U20-WM: Deutschland steht im Finale

Von am 21. August 2014 – 3.59 Uhr 30 Kommentare

Die deutsche U20-Nationalmannschaft hat das Endspiel der U20-Weltmeisterschaft in Kanada erreicht. Gegen spielbestimmende Französinnen gelang Lena Petermann in der Schlussphase der Siegtreffer für die DFB-Auswahl.

Noch vor einem Jahr bei der U19-Europameisterschaft setzte sich Frankreich in diesem Duell durch. Diesmal behielt die deutsche Mannschaft im Olympiastadion von Montréal mit 2:1 (1:1) die Oberhand. „Als wir letztes Jahr verloren haben, haben wir allerdings besser gespielt als heute“, so Bundestrainerin Maren Meinert nach der Partie.

Deutsche Führung durch Bremer
Dabei legte die DFB-Elf einen guten Start hin. Bereits in der ersten Minute legte Theresa Panfil auf halbrechter Position auf Lena Petermann auf, die sprang allerdings am Ball vorbei, und so klärten die Französinnen zur Ecke. Doch schon in der 12. Minute fiel die deutsche Führung. Einen Schuss von Sara Däbritz konnte Frankreichs Torfrau Solene Durand noch klären. Gegen den Nachschuss von Pauline Bremer war sie dann machtlos.

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Frankreich bestimmt das Spiel
Sicherheit schien die Führung der deutschen Auswahl allerdings keine zu geben. In der Folge kamen die Französinnen immer besser ins Spiel und erarbeiteten sich zahlreiche Chancen. Dabei zeigten sie sich im Abschluss allerdings zunächst ebenso schwach wie schon im Viertelfinale gegen Südkorea. Viel im Spiel nach vorne lief dabei über Mylaine Tarrieu. In der 29. Minute kam sie frei zum Schuss, verfehlte den Kasten jedoch. Sechs Minuten später scheiterte sie an Meike Kämper im deutschen Tor. Im zweiten Versuch köpfte Sandie Toletti den Ball über die Latte.

Verdienter Ausgleich für Frankreich
Weitere gute Chancen der „Équipe Tricolore“ blieben in der 38., 41. und 42. Minute ungenutzt. Bedanken konnte sich die DFB-Elf dabei auch bei ihrer gut aufgelegten Torfrau – entsprechend wurde Kämper später zur besten Spielerin der Partie gewählt. Hochverdient fiel schließlich der Ausgleich nach einem Eckball in der 45. Minute durch Griegde Mbock Bathy.

DFB-Frauen bejubeln Einzug ins Finale der U20-WM

Jubel beim Siegtreffer von Lena Petermann (r.) © Nora Kruse, ff-archiv.de

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Petermann gelingt Siegtreffer
Nach dem Seitenwechsel bot sich den 6634 Zuschauern zunächst ein ähnliches Bild. Frankreich gab den Ton an, war im Abschluss allerdings schwach. Die letzte halbe Stunde mussten „Les Bleuettes“ darüber hinaus ohne Tarrieu auskommen, die nach einem Foul mit schwerer Knieverletzung vom Feld musste.

In den letzten 15 Minuten konnte sich die deutsche Mannschaft wieder etwas befreien. Ein Eckball in der 81. Minute war der Lohn. Dabei wurde der erste Kopfball von den Französinnen noch auf der Linie geklärt, im Nachsetzen gelang Lena Petermann schließlich der 2:1-Endstand.

Endspiel gegen Nigeria
Im Finale kommt es nun in der Nacht von Sonntag auf Montag in Montréal (1 Uhr, live auf Eurosport) zur Neuauflage des Endspiels von 2010 gegen Nigeria. „Ich hoffe, dass wir uns in diesem Spiel mehr Chancen erspielen können“, so Meinert, die mit ihrem Team aber zunächst den Sieg genießen will. „An Nigeria zu denken, heben wir uns für morgen Früh auf.“

Deutschland – Frankreich 2:1 (1:1)

Deutschland: Kämper – Rauch, Knack, Gidion, Wilde – Däbritz, Dieckmann (68. Dallmann), Magull (58. Schermuly), Panfil – Petermann, Bremer

Frankreich: Durand – Perisset, Tounkara, Mbock Bathy, Diallo – Diani, Toletti, Tavogez, Thomas (83. Sarr) – Gagnet, Tarrieu (57. Robert)

Tore: 1:0 Bremer (12.), 1:1 Mbock Bathy (45.), 2:1 Petermann (81.)

Schiedsrichterin: Katalin Kulcsar (Ungarn)

Gelbe Karte: Gidion

Zuschauer: 6 634

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30 Kommentare »

  • Sheldon sagt:

    Mein Beitrag war nicht unbedingt ganz ernst gemeint. Und dennoch, für kommende Generationen könnte man ja ergänzend zu dem normalen Keeperinnen-Scouting da auch ganz speziell forschen. Zumal Basketballer(innen) meist auch riesige Pranken haben.

    Was Volleyballerinnen betrifft, sehe ich den Nachteil, dass sie nie festhalten gelernt haben!

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  • dummkopf sagt:

    Danke U20!

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  • FFFan sagt:

    Glückwunsch an die deutsche U20 zum Einzug ins WM-Finale! Es war ein hartes Stück Arbeit, aber sie hat sich am Ende gelohnt.

    Am besten gefallen haben mir aus deutscher Sicht die ersten 20 und die letzten 20 Minuten. In der Anfangsphase gelang es der Meinert-Elf, den Gegner vom deutschen Tor weg zu halten und sogar selbst in Führung zu gehen. Allerdings zeigten sich bereits da gewisse Probleme im Spielaufbau. Meist folgte nach mehreren Querpässen in der Abwehrkette ein langer Ball in die Spitze. Darauf hatten sich die Französinnen bald eingestellt.

    Nach ca. 20 Minuten jedoch ‚entglitt‘ der deutschen Mannschaft zunehmend das Spiel. ‚Les Bleuettes‘ übernahmen die Initiative und erspielten sich eine Torchance nach der anderen, wobei sich in der deutschen Defensive bedenkliche Lücken zeigten. Ich sehe das aber nicht ausschließlich als Problem der Abwehr. Vielmehr hat einfach auch die Entlastung gefehlt, weil vorne die Bälle nicht mehr gehalten werden konnten und im Mittelfeld die Kompaktheit nicht da war. In dieser Phase hat Meike Kämper ihr Team mit mehreren glänzenden Paraden ‚im Spiel gehalten‘, bevor kurz vor der Pause nach einer Standardsituation doch noch der Ausgleich fiel.

    Die zweite Halbzeit begann genau so, wie die erste aufgehört hatte, mit starkem Druck der ‚Equipe Tricolore‘. Allerdings war die Zahl der klaren Torchancen jetzt nicht mehr so hoch, weil die Genauigkeit im Passspiel etwas nachgelassen hatte, aber auch, weil sich die deutschen Spielerinnen jetzt gegenseitig besser unterstützten, die ballführende Gegenspielerin auch mal ‚gedoppelt‘ wurde. Negativ wirkte sich für Frankreich außerdem das verletzungsbedingte Ausscheiden von Mylaine Tarrieu aus. Nicht so sehr wegen Tarrieu selbst (die bis dahin ein regelrechter ‚Chancentod‘ gewesen war), sondern weil jetzt die an diesem Tag beste französische Offensivspielerin, Kadi Diani, ins Sturmzentrum rückte, dort aber weniger wirkungsvoll war als auf der Außenbahn. Erst in der Schlussphase, nach dem erneuten Rückstand, nahm Eyquem eine Korrektur vor und brachte mit Ouley Sarr eine echte Mittelstürmerin (die freilich das Toreschießen auch nicht erfunden hat, wie die bisherigen Spiele gezeigt haben) – vielleicht zu spät.

    Besser bezahlt machten sich zwei Spielerwechsel auf deutscher Seite: Kathrin Schermuly und Linda Dallmann ersetzten Lina Magull (die, solange die Kraft reichte, ein gutes Spiel gemacht hatte) und Rieke Dieckmann. Besonders die Hereinnahme von Dallmann wirkte sich positiv aus und trug mit dazu bei, dass Deutschland etwa ab der 70.Minute wieder ‚Oberwasser‘ bekam, sich von dem Druck mehr und mehr befreien und das Spiel wieder stärker in die gegnerische Hälfte verlagern konnte. Die Essenerin fügte sich gut ins Team ein und brachte mit ihrer Ballsicherheit, ihrem guten Stellungsspiel und klugen Pässen in die Spitze wieder mehr Struktur ins deutsche Spiel. Sie war es dann auch, die am Zustandekommen des Siegtreffers gleich mehrfach beteiligt war, indem sie erst den Freistoß herausholte, der mittelbar zum Tor führte, und dann auch die Vorlage gab, die Petermann nur noch einschieben musste. Noch eine letzte Bemerkung zu Linda Dallmann: seit dem Viertelfinale habe ich den Eindruck, dass sie ihre Joker-Rolle inzwischen ‚angenommen‘ hat und das Beste daraus macht!

    Was die Französinnen angeht, so sind sie vor allem an ihrer mangelhaften Chancenverwertung gescheitert. Diese war schon in der Gruppenphase ein Merkmal dieser Mannschaft gewesen und wäre ihr im Viertelfinale beinahe zum Verhängnis geworden. Was gegen Südkorea gerade noch gut ging, reichte gegen Deutschland dann nicht mehr.

    So hat am Ende vielleicht nicht die bessere, aber die effizientere Mannschaft gewonnen. Schämen brauchen sich Maren Meinert und ihr Team für diesen Erfolg mit Sicherheit nicht!

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  • waiiy sagt:

    Es das erwartet schwer Spiel. Aber in meinen Augen lag das besonders an der Niederlage im U17-Turnier zuvor. Offenbar nahmen viele Spielerinnen (und auch das Trainer Team)das als Rucksack mit, den man auch nicht ablegen konnte.

    Nur so ist es zu erklären, dass man gegen das US-Team im ersten Spiel so gut gepresst hat und es jetzt so ängstlich gemacht hat. Das war der Schlüssel zur drückenden französischen Überlegenheit. Es wurde schon vorn und um Mittelfeld zu wenig draufgegangen. Es wurden zu viele Pässe und Zuspiele zugelassen. Die Abwehr konnte nur noch reagieren und sah dann natürlich schlecht aus.

    Neben dem körperlichen Defizit, dass Magull hatte leider auch Dieckmann einen gebrauchten Tag. Aber hier muss man Meinert auch mal loben, dass sie das erkannt hat und in so einem Spiel frühzeitig das komplette defensive Mittelfeld getauscht hat. Das hat dann zumindest bis zum Führungstreffer für Entlastung gesorgt.

    Das Abseits ist mir in dem Spiel auch besonders aufgefallen. Bremer stand oft drin. Da muss sie besser aufpassen. Aber die Pässe kamen halt oft auch verspätet.

    Aber auch hinten war es sehr riskant, wo von Wilde und Rauch mehrmals das Abseits, was in der Mitte aufgebaut wurde, aufgehoben wird. Das sieht dann ganz schlecht aus bei den Bällen, die durch diese Mitte in die Spitze gespielt wurden. Auch da muss mehr aufgepasst bzw. ein besseres Signal gegeben werden, vor allem auch in Hinblick auf die schnellen nigerianischen Stürmerinnen.

    Insgesamt war das Spiel schon mit Glück gewonnen und wenn ich französischer Fan wäre, wäre es für mich schon ungerecht.

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  • holly sagt:

    @ Waiy, das mit dem Rucksack glaub ich nicht ganz. Das sie so schlecht spielen liegt einfach daran, das einige Spielerinnen auf für sie ungewohnten Postionen spielen müssen. Natürlich fehlt einem dann die Sicherheit(Wilde). Würde gerne mal wissen wieviel defensive Zweikämpfe sie gegen Frankreich gewonnen hat.
    Sie ist eine tolle Spielerin, aber in der Offensive(was auch ihre Position in Bremen war)
    Verstehe nicht warum eine F.Jaser auf der Bank verhungert. Sie war im Test gegen die U23 von Dänemark die beste Spielerin auf dem Platz.

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  • Detlef sagt:

    @waiiy,
    Ich sehe es so, daß hauptsächlich die Pässe auf PAULI zu spät kamen!!!
    Sie hat ja beim Zurücklaufen nicht gebummelt, so wie AYOMA das zB hin und wieder tut!!! 😉
    Wenn sie erst losläuft wenn der Pass gespielt wird, dann verliert sie wertvolle Meter!!!
    Sie muß sich drauf verlassen, daß die Mittelfeldspielerinnen sie sehen, und rechtzeitig den Pass spielen!!!

    Die Abseitsfalle muß dagegen von der Abwehrchefin organisiert und auch dirigiert werden!!!
    Beide Außenverteidigerinnen müssen also vor der Abwehrchefin stehen, damit die kurz vor dem gegnerischen Paß nur ein zwei Schritte vortreten muß, um die gegnerische Stürmerin Abseits zu stellen!!!
    Das funktionierte gegen Frankreich gar nicht, eben weil entweder Wilde oder FELI geschlafen hatten!!! 🙁
    Beide sind halt keine Abwehrspielerinnen, und haben dieses Verhalten noch nicht verinnerlicht!!!
    Mustergültig dagegen demonstrierten es die „Blauen“, sodaß entweder PAULI oder Petermann ständig im Abseits standen!!! 🙁

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  • Jan sagt:

    @Sheldon: Etwas festzuhalten, lernt jedes Baby! Das dürfte also kein allzu großes Problem sein;
    ggf. klebrige Torwartwandschuhe anziehen. 😉 Den Fußball immer fangen u. festhalten zu wollen statt in gegebener Situation weg zu fausten, führt ja oft zu Gegentoren (Bsp.: O.Kahn im WM-Finale 2002).
    Einer Volleyballerin als Torfrau müsste zudem 11m-Schießen ganz gut liegen, oder? Weil da ein Torwart den Ball IRGENDWIE abzuwehren versucht, statt primär auf Ball fangen u. festhalten aus zu sein.
    Und eine große Frau hat nun mal – pardon – große Pranken (wie Du schreibst) – völlig egal, ob Basketballerin, Volleyballerin od. andere Sportlerin.

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  • wolle sagt:

    Die Probleme in der deutschen 11 sind nach wie vor die Gleichen. Die Außenverteidiger lassen den Stürmern zu viel Platz, die beiden 6er überfordert. Magul ist m.M.n. auf der falschen Position, gehört weiter nach vorne als Spielgestalterin. Auf der 6er Position trifft Sie zu häufig die falschen Entscheidungen, gleiches gilt für die AV. Aber woher auch besser können, wenn Sie nun mal nicht auf der gewohnten Position spielen. Die beiden Innenverteidiger sind mir trotz der großen Abwehrlücken positiv aufgefallen. Beide mit immer besserem Stellungsspiel und abgelärt. Die Lücken in der Deffensive tun sich viel weiter vorne schon auf.
    Warum Dallmann nicht mehr Spielzeit bekommt verstehe wer will, ich nicht. Wie gegen die USA kommt Sie rein und direkt entsteht ein geordnetes Angriffsspiel.
    Ob die Leisung gegen Nigeria reicht, da bin ich mal gespannt. Ob wir diese Offensive stoppen können, darf bezweifelt werden. Allerdings offenbahren Sie selber eine schwache Deffensive, vor allem die Torhüterin ist nicht die sicherste.
    Verdient hat es Nigeria auf alle Fälle, aber wer fragt schon danach. Vor 2 Jahren hat Deutschland das Turnier bis zum Finale dominiert, und dann das Finale verdaddelt. Da war auch Fr Meinert auch nicht ganz unschuldig dran.

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  • FF-Fuchs sagt:

    Herzlichen Glückwunsch an die U20 für die Finalteilnahme.

    Wieder haben die Juniorinnen ein Endspiel erreicht und somit erfolgreich an die letzten 4 Jahre angeknüpft.

    Jammern wir nicht auf hohem Niveau?? Einige meinen hier Spielerin X oder Y wären für eine anderen Position besser geeignet oder aufgehoben.

    Von außen betrachtet könnten ja manche Recht haben.

    Die Moral, der Zusammenhalt der Mannschaft sind doch hervorragend. Sie geben alles für den Erfolg.

    Die Spielerinnen und das Trainerteam verrichten gute Arbeit, was sich auch in den Ergebnissen wieder spiegelt.

    Leistungsschwankungen, Fehler etc. gehören dazu, genau so wie Glück oder Pech.

    Ich jedenfalls vertraue M. Meinert und ihrem Team, dass sie die richtigen Entscheidungen bei der Aufstellung treffen, denn nur diese Personen kennen den internen Ablauf der Mannschaft.

    In diesem Sinne ein gutes und erfolgreiches Endspiel, denn diese Spielerinnen haben bereits jetzt schon erreicht, was fast niemand gedacht hätte.

    Da können wir schon etwas Stolz darauf sein!!!

    P.S. Wer Tippfehler findet darf sie behalten!;-)

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  • Jan sagt:

    …desweiteren: Zu schlussfolgern, Basketballerinnen müssten als Torhüterinnen eigtl. geeigneter sein als Volleyballerinnen – nur weil mehrere gute US-Torhüterinnen (angeblich) mal Basketball gespielt haben – scheint mir ein typischer Trugschluss zu sein. Sondern das liegt einfach daran, weil Basketball in den USA gefühlt vllt. 10x populärer ist als Volleyball, gerade auch im Leistungssport. Da ist es natürlich 10x wahrscheinlicher, dass eine US-Torfrau ebenso wie der gemeine US-Bürger Basketball gespielt hat anstatt Volleyball. Kaum auszumalen, um wie vieles besser US-Keeperinnen erst wären, hätten sie aktiv Volleyball gespielt! 😉 FF-Entwicklungsland USA? Mh, tut sich da mit Volleyballerinnen möglicherweise eine Chance auf einen Torfrauen-Vorsprung im dt. FF auf?

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