WM 2015: DFB-Elf als Gruppensieger ins Achtelfinale

Von am 15. Juni 2015 – 23.50 Uhr 24 Kommentare

Die deutsche Frauen-Nationalmannschaft hat bei der Weltmeisterschaft in Kanada zum Abschluss der Vorrunde einen Sieg gegen Thailand gefeiert und qualifiziert sich aufgrund des besseren Torverhältnisses als Gruppensieger für das Achtelfinale.

4:0 (1:0) hieß es am Ende für die DFB-Auswahl. Bundestrainerin Silvia Neid veränderte die Startformation im Vergleich zur Partie gegen Norwegen gleich auf sieben Positionen. Neu dabei waren Babett Peter, Bianca Schmidt, Jennifer Cramer, Melanie Leupolz, Melanie Behringer, Lena Lotzen und Sara Däbritz.

Defensivbollwerk Thailand
Erwartungsgemäß übernahm die DFB-Elf von Beginn an die Initiative. Die Thailänderinnen wurden in die eigene Hälfte gedrängt, und schon in der dritten Minute hatte Behringer mit einem Schuss von der Strafraumgrenze eine erste gute Möglichkeit. Doch in der Folge taten sich die Deutschen schwer. Bei deutschem Ballbesitz stand Thailand zumeist mit zwei Viererketten am eigenen Strafraum, entsprechend schwer war das Durchkommen für die Deutschen, die aber auch oftmals nicht schnell genug spielten, um Lücken in der thailändischen Defensive zu reißen.

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Leupolz trifft zum 1:0
Und so brachte erst eine Standardsituation in der 24. Minute den gewünschten Erfolg. Nach einem Eckball erzielte Leupolz per Kopf das 1:0. Beleben konnte die Führung das Spiel der deutschen Elf allerdings nicht. Die Thailänderinnen kamen zwar ihrerseits kaum über die Mittellinie hinaus, und der Ballbesitz sprach mit knapp 70 Prozent für Deutschland eine deutliche Sprache. Dafür kämpften die Thailänderinnen aber aufopferungsvoll und konnten sich auf ihre gut aufspielende Torhüterin verlassen. In der 45. Minute hätte Dzsenifer Marozsán die Führung verdoppeln können, unterlag jedoch im 1:1-Duell mit Boonsing.

Anja Mittag kam in der zweiten Halbzeit und belebte mit Lena Petermann die Partie (Archivbild) © Mirko Kappes, footograph.net

Anja Mittag kam in der zweiten Halbzeit und belebte mit Lena Petermann die Partie (Archivbild) © Mirko Kappes, footograph.net

Leistungssteigerung in Hälfte zwei
Zur zweiten Halbzeit kamen Lena Petermann und Anja Mittag für Marozsán und Célia Šašić. Und mit den Wechseln bewies Neid den richtigen Riecher: Mit einem Doppelschlag erhöhte Petermann (56., 58.) auf 3:0. Und auch am 4:0 war die Freiburgerin beteiligt: Nach Hereingabe von Mittag konnte Petermann im Fünfmeterraum den Ball noch nicht im Tor unterbringen, dafür landete er vor den Füßen von Däbritz, die nur noch einschieben musste (73.). Bei den Thailänderinnen ließ die Kraft nach dem großen Einsatz der ersten Halbzeit langsam nach, die Deutschen spielten die Partie locker nach Hause.

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Norwegen belegt Rang zwei
Im Parallelspiel behielt Norwegen erwartungsgemäß die Oberhand gegen die Elfenbeinküste. Der Weltmeister von 1995 besiegte den WM-Neuling mit 3:1. Damit haben Deutschland und Norwegen beide sieben Punkte auf dem Konto. Die DFB-Elf hat allerdings das deutlich bessere Torverhältnis.

Das Spiel im Überblick
  • 65 Prozent Ballbesitz für Deutschland, 34:2 Torversuche, 14:2 Ecken
  • Für Lena Petermann waren es die ersten Länderspieltore
  • Sara Däbritz hat bereits ihr zweites Tor bei diesem Turnier erzielt
  • Melanie Leupolz hat bei dieser WM zum ersten Mal getroffen.

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24 Kommentare »

  • egjowe sagt:

    @Markus Juchem

    so sehe ich das auch.
    besser als pellerud kann man auf das manko der deutschen mannschaft wohl nicht hinweisen:

    „sie hätten uns killen können!“
    und das aus dem munde des gegnerischen trainers.

    ich freue mich insbesondere auch darüber,
    dass sie korrekterweise auf die mangelnde „EFFIZIENS“ hinweisen,
    denn effektiv war die deutsche mannschaft ja.

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  • Johannes sagt:

    Tja, was soll man zu diesem Spiel schon groß sagen, es ist ja ähnlich wie bei der Elfenbeinküste schwer Rückschlüsse zu ziehen, da diese Teams einfach zu schwach sind.Trotzdem würde ich wenn ich ein fazit nach der Vorrunde ziehen müsste festhalten das eigenlich nur drei Spielerinnen restlos überzeugt haben.Das wären Leupolz auf der sechs, Mittag im Sturm (die mich absolut positiv übberascht hat) und Maier als Rechtsverteidigerin, alle anderen hatten für mich ziemlich durchwachsene Auftritte oder zu wenig Spielzeit.Bremer hätte ich z.B schon gegen Norwegen gerne gesehen aber sie ist wohl nicht fit genug schätze aber das sie noch wichtig wird.

    Absolut enttäuschend finde ich bisher nur Krahn, in quasi jedem Spiel einen wackler drin und auch mit Ball sehr einfallslos bei geringstem gegnerdruck wird sofort der ball rausgeschlagen absolute Schwachstelle im Team.Däbritz gefällt mir auf aussen nicht so sehr, da fehlt mir bisschen die Dynamik, auch mal im 1gg1 hinter die Abwehr zu kommen.Petermann ist von der Bank bisher die erste Alternative für den Sturm, glaube Startelf wäre noch bisschen zu früh.
    Schmidt und Cramer fand ich bisschen zu verhalten um sich einen Stammplatz zu erkämpfen, gerade von Cramer hatte ich mir offensiv mehr versprochen, da Kemme ja hier in den ersten zwei Spielen auch deutliche Schwächen gezeigt hat, hätte sie mit bisschen mehr Mut, sicher gute Chancen auf die Startelf fürs Achtelfinale gehabt.
    Behringer und Peter haben mir gut gefallen weil einfach alles Hand und Fuß hat, sie glänzen nicht unbedingt, aber bestechen für mich durch eine unglaubiche Ruhe am Ball, da werden keine Kunststücke probiert, sondern einfach solide Fussball gespielt, finde das tut der Mannschaft sehr gut.Behringer hat mit Goessling und Leupolz natürlich harte Konkurrenz, bei Peter kann ichs aber absolut nicht nachvollziehen.Denke das die beiden wohl zur Kategorie härtefall gehören, die nur spielen werden falls sich noch jemand verletzt.Ansonsten kann man entspannt der K.O Phase entgegensehen, da die Mitfavoriten bisher ja auch noch keine Bäume ausgerissen haben.

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  • Altwolf sagt:

    Das Spiel detailierter zu kommentieren lohnt eigentlich unter den vorhandenen Vorraussetzungen nicht und so muß ich doch der Einschätzung „Natzes“ beispflichten, so wird Deutschland kaum einen „Blumentopf“ gewinnen.

    Spätestens nach 20 min war zu erkennen,was die Thais da spielen wollten und da hat man als „Fußballnation“ normalerweise auch die Mittel gegen solch tief und dicht stehende Teams zum Torerfolg zu kommen.
    Was aber macht die strategische Zentrale ? Fast immer durch die Mitte und das dann auch noch mit unpräzisen Pässen u. verhinderten Abnehmern.

    Warum spielt das zentrale MF nicht konsequent über d.Flügel? – warscheinlich, weil es keine „richtigen“ Flügelspielerinnen gibt.
    B.Schmidt noch als AV re.noch beste Außenkraft mit auch einigen ordentlichen Versuchen die Bälle vorn unterzubringen.

    Dazu eine völlig „frustrierte“ L.Lotzen, die sich zurecht da auf den Flügeln ärgern muß; wenn nicht zentral,dann lieber gar nicht.

    Einziger Teil-Lichtblick noch M.Leupolz, die Druck nach vorn aufzubauen versuchte, jedoch auch sie irrte immer wieder mit den Pässen in die Mitte.

    D.Maroszan geht nur hinter den Spitzen, wenn man ihre Schußfähigkeiten nutzen möchte, aber nicht in der Sturmmitte.

    Aber da müssen wir wohl mit zurechtkommen,denn es der Plan der BT.

    Also lassen wir uns überraschen.

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  • FFFan sagt:

    @ Schelle:

    OK, verstehe: du magst also keine Rosinen! 😀

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