Bayern gewinnt Topspiel, Wolfsburg weiter spitze

Von am 12. Oktober 2014 – 16.25 Uhr 61 Kommentare

Der FC Bayern München hat sich am siebten Spieltag der Allianz Frauen-Bundesliga mit einem Sieg beim 1. FFC Turbine Potsdam auf Platz zwei der Tabelle verbessert. Der VfL Wolfsburg verteidigte souverän die Tabellenspitze, auch der 1. FFC Frankfurt gewann. Der MSV Duisburg darf sich über den ersten Punktgewinn freuen.

Vor 3 440 Zuschauern im Karl-Liebknecht-Stadion kam der FC Bayern München zu einem 1:0 (0:0)-Auswärtssieg bei einem schwachen 1. FFC Turbine Potsdam, der die zweite Niederlage in Folge kassierte. Melanie Behringer sorgte nach einem Handspiel von Turbines Jennifer Zietz mit einem verwandelten Elfmeter für den Treffer des Tages (56.), wodurch die Münchnerinnen an Potsdam vorbei sichi auf Platz zwei verbesserten.

Miedema in Startformation, Kemme fehlt
Bayern-Trainer Thomas Wörle nahm gegenüber dem 6:0-Sieg gegen den MSV Duisburg eine Änderung in der Startformation vor, Vivianne Miedema ersetzte Eunice Beckmann. Bei Turbine fiel Tabea Kemme verletzungsbedingt aus, Natasa Andonova durfte von Beginn an spielen. Die Münchnerinnen fanden besser in die Partie, doch die ersten Chancen hatten die Gastgeberinnen.

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München zunächst stärker, doch Chancen für Potsdam
Geburtstagskind Genoveva Anonma versuchte es mit einem Heber aus 35 Metern gegen die weit vor ihrem Tor stehende Bayern-Torhüterin Tinja-Riikka Korpela, doch der Ball ging übers Tor (18.). Zwei Minuten später hatte die finnische Torhüterin erneut Glück, als sie nach einer Anonma-Ecke am Ball vorbeigriff, der Kopfball von Inka Wesely aber am Tor vorbeistrich. Auch ein Freistoß von Natasa Andonova ging in der kampfbetonten, aber auf mäßigem Niveau stehenden Partie übers Tor (28.).

Gute Chancen durch Bürki
Nach einer halben Stunden kreierten dann auch die Münchnerinnen erste Chancen, beide Male durch die gute Schweizerin Vanessa Bürki, die nach Kopfballvorlage von Amber Brooks ihr Ziel knapp verfehlte (31.) und kurz darauf aus aussichtsreicher Position nur durch eine Parade von Turbine-Torhüterin Anna Sarholz an einem Treffer gehindert wurde (33.).

Jubel des FC Bayern München

Der FC Bayern München ist nach dem Sieg in Potsdam weiter ungeschlagen © Sascha Pfeiler / girlsplay.de

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Handelfmeter bringt Entscheidung
Anfangs der zweiten Halbzeit hatte Turbine die bis dahin größte Möglichkeit zur Führung, als die Bayern-Abwehr bei einem weiten Freistoßschlag von Andonova schlief, doch Anonma konnte die Großchance nicht verwerten (47.). Kurz darauf ereignete sich die Szene, die das Spiel entscheiden sollte: Jennifer Zietz spielte den Ball im eigenen Strafraum mit der Hand, Melanie Behringer verwandelte den anschließenden Elfmeter souverän (56.).

Turbine fehlen die Mittel
Turbine war zwar in der Folge bemüht, brachte aber die Münchner Abwehr nur selten ernsthaft in Bedrängnis, etwa als Korpela mit einem guten Reflex gegen Asano Nagasato den drohenden Ausgleich (78.) verhinderte. Die Einwechslung von Johanna Elsig sowie das Comeback von Lisa Evans und der erste Einsatz von Rachel Mercik konnten das Turbine-Spiel in der Schlussphase zwar ein wenig beleben, doch es war zu wenig, so dass die Gäste am Ende nicht ganz unverdient drei Punkte aus dem Karl-Liebknecht-Stadion entführten.

Frankfurt nimmt Hürde Essen
Der 1. FFC Frankfurt kam nach der strapaziösen Champions-League-Reise nach Kasachstan bei der SGS Essen zu einem hart erkämpften 3:1 (2:0)-Sieg. Célia Sasic (29.) und Kerstin Garefrekes (44.) stellten noch vor der Pause die Weichen für den Sieg. Charline Hartmann verkürzte zwar für die Gastgeberinnen zum 1:2 (56.), doch in der Nachspielzeit sorgte Kozue Ando für die Entscheidung (90.+1), nachdem Essen zuvor Chancen zum möglichen Ausgleich ausließ.

Spielszene SC Sand gegen VfL Wolfsburg

U20-Weltmeisterin Lina Magull (li.) traf in der Schlussphase doppelt für den VfL Wolfsburg © Udo Künster

Wolfsburg verteidigt Tabellenspitze
Meister VfL Wolfsburg kam bereits zur Mittagszeit zu einem souveränen 4:0 (2:0)-Sieg bei Aufsteiger SC Sand. Vanessa Bernauer brachte die Gäste mit der ersten Chance des Spiels in Führung (12.), Caroline Graham Hansen erhöhte die Führung nach einem Konter (32.). Nach einem Handspiel von Julia Zirnstein verwandelte Lina Magull den Elfmeter (81.), fünf Minuten später setzte die U20-Weltmeisterin per Abstauber den Schlusspunkt (86.).

Kellermann zufrieden
Wolfsburgs Trainer Ralf Kellermann meinte nach dem Spiel: „Es war das siebte Spiel in 22 Tagen, davon fünf Auswärtsspiele mit mindestens 500 Kilometer Entfernung. In der Bundesliga gibt es keine Mannschaft mehr, bei der man sich schonen kann.“ Sands Trainer Niko Koutroubis erklärte: „Das Ergebnis war ein bis zwei Tore zu hoch, aber der Gegner ist die derzeit beste Mannschaft in Europa.“

Herford weiter ohne Sieg
Der SC Freiburg gewann sein Auswärtsspiel beim Herforder SV mit 3:2 (2:1), die Gastgeberinnen warten somit weiter auf den ersten Saisonsieg. Sandra Starke (3.) und Jenista Clark (11.) per Elfmeter brachten die Gäste früh auf die Siegerstraße, auch wenn Ashley Grove kurz vor der Pause der Anschlusstreffer gelang (41.). Starke stellt mit ihrem zweiten Treffer die Zwei-Tore-Führung wieder her (56.), Herfords neuerlicher Anschlusstreffer durch Kirsten Nesse kam zu spät (89.).

„Wir waren die Mannschaft mit der besseren Spielanlage und haben über die vollen 90 Minuten auch die bessere Leistung gezeigt“, freute sich Freiburgs Trainer Dietmar Sehrig.

Erster Punktgewinn für Duisburg
Der MSV Duisburg kam bei Bayer 04 Leverkusen zu einem torlosen Remis, das den ersten Punktgewinn der Saison für das Team von Trainerin Inka Grings bedeutete. „Beide Mannschaften hatten Siegchancen; Kompliment an mein Team, das diesen Punkt absolut verdient hat. Wir haben super gefightet und sind wirklich auf einem guten Wege.“

Debüt von Fillion
Grings baute ihre Startformation gegenüber der deftigen Niederlage in München um, die Zebras begannen Außenverteidiger-Paar Jennifer Oster/Marina Himmighofen, das Sechser-Duo bildeten Carmen Pulver und Julia Debitzki, auf den offensiven Außenbahnen sollten Carole da Silva/Dolores Costa für Gefahr sorgen. Neuzugang Emilie Fillion gab ihr MSV-Debüt.

Starke Torhüterinnen
Die Duisburgerinnen hatten ihre beste Chance durch Lucie Vonkova, die an der glänzend haltenden Lisa Schmitz scheiterte (54.). Bei den Gastgeberinnen hatte Carolin Simon gleich mehrfach gute Chancen (34., 60.), scheiterte jedoch jeweils an der starke Gaëlle Thalmann im Duisburger Tor. Bereits am Samstag trennten sich der FF USV Jena und die TSG 1899 Hoffenheim mit 1:1.

Allianz Frauen-Bundesliga, Ergebnisse 7. Spieltag

FF USV Jena TSG 1899 Hoffenheim 1:1 (1:0)
Herforder SV SC Freiburg 2:3 (1:2)
SC Sand VfL Wolfsburg 0:4 (0:2)
Bayer 04 Leverkusen MSV Duisburg 0:0
1. FFC Turbine Potsdam FC Bayern München 0:1 (0:0)
SGS Essen 1. FFC Frankfurt 1:3 (0:2)

Allianz Frauen-Bundesliga, Tabelle

Rang Verein Spiele Torverhältnis Punkte
1. VfL Wolfsburg 7 16:1 19
2. FC Bayern München 7 17:2 17
3. 1. FFC Frankfurt 7 22:6 16
4. 1. FFC Turbine Potsdam 7 15:6 15
5. SGS Essen 7 11:7 12
6. SC Freiburg 7 14:12 12
7. TSG 1899 Hoffenheim 7 4:9 8
8. FF USV Jena 7 9:13 6
9. Bayer 04 Leverkusen 7 5:12 6
10. SC Sand 7 5:14 4
11. Herforder SV 7 9:26 2
12. MSV Duisburg 7 1:20 1

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

61 Kommentare »

  • noworever sagt:

    @FFFan
    wir hatten das gleiche stream-erlebnis, nach genau 30sec hatte es sich ausgestreamt, egal ob mac oder pc (@jennifer).
    haben sonst nie irgendwelche probleme mit rbb.
    vielleicht hat rbb eine erklärung, warte noch auf rückmeldung.

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