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2015

Lena Petermann: Aus der Sonne Floridas ins Rampenlicht

Der Siegtreffer im Finale der U20-Weltmeisterschaft, der Wechsel in die Bundesliga, das Debüt in der A-Nationalmannschaft, die Berufung in den WM-Kader – hinter Lena Petermann liegt ein bewegtes Jahr. Dann gelangen der 21-Jährigen im Spiel gegen Thailand ihre ersten beiden Länderspieltreffer. Die Stürmerin weiß, ihre Jokerrolle zu nutzen.

Sie genieße jede Minute, die sie auf dem Feld stehen könne, sagt Petermann. “Ich bin mit meiner Jokerrolle zufrieden.” Aber wenn es für die gebürtige Cuxhavenerin so weitergeht, wird sie sich bald für mehr empfehlen. Schließlich ging es bislang auch schon steil bergauf.

Karrierestart im Norden Mit dem Fußball begonnen hat Petermann beim TV Otterndorf, 2009 schloss sie sich dem Hamburger SV an. Dort spielte sie bis 2012, als der HSV sein Bundesligateam zurückzog. Das war aber nicht der einzige Rückschlag, den Petermann in ihrer bis dato jungen Karriere erlebte. Zuvor hatte sie bereits mit einem langwierigen Patellaspitzensyndrom zu kämpfen gehabt. Petermann zog es nach dem Ende beim HSV nicht zur Bundesligakonkurrenz, sondern zunächst in die Vereinigten Staaten.

US-Trainerin empfiehlt Petermann In den folgenden beiden Jahren spielte Petermann für die UCF Knight, die Collegemannschaft der University of Central Florida in Orlando. Gleich in ihrem ersten Jahr wurde sie zum “Rooke of the Year” der American Athletic Conference gewählt. Und auch wenn zwischen Orlando und der Bundesliga ein paar Tausend Kilometer lagen, blieb ihre Entwicklung in Deutschland nicht ungesehen. Trainiert wurde Petermann bei den Knights von Tiffany Roberts Sahaydak, ehemalige US-Nationalspielerin und Weltmeisterin von 1999. Sie stand noch immer in Kontakt zu U19-Nationaltrainerin Maren Meinert und ließ wissen, dass in ihrem Team ein Talent spielt, das mit Sicherheit auch interessant für die DFB-Auswahl sein könnte.

Tor in der glücksbringenden 98. Minute Petermann, die auch schon in der U17-Nationalmannschaft gespielt hatte, wurde 2014 von Meinert in den U20-Kader nominiert, im Juli fuhr sie mit zur U20-Weltmeisterschaft. Es folgte die Nominierung ins Aufgebot für die U20-Weltmeisterschaft des selben Jahres in Kanada . Dort gehörte sie zwar nicht zu den erfolgreichsten Torschützinnen, aber sie erzielte den Treffer, der in Erinnerung blieb: In der Verlängerung des Finales gegen Nigeria gelang ihr der Treffer zum entscheidenden 1:0 – kurioserweise war es wieder die 98. Minute. Schon bei der Europameisterschaft 2001 sowie der Weltmeisterschaft 2003 hatte Deutschland das Finale jeweils durch einen Treffer in der 98. Minute gewonnen (damals noch mit Golden Goal).

Treffer gegen Thailand Um nach der erfolgreichen U20-Weltmeisterschaft die Chancen auf eine Teilnahme an der Frauen-Weltmeisterschaft zu steigern, folgte der Wechsel zurück in die Bundesliga. Petermann schloss sich Zur Saison 2014/15 dem SC Freiburg an. Sie nahm außerdem ein Lehramtsstudium (Englisch und Sport). Beim Algarve Cup im Frühjahr debütierte sie in der A-Nationalmannschaft, es folgte die Nominierung in den WM-Kader. Und mit den zwei Treffern gegen Thailand war sie endgültig im Kreis der “Großen” angekommen.”Persönlich waren die zwei Tore auch nochmal ein schönes Erlebnis”, sagt Petermann. Ob sie nach diesen ersten Toren jetzt irgendwas innerhalb der Mannschaft machen muss/darf, wisse sie noch nicht so genau, “aber ich habe da so etwas gehört.”