Chronik 2007 — 2019 8451 Beiträge 513 Transfers145 Vereine 540 Profile
WomenSoccer

2014

Frauen-Bundesliga: Wolfsburg patzt, Bayern an der Spitze

Der 8. Spieltag der Allianz Frauen-Bundesliga hatte es in sich. Denn der bisherige Tabellenführer VfL Wolfsburg kam gegen den FF USV Jena überraschend nicht über ein Remis hinaus und verlor dadurch die Tabellenführung an den FC Bayern München . Turbine Potsdam verspielte beim MSV Duisburg gar eine Zwei-Tore-Führung.

Der Meister und bisherige Tabellenführer VfL Wolfsburg am im heimischen VfL-Stadion am Elsterweg trotz einer Vielzahl guter Chancen nicht über ein enttäuschendes 0:0 gegen den FF USV Jena hinaus. Für die Wolfsburgerinnen war es nach dem Heimspiel gegen den FC Bayern München bereits das zweite torlose Remis in dieser Saison. Der FC Bayern München bleibt übernahm somit dank eines um vier Tore besseren Torverhältnisses die Tabellenspitze.

Kellermann: “Tut weh, diese zwei Punkte liegen gelassen zu haben” Wolfsburgs Trainer Ralf Kellermann meinte : “Dass Jena eine harte Nuss werden würde, darauf waren wir vorher gefasst. Der Gegner hatte defensiv auf dem Platz eine gute Struktur, demgegenüber fehlte uns heute nach so vielen Spielen in den letzten Wochen die Frische. Trotzdem hatten wir mehr als genug Gelegenheiten, um das Spiel für uns zu entscheiden. Es tut weh, diese zwei Punkte liegen gelassen zu haben. Wir hätten gern auch nach diesem Spieltag weiter an der Spitze gestanden. Nun werden wir die Länderspielpause nutzen, um unsere Kräfte zu bündeln. Danach müssen wir die nächsten Spiele wieder konzentriert angehen.”

Kraus: “Haben uns leidenschaftlich gewehrt” Jenas Trainer Daniel Kraus erklärte: “Wir sind natürlich sehr glücklich über dieses Ergebnis. Nach den vielen Negativerlebnissen bedeutet dieser Punkt für uns einen großen Schritt. Wolfsburg hat bis zum Schluss gedrückt, aber wir haben uns leidenschaftlich dagegen gewehrt und hatten außerdem eine sehr gute Torhüterin zwischen den Pfosten. Wenn man als Team gut zusammenarbeitet, das hat man gesehen, dann hat man auch das nötige Glück und wird am Ende belohnt.”

Potsdam verspielt Zwei-Tore-Führung Turbine Potsdam musste sich beim MSV Duisburg trotz einer 2:0-Führung am Ende mit einem 3:3 (2:1)-Remis begnügen. Dabei sah es zunächst nach den Treffer von Genoveva Anonma (25.) und Tabea Kemme (30.) nach einem Sieg für die Gäste aus. Doch der Anschlusstreffer von Carole Costa kurz vor der Pause brachte die Hoffnung zurück (45.).

Duisburg mit Moral und Glück In der zweiten Halbzeit gelang Geldona Morina der Ausgleich (57.), doch Turbine ging durch ein Eigentor von Rahel Kiwic erneut in Führung (80.). Dennoch reichte es am Ende nicht zu einem Sieg, denn Virginia Kirchberger gelang kurz vor Spielende per Kopf der Ausgleich für die Gastgeberinnen (87.), die zuvor in sieben Spielen nur einen Treffer erzielt hatten und in der letzten Minute Glück hatten, als Potsdam noch einmal Latte und Pfosten traf.

Tolle Tore Duisburgs Trainerin Inka Grings meinte: „Ich freue mich unheimlich für meine Mannschaft, sie hat alles abgerufen, was sie derzeit drauf hat, und drei ganz tolle Tore erzielt. Deshalb haben wir auch das Quäntchen Glück verdient, das wir heute hatten.“

Ungefährdeter Sieg für den FC Bayern München Bayern München vor Sprung an die Tabellenspitze Kathrin Hendrich und Marith Prießen tippen den 8. Spieltag Frankfurt ohne Probleme Der 1. FFC Frankfurt gab sich beim 3:0 (1:0)-Sieg im Heimspiel gegen Bayer 04 Leverkusen anders als in der vergangenen Saison diesmal keine Blöße. Kerstin Garefrekes brachte die Gastgeberinnen früh in Führung (7.). Kurz nach der Halbzeit erzielte Dzsenifer Marozsán das 2:0 (56.), Simone Laudehr setzte kurz vor Spielende den Schlusspunkt (87.). Frankfurts Trainer Colin Bell meinte: „Es war ein Sieg des Willens. Auch nach dem 2:0 haben wir weiter kompakt gespielt und nicht nachgelassen. Die Mannschaft hat gebissen und gefightet und sich den Sieg erkämpft.“

Obliers lobt seine Elf trotz Niederlage Leverkusens Trainer Thomas Obliers erklärte: „Wir haben trotz der Niederlage ein gutes Spiel gemacht. Beim ersten Gegentor waren wir nicht konsequent genug, am Ende hat sich Frankfurts individuelle Klasse durchgesetzt und wir haben unsere nicht Chancen verwertet.“

Klatsche für den SC Freiburg Die SGS Essen kam beim SC Freiburg zu einem zumindest in der Höhe unerwarteten 4:1 (4:0)-Sieg. Dabei legte Essen den Grundstein zum Sieg bereits in der Schlussviertelstunde ersten Halbzeit, in der Sara Doorsoun-Khajeh (31.), Lea Schüller (38., 45.) und Margarita Gidion (41.) mit einem wahren Torfestival für die Entscheidung sorgten. Den Gastgeberinnen gelang durch Sarah Puntigam nur noch der Ehrentreffer (77.).

Freiburg ohne Saft und Kraft Freiburgs Trainer Dietmar Sehrig suchte Gründe für die Niederlage: „Heute war der Akku nicht bei 100 Prozent. Wir wussten, dass wir gegen Essen topfit sein müssen, um zu bestehen. Das haben wir im ersten Spielabschnitt nicht geschafft. Wir sind oft hinterher gelaufen, waren körperlich nicht auf der Höhe und haben uns ungewohnte Fehler im Spielaufbau geleistet.

Essen eine Halbzeit bärenstark Essens Trainer Markus Högner erklärte: „Wir haben eine hervorragende erste Hälfte gespielt, vielleicht die beste Halbzeit der laufenden Saison. In der zweiten Halbzeit haben bei manchen Spielerinnen zehn bis fünfzehn Prozent gefehlt.“

Heimsieg für Hoffenheim Die TSG 1899 Hoffenheim kam gegen Aufsteiger Herforder SV zu einem 3:0 (1:0)-Sieg und gewann somit sein drittes Heimspiel in Folge. Anne Fühner, die nach der Verletzung von Katharina Kiel erstmals in der Startformation stand, erzielte unbedrängt aus fünf Metern die Führung (19.), Stephanie Breitner per direktem flachen Freistoß (47.) und erneut Fühner am langen Pfosten (49.) sorgten anfangs der zweiten Halbzeit für die Entscheidung.

Lob von Ehrmann Hoffenheims Trainer Jürgen Ehrmann meinte: „Vom Spielaufbau her war es heute unser bestes Spiel – mit kurzen Pässen und Spielverlagerung. Im letzten Platzdrittel waren wir noch etwas zu ungenau.“ Sein Gegenüber Jürgen Prüfer sagte: „Wir sind mit anderen Erwartungen her gekommen. Wir haben es wieder mal nicht hingekriegt, unter drei Gegentoren zu bleiben und selbst so durchschlagskräftig zu sein, dass es für einen Punkt oder mehr reicht.“

Bayern glanzlos, aber souverän Bereits am Samstag hatte der FC Bayern München mit 4:0 (1:0) gegen den SC Sand gewonnen. Die Treffer erzielten Vivianne Miedema (8., 31.), Melanie Behringer (27.) und die eingewechselte Eunice Beckmann (84.).