Frauen-WM 2015: DFB-Elf zieht souverän ins Viertelfinale ein

Von am 20. Juni 2015 – 23.50 Uhr 36 Kommentare

Die deutsche Frauenfußball-Nationalelf hat mit einer souveränen Leistung gegen Schweden das Viertelfinale der Frauenfußball-WM in Kanada reicht. Gegen meist harmlose Schwedinnen stellte die DFB-Elf bereits in der starken ersten Halbzeit die Weichen zum Sieg.

Beim 4:1 (2:0)-Sieg vor 22 486 Zuschauern im Landsdown Stadium von Ottawa erzielten Anja Mittag (24.), Célia Šašić (36. Foulelfmeter, 78.) und die eingewechselte Dzsenifer Marozsán (87.) die Treffer für die deutsche Mannschaft, die nun im Viertelfinale auf den Sieger der Partie Frankreich gegen Südkorea treffen wird. Für Schweden erzielte Linda Sembrant den Ehrentreffer (82.).

Marozsán zunächst auf der Bank
Bundestrainerin Silvia Neid vertraute der Startelf, die zum WM-Auftakt gegen die Elfenbeinküste mit 10:0 gewonnen hatte und ließ somit Dzsenifer Marozsán vorerst auf der Bank. Dem deutschen Spiel tat dies keinen Abbruch, denn schon nach 16 Sekunden verpasst Alex Popp aus aussichtsreicher Position die Führung. Und nur Augenblicke später hatte Simone Laudehr die Führung auf dem Fuß, doch der Pass von Šašić geriet etwas zu lang.

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DFB-Elf klar überlegen
Schweden kam mit dem aggressiven Pressing der DFB-Elf nicht zurecht und versprühte kaum Gefahr, etwa bei einem abgefälschten Schuss von Sofia Jakobsson (12.). Doch für die Musik sorgten die deutschen Spielerinnen, Laudehr (12.) und Leupolz (13.) ließen jedoch gute Chancen liegen. Doch dann war es soweit: Anja Mittag erkämpfte den Ball, Šašić legte blitzschnell weiter zurück in den Lauf von Mittag, die überlegt zum 1:0 einschob (24.).

Deutschland jubelt gegen Schweden

Die DFB-Elf ließ Schweden nicht den Hauch einer Chance © Nora Kruse / ff-archiv.de

Bartusiak fehlt im Viertelfinale
Saskia Bartusiak fing sich für ein Foul gegen Jakobsson die zweite Gelbe Karte ein und wird im Viertelfinale pausieren müssen. Nach einem Foul von Amanda Ilestedt an Mittag zeigte Schiedsrichterin Ri Hyang Ok auf den Elfmeterpunkt, Šašić verwertete sicher (36.).

Šašić macht alles klar
Mit der Führung im Rücken und der für Melanie Leupolz eingewechselten Dzsenifer Marozsán ließ es die DFB-Elf zunächst ruhiger angehen, schaltete aber später wieder einen Gang hoch. Šašić erzielte per Kopf den dritten deutschen Treffer, Simone Laudehr hatte zuvor den Pfosten getroffen (78.).

Torreiche Schlussphase
In der Schlussphase nahmen die deutschen Spielerinnen das Tempo etwas zu früh vom Gas, Linda Sembrant verkürzte per Kopf (82.) und Augenblicke später bewies Nadine Angerer im 1:1 gegen Jakobsson ihre ganze Klasse (84.). Doch Marozsán sorgte dann mit einem Schuss im Fallen für die endgültige Entscheidung 87.).

Das Spiel im Überblick
  • Anja Mittag (24.), Célia Šašić (36. Foulelfmeter, 78.) und Dzsenifer Marozsán (87.) trafen beim 4:1-Sieg gegen Schweden im Landsdown Stadium von Ottawa.
  • Anja Mittag führt gemeinsam mit Célia Šašić mit jeweils fünf Treffern die Torschützinnenliste an.
  • Im 25. Duell mit Schweden feierte die DFB-Elf den 18. Sieg.
  • Saskia Bartusiak ist nach ihrer zweiten Gelben Karte im WM-Viertelfinale gesperrt.

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

36 Kommentare »

  • Stefan sagt:

    Eigentlich alles top, bis auf die Abwehr und die Chancenauswertung. Die lethargisch wirkenden Schwedinnen hatten eigentlich absolut null Chance gegen das deutsche Team. Trotzdem hätte ich erst bei einem 4-0 (oder evtl. höher) gesagt, das Ding ist durch, da der deutschen Hintermannschaft gerne mal ein Klops unterläuft, wodurch das Spiel kippen könnte, was umso wahrscheinlicher ist, wenn man die vielen guten Chancen nicht nutzen kann. Natze kann leider auch nicht immer retten, wie man am ersten Gegentor sah, zum Glück war sie gleich danach voll da, wenn man sie brauchte. Und mir scheint, dass das deutsche Team ziemlich anfällig bei Standardsituationen ist, die zwei Gegentore fielen nach Freistößen…Dass Saskia Bartusiak im nächsten Spiel fehlt, ist eine Chance, oder eher nicht? Was meint ihr? Wen würdet ihr in die Abwehr stellen, dass das ganze Mannschaftsgefüge harmoniert?

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  • gerd karl sagt:

    achtelfinale frankreich-england ????????????????????

    richtig, süddeutsche zeitung schreibt auch, christian wulf grösster bobby car dealer aller zeiten.

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  • Altwolf sagt:

    GW an das deutsche Team mit ihrer bisher besten WM-Leistung.
    GW an S.Neid für die entsprechende Aufstellung, der meist „kämpferisch“ geprägten 1.HZen, mit rel.gutem Pressing und Eroberung des MF wieder „ohne“ D.Maroszan, die dann in HZ 2, bei deutlich größeren Räumen, ihre Fähigkeiten besser aufzeigen konnte.

    Auffällig starke Partie v. T.Kemme, gerade auch bei ihren Offensivbemühungen.
    Auch S.Laudehr in gutem „Kampfmodus“, jedoch keine „Flankengöttin“, wie dies auch L.Meier nur selten von außen gelingt.

    Wieder der Unsinn L.Lotzen da auf Aussen einzusetzen, das kann sie nur noch mehr frustrieren.

    L.Gößling bloß nicht in die IV, sonst geht der ganze Fluß nach vorn verloren und sie braucht den Platz im MF für ihr Spiel und die Pässe auf die Aussen.

    @Herr Schulze.

    Um zu fallen, muß man sich auch in Zweikämpfe begeben und versuchen diese auch zu bestreiten, was nicht jeder Spielerin so „liegt“.
    Und auf diesem Bodenbelag zu fallen ist ja auch ein besonderer „Genuß“. ??

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  • Königin sagt:

    Ich bin sehr sehr zufrieden mit GERMANY… Gratulation für ein tolles Spiel – bei dieser „Hitze“ … Auch wenn Schweden nicht auf TOP-Niveau war… Das hat ja auch oft mit der Klasse des Gegners zu tun… Die ganze Mannschaft hat hervorragend gearbeitet und auch gespielt… Ich würde Anja Mittag und auch Simone Laudehr hervorheben (ich hoffe sehr, dass sie keine Bänderverletzung hat… das sah ja übel aus..) Weiter so GERMANY ich glaube an Euch… 😉

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  • Markus Juchem sagt:

    @Königin: Simone Laudehr hat eine Bänderdehnung, aber keinen Bänderriss.

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  • never-rest sagt:

    @Stefan: Ich sehe Peter als natürlichen „Ersatz“ für Bartusiak im Viertel-Finale. Bei dieser Umstellung mache ich mir keine Sorgen. Ist die Chance für Peter zu zeigen, dass sie es wenigstens genauso gut wie Bartusiak kann.

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  • Michele sagt:

    Gratulation! Das war ein ganz starkes Spiel der deutschen Mannschaft!
    Aber eines muss ich noch loswerden: Kann man Alex Popp bitte mal erlösen! Sie spielt auf der Aussenbahn einfach schlecht! Sie ist Stürmerin und sonst nichts! Ihr Auftreten auf dem Platz gefällt mir auch nicht! Sie soll sich auf ihren Fussball konzentrieren und nicht immer nur meckern und sich fallen lassen! Wenn sie auf dem Boden liegt, weiß ich das sie nicht verletzt ist, sondern nur schauspielert! Sorry Alex, aber das geht für mich überhaupt nicht!

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  • Tabby sagt:

    leute beruhigt euch bitte mal von wegen „schweden hat platz 5 auf der weltliste nicht verdient“, vergesst bitte mal nicht welche mannschaft letzte WM deutlich unter ihrem können spielte!!!
    Formtiefs kommmen vor..

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  • egjowe sagt:

    folgendes gehört eher zum artikel
    „schweiz erwartet herausforderung“
    trotzdem kopiere ich es hier rein:

    das spiel kanada-schweiz wird von einer australierin gepfiffen.
    ob das ein gute wahl ist, werden wir sehen.
    vor allen dingen für wen??

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  • shane sagt:

    @tabby: und das hat wer und haben wie viele hier geschrieben?

    wo schweden ueberhaupt erwaehnt wurde, geht doch der tenor eindeutig in richtung schwedens momentane/s form/auftreten entspricht nicht den erwartungen an einen weltranglistenfuenften. und das ist doch nun gar nicht so weit von deinem formtief-statement entfernt.

    also verstanednisprobleme bei dir, oder kaempfst du einfach gern gegen windmuehlen?

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  • Fuxi sagt:

    Warum eigentlich heißt es immer, Sasic habe den Elfmeter „souverän“ oder „sicher“ verwandelt? Der Schuss war weder platziert noch hart. Hätte sich Lindahl für die richtige Ecke entschieden, hätte sie den festgehalten. Ich habe E-Juniorinnen-Keeperinnen gesehen, die das Ding – wenn sie sich für die richtige Ecke entscheiden, was eine 50:50-Entscheidung ist – locker mit dem Fuß gestoppt hätten. Pardon. Ich kann’s nicht anders sagen, auch wenn’s unpopulär sein dürfte: Der war einfach grottenschlecht geschossen und ging glücklicherweise rein. Da war mehr Glück dabei als bei Marozsans 4:1.

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  • Tabby sagt:

    @shane: da geht es nicht nur um die Kommentare hier sondern um die generelle Großkotzigkeit vieler Menschen (unterschiedlicher Länder) über die Leistung und das Ausscheiden von Schweden.

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  • Dirk sagt:

    da kann ich Fuxi nur Recht geben….

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  • Lusankya sagt:

    @Fuxi:
    Du musst allerdings bedenken, dass Sasic evtl. erst nach rechts gezielt hat, als sie gesehen hat, dass Lindahl nach links geht.

    Man kann bei so einem Schuss auch noch in der letzten Sekunde die Richtung ändern, wobei die dann natürlich nie so fest und genau werden, wie wenn man sich von Anfang an für eine Ecke entscheidet.

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  • FF-Fuchs sagt:

    DFB zieht souverän ins Viertelfinale ein. Treffende Überschrift.

    Hochkonzentriert mit einer sehr guten Mannschaftsleistung, hatte Schweden keine Chance dieses Spiel zu gewinnen.

    Wie ich schon geschrieben habe, wird die Deutsche Mannschaft die KO Spiele viel konzentrierter angehen, als die Gruppenspiele. Habe ich auch schon erwähnt; Reine Kopfsache!
    Die gut besetzte Breite des Kaders von der Nr. 1 bis Nr. 23,wird ein Vorteil für das Turnier sein.

    Nun geht es gegen Frankreich ein schwerer Brocken. Doch sollten wir uns nicht kleiner machen als wir sind. Sollte die Mannschaft das wieder abrufen können wie gegen Schweden sehe ich gute Chancen auf ein weiterkommen. Es hängt auch viel von der Tagesform ab.

    Ich freue mich jedenfalls auf diese Partie und bin gespannt, wer den besseren Matchplan hat.

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  • Hahn sagt:

    @Fuxi:

    ein verwandelter Elfmeter gilt heutzutage als souverän verwandelt. Wir leben im Jahrhundert der Superlativen. Wer dieses dümmliche Geschwätz im deutschen Raum erfunden hat, dass ist ja kein Geheimnis …

    @Allgemein:

    Schweden wurde Anfangs überrumpelt. Deutschland zeigte die übliche Drangphase. In dieser muss ein Tor fallen, sonst beginnt das große Zittern (siehe letzte WM). Letztendlich häuften sich hier die Chancen. Sie führten zu Toren, wo man mit fug und recht behaupten kann, dass das Glück uns hold war.

    Deshalb kann ich das vernichtende Urteil bezüglich Schweden nicht ganz nachvollziehen. Wie würde wohl unsere Mannschaft nach einem 2:0 spielen ?

    @zu Mittag:

    Aus der gezeigten Darstellung kann man nur ein Foul vermuten. Aus der Gestik von Mittag folgte sehr warscheinlich, dass es wohl so schlimm nicht gewesen sein kann. Ich hatte sogar vermutet, dass es sich um eine Schwalbe gehandelt hatte, wodurch sich die abwehrende Gestik (… krieg ich eine Gelbe für eine Schwalbe?) erklären lässt.

    Das Interview dazu war ja an Eindeutigkeit nicht zu überbieten. Immer wieder schön zu sehen, wie wohlwollen Unsportlichkeit zur Kentniss genommen wird, wenn man davon profitiert.

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