Turbine Potsdam macht Titelkampf spannend

Von am 15. März 2015 – 16.48 Uhr 89 Kommentare

Am 17. Spieltag der Allianz Frauen-Bundesliga hat der VfL Wolfsburg im Topspiel beim 1. FFC Turbine Potsdam die erste Saisonniederlage kassiert. Dazu ließ der FC Bayern München Punkte beim MSV Duisburg liegen, während der 1. FFC Frankfurt gewann, so dass zwischen den vier Topteams nur noch zwei Punkte liegen.

Erste Saisonniederlage für Wolfsburg
Der 1. FFC Turbine Potsdam gewann vor 3 280 Zuschauern im Karl-Liebknecht-Stadion gegen den VfL Wolfsburg mit 2:0 (0:0) und brachte den Gästen somit die erste Niederlage seit mehr als einem Jahr bei. Genoveva Anonma brachte Turbine mit einem direkt verwandelten Freistoß in Führung 78.) kurz vor Spielende sorgte die eingewechselte Natasa Andonova für die Entscheidung (89.).

Guter Turbine-Beginn
Turbine kam besser in die Partie und hatte durch Anonma (11.) und einen Heber von Tabea Kemme die ersten Torchancen (17.). Die Gäste kamen durch Vanessa Bernauer erstmals gefährlich vor das Tor (24.), später wurde Julia Simic gerade noch am Abschluss gehindert (39.).

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Elsig köpft an die Latte
Auch zu Beginn der zweiten Halbzeit waren die Gastgeberinnen Spiel bestimmend. So traf Johanna Elsig per Kopf nur die Latte (47.), Asano Nagasato scheiterte mit einem Schuss an Almuth Schult (49.). Martina Müller scheiterte nach Vorarbeit von Isabel Kerschowski nur knapp mit einer Direktabnahme (53.). Turbine ließ zunächst weiter gute Chancen liegen, als Nagasato zweimal an Schult scheiterte (66.).

Genoveva Anonma schießt

Genoveva Anonma brachte Turbine auf die Siegerstraße © Sven-E. Hafft / girlsplay.de

Führung durch Anonma
In einer Phase als Wolfsburg besser in die Partie kam, unter anderem bei einem Schuss von Noëlle Maritz (67.) und einem Popp-Schuss ans Außennetz (70.) leistete sich die eingewechselte Caroline Graham Hansen unweit der Strafraumgrenze ein unnötiges Foul gegen Kemme. Anonma verwandelte den Freistoß direkt aus 18 Metern zur Führung, Schult kam nur noch mit den Fingerspitzen an den Ball (78.).

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Entscheidung durch Andonova
Wolfsburg war um den Ausgleich bemüht, konnte sich aber keine guten Chancen erarbeiten. Stattdessen scheiterte Anonma mit einem Schuss an Schult (85.), doch nach einem Patzer von Nilla Fischer legte Bremer den Ball quer zu Andonova, die für die Entscheidung sorgte (89.).

Bayern patzt in Duisburg
Der VfL Wolfsburg bleibt mit 42 Punkten an der Tabellenspitze, da der Tabellenzweite FC Bayern München beim MSV Duisburg nicht über ein 0:0 hinaus kam und somit den möglichen Sprung an die Tabellenspitze verpasste. MSV-Trainerin Inka Grings meinte: „Ich muss meiner Mannschaft ein dickes Kompliment machen; alle haben 90 Minuten super gekämpft und alles gegeben. Bayern war selbstverständlich spielerisch überlegen, aber wir haben es gut geschafft, den Aufbau im Zentrum wirkungsvoll zu unterbinden.“

Frankfurt souverän
Dank der Wolfsburger Niederlage ist auch der 1. FFC Frankfurt wieder voll im Titelkampf. Die Frankfurterinnen gewann beim Herforder SV mit 5:0 (2:0). Kerstin Garefrekes (17.) und Celia Sasic (28.) stellten schon vor der Pause die Weichen für den Sieg, in der zweiten Halbzeit trafen erneut Garefrekes (48.), Sasic (55.) und Mandy Islacker (64.).

Sand schlägt Hoffenheim
Im Kampf gegen den Abstieg landete der SC Sand einen wertvollen 3:2 (2:2)-Heimsieg gegen die TSG 1899 Hoffenheim. Christine Veth erzielte die Führung (17.), die Emily Evels ausglich (26.), ehe Veth erneut zur Stelle war (30.). Kristin Demann gelang zwar der neuerliche Ausgleich (45+1.), doch Julia Zirnstein sorgte für die Entscheidung (69.).

Freiburg gewinnt in Jena
Der FF USV Jena musste sich am Vormittag mit 0:2 (0:0) gegen den SC Freiburg geschlagen geben. Sandra Starke (58.) und Hasret Kayikci (60.) sorgten binnen zwei Minuten für die Entscheidung. Freiburgs Trainer Dietmar Sehrig freute sich: „Das war heute eine wirklich starke Leistung. Wir haben eine gute Jenaer Mannschaft fast über die gesamte Spielzeit im Griff gehabt. Wir waren kompakt und haben uns Torchancen erarbeitet. Ich ziehe vor meiner Mannschaft den Hut für diese Leistung.“

Schüller sorgt für Essens Last-Minute-Sieg
Bayer 04 Leverkusen musste sich der auswärtsstarken SGS Essen mit 2:3 (1:2) geschlagen geben. Zwar sorgte Isabelle Linden für einen Blitzstart der Leverkusenerinnen (2.), doch Linda Dallmann (30.) und Charline Hartmann (35.) drehten die Partie. Carolin Simon gelang zwar der Ausgleich (74.), doch Lea Schüller machte für Essen in der Schlussminute den fünften Auswärtssieg der Saison perfekt (90.).

Frauen-Bundesliga, Ergebnisse 17. Spieltag

MSV Duisburg FC Bayern München 0:0
FF USV Jena SC Freiburg 0:2 (0:0)
Bayer 04 Leverkusen SGS Essen 2:3 (1:2)
1. FFC Turbine Potsdam VfL Wolfsburg 2:0 (0:0)
Herforder SV 1. FFC Frankfurt 0:5 (0:2)
SC Sand TSG 1899 Hoffenheim 3:2 (2:2)

Tabelle Frauen-Bundesliga

Rang Verein Spiele Tore Punkte
1. VfL Wolfsburg 17 46:3 42
2. FC Bayern München 17 43:5 41
3. 1. FFC Frankfurt 17 60:14 40
4. 1. FFC Turbine Potsdam 17 47:21 40
5. SGS Essen 17 25:23 25
6. SC Freiburg 17 25:45 22
7. FF USV Jena 17 21:29 18
8. TSG 1899 Hoffenheim 17 20:30 18
9. Bayer 04 Leverkusen 17 19:35 16
10. SC Sand 17 23:37 14
11. MSV Duisburg 17 10:46 9
12. Herforder SV 17 13:64 2

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

89 Kommentare »

  • Detlef sagt:

    Die PK verlief erstaunlich ungiftig!!! 🙂
    So scheinen wohl alle Unstimmigkeiten und alles böse Blut aus den letzten Begegnungen ausdiskutiert worden zu sein!!! 🙂

    Ein zwar enttäuschter-, aber doch sehr nüchtern und sachlich resümierender Ralf Kellermann, der sogar noch eine ordentliche Portion Ironie Richtung Schiedsrichterin übrig hatte!!! 😉

    Schröder natürlich oben auf, mit Seitenhieben in alle Richtungen!!! 😉

    Man darf gespannt sein, wie WOB seine beendete „Unbesiegbarkeit“ jetzt verkraftet!!!
    Vielleicht lässt man heute schon gegen die Mädels aus der Ortenau die nächsten Punkte liegen??? 😉

    Spätestens am Sonntag kommt ein ähnlich unbequemer Gegner wie TURBINE auf die Wölfinnen zu!!!

    Schröders Bemerkung zu ANJA MITTAG sollte man nicht zu ernst nehmen, den Rosengard wird topfit auf sehr müde Wölfinnen treffen!!! 😉

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  • tpfn sagt:

    @altwolf
    ich hab mal live erlebt wie Kessi ihre Mädels zur „Sau“ machte, weil die sich nach nem Rückstand oder Unentschieden (weiß nicht mehr genau) hängen ließen, das hat mich schwer beeindruckt, das erwartet man einfach nicht von so einem Persönchen. Von da an war mir klar wer die Wölfinnen in der Kabine rundmacht und sagt wo es lang geht. Kellermann hatte ja mal, mit einem Augenzwinkern, bei einem Interview erwähnt, dass er sich manchmal etwas mehr Zurückhaltung von Kessi wünschen würde, vorallem auch in Bezug auf seinen Job (nicht wortwörtlich aber inhaltlich). Das passte natürlich genau ins Bild was ich von ihr hatte.

    Diese KessiQualitäten kamen natürlich vorallem in engen Spielen zum Vorschein. Seit Kessis Ausfall konnte Wolfsburg solch enge Spiele entweder nicht (Bayern) oder ausgesprochen glücklich (Frankfurt,Turbine) für sich entscheiden. Und deswegen hat zumindest für mich der VFL Wolfsburg die Führungsrolle im FF noch nicht wieder bestätigen können, die ich Wolfsburg zu KessiZeiten durchaus zusprach. Das Drehen von Spielen, das war Kessi!

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  • Detlef sagt:

    @tpfn,
    Ich glaube Du siehst das alles zu engstirnig!!!
    WOB wäre nicht da oben, wenn lediglich KESSI den Unterschied ausmachen würde!!! 😉

    Einer Müller, Popp, Goeßling, Fischer, PETER oder Wensing mußt Du nicht erst in den Hintern treten, wenns mal nicht so läuft!!!

    Das konnte man Sonntag sehr schön beobachten, wie die Hälfte der Wölfinnen förmlich Schaum vorm Maul hatte, weil sie ihr Spiel nicht aufziehen konnten wie sie es gewöhnt waren!!! 🙂

    Und das selbst beim Stand von 0:0, mit dem WOB sicher hätte gut leben können!!!
    Das Frustfoul von Popp an CRAMER war da beispielhaft!!! 😉

    Also WOB braucht KESSI sicherlich nicht, um enge Spiele zu drehen!!!
    Aber in der Kreativabteilung wird sie schmerzlich vermißt, denn da ist außer Goeßling im Moment ziemlich tote Hose!!! 😉

    YUKI und JULIA sind im Moment noch Lichtjahre von ihrer Bestform entfernt, und Bernauer ist zwar eine fleißige Arbeiterin, aber Ideen bringt sie auch keine!!!

    Und so ist von WOB im Moment auch keine fusballerische Feinkost zu erwarten, wohl aber Kampf und Einsatz ala Popp, Goeßling, Blässe und Müller!!!

    Da können Bachmann, MITTAG und Marta am Sonntag schon wesentlich mehr Kreativität ins Feuer werfen!!! 😉

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  • dummkopf sagt:

    Ok. Ich habe verstanden. Darum erwähne ich den Herrn im Folgenden einmal nicht:

    Welche der folgenden Frauenfussballfachkräfte hatte noch kürzlich öffentlich erklärt, Anonma habe ihren Zenit schon überschritten, und es sei von daher eigentlich gut, dass sie in die NWSL wechselt?

    A. Franz Beckenbauer

    B. Otto Waalkes

    C. Lothar Matthäus

    D. Heidi Klum

    E. Keiner, dass sind doch keine Frauenfussballfachkräfte.

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  • kelly sagt:

    ja ich denke es muss mit ost und Westdeutschland zu tun haben !!!!neid Emotionen
    aggressive fans! potsdam ist der einzige ost verein im fussball,der in Liga 1 spielt und die fans stehen sehr hinter ihrem team!dies ist nur meine Meinung bitte kein shitstorm

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  • shane sagt:

    ach, kelly, tatsaechlich? und wo liegt jena? O.o

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  • Altwolf sagt:

    @tpfn.

    Was du jetzt über Kessi als Leitwölfin schilderst – da bin ganz bei dir.

    Auch die spielerische Qualität leidet unter ihrem Fehlen – gar keine Frage.

    Doch wenn du in diesem Team nicht auch eine entsprechend hohe Qualität hast, dann bist du auch mit „Motivation“ durch die Kapitänin nicht in der Lage Spiele wie gegen Turbine (CL-Halbfinale) u.gegen Tyresö zu drehen.

    Das sehe ich so, wie @Detlef es auch geschildert hat, dafür brauchst du auch weitere Spielerinnen, für die es Aufgeben vor dem Abpfiff nicht gibt.

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  • tpfn sagt:

    @Altwolf
    wir haben doch erst am Sonntag gesehen, dass die Qualität nicht zwingend ausschlaggebend ist, sondern der unbändige Wille/Motivation/Antrieb. Ich bleib dabei mein Freund, wir werden ja sehen, vielleicht schon gegen Rosenburg(gard).

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  • Altwolf sagt:

    @tpfn.

    Recht so, am letzten Sonntag war jedoch der unabdingbare Wille bei den Turbinen etwas größer als bei d. Wölfinnen – sie wollten,konnten aber nicht zurückkommen, da hätte schon M.Müller das 0:1 machen müssen. Hat sie aber nicht. (:

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