aufbauspiel der Französinnen zu unterbinden, was nur selten gelang. Viele Ballverluste und verlorene Zweikämpfe. Wurde in der zweiten Halbzeit etwas stabiler, wurde aber zurecht ausgewechselt.

Melanie Leupolz: War auf der Doppel-Sechs zusammen mit Goeßling über weite Strecken dem französischen Mittelfeld unterlegen. Musste heute im Duell mit der Weltspitze ein wenig Lehrgeld zahlen. Steigerte sich aber im Spielverlauf und biss sich zunehmends in die Partie.

Simone Laudehr: Die Dauerläuferin im deutschen Team. Ging über 120 Minuten hohes Tempo und machte die gegnerischen Spielerinnen mit fortdauernder Spieldauer mürbe. Versuchte immer wieder Lücken zu reißen und hätte fast den Ausgleich erzielt.

Anja Mittag : Wurde bereits zur Halbzeit gegen Dzsenifer Marozsán ausgewechselt. Fing sich früh eine Gelbe Karte ein. Kam in der schwachen ersten Hälfte der DFB-Elf kaum zur Geltung und konnte nicht an die bisherigen Turnierleistungen anknüpfen.

Alex Popp : Die WM in Kanada ist bisher nicht das Turnier von Alex Popp . War zwar wie in allen bisherigen WM-Spielen sehr bemüht, kann aber derzeit ihre Stärken kaum zur Geltung bringen. Wurde in der zweiten Halbzeit ebenfalls zurecht ausgewechselt, weil sie keine Akzente setzen konnte.

Célia Sasic: Unermüdliche Kämpferin. Brachte mit ihrem verwandelten Handelfmeter die DFB-Elf ins Spiel zurück und verwandelte einen weiteren Elfmeter im Elfmeterschießen eiskalt. Rackerte, offenbarte aber Schwächen bei der Ballan- und –mitnahme.

Sara Däbritz: Die junge Noch-Freiburgerin brachte Schwung ins deutsche Spiel. Zwar konnte sie sich nicht entscheidend durchsetzen, sorgte aber für Beschäftigung in der französischen Hintermannschaft.

Melanie Behringer: Kämpfte sich nach ihrer Einwechslung ebenfalls gut ins Spiel hinein und unterstützte die jungen Spielerinnen. Mit ihr kam mehr Momentum in die Vorwärtsbewegung, einige Standards hätten aber besser kommen können.

Dzsenifer Marozsán: Kam zur Pause für Anja Mittag ins Spiel und sorgte dafür, dass ein wenig mehr Ballsicherheit ins deutsche Spiel kam. Konnte sich aber nicht entscheidend in Szene setzen, versuchte es einmal wagemutig mit einem Distanzschuss. Obwohl angeschlagen, verwertete sie aber ihren Elfmeter sicher.