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2015

Werder Bremen: „So nah dran wie noch nie“

BV Cloppenburg gegen Werder Bremen: Mit einem Nachholspiel beginnt am Wochenende auch in der 2. Bundesliga Nord wieder der Ball zu rollen. Für Werder ist das die Chance, mit einem Sieg bis auf einen Punkt an Tabellenführer 1. FC Lübars heranzurücken und in dieser Saison um die Meisterschaft mitzuspielen. Bremens Trainerin Chadia Freyhat (32) im Womensoccer -Interview.

Werder startet mit dem Nachholspiel am Sonntag eine Woche früher in den Spielbetrieb. Sind Sie froh, dass es wieder losgeht? Chadia Freyhat: Ja, total, die Mannschaft brennt auf die Rückrunde. Man will auch irgendwann keine Testspiele mehr spielen, und die Vorbereitung im Winter ist mental einfacher schwieriger. Wenn wir trainieren, ist es schon dunkel, dazu oft nass und kalt. Da ist es schwerer, nach der Arbeit den inneren Schweinehund zu überwinden und zu trainieren. Aber was die Motivation angeht, können wir uns nicht beklagen, die Mannschaft zieht richtig gut mit.

Sie haben gegen zwei Männerteams getestet und am vergangenen Wochenende den 1. FC Köln, unangefochtener Tabellenführer der 2. Liga Süd, eindrucksvoll mit 7:2 geschlagen. Werder scheint bestens gerüstet, nun tatsächlich um den Aufstieg mitzuspielen. Das Ergebnis gegen Köln war auch für mich ein wenig überraschend. Grundsätzlich ist das ein guter Anhaltspunkt, beflügelnd und gut für das Selbstvertrauen. Aber es ist nur ein Testspiel. Für mich war wichtig zu sehen: Wir sind körperlich gut drauf und haben taktisch diszipliniert über 90 Minuten gegen den Ball gespielt. Der Sieg war am Ende verdient, aber ich bin mir sicher, die Mädels wissen ihn richtig einzuordnen.

In der Vergangenheit hat Werder immer verhalten auf die Frage nach den Aufstiegsambitionen reagiert. Als Sie 2013 Cheftrainerin wurden, haben Sie gesagt: Wir sind bereit. Eine bessere Ausgangslage als jetzt gab’s noch nie – oder sehen Sie das anders? Wenn man sich die Fakten anguckt, braucht man gar nicht drum herum zu reden. Von den Möglichkeiten her sind wir so nah dran wie noch nie, wir sind mental und physisch gewappnet. Wir haben eine große Chance, dieses Jahr Meister zu werden. Und das wollen wir auch.

Nach dem BVC wartet in der kommenden Woche gleich der Tabellenführer 1. FC Lübars auf Werder, der in der Hinrunde zehn Spiele ohne Gegentor bestritten hat. Wird das die Nagelprobe? Ich glaube nicht, dass sich die Meisterschaft in den ersten drei oder vier Spieltagen der Rückrunde entscheidet. Wenn man auf die Tabellenplätze eins bis fünf schaut ( neben Werder und Lübars sind das der SV Meppen, Turbine Potsdam II und FSV Gütersloh, Anmerk. ), kann jeder jeden schlagen. Lübars hat in der Hinrunde eine superstarke Leistung gezeigt, das muss man neidlos anerkennen. Sie haben nur vier Gegentore, und die haben sie im ersten Spiel gegen uns bekommen. Aber am Ende wird es um Kontinuität gehen und darum, auch nach hinten raus Luft zu haben. Keine Mannschaft wird schnell davonziehen. Es wird eng bleiben, anders als in der 2. Bundesliga Süd.

Werder hat mit 39 Treffern zwar die stärkste Offensive der Liga, aber mit 16 Gegentreffern eine mittelprächtige Defensive. Gehen Sie verändert in die Rückrunde? Wir haben insgesamt in der Vorbereitung gut gearbeitet, auch im defensiven Bereich. In der Rückrunde müssen wir in der Lage sein, auch zu null zu spielen. Das haben wir ganz klar auf dem Zettel. Trotzdem bin ich eine Trainerin, die lieber zwei, drei Tore mehr schießt, auch wenn wir dabei riskieren, eine Bude zu bekommen. Und wir haben eine Spielweise, die offensiv ausgerichtet ist. Diese Stärke wollen wir auch weiterhin nutzen.