Kantersieg für Frankfurt, Potsdam Tabellenführer
Am zweiten Spieltag der Allianz Frauen-Bundesliga hat der 1. FFC Frankfurt gegen den MSV Duisburg einen deutlichen Erfolg gefeiert. Auch Turbine Potsdam und der FC Bayern München siegten.
Der 1. FFC Frankfurt kam beim Heimspieldebüt im runderneuerten Stadion am Brentanobad zu einem 6:0 (2:0)-Schützenfest gegen den MSV Duisburg. Peggy Kuznik (9.) und Célia Sasic (20.) trafen vor der Pause für die klar überlegenen Frankfurterinnen.
Schützenfest in Frankfurt Mandy Islacker (48.), erneut Kuznick (54.) und Sasic (57.) sowie Dzsenifer Marozsân durch einen Elfmeter (68.) sorgten für den klaren Erfolg, der sogar noch hätte höher ausfallen können, da die Gastgeberinnen weitere hochkarätige Chancen auslieβen.
Bell: „Duisburg noch gut bedient“ Frankfurts Trainer Colin Bell meinte: „Duisburg mit den sechs Toren noch gut bedient. Wir hatten viel Bewegung und Spielfluss und haben viele weitere Torchancen nicht genutzt. Beim MSV Duisburg hat man aber schon die Handschrift von Inka Grings erkannt, sie wird sich durchsetzen.“
Grings räumt Klassenunterschied ein Duisburgs Trainerin Inka Grings meinte: „Es war ein verdienter, souveräner FFC-Sieg. Wir haben zwar engagiert gearbeitet, aber man hat einen Klassenunterschied gesehen. Wir haben Erfahrungen gemacht, die wir machen müssen. Die nächsten Spiele sollten wir auf Augenhöhe sein.“
Cramer trifft bei Potsdam-Sieg Der 1. FFC Turbine Potsdam verteidigte die Tabellenspitze durch einen hart erkämpften 1:0 (0:0). In der erwartet engen Auseinandersetzung machte der Treffer von Jennifer Cramer in der 61. Minute den Unterschied.
Bayern München souverän Der FC Bayern München kam dank einer starken kämpferischen Leistung zu einem 2:1 (1:0)-Auswärtssieg beim SC Freiburg. Eunice Beckmann (38.) und Katie Stengel (57.) trafen für die Gäste, der Anschlusstreffer des SC Freiburg durch Sylvia Arnold kam zu spät (90.+3).
Führung durch Beckmann Die Bayern übernehmen von Beginn an das Kommando, liessen allerdings gleich mehrere Großchancen durch Katie Stengel, Eunice Beckmann und Mana Iwabuchi ungenutzt. Mitte der ersten Halbzeit kamen die Gastgeberinnen besser ins Spiel. Die Ex-Freiburgerin Melanie Leupolz läutet mit einem strammen Schuss zentral aus 18 Metern den bayerischen Schlussspurt in Halbzeit eins ein. Amber Brooks spielte Melanie Behringer frei, die von links Eunice Beckmann frei vor dem Freiburger Tor fand und zum 1:0 einschob.
Stengel trifft per Kopf In der zweiten Halbzeit war die Bayern-Defensive von Beginn an gefordert und aufmerksam. Melanie Behringers Blick für die auf links völlig freie Gina Lewandowski brachte das 2:0 durch Katie Stengel per Kopf nach mustergültiger Flanke (58.). Das Freiburger Aufbäumen blieb weitgehend aus und auch die Bayern ließen weitere Chancen ungenutzt. In der Nachspielzeit traf Sylvia Arnold mit einem Schuss aus 16 Metern.
Wörle: „Hartes Stück Arbeit” Bayern-Trainer Thomas Wörle meinte: „Es war ein umkämpftes, enges Spiel, in dem wir den Sack viel früher hätten zumachen können. Wir hatten schon in der ersten Halbzeit Chancen, danach kam Freiburg besser ins Spiel. Nach der Halbzeit müssen wir eine der hochkarätigen Chancen zum 3:0 nutzen. Insgesamt war es eine Partie, in der das Tempo nicht besonders hoch war, was auch den spätsommerlichen Temperaturen geschuldet ist. Wir haben uns den Sieg verdient, doch war es ein hartes Stück Arbeit.”
Sehrig: Positives Fazit trotz Niederlage Freiburgs Trainer Dietmar Sehrig erklärte: „Ich bewerte die Leistung nach dem Wolfsburg-Spiel positiv, auch wenn wir heute verloren haben. In den Bereichen Präsenz, Einsatzbereitschaft und taktischer Disziplin war das so, wie ich es mir vorgestellt habe. Heute hat ein etwas erfahrenerer FC Bayern gegen eine junge Freiburger Mannschaft gespielt, das macht manchmal noch den Unterschied.”
Turbine Potsdam muss zum Angstgegner SGS Essen Glanzloser Sieg für den VfL Wolfsburg Last-Minute-Transfer beim Herforder SV Erster Saisonsieg auch für Leverkusen Ebenfalls einen ersten Saisonsieg feierte Bayer 04 Leverkusen durch einen 2:1 (2:1)-Sieg beim FF USV Jena. Marina Hegering (21.) und Lisa Schwab (33.) trafen für die Gäste, Iva Landeka war für die Elf aus Thüringen erfolgreich (43.).
Sand gewinnt Aufsteiger-Duell Im Duell der beiden Aufsteiger in die Allianz Frauen-Bundesliga kam der SC Sand trotz frühem Rückstand zu einem 3:1 (1:1)-Sieg beim Herforder SV . Dabei gelang den Gastgeberinnen durch Kirsten Nesse (1.) ein Blitzstart, doch Tore von Patricia Hanebeck (23.), Rebekah Stott (61.) und Isabelle Meyer (86.) sorgten für den Erfolg der Sander Elf.
Kalt erwischt Der SC Sand wurde gleich kalt erwischt. „Da kam gleich alles zusammen und wie gegen Jena fehlte uns zu Beginn die Konzentration“, sagte Sands Co-Trainerin Claudia von Lanken. Zwei verlorene Zweikämpfe von Stéphanie Wendlinger auf der rechten Abwehrseite und Rebekah Stott im Strafraum gegen den Torschützen Kirsten Nesse ließen Sand nach 30 Sekunden mit 0:1 in Rückstand geraten. Probleme bereitete der Koutroubis-Elf zudem der recht große und sehr holprige Platz. Dadurch versprangen einige Anspiele und manche Zweikämpfe wurden zur Glücksache.
Sand erholt sich schnell Ein Konter über Ilaria Mauro und Angela Migliazza landete jedoch vor den Füßen von Patricia Hanebeck, die aus acht Metern zum 1:1 ins lange Ecke einschieben konnte (23.). Vier Minuten später hatte Ilaria Mauro die Führung auf dem Fuß, doch Abt vereitelte mit einer weiteren Glanztat den zweiten Sander Treffer. Bis zur Pause war der Südmeister zwar Spiel bestimmend, doch die Aktionen nicht zwingend genug und einige Aktionen im Abschluss zu ungenau vorbereitet.
Entscheidung zugunsten der Gäste Sand hatte in der zweiten Halbzeit mehr Spielanteile und ging mit 2:1 (61.) in Führung. Wieder war ein Konter Ausgangspunkt. Julia Schneider schickte Ilaria Mauro in den Strafraum, diese umspielte Torfrau Abt und legte quer auf Patricia Hanebeck. Diese sah Rebekah Stott besser positioniert und die Neuseeländerin traf aus elf Metern ins Tor. Nach einem Konter über Stott und Hanebeck erzielte Isabelle Meyer den 3:1-Endstand (86.).
Sand will nicht abheben „Wir schauen jetzt nicht auf die Tabelle und heben ab“, warnt Claudia von Lanken vor allzu großer Euphorie und fügte hinzu: „Heute haben wir eine Pflichtaufgabe gelöst, gegen Essen kann es schon wieder anders aussehen.“ Mit drei Punkten im Rucksack konnte zumindest die lange Heimfahrt aus Ostwestfalen in die Ortenau lockerer angegangen werden.