U20-WM: DFB-Elf stürmt ins Viertelfinale

Von am 13. August 2014 – 2.50 Uhr 52 Kommentare

Die deutsche U20-Frauenfußball-Nationalelf hat bei der WM in Kanada durch einen Sieg gegen Brasilien als Gruppensieger das Viertelfinale erreicht, wo es nun gegen den Gastgeber geht. Dabei drohte zwischenzeitlich sogar das WM-Aus, doch Sara Däbritz brachte die DFB-Juniorinnen erst zurück auf Kurs, dann sorgten sie und Pauline Bremer gar für eine Torgala.

Beim 5:1 (0:1)-Erfolg im Olympiastadion von Montreal ging Brasilien durch einen Treffer von Carol kurz vor der Pause in Führung (41.), doch dreimal Däbritz (50., 78., 90.+1) und zweimal Pauline Bremer (64., 90.+3) drehten die Partie zugunsten der Deutschen.

Chancen durch Bremer
Die Brasilianerinnen erarbeiteten sich zunächst ein leichtes Übergewicht, nach einer knappen Viertelstunde kam die DFB-Elf, bei der Merle Frohms statt Meike Kämper im Tor stand, besser ins Spiel. Bremer hatte nach Vorarbeit der unermüdlichen Lena Petermann die erste Chance, doch ihr Schuss als elf Metern ging am Tor vorbei (20.). Zehn Minuten später hatte die Spielerin des 1. FFC Turbine Potsdam erneut die Führung auf dem Fuß (30.). Zwei Minuten später legte Bremer auf Theresa Panfil ab, doch Brasiliens Torhüterin Leticia konnte klären (32.).

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Brasilien geht glücklich in Führung
Doch auch Brasilien kam plötzlich zu zwei guten Chancen durch Gabi (35., 40.). Kurz darauf gingen die Brasilianerinnen glücklich in Führung, als nach einer kurzen Ecke der Ball zu Manjou Wilde kam, die an den Kopf von Carol schoss, von wo der Ball zur Führung im Netz landete (41.). Ein weiterer Gegentreffer hätte nun das Aus bedeutet, die DFB-Elf war um eine schnelle Antwort bemüht. Petermanns Kopfball ging über das Tor (43.) und Bremer vergab die Riesenchance zum Ausgleich, als sie einen von Camila an ihr selbst verursachten Foulelfmeter an den Pfosten setzte (45.+1).

Pauline Bremer

Pauline Bremer bot erneut eine starke Partie / Framba-Fotos.de

Däbritz-Tor beruhigt die Nerven
Doch die Auswahl von Trainerin Maren Meinert ließ sich nicht beirren, fünf Minuten nach Wiederanpfiff verwertete Däbritz nach Panfil-Flanke aus sechs Metern zum Ausgleich (50.). Und als Bremer nach einer guten Stunde eine Überzahlsituation kaltschnäuzig zur 2:1-Führung verwertete (64.) – kurz zuvor hatte sie von der ausgewechselten Lina Magull die Kapitänsbinde übernommen -, hatte die DFB-Elf die Partie komplett gedreht.

Torgala in der Schlussphase
Was nun kam war Schaulaufen: Erst scheiterte Bremer zweimal an der stark reagierenden Leticia (73.), doch Däbritz sorgte nach Vorlage von Bremer für die Entscheidung (78.). Befreit von allen Zwängen legten die deutschen Spielerinnen noch zwei Treffer nach: Erst erzielte Däbritz ihren bereits fünften Turniertreffer (90.+1), dann sorgte Bremer für den 5:1-Endstand (90.+3).

DFB-Elf im Viertelfinale gegen Kanada
Als Gruppenzweiter qualifizierten sich die USA nach einem 3:0 (2:0)-Sieg gegen China für das Viertelfinale. Dort bekommt es Deutschland in der Nacht von Samstag auf Sonntag (ab 2 Uhr live auf Eurosport) in Edmonton mit Gastgeber Kanada zu tun. Die USA treffen bereits am Samstagabend (ab 23 Uhr live auf Eurosport) in Toronto auf Nordkorea. Kanada gewann zum Abschluss der Gruppenphase 1:0 gegen Nordkorea, Ghana bezwang Finnland nach Rückstand mit 2:1.

Brasilien – Deutschland 1:5 (1:0)

Brasilien: Leticia – Leticia Santos, Julia, Gabi, Nagela (37. Thaynara) – Camila, Djeni – Byanca, Andressa, Carol (59. Nene) – Patricia (72. Gabrielle)

Deutschland: Frohms – Rauch (67. Meister), Gidion, Knaak, Wilde – Däbritz, Dieckmann, Magull (59. Schermuly), Panfil – Petermann (80. Dallmann), Bremer

Tore: 1:0 Carol (41.), 1:1 Däbritz (50.), 1:2 Bremer (64.), 1:3 Däbritz (78.), 1:4 Däbritz (90.+1), 1:5 Bremer (90.+3)

Schiedsrichterin: Carol Anne Chenard (Kanada)

Gelbe Karte: Djeni

Besondere Vorkommnisse: Bremer verschießt Foulelfmeter (45.+1)

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Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

52 Kommentare »

  • FF-Fuchs sagt:

    @Detlef

    Ganz ruhig, nicht gleich mit Kanonen auf Spatzen schießen…

    In Lehrgängen bei der Natio können solche jungen Spielerinnen durchaus viel lernen und zwar von anderen erfahrenen Spielerinnen, das hat mit der Qualität der Trainer in Freiburg und der Natio überhaupt nichts zu tun. Da können sie was abschauen und mitnehmen, dass dann auch „mehr Erfahrung“ heißt!!!

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  • FF-Fuchs sagt:

    @ Detlef

    … noch ein Nachtrag

    Schaue mal was Du für Sätze raus haust:

    Detlef schrieb am 14.08. 12:31 Uhr

    Schröder hat sie auch, vermutlich auf Drängen von Meinert, auch Abwehr spielen lassen, mit eher mäßigem Erfolg!!!

    Das muß man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Frau Meinert redet in die Aufstellung von Herr Schröder!! Ob sich das Schröder gefallen lässt???

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  • dummkopf sagt:

    @karl
    Danke. Bei dir hatte ich auch gehofft, dass da eine diskussionsfähige Antwort kommt, und keine beleidigte oder ängstliche oder verstörte.
    Und da sind wir dann auch nicht so weit entfernt. Ich hatte dich fälschlicherweise so verstanden: Die waren gute Kickerinnen = also sind sie jetzt gute Trainerinnen.
    Wenn du aber sagst, dass KANN sein, muss aber nicht, d’accord.
    Ob die Veterinärinnen insgesamt gute Arbeit machen oder nicht, ist Definitionssache, und kann aus der Ferne mangels Detailkenntnis wohl weder von mir noch von dir eindeutig beantwortet werden.
    Dass sie Fehler machen, ist offensichtlich. Aber die macht schliesslich jeder.
    Gerade hier bei der U20 wird aber eines klar: Die Trainerin ist auf überlegenes Spielermaterial (und das ist in erster Linie die Arbeit der „Heim“trainer) angewiesen. Wenn kein überlegenes Spielermaterial vorhanden ist, (oder das falsche ausgewählt) wie hier in der Defensive, scheint man weder vorbereitet, noch in der Lage gekonnt gegenzusteuern, weder durch mannschaftstaktische noch einzeltaktische Massnahmen.

    Dabei hatte man auf die Schwächen schon lange hingewiesen. Hier wurden bei der Auswahl 2.-liga Spielerinnen und Ersatzspielerinnen aus der BL bevorzugt, obwohl sogar überdurchschnittliche gute BL-Spielerinnen wie Tietge oder Klasen (und andere) zur Verfügung gestanden hätten.
    Nichts dagegen einzuwenden, wenn das dann funktioniert.
    Wenn man aber meint, es besser zu wissen wie die Trainer, es anders machen zu müssen, es dann schief läuft, und dann keinen Plan B zu haben – ist das nicht gut.

    Daher darf man sich dann von Seiten der Trainerin leider auch nicht beklagen, sollte es, selbst im Falle eines Titelgewinns so wahrgenommen wird: Nicht wegen, sondern trotz der Trainerin.

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  • dummkopf sagt:

    @nowo
    Schön, das wir deinen „Schweizer Käse“ (wg der Löcher) wieder einmal bewundern dürfen. 😉

    Den Käse um die Löcher rum finde ich oft nicht Käse.
    Diesmal weiss ich noch nicht.

    Die „menschliche Komponente“, zumindest so wie du sie beschreibst:
    „die das zu vermittelnde ‘erwärmt’, dadurch besser (bzw. überhaupt) verständlich macht … damit es schlussendlich auch rüberkommt.“

    ist das nicht auch hauptsächlich „Kopfsache“? bzw erlernbar? bzw Ausbildungsstoff.

    Sicher gibt es bei „menschlicher Komponente“, so etwas schwer erlernbares wie zB Ausstrahlung, aber die nimmt doch auch jeder Mensch unterschiedlich wahr.

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  • Detlef sagt:

    @FF-Fuchs,
    Diese „Erfahrung“ bekamen Spielerinnen wie Däbritz (zumindest bis heute) aus ihren Spielen in der Buli, denn da mußten sie meistens gegen diese Top-Natiospielerinnen antreten, und oft herbe Niederlagen einstecken!!!
    Aus solchen lernt man in der Regel mehr als aus Erfolgen, oder oft sinnfreien Lehrgängen!!! 😉
    Da jetzt die große „Landflucht“ dieser Topstars einsetzt, könnten Natiolehrgänge in Zukunft tatsächlich die einzigsten Möglichkeiten sein, von diesen „Künstlerinnen“ zu lernen!!!

    Ich finde es aber weiterhin anmaßend, das Können von Däbritz allein dem „Wirken“ der Bundesgöttin zuzuschreiben!!! 🙁
    Freiburg hat seit vielen Jahren eine Super-Nachwuchsförderung, und so Spielerinnen wie Alexandra Schwald, Melanie Behringer und Verena Faißt hervorgebracht!!! 🙂
    Sehr gut möglich, daß Nachwuchskräfte wie Benkarth, Leupolz oder Däbritz einmal in dessen Fußstapfen treten werden!!! 🙂

    Wenn Du Dir diesen Satz;
    „Schröder hat sie auch, vermutlich auf Drängen von Meinert, auch Abwehr spielen lassen, mit eher mäßigem Erfolg!!!“

    einmal wirklich richtig auf der Zunge zergehen läßt, und nicht nur so gschwind drüberließt, dann wirst auch Du verstehen, was ich damit gemeint habe!!! 😉

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  • KarlMai sagt:

    O Mann, manche hängen sich aber auch echt an Kleinigkeiten der Formulierung auf…

    Für mich ist „D. hat beim ersten Tor die Erfahrung aus der N11 eingebracht“ noch nicht dasselbe wie „Das Können von D. ist allein dem Wirken der „Bundesgöttin“ zuzuschreiben“. Insofern baut jemand, der den Schreiber der ersten Aussage kritisiert, weil er die zweite Aussage damit getätigt habe, sich einen Popanz auf.

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  • noworever sagt:

    @dummkopf sagt:
    ist das nicht auch hauptsächlich “Kopfsache”? bzw erlernbar? bzw Ausbildungsstoff.
    Sicher gibt es bei “menschlicher Komponente”, so etwas schwer erlernbares wie zB Ausstrahlung, aber die nimmt doch auch jeder Mensch unterschiedlich wahr.

    (zwischen)menschlichkeit ist an sich nicht „erlernbar“, sondern höchstens wiedererweckbar – das gelingt jedoch nicht per trainerschein, und schon garnicht ist sie eine interlektuelle „Kopfsache“.
    sie ist auch kein „ausbildungsstoff“ – sie ist ursprünglich – und passiert in jedem augenblick neu.
    dass „jeder mensch diese ausstrahlung unterschiedlich wahrnimmt“ … only adds to the delight of the play. 😉

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