WM 2015: DFB-Elf als Gruppensieger ins Achtelfinale

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Die deutsche Frauen-Nationalmannschaft hat bei der Weltmeisterschaft in Kanada zum Abschluss der Vorrunde einen Sieg gegen Thailand gefeiert und qualifiziert sich aufgrund des besseren Torverhältnisses als Gruppensieger für das Achtelfinale.

4:0 (1:0) hieß es am Ende für die DFB-Auswahl. Bundestrainerin Silvia Neid veränderte die Startformation im Vergleich zur Partie gegen Norwegen gleich auf sieben Positionen. Neu dabei waren Babett Peter, Bianca Schmidt, Jennifer Cramer, Melanie Leupolz, Melanie Behringer, Lena Lotzen und Sara Däbritz.

Defensivbollwerk Thailand
Erwartungsgemäß übernahm die DFB-Elf von Beginn an die Initiative. Die Thailänderinnen wurden in die eigene Hälfte gedrängt, und schon in der dritten Minute hatte Behringer mit einem Schuss von der Strafraumgrenze eine erste gute Möglichkeit. Doch in der Folge taten sich die Deutschen schwer. Bei deutschem Ballbesitz stand Thailand zumeist mit zwei Viererketten am eigenen Strafraum, entsprechend schwer war das Durchkommen für die Deutschen, die aber auch oftmals nicht schnell genug spielten, um Lücken in der thailändischen Defensive zu reißen.

Zwischenstand im WM-Tippspiel anschauen

Leupolz trifft zum 1:0
Und so brachte erst eine Standardsituation in der 24. Minute den gewünschten Erfolg. Nach einem Eckball erzielte Leupolz per Kopf das 1:0. Beleben konnte die Führung das Spiel der deutschen Elf allerdings nicht. Die Thailänderinnen kamen zwar ihrerseits kaum über die Mittellinie hinaus, und der Ballbesitz sprach mit knapp 70 Prozent für Deutschland eine deutliche Sprache. Dafür kämpften die Thailänderinnen aber aufopferungsvoll und konnten sich auf ihre gut aufspielende Torhüterin verlassen. In der 45. Minute hätte Dzsenifer Marozsán die Führung verdoppeln können, unterlag jedoch im 1:1-Duell mit Boonsing.

Anja Mittag kam in der zweiten Halbzeit und belebte mit Lena Petermann die Partie (Archivbild) © Mirko Kappes, footograph.net
Anja Mittag kam in der zweiten Halbzeit und belebte mit Lena Petermann die Partie (Archivbild) © Mirko Kappes, footograph.net

Leistungssteigerung in Hälfte zwei
Zur zweiten Halbzeit kamen Lena Petermann und Anja Mittag für Marozsán und Célia Šašić. Und mit den Wechseln bewies Neid den richtigen Riecher: Mit einem Doppelschlag erhöhte Petermann (56., 58.) auf 3:0. Und auch am 4:0 war die Freiburgerin beteiligt: Nach Hereingabe von Mittag konnte Petermann im Fünfmeterraum den Ball noch nicht im Tor unterbringen, dafür landete er vor den Füßen von Däbritz, die nur noch einschieben musste (73.). Bei den Thailänderinnen ließ die Kraft nach dem großen Einsatz der ersten Halbzeit langsam nach, die Deutschen spielten die Partie locker nach Hause.

Norwegen belegt Rang zwei
Im Parallelspiel behielt Norwegen erwartungsgemäß die Oberhand gegen die Elfenbeinküste. Der Weltmeister von 1995 besiegte den WM-Neuling mit 3:1. Damit haben Deutschland und Norwegen beide sieben Punkte auf dem Konto. Die DFB-Elf hat allerdings das deutlich bessere Torverhältnis.

Das Spiel im Überblick
  • 65 Prozent Ballbesitz für Deutschland, 34:2 Torversuche, 14:2 Ecken
  • Für Lena Petermann waren es die ersten Länderspieltore
  • Sara Däbritz hat bereits ihr zweites Tor bei diesem Turnier erzielt
  • Melanie Leupolz hat bei dieser WM zum ersten Mal getroffen.
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24 KOMMENTARE

  1. Über Lena Lotzen kann ich ein Lied singen, jeder Blinde sieht doch dass die Dame nicht fit ist… Nach 60-70 Minuten konnte sie kaum noch Luft holen. Man kann nur hoffen dass Simone Laudehr & Alex Popp gestärkt zurück kommen :-/ Bianca Schmidt hat mir in der zweiten Hälfte etwas besser gefallen dennoch bin ich der Meinung dass Leonie Maier & Tabea Kemme vom Anfang an starten MÜSSEN.

    Eine Sasic kann man keine Vorwürfe machen, wie soll sie den den Ball bekommen wenn sie kaum Pässe bekommt…

    – Keine Anna Blässe, keine Party! –

  2. Souveräner Gruppensieg. Aber auch wenn es nach Rosinen-Pickerei klingt – die Schüsse auf das Tor aus Entfernungen von zw 5-16 Meter waren bestenfalls drittklassig.

    Das ist für mich generell ein Phänomen im Frauenfussball. Auch in Bundesliga Spielen sieht man perfekte Schüsse beim Warmmachen. Im Spiel kommen dann oftmals unplazierte Schüsschen.

    Leupolz ganz stark. Lotzen sehr unglücklich. Cramer schwach und Frau Behringer sollte es mit ihrer Beidfüssigkeit nicht übertreiben. Ihr Pässe mit dem rechten Fuss waren sehr oft gut, mit dem linken Fuss dagegen landeten sie zu 80% beim Gegner. Dann doch lieber mit links Sicherheitspässse.

    Was hat Frau Bremer verbrochen? Oder ist Pauline aus irgendeinem Grund nicht richtig einsatzfähig?

  3. Pflichtsieg perfekt. Nach der wenig inspirierten 1. Hälfte haben die Einwechslungen Petermann und Mittag für Leben im Angriffsspiel gesorgt. Endlich wurde vorne unkomplizierter, direkter und im Ergebnis auch effektiver gepielt. Damit ist auch alles über Sasic und Maroszan gesagt.

    Die beste Spielerin für mich M. Leupolz.

    Überzeugend auch Cramer, Schmidt, Petermann und Mittag.

    Lotzen tut mir ein wenig leid, dass ihr immenser Einsatz und Aufwand nicht mit einem Erfolgserlebnis belohnt wurde.

    Däbritz hat nicht besser als Lotzen gespielt, aber im Gegensatz zu ihr ein Tor gemacht.

    Behringer und Peter abgeklärt.

    Obwohl die Abwehr kaum gefordert wurde, hat Krahn ihre spezielle Mühe und Not gehabt, wenn es mal schnell wurde. Durfte dann ja vorzeitig regenerieren.

    Ach ja, Angerer stand im Tor.

    Aufreger des Spiels: Die neue Frisur von J. Henning 🙂

  4. meine Einschätzung:

    Angerer hatte einen beschäftigungslosen Arbeitstag.

    Schmidt hat ihre Sache ganz gut gemacht, zwar nicht perfekt, aber besser als Cramer, die schon relativ oft den Ball verdaddelt hat. Von diesem Spiel ausgehend wäre Kemme die bessere Wahl, aber ich habe Cramer außer gestern in letzter Zeit nicht wirklich spielen sehen, deshalb will ich nichts falsches sagen.

    Die Innenverteidigerinnen hatten nicht viel zu tun, Krahn sah mal sehr unglücklich aus, aber hatte dann Glück, dass Thailand nichts aus ihrem Patzer gemacht hat.

    Marozsan blieb weit unter ihren Möglichkeiten und hat noch dazu zwei Großchancen liegen lassen. Bisher läuft die WM nicht optimal für sie, aber es kann ja noch werden. Das Potential hat sie ja auf jeden Fall.

    Däbritz tauchte in der 1.HZ immer mal wieder unter. Auch von ihr war es kein gutes Spiel, aber sie steigerte sich dann ein bisschen und schoss in der 2.HZ noch ein Tor. Und es gibt ja diese unansgesprochene Regel, dass, wenn man ein Tor schießt, die Presse einen nicht oder nur wenig kritisiert. Denn wer Tore schießt, ist automatisch gut.

    Lotzen ist noch weit von ihrer Bestform entfernt, hat sich aber sehr bemüht und ihr möglichstes versucht. Schade, dass ihr möglichstes so kurz nach der Verletzung leider noch nicht genug ist. Ich hätte ihr ein Erfolgserlebnis gegönnt bei diesem Aufwand, den sie betrieben hat. Man hat gemerkt, dass sie wollte, aber eben noch nicht so wirklich konnte.

    Melly und Mel haben ihre Sache gut gemacht und man hat gemerkt, dass die beiden Bayern-Spielerinnen gut eingespielt sind. Am Mittelfeld sollte es in den nächsten WM Spielen jedenfalls nicht scheitern.

    Sasic blieb mal wieder wirkungslos. Petermann hat nach ihrer Einwechselung immerhin zwei Tore gemacht, was mich für sie gefreut hat und ihr ganz sicher Selbstvertrauen gibt.

    Zu guter letzt Mittag, die kurz nach ihrer Einwechselung ein paar Fehlpässe gemacht hat, aber im großen und ganzen das Spiel noch etwas mehr belebt hat. Zumindest war sie wirkungsvoller als Marozsan.

  5. @ Schelle:
    “ Aber auch wenn es nach Rosinen-Pickerei klingt – die Schüsse auf das Tor aus Entfernungen von zw 5-16 Meter waren bestenfalls drittklassig.“

    –> Das klingt nicht nach „Rosinen-Pickerei“, sondern nach „Haar-in-der-Suppe-suchen“! 😀

    „Was hat Frau Bremer verbrochen? Oder ist Pauline aus irgendeinem Grund nicht richtig einsatzfähig?“

    –> Mit ‚Pauli‘ hat Frau Neid noch eine ‚Trumpfkarte im Ärmel‘, die sie erst in der k.o.-Phase ‚ausspielen‘ wird! 😉

  6. Immerhin hat dieses Spiel eines gezeigt: Die Deutsche Ersatzbank ist bei weitem nicht so gut, wie man immer behauptet.
    Die beiden Außenverteidigerinnen Cramer und Schmidt können Leonie Meier und Tabea Kemme nicht gleichwertig ersetzen und Däbritz und Lotzen waren beide komplett überfordert und nicht in der Lagen dem Deutschen Offensivspiel auch nur irgendeinen Impuls zu geben. Kein Vergleich zu Popp oder Mittag. Und obwohl Behringer nicht schlecht war, ist mir Lena Goessling lieber, da sie einfach bessere Pässe in die Sturmspitze spielt.

    Wenigstens hat Petermann ihre Chance genutzt zu zeigen, dass sie gegenüber Lotzen und Däbritz die bessere Alternative wäre. Aber ob SN das auch so gesehen hat, da habe ich meine Zweifel. Sie hat ja auch bei der Euro 2013 schon nibelungenhaft an Lotzen und Däbritz festgehalten. Immer wieder hat sie Däbritz eingewechselt, was ich damals auch schon nicht verstanden habe.

  7. Zunächst ein wenig Aufklärung: Die neue Frisur trägt Josie Henning bereits seit Mitte April diesen Jahres (UWCL-Hinspiel in Wolfsburg).

    Zum Spiel:
    Wie von mir prognostiziert – sehr durchwachsen. Insgesamt, und in Anbetracht der verfügbaren Potentiale, enttäuschend.
    Beinahe hätte es ja sogar mit dem von mir für möglich gehaltenen Rückstand noch geklappt; das der Angriff über die rechte dt. Seite kam und A. Krahn dabei eine Hauptrolle spielte – erwartet. Gut, das Babs Peter noch rechtzeitig zur Stelle war.
    Ich meine, deutlich erkennbar, dass ohne Lena Goeßling, Leonie Maier und Anja Mittag den deutschen Spiel die Struktur fehlt. Über die gesamte Saison hinweg (soweit sie nicht verletzt war) und auch in den ersten beiden Partien der WM hat Lena G. mit ihrer z.T. antizipierenden Übersicht und einer unheimlichen Paßgenauigkeit überzeugen können. Hätte gestern mit den häufig freien Außenangreiferinnen auch helfen können. Dazu ihre herausragende Präzision bei Standards (Ecken, Freistöße); gerade in dem Spiel gegen die durchschnittlich 11 cm kleineren Thailänderinnen ein Pfund – siehe auch die 3 Kopfballtreffer (Leupolz, Petermann). Und Tor 4 ist in allererster Linie der Klasse von Anja Mittag geschuldet; Sara konnte aus rd. 3 m nun ja wirklich nicht mehr vorbeischießen !
    Wäre Poppi nicht angeschlagen gewesen, sie allein hätte aufgrund ihrer Kopfballstärke wohl 4 Tore gemacht, im Verbund mit Lena G. vermutlich noch mehr.
    Mit guten/ordentlichen Leistungen sind mir Mel Leupolz und Babs Peter aufgefallen, nach ihrer Einwechslung auch Anja Mittag; das andere Ende zieren für mit Annike, Dzeni und Celia – immerhin mit den Auswechselungen hat das Trainerkollektiv richtig gelegen.

    Ich kann nur HOFFEN, dass der Mannschaftgeist intakt bleibt. Wobei mir das Interview von S. Neid mit Sven Voss (ZDF) nach dem Spiel wenig Hoffnung macht, dass das Trainerkollektiv die zutreffenden Lehren aus diesem Spiel imstande ist zu ziehen.
    Kurzum … weiter wie bisher hat Deutschland keine Chance auf den Titel. Und auch die Qualifikation für Rio2016 sehe ich mehr denn je in Gefahr.

  8. @ FFFan

    „Das klingt nicht nach “Rosinen-Pickerei”, sondern nach “Haar-in-der-Suppe-suchen”!

    Wirklich? Hast Du das Spiel gestern gesehen?

    Alleine Anfang der 2. HZ hatte Melly Leupolz zweimal den Ball auf halb rechts auf eine dort freistehende Spielerin gespielt. Beim ersten mal Petermann, beim zweiten Mal Schmitt. Petermann hat dann freistehend aus etwas 10 Meter genau auf die Torhüterin geschossen, Schmitts Versuch war dann vollkommen verunglückt. Ich könnte hier glaube ich noch 10 weitere Beispiel aufführen. Denke doch mal alleine an die Marozsan Chance

    Wie sind denn gestern die Tore gefallen? Drei Kopfbälle und ein Abstauber aus 1 Meter (glücklichwerweise nicht mehr als 3 Meter)
    Man hat bestimmt 15-20 mal aufs Tor geschossen. Richtig gefährlich war davon kein Schuss.

    Ich will den Mädels nicht böse. Ich wollte lediglich zum Ausdruck bringen, dass mir das Auslassen dieser Schussgelegenheiten große Sorgen bereitet. Das kann verhindern, dass das Team seine Ziele erreicht. Ich glaube, dass das mehr als ein Haar ist, welches noch zudem in der Suppe gesucht werden muss. Das sind schon ziemlich offensichtliche Klösse in der Suppe.

    Und das sie es besser können, weiß ich ja. Ich frage mich nur, wieso das im Spiel nicht funktioniert. Zuviel Hektik und Aufregung? Fehlende Kaltschnäutzigkeit? Fehlende Konzentration? Ungewohnter Untergrund?

  9. Lena „ausgerechnet“ Petermann, ich gebe zu, ich habe ihre Nominierung für den WM-Kader auch nicht verstanden, wie andere. Gestern aber hat sie das getan, was man von einer Stürmerin verlangen darf: Treffen! Und das sehr effektiv! Wenn man sich die Halbherzigkeiten unserer anderen, so hochgehandelten „Starspielerinnen“ anschaut, Popp nur halbe Kopfbälle hinbekommt, Sasic vorm Tor zu oft nichts einfällt im 1:1 gegen die Torfrau und Maro schussbereite Bälle nur auf dem Präsentierteller akzeptiert, dann soll Petermann weiter ihre Chance bekommen!

  10. Mir wurde einige Male Angst und Bange, wie sich Annike Krahn überlaufen ließ. Wie wird das denn beim ersten ernstzunehmenden Gegner? Ich sehe da persönlich eher schwarz.

  11. Bin auch kein Fan von Petermann, war traurig dass sie vor Sandra Starke bevorzugt wurde aber wenn sie weiter so Tore ABSTAUBT dann ändere ich vielleicht meine Meinung. Man darf aber nicht vergessen dass Petermann gegen Zwerge (Thailand) die Kopfbälle gemacht hat, gegen Mannschaften wie USA, Frankreich, Norwegen & Sweden würde es ihr sowas bestimmt nicht leicht passieren.

  12. ABSTAUBEN ist wenn man gezielt in Flanken reinläuft und Tore macht. Wusste ich bis heute auch nicht. Ich dachte immer das dabei der Ball vom Posten vor die einschußbereiten Füße fällt oder der TW den Ball vor die Füße abwehrt. Aber gut, ich bin lernfähig.

  13. zu behaupten deutschland hätte eine abschluss schwäche ist lächerlich, die deutsche mannschaft hat 15 tore geschossen.
    zum vergleich, frankreich, bei womensoccer gerne als beste frauenfussball mannschaft der welt bezeichnet, 1, ich wiederhole 1.
    die uswnt, 3, schweden , 3, canada, 2,
    also mir is da nicht bange.

    • @gerd karl: Dieser Vergleich ist hanebüchen. Und keiner hat hier jemals behauptet, dass Frankreich die beste Mannschaft der Welt ist. Fakt ist: Deutschland hat für seine 15 Tore 92 Torversuche gebraucht und 14 seiner 15 Tore gegen zwei der schwächsten Teams im Turnier geschossen. Ob man das jetzt Abschlussschwäche oder mangelnde Effizienz nennt, bleibt jedem selbst überlassen. Die DFB-Elf wird sich steigern müssen, will sie in diesem Turnier weit kommen.

  14. Nun gut, es war kein Abstauben. Aber macht das im Zusammenhang mit meinem Kommentar irgendeinen Unterschied? Und zudem sei hinzugefügt, dass der Pass von MIttag nicht für Däbritz gedacht war, sondern aus dem blockierten (nicht richtig zustande gekommenen Schussversuch) von Petermann resultierte

  15. @Markus Juchem: Das gilt aber in gleicher Weise für fast alle Mannschaften. Steigerungen sind bei allen notwendig, sonst wird es eine sehr dröge WM, wenngleich ich selbstverständlich aufgrund der Anstoßzeiten nicht alle Spiele habe sehen können. Sooo grandios haben die vermeintlichen Favoriten alle nicht gespielt…
    Aber ich gehe davon aus, dass genau das dann in den ko-Spielen auch geschehen wird.

  16. In einem muss ich gerd karl natürlich beipflichten. Keiner der großen Favoriten hat bisher überzeugt. Schweden schwach, USA schwach und Frankreich unterirdisch. Auch der Gastgeber hat sich zum Gruppensieg eher so durchgemogelt. Einzig Japan hat das gemacht, was ich von ihnen erwartet habe.

    Fakt ist aber definitiv auch, dass Deutschland bei weitem nicht so gut gespielt hat, wie es die Ergebnisse erscheinen lassen. Sie sind vorne einfach nicht effektiv genug und die Gegner, die jetzt kommen werden, stehen in der Defensive deutlich besser als die Elfenbeinküste und Thailand. Ich glaube schon, dass Deutschland hier Weltmeister werden kann, aber nur dann, wenn sie zu einer deutlich besseren Chancenverwertung kommen bzw. im Strafraum zielstrebiger agieren. Denn selbst die so hoch gelobte 1.HZ gegen Norwegen hat dieses Grundproblem sehr deutlich gemacht. 100%ige Chancen waren nämlich Mangelware. Celia Sasic hat da wieder gezeigt, dass sie i.d.R. nur gegen schwache Gegner trifft, die ihr viel Raum zum Abschluss geben und Alexandra Popp hat aus ihren Kopfballmöglichkeiten auch nichts gemacht.

    Diese Probleme im Deutschen Spiel kann auch der größte Optimist nicht übersehen. Sorgen mache ich mir momentan aber auch nicht. Wenn es drauf ankommt, werden sie es hoffentlich besser machen.

  17. Ich habe nach den bisherigen Spielen den Eindruck gewonnen, dass bei allen Mannschaften die Spielerinnen, die eine lange Liga- und insbesondere CL Saison spielen mussten einen schlapperen Eindruck machen als diejenigen mit einer , sagen wir mal Laissez fair Saison. Das trifft besonders auf die deutsche und die franzoesische Mannschaft zu, aber auch auf Boquete, Schelin, Crno , Fischer und viele andere. Mal sehn , vieleicht erholen die sich ja noch waehrend des Turniers …….

  18. Es ist jetzt vier Jahre her, da hab ich mir im Fernsehen ein Vorbereitungsspiel zur damaligen WM ansehen dürfen. Das war Deutschland vs. Niederlande. Da wurde den Meisjes ein eher glanzloses 5:0 eingeschenkt. Wenn ich mal dieses damalige Spiel nehme und mit dem vergleiche, was ich gestern abend und heute nacht sah, kann ich sagen, dass es bei beiden eine Weiterentwicklung gab. Die „alten Haudegen“ – und das ist eher liebevoll gemeint – beider Länder haben jüngeren Platz gemacht.

    Während eine Marozsan immer noch meint, so locker aus der Hüfte spielen zu müssen, wurden eine Miedema gut abgemeldet oder versiebten beste Chancen wie Martens, Melis, Lotzen. Dafür sprangen dann Petermann oder van de Ven in die Bresche. Eine Loes Geurts hat sich in Schweden gut weiterentwickelt.

    Es könnte gut möglich sein, dass sich mein Gedankenkreis schließt und sich beide Teams am Samstagabend um 22 Uhr MESZ wieder treffen.
    Was ich sagen will: Ich denke jetzt nicht mal mit deutscher Brille. Mich freut es auch, dass die Eidgenossinnen mit Japan mithalten, dass die Niederlande Kanada ein Remis abringen kann. Das Spanien nur um eine Nuance schlechter ist als Brasilien. Sie alle machen hier auf großer Weltbühne ihre ersten Erfahrungen. Sie machen auch noch Fehler, teils aus Unvermögen, teils aus Nervosität, aber sie werden daraus lernen. Und auch die deutschen jungen Mädels werden lernen. Die US-Girls genauso wie die jungen Mademoiselles.

  19. @gerd karl:

    Auch Silvia Neid macht die bisherige Abschlussschwäche ihrer Mannschaft große Sorgen, so hat sie es im Interview nach dem Thailand-Spiel jedenfalls gesagt.

    Allerdings hat mich von den anderen favorisierten Teams bisher auch noch niemand so recht überzeugt.

  20. @Markus Juchem

    so sehe ich das auch.
    besser als pellerud kann man auf das manko der deutschen mannschaft wohl nicht hinweisen:

    „sie hätten uns killen können!“
    und das aus dem munde des gegnerischen trainers.

    ich freue mich insbesondere auch darüber,
    dass sie korrekterweise auf die mangelnde „EFFIZIENS“ hinweisen,
    denn effektiv war die deutsche mannschaft ja.

  21. Tja, was soll man zu diesem Spiel schon groß sagen, es ist ja ähnlich wie bei der Elfenbeinküste schwer Rückschlüsse zu ziehen, da diese Teams einfach zu schwach sind.Trotzdem würde ich wenn ich ein fazit nach der Vorrunde ziehen müsste festhalten das eigenlich nur drei Spielerinnen restlos überzeugt haben.Das wären Leupolz auf der sechs, Mittag im Sturm (die mich absolut positiv übberascht hat) und Maier als Rechtsverteidigerin, alle anderen hatten für mich ziemlich durchwachsene Auftritte oder zu wenig Spielzeit.Bremer hätte ich z.B schon gegen Norwegen gerne gesehen aber sie ist wohl nicht fit genug schätze aber das sie noch wichtig wird.

    Absolut enttäuschend finde ich bisher nur Krahn, in quasi jedem Spiel einen wackler drin und auch mit Ball sehr einfallslos bei geringstem gegnerdruck wird sofort der ball rausgeschlagen absolute Schwachstelle im Team.Däbritz gefällt mir auf aussen nicht so sehr, da fehlt mir bisschen die Dynamik, auch mal im 1gg1 hinter die Abwehr zu kommen.Petermann ist von der Bank bisher die erste Alternative für den Sturm, glaube Startelf wäre noch bisschen zu früh.
    Schmidt und Cramer fand ich bisschen zu verhalten um sich einen Stammplatz zu erkämpfen, gerade von Cramer hatte ich mir offensiv mehr versprochen, da Kemme ja hier in den ersten zwei Spielen auch deutliche Schwächen gezeigt hat, hätte sie mit bisschen mehr Mut, sicher gute Chancen auf die Startelf fürs Achtelfinale gehabt.
    Behringer und Peter haben mir gut gefallen weil einfach alles Hand und Fuß hat, sie glänzen nicht unbedingt, aber bestechen für mich durch eine unglaubiche Ruhe am Ball, da werden keine Kunststücke probiert, sondern einfach solide Fussball gespielt, finde das tut der Mannschaft sehr gut.Behringer hat mit Goessling und Leupolz natürlich harte Konkurrenz, bei Peter kann ichs aber absolut nicht nachvollziehen.Denke das die beiden wohl zur Kategorie härtefall gehören, die nur spielen werden falls sich noch jemand verletzt.Ansonsten kann man entspannt der K.O Phase entgegensehen, da die Mitfavoriten bisher ja auch noch keine Bäume ausgerissen haben.

  22. Das Spiel detailierter zu kommentieren lohnt eigentlich unter den vorhandenen Vorraussetzungen nicht und so muß ich doch der Einschätzung „Natzes“ beispflichten, so wird Deutschland kaum einen „Blumentopf“ gewinnen.

    Spätestens nach 20 min war zu erkennen,was die Thais da spielen wollten und da hat man als „Fußballnation“ normalerweise auch die Mittel gegen solch tief und dicht stehende Teams zum Torerfolg zu kommen.
    Was aber macht die strategische Zentrale ? Fast immer durch die Mitte und das dann auch noch mit unpräzisen Pässen u. verhinderten Abnehmern.

    Warum spielt das zentrale MF nicht konsequent über d.Flügel? – warscheinlich, weil es keine „richtigen“ Flügelspielerinnen gibt.
    B.Schmidt noch als AV re.noch beste Außenkraft mit auch einigen ordentlichen Versuchen die Bälle vorn unterzubringen.

    Dazu eine völlig „frustrierte“ L.Lotzen, die sich zurecht da auf den Flügeln ärgern muß; wenn nicht zentral,dann lieber gar nicht.

    Einziger Teil-Lichtblick noch M.Leupolz, die Druck nach vorn aufzubauen versuchte, jedoch auch sie irrte immer wieder mit den Pässen in die Mitte.

    D.Maroszan geht nur hinter den Spitzen, wenn man ihre Schußfähigkeiten nutzen möchte, aber nicht in der Sturmmitte.

    Aber da müssen wir wohl mit zurechtkommen,denn es der Plan der BT.

    Also lassen wir uns überraschen.

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