U20-WM: DFB-Elf stürmt ins Viertelfinale

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Die deutsche U20-Frauenfußball-Nationalelf hat bei der WM in Kanada durch einen Sieg gegen Brasilien als Gruppensieger das Viertelfinale erreicht, wo es nun gegen den Gastgeber geht. Dabei drohte zwischenzeitlich sogar das WM-Aus, doch Sara Däbritz brachte die DFB-Juniorinnen erst zurück auf Kurs, dann sorgten sie und Pauline Bremer gar für eine Torgala.

Beim 5:1 (0:1)-Erfolg im Olympiastadion von Montreal ging Brasilien durch einen Treffer von Carol kurz vor der Pause in Führung (41.), doch dreimal Däbritz (50., 78., 90.+1) und zweimal Pauline Bremer (64., 90.+3) drehten die Partie zugunsten der Deutschen.

Chancen durch Bremer
Die Brasilianerinnen erarbeiteten sich zunächst ein leichtes Übergewicht, nach einer knappen Viertelstunde kam die DFB-Elf, bei der Merle Frohms statt Meike Kämper im Tor stand, besser ins Spiel. Bremer hatte nach Vorarbeit der unermüdlichen Lena Petermann die erste Chance, doch ihr Schuss als elf Metern ging am Tor vorbei (20.). Zehn Minuten später hatte die Spielerin des 1. FFC Turbine Potsdam erneut die Führung auf dem Fuß (30.). Zwei Minuten später legte Bremer auf Theresa Panfil ab, doch Brasiliens Torhüterin Leticia konnte klären (32.).

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Brasilien geht glücklich in Führung
Doch auch Brasilien kam plötzlich zu zwei guten Chancen durch Gabi (35., 40.). Kurz darauf gingen die Brasilianerinnen glücklich in Führung, als nach einer kurzen Ecke der Ball zu Manjou Wilde kam, die an den Kopf von Carol schoss, von wo der Ball zur Führung im Netz landete (41.). Ein weiterer Gegentreffer hätte nun das Aus bedeutet, die DFB-Elf war um eine schnelle Antwort bemüht. Petermanns Kopfball ging über das Tor (43.) und Bremer vergab die Riesenchance zum Ausgleich, als sie einen von Camila an ihr selbst verursachten Foulelfmeter an den Pfosten setzte (45.+1).

Pauline Bremer
Pauline Bremer bot erneut eine starke Partie / Framba-Fotos.de

Däbritz-Tor beruhigt die Nerven
Doch die Auswahl von Trainerin Maren Meinert ließ sich nicht beirren, fünf Minuten nach Wiederanpfiff verwertete Däbritz nach Panfil-Flanke aus sechs Metern zum Ausgleich (50.). Und als Bremer nach einer guten Stunde eine Überzahlsituation kaltschnäuzig zur 2:1-Führung verwertete (64.) – kurz zuvor hatte sie von der ausgewechselten Lina Magull die Kapitänsbinde übernommen -, hatte die DFB-Elf die Partie komplett gedreht.

Torgala in der Schlussphase
Was nun kam war Schaulaufen: Erst scheiterte Bremer zweimal an der stark reagierenden Leticia (73.), doch Däbritz sorgte nach Vorlage von Bremer für die Entscheidung (78.). Befreit von allen Zwängen legten die deutschen Spielerinnen noch zwei Treffer nach: Erst erzielte Däbritz ihren bereits fünften Turniertreffer (90.+1), dann sorgte Bremer für den 5:1-Endstand (90.+3).

DFB-Elf im Viertelfinale gegen Kanada
Als Gruppenzweiter qualifizierten sich die USA nach einem 3:0 (2:0)-Sieg gegen China für das Viertelfinale. Dort bekommt es Deutschland in der Nacht von Samstag auf Sonntag (ab 2 Uhr live auf Eurosport) in Edmonton mit Gastgeber Kanada zu tun. Die USA treffen bereits am Samstagabend (ab 23 Uhr live auf Eurosport) in Toronto auf Nordkorea. Kanada gewann zum Abschluss der Gruppenphase 1:0 gegen Nordkorea, Ghana bezwang Finnland nach Rückstand mit 2:1.

Brasilien – Deutschland 1:5 (1:0)

Brasilien: Leticia – Leticia Santos, Julia, Gabi, Nagela (37. Thaynara) – Camila, Djeni – Byanca, Andressa, Carol (59. Nene) – Patricia (72. Gabrielle)

Deutschland: Frohms – Rauch (67. Meister), Gidion, Knaak, Wilde – Däbritz, Dieckmann, Magull (59. Schermuly), Panfil – Petermann (80. Dallmann), Bremer

Tore: 1:0 Carol (41.), 1:1 Däbritz (50.), 1:2 Bremer (64.), 1:3 Däbritz (78.), 1:4 Däbritz (90.+1), 1:5 Bremer (90.+3)

Schiedsrichterin: Carol Anne Chenard (Kanada)

Gelbe Karte: Djeni

Besondere Vorkommnisse: Bremer verschießt Foulelfmeter (45.+1)

Letzte Aktualisierung am 13.11.2019 / * = Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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Fuxi
Fuxi

Verdienter Sieg, aber zu hoch. Es ist schon eine heftige Offensivqualität, auch wenn die Defensive etwas wackelte.

Für Sara Däbritz freut’s mich, die hat sich heute reichlich belohnt für gnadenloses Antizipieren. Und dass Pauline Bremer doch noch das Tor gefunden hat… 😉

Sie haben lange gebraucht, um eine eigentlich 1-gegen-1 recht anfällige brasilianische Abwehr zu knacken. Chancenverwertung, Chancenverwertung, Chancenverwertung… das wirkte teilweise vor allem in Halbzeit eins zu unentschlossen – vor allem von Pauline Bremer. Sowas kann sich im Viertelfinale rächen.

Detlef
Detlef

Was für ein Match!!! 🙂

balea
balea

Die Abwehr war heute etwas besser, der Angriff (HZ 1+2) etwas weniger entschlossen – wo war das sog. MF?

Ich bin sicher, dass das viele FF Bundestrainer das genau erklären können…

pinkpanther
pinkpanther

Wenn ich richtig gezählt habe, hat Däbritz bereits 5 Treffer bei der WM erzielt 😉

never-rest
never-rest

Die beiden „erfahrenen“ Bremer und Däbritz, in der 1. Hz. noch eher unglücklich agierend, haben in der 2. Hz. das Kommando übernommen und wirklich schöne Tore gemacht. Bin überrascht wie cool und abgezockt insbesondere Däbritz beim Torabschluss ist. Kannte ich von ihr bislang nicht. Von Bremer habe ich das schon eher erwartet. Sie war sichtlich sauer über ihren verschossenen Elfer und hat sich dannach noch mehr rein gehängt.

Insgesamt stand die Elf stabiler als noch gegen China. In der 1. Hz. hat mir noch Petermann sehr gut gefallen.

GG
GG

@Markus Juchem Korrekturhinweis: Sara Däbritz hat im Turnierverlauf bereits 5 Tore erzielen können. Spielkritik: Zielorientierter Auftritt der deutschen Mannschaft in Halbzeit 1. Auch Lina Magull hat m.E. eine konzentrierte Leistung gezeigt. Schwachstelle bleibt die Abwehr, wobei ich W. Meister deutlich stabiler gegenüber F. Rauch empfunden habe. M. Wilde – na ja, zu häufig ohne Zugriff auf ihre Gegnerin(nen). Und die Innenverteidigung, besonders R. Knaak, wackelte mehrfach in der 2. Halbzeit. Prunkstück dagegen der Angriff, wobei ich für mich S. Däbritz zur Halbzeit noch als Auswechselkandidatin gesehen hatte. Scheinbar zahlt sich Erfahrung auf internationaler Bühne doch aus: S. Däbritz als amtierende… Weiterlesen »

Marcel
Marcel

Puh so deutlich wie das Ergebnis war der Spielverlauf aber leider nicht.
Aber am Ende doch verdient gewonnen.
Pauli mit Kämpferherz das war ganz stark nach der eher unglücklichen 1.HZ von ihr.
Sara Däbritz scheint wohl eiskalt vor dem Tor zu sein 🙂
Überhaupt ein tolles Spiel von ihr, vor allem als sie nach Magulls Auswechslung ins zentrale Mittelfeld durfte,das scheint wohl eher ihre Position zu sein.

Jetzt gegen Kanada, bin mal gespannt.Langweilig wirds wohl nicht mit dieser U20 🙂

Fuxi
Fuxi

@balea Ich hab bewusst von Defensive und Offensive gesprochen, denn die Defensive hört nicht bei der Abwehr auf und die Offensive nicht beim Sturm. Das betrifft schon die gesamte Mannschaft. Wie heißt es so schön? Abwehrverhalten fängt im Sturm an. Und da fanden die Pressingversuche, auch wenn sie oft noch zu unkoordiniert waren, um wirklich effektiv zu sein, durchaus mein Wohlwollen. Was das Mittelfeld angeht, sagen die drei Däbritz-Tore einiges aus. Die Tempoverschärfungen nach ruhigem Aufbau passten mir nicht so ganz. Sie waren zwar kompakt, aber – mit Ausnahme Däbritz in Halbzeit zwei und Panfil insgesamt – für meinen Geschmack… Weiterlesen »

waiiy
waiiy

Da hat der Matchplan doch genau funktioniert. das „deutsche Trauma“ der Brasilianer in diesem Sommer geht weiter. 🙂 Ich fand die Leistung vor allem bis zur Führung sehr konzentriert und bemerkenswert. Die Geduld wurde belohnt und in meinen Augen war es dann auch nicht überraschend, dass der Sieg doch höher ausfiel. Dafür fehlte bei den Südamerikanerinnen einfach auch die mannschaftliche Geschlossenheit, dass sie über 90 Minuten so kompakt stehen können wir in Halbzeit 1. Ich bin immer mehr begeistert vom Sturm Petermann/Bremer. Das ist auch völlig unabhängig davon, wie viele Tore sie schießen oder wer sie schießt. Dieses blinde Verständnis,… Weiterlesen »

Altwolf
Altwolf

Die wichtigste „Verbesserung“ des deutschen Teams war sicherlich zum Einen die angemahnte Geduld und zum Anderen die bessere Team-Arbeit, da sich gerade in der Abwehr gegenseitig mehr geholfen wurde und dadurch die 1:1 Situationen gegen die technisch guten Brasilianerinnen besser kompensiert werden konnten. Wenig geprüft M.Frohms, auch mit ihrer Ruhe und lauten Anweisungen eine Hilfe für die Defensive. L.Magull gehört nicht auf die 6er-Position, da die für sie viel zu viel Laufarbeit erfordert, egal ob Kapitänin oder nicht. Sie sollte evtl. im offensiven MF aufgrund ihrer noch bestehenden „Defizite“ im offensiven MF eingewechselt werden, da sie dann ihre „Fähigkeiten“ mit… Weiterlesen »

waiiy
waiiy

@Altwolf: Ich habe das System als fast klassisches 4-4-2 gesehen, wobei sich abwechselnd Petermann und Bremer nach hinten fallen ließen und die beiden 6-er relativ auf einer Linie standen bzw. Magull durchaus hätte etwas offensiver stehen können (so hat es dann Däbritz interpretiert). Nach meiner Interpretation gibt es so eine richtig offensive Mittelfeldspielerin nicht oder am ehesten Magull könnte in diesen Raum stoßen. Aber generell ist das bei diesem System ein längerer Weg für sie.

Marcel
Marcel

Die Frage ist auch ob das überhaupt eine gute Idee war Lina Magull ins zentrale Mittelfeld zustellen.Erstens nach der schweren Verletzung ist fraglich ob sie überhaupt 100% fit ist und zweitens bei Wolfsburg hab ich sie noch nie diese Position spielen sehen,Däbritz meine ich spielt zumindest bei Freiburg im zentralen Mittelfeld.Aber das ist wahrscheinlch auch das Problem beim DFB das man was in den Vereinen abläuft teilweise überhaupt nicht in betracht zieht.
Dann kommt noch dazu das man der Spielerin wohl auch keinen großen Gefallen tut, wenn ich da an die Auswechslung denke wo sie den Tränen nahe war.

sonic
sonic

Darüber, daß Magulls Position nicht die 6er ist (obwohl sie sich bemüht und auch gute Leistungen abliefert) sind sich hier wohl fast alle einig. Was allerdings noch keiner geschrieben hat, wer stattdessen aus dieser Mannschaft oder überhaupt von den gesunden U20 Frauen auf dieser Position spielen sollte/könnte und in der Defensive stärker aber im Spielaufbau nicht schwächer wäre. Knaak? Wer soll in die Innenverteidigung? Däbritz? Auch wenn sich Däbritz im Zentrum sichtlich wohler fühlt als auf der Außenbahn, bleibt die Frage, ob sie defensiv wirklich besser wäre? In Freiburg spielt sie zwar zentral, aber nicht defensive, sondern offensiv mit zwei… Weiterlesen »

Detlef
Detlef

Gehe mit dem Meisten hier gesagten konform!!! Das hohe Ergebnis täuscht aber mM nach über die tatsächliche Leistung hinweg!!! Dies betrifft hauptsächlich die Abwehr!!! Sie konnte wohl nur deswegen „besser aussehen“, da Brasilien selbst zu ungefährlich vor dem Tor war!!! Die guten Chancen der Südamerikanerinnen, die auch sehr schön herausgespielt waren, offenbarten aber einmal mehr die Schwachpunkte in unserer Defensive!!! Glücklicherweise haben auch die Mädels vom Zuckerhut das Toreschießen nicht wirklich erfunden!!! 😉 Das war oft nur brotlose Kunst, schön anzuschauen, aber zu unserem Glück uneffektiv!!! WIBKE konnte wohl nur deswegen stärker wirken als FELI, da die Brasilianerinnen spätestens nach… Weiterlesen »

sonic
sonic

Das ist dann nicht nur ein Anliegen von Frau Meinert, sondern auch von TP, denn die meisten Spiele letzte Saison hat sie (genau wie Rauch) in der Abwehr gespielt 😉

Jan
Jan

Bravo! In Hz. 2 überzeugend zum Erfolgsrezept (zurück) gefunden. Gruppensieg für das kleine Deutschland gegen die 3 riesigen Länder Brasilien, China u. USA, die zusammengenommen 80x größer sind u. >20x mehr Einwohner haben. Wieder fielen alle Treffer (6) ins EINE Tor – keines hingegen ins andere Tor.

Kanada im Aufwärtstrend:
Hz. 1-3 = 0:3 (vs. Ghana u. Finnland)
Hz. 4-6 = 4:0 (vs. Finnland u. Nordkorea)

Altwolf
Altwolf

@waiiy. Da es offenbar aus Sicht von M.Meinert nach den Ausfällen keine wirklich guten Defensivspielerinnen gibt, tritt sie die „Flucht“ nach vorn an und läßt nur offensiv ausgerichtete Spielerinnen ran, in der Hoffnung zumindest ein Tor mehr zu erzielen als die Gegnerinnen. (Hypothese). Man kann sich des Eindruckes nicht erwehren, daß sich keine Spielerin in der Defensive wirklich wohl fühlt und es eher nach „lästiger“ Pflicht aussieht bzw. sonst ein Einsatz in der Stammformation kaum Aussicht hat. Wenn schon L.Magull und S.Däbritz die 6er-Positionen spielen sollen (mangels Alternativen) müßten die sich im Wechsel den offensiven u. defensiven Part deutlicher teilen,… Weiterlesen »

FF-Fuchs
FF-Fuchs

Der brasilianische Trainer hat die linke Abwehrseite als Schwachstelle ausgemacht. Gefühlte 90% der Angriffe liefen bei Brasilien nur über rechts. Wir Deutschen taten uns Anfangs etwas schwer, was aber bei der Wichtigkeit des Spieles auch nicht verwunderlich ist. Insgesamt sahen wir eine gute deutsche Mannschaft, die als Kollektiv sehr gut funktionierte. In diesem Spiel gefiel mir vom Einsatz Petermann am besten. Bremer mit dynamischen Antritt und Kämpferherz gefällt mir von Ihrer Spielweise sehr gut. Bei ihrem Ehrgeiz will sie manchmal etwas zu viel. Sie wird aber noch lernen mehr Übersicht zu bekommen. So schoß sie zweimal von der Seite auf… Weiterlesen »

jochen-or
jochen-or

Ein 3. sehr unterhaltsames Spiel. Eigentlich ist hier alles x-fach gesagt. Es bleibt beim bisherigen Eindruck. Die Mannschaft ist „angriffslastig“. Der Sturm sehr stark – die Abwehr nicht sattelfest und die Defensivarbeit im Mittelfeld nicht optimal. Es fehlt schlicht an einer oder zwei gelernten VI. Immerhin waren gestern größere Defensivbemühungen beim Angriffsaufbau des Gegners im Mittelfeld (Magull) erkennbar. Däbritz war da eher zurückhaltend. Sie scheint eben eher eine Stürmerin zu sein, denn in der 1 Hz., als man mehr hinten stand, fand ich sie nicht sehr überzeugend. Ich habe Rauch nicht gut, aber auch nicht so schlecht gesehen wie viele… Weiterlesen »

doka
doka

Bei der Bewertung von Spielerinnen bitte nicht nur durch die Vereinsbrille sehen!
Ein bisschen mehr Objektivität wäre bei den jungen Spielerinnen schon angebracht!!!!
Beispiel Kämper: Gegen die USA hat Kämper nicht nur Ruhe ausgestrahlt, sondern
auch überragend gehalten. Das Spiel gegen China, das durch eine schwache
Abwehrleistung geprägt war, die Tore teilweise Kämper anzulasten, ist nicht fair
und auch nicht nachvollziehbar.
Kämper als einzige aus der Mannschaft zu nehmen, ist deswegen für mich
ebenfalls nicht nachvollziehbar!!!!!