DFB-Elf gewinnt in Kanada

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Die deutsche Frauenfußball-Nationalelf hat das Testspiel gegen Kanada am Donnerstagmorgen in Vancouver knapp, aber verdient gewonnen. Ein Elfmetertor von Simone Laudehr sorgte Mitte der zweiten Halbzeit im BC Place von Vancouver für die Entscheidung.

Gute Kulisse
15 618 Zuschauer waren in das Stadion gekommen, in dem am 5. Juli 2015 das WM-Finale ausgetragen wird, und der DFB-Elf gelang beim 2:1 (1:0)-Sieg gegen den Weltranglisten-Siebten ein gelungener Testlauf.

Highlights des Spiels anschauen

Führung durch Lotzen
Lena Lotzen sorgte nach knapp einer halben Stunde für die Führung, Laudehr hatte geflankt und Anja Mittag den Ball per Kopf verlängert (29.). Kurz darauf hätte es bereits 2:0 stehen können, doch Bianca Schmidt vergab nach Flanke von Mittag aus aussichtsreicher Position (30.).

Popp trifft Latte
Die erste Chance des Spiels auf dem Kunstrasen hatten zuvor die Gastgeberinnen durch Christine Sinclair gehabt, doch Angerer behielt im Eins-zu-Eins-Duell die Oberhand (12.). Die beste deutsche Chance vor dem Treffer hatte Popp mit einem Lattenschuss aus rund 30 Metern (18.). Nach der Pause gelang Sophie Schmidt der kanadische Ausgleich, eine Bogenlampe setzte sich über DFB-Torhüterin Nadine Angerer hinweg ins deutsche Tor (53.).

Jubel der DFB-Elf
Die DFB-Elf gewann verdient in Vancouver (Archiv-Bild) © Karsten Lauer / girlsplay.de

Laudehr sorgt für Entscheidung
Doch in der Folge hatte die DFB-Elf zahlreiche Chancen, das Ergebnis in die Höhe zu schrauben, scheiterte aber immer wieder an Kanadas starker Torhüterin Erin McLeod, die in der zweiten Halbzeit Karina LeBlanc ersetzt hatte. Und so war es ein Foulelfmeter, durch den die deutsche Mannschaft den Sieg perfekt machte: Nach Foul von Kadeisha Buchanan an Lotzen, traf Laudehr vom Elfmeterpunkt (65.).

Neid sehr zufrieden
Bundestrainerin Silvia Neid meinte: „Ich bin sehr zufrieden. Wir haben gut organisiert gespielt, mit einem guten Pressing gegen den Ball und uns viele Torchancen erarbeitet. Ich bin stolz auf meine Mannschaft, die eine Energieleistung am Ende der Saison gezeigt hat. Das ist nicht selbstverständlich und zeigt den Charakter dieser Mannschaft.“

Effektivität verbessern
Und Siegtorschützin Laudehr ergänzte: „Kanada war ein erwartet schwerer und athletischer Gegner, aber wir haben das defensiv sehr gut gemacht, viele Balleroberungen gehabt, nur an der Chancenverwertung müssen wir noch arbeiten. Alles in allem war es ein guter und erfolgreicher Tag.“

Kanada – Deutschland 1:2 (0:1)

Kanada: LeBlanc (46. McLeod) – Wilkinson, Buchanan, Quinn (61. Zurrer), Yekka -Matheson, Fleming (71. Lawrence), Kyle (61. Scott), Belanger (56. Filigno) – Sinclair, Schmidt (80. Leon)

Deutschland: Angerer – B. Schmidt, Krahn, Wensing (67. Goeßling), Cramer (46. Hendrich) – Keßler, Marozsan – Lotzen, Mittag (67. Faißt), Laudehr (85. Behringer) – Popp

Tore: 0:1 Lotzen (29.), 1:1 Schmidt (53.), 1:2 Laudehr (65. Foulelfmeter)

Gelbe Karten: Zurrer

Schiedsrichterin: Margaret Domka (USA)

Zuschauer: 15 618

Letzte Aktualisierung am 17.11.2019 / * = Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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Schenschtschina Futbolista
Schenschtschina Futbolista

Keine Einigkeit in der Zuschauerzahl zwischen oben und unten (15680 bzw. 15618)!

intersoccer
intersoccer

hier die Highlights:

never-rest
never-rest

Beachtliche Leistung der N11 nach einem dramatischen und strapaziösen BL-Saisonfinale. Habe allerdings bisher nur die 2. Hz. sehen können. Das Ergebnis hätte allerdings viel deutlicher ausfallen müssen. Die zahlreichen Großchancen (Mittag, Popp) wurden fahrlässig vertan bzw. von der hervorragenden Torhüterin der Kanadienerinnen vereitelt.

Gut gefallen hat mir vor allem die spielstarke Mittelfeldachse Keßler + Maroszan. Gegen Gegnerinnen wie die USA, Japan oder Frankreich sollte SN allerdings eine zusätzliche defensive Absicherung einbauen (Goeßling, Laudehr etc.).

Ich habe ein sehr gutes Gefühl für die WM im nächsten Jahr. An Schland wird bei der WM in Kanada jedenfalls kein Weg vorbeiführen.

Sheldon
Sheldon

Überzeugend geht anders. Was mich vor allen Dingen stört, ist, dass wir bei den Frauen nicht so einen Müller wie bei den Männern haben; Spieler, die vielleicht immer mal wieder ne Formkrise haben, aber den Killerinstinkt in solchen engen Spielen haben, insbesondere bei Turnieren. Und die einfach Hummeln im Hintern haben. Bei Deutschland hat man so langsam das Gefühl, dass sie nach 2 Weltmeistertiteln und 7 Europameistertiteln ziemlich satt sind, ähnlich wie Spanien bei den Männern. Nur, dass wir im FF keine Mannschaft wie Holland und v.a. keinen Trainer wie van Gaal haben, der sie so richtig nass macht und… Weiterlesen »

Detlef
Detlef

@holly,
also gegen Bayern hat sie noch durchgespielt!!!

Freundschaftsspiel war wohl der richtige Ausdruck!!!
Von einem echten Test darf man sicher nicht sprechen!!!
Gegen so eine junge Mannschaft, die so viele Fehler gemacht hat, muß der Ertrag einfach größer sein!!!
Wenn man sich zudem die Aufstellung und die Auswechslungen der DFB-Elf ansieht, ist von „testen“ auch nicht wirklich etwas zu sehen!!!
Warum fährt man zu einem Freundschaftsspiel mit 3 Torhüterinnen??? 🙁

John Herdman hat dagegen wirklich getestet!!!

holly
holly

@ Detlef, das ist ja schön dann wird sie in Kiel ja sicher spielen 🙂

Sheldon, MF was ist das? […] Sowas interessiert hier niemand. Dies ist ein FF Forum 🙂

Dieser Kommentar wurde von der Redaktion in Übereinstimmung mit den Womensoccer-Leitlinien editiert. Die editierten Stellen wurden mit Auslassungszeichen […] markiert.

Sheldon
Sheldon

@holly: Genau der falsche Ansatz! Wer nicht gegenseitig voneinander im Spielerischen versucht zu profitieren, beschränkt sich selbst unnötig!

holly
holly

@ Sheldon, schauspielern, elfmeter schinden, Rote Karten provozieren sowas braucht niemand im FF.
MF ist Bäähhhh

Detlef
Detlef

@holly,
Hier muß ich Sheldon ausnahmsweise mal Recht geben!!! 😉
Den MF zu verteufeln macht uns zu schlechten Sportsleuten!!!
Die negativen Auswüchse des Commerz darf/sollte man zwar immer wieder anklagen und bekämpfen, aber man darf auch nicht alle Spieler über einen Kamm scheren!!! 🙁
Und von den technischen Fertigkeiten und der Paßgenauigkeit, können sich selbst die besten Kickerinnen noch eine Scheibe abschneiden!!! 😉
Also da, wo man Vergleiche anstellen kann, sollte man dies auch dürfen!!!

Und leider sind diese negativen Auswüchse (die Du aufgezählt hast) doch schon längst im FF angekommen!!! 🙁
Aber deswegen möchte ich mir von niemanden anhören müssen, daß FF „Bäähhhh“ ist!!! 🙁

holly
holly

@ Detlef,sicher aber nicht in dem Maße wie im MF. Für mich sind MF und FF zwei verschiedene Sportarten, die man nicht mit einander vergleichen kann. Frauen werden nie so schnell sein wie Männer, auch wird es nie eine Frauenmannschaft geben die so Pass genau wie Spanien oder Brasilien spielen kann. Die im Moment technisch beste Mannschaft im FF ist für mich Japan und die sind vom Niveau der beiden genannten Meilenweit entfernt und das wird auch nie eine FF Mannschaft erreichen. Wenn man was übernehmen sollte/will muss man das in der Jugendarbeit machen im Alter von 11-15 da lernen… Weiterlesen »

Detlef
Detlef

@holly, EINSPRUCH und einen dicken Daumen nach unten!!! 🙁 MF und FF sind und bleiben beide die selbe Sportart Fußball!!! 🙂 Die Spielregeln, Spielgeräte, Spielkleidung, Spielzeit, Spielplatz- und Torabmaße sind absolut identisch!!! Das Frauen (bei gleichem Trainingsstand) nicht die selbe Schnelligkeit wie Männer erreichen, ist (außer im Fußball) in keiner anderen Sportart ein Thema!!! 🙁 Darum liest und hört man auch nirgends von Frauenhandball, Frauentennis, Frauenhockey, oder gar Frauenleichtathletik!!! 😉 Nur in der „Machosportart“ Nummer Eins hört man dauernd und ständig immer wieder, daß die Frauen ja sooooooooo langsam wären!!!:( Meist von alten Männern die weit über zwei/drei Zentner wiegen!!!… Weiterlesen »

holly
holly

@ Detlef, sicher ist es dieselbe Sportart, aber wie gesagt nicht zu vergleichen.
Das liegt nunmal an dem unterschiedlichen Geschlechtern das es Unterschiede gibt.
Und die werden die Frauen nie aufholen, denn die Männer entwickeln sich auch weiter.
Warum Marta 5x Weltfussballerin wurde ist mir ein Rätsel. Da hätte es eher eine Birgit Prinz öfter verdient.
Aber das ist auch wieder ein ganz anderes Thema.

Sheldon
Sheldon

@holly: Es gibt keine fortlaufende Entwicklung im Sinne einer Höherentwicklung. Man kann das an den taktischen Systemen sehr schön erkennen. Die Unterschiede zwischen dem 2-3-5 von vor 60 Jahren und dem 4-3-3, wie es die deutsche N11 heute spielt, sind marginal, ebenso ist die Entwicklung zurück zur Dreierkette ein spannendes Phänomen. Auch das 4-5-1 war in seiner Art keine Neuentwicklung des FFs, sondern das gab es in ähnlicher Form im 4-2-4 auch schon. Der Fehler ist zu denken, Entwicklungen im Fußball verliefen geradlinig. Sie verlaufen eher wie mehrere Sinuskurven parallel zueinander. Wenn die eine oben ist, dann ist die andere… Weiterlesen »

Detlef
Detlef

@holly, Du widersprichst Dir ja selbst!!! 😉 holly schrieb; „Für mich sind MF und FF zwei verschiedene Sportarten,…“ „sicher ist es dieselbe Sportart,…“ Was jetzt den Vergleich angeht, so ist der natürlich immer relativ!!! 😉 Es ist ja schon schwer bis unmöglich, die Männernatio der Färöer-Inseln mit der Männernatio von Brasilien zu vergleichen!!! 😉 Oder Bayern München mit Wacker Burghausen!!! 😉 Ebenso gibt es spielerisch, taktisch und technisch gewaltige Unterschiede zwischen den Frauen vom VfL Sindelfingen und TURBINE POTSDAM!!! 😉 Trotzdem betreiben alle die selbe Sportart, und in gewissen Grenzen (Anatomie, Trainingsumfang, Fitnesszustand) kann man die Leistungen aller Sportlerinnen und… Weiterlesen »

holly
holly

@ Detlef, aber nicht vergleichbar, kein Problem wenn du es anders siehst.

Maxemus
Maxemus

@ Sheldon: „Was mich vor allen Dingen stört, ist, dass wir bei den Frauen nicht so einen Müller wie bei den Männern haben“ Außerdem haben die Frauen auch keinen Ibrahimovic, keinen X und keinen Y. Warum nur nicht ? Also: Eine Alex Popp z.B. arbeitet als Tierpflegerin und steht im realen Arbeitsleben. Der BL-Profi XY ist Teil einer perfekt geölten Maschinerie, die sogar individuell errechnen kann, wann er am besten relaxt, in der Mucki-Bude arbeitet oder aufs Klo geht. Er ist ohne existentielle Sorgen, wie ein moderner Gladiator. Es gehört schon einiges an Willenskraft dazu, in MF und FF den… Weiterlesen »

Detlef
Detlef

Maxemus schrieb; „Es gehört schon einiges an Willenskraft dazu, in MF und FF den selben Sport zu sehen, @ Detlef. Geschwindigkeit, Schuss- und Sprungkraft (bei gleicher Feld- und Torgrösse), geschlechtsspezifische psychische Unterschiede (Testosteron !) Verletzungsanfälligkeit, anderer Flüssigkeitshaushalt, anderer Leistungsrythmus etc..“ Alles richtig was Du schreibst, aber das selbe Problem haben doch alle anderen Sportlerinnen auch!!! 😉 Und da gibt es eben kein Tennis (wenn es Männer betreiben) und Frauentennis, oder Rudern und Frauenrudern, usw-usw-usw!!! Natürlich gibt es anatomisch und biologisch bedingte Unterschiede, aber deswegen ist es doch nicht gleich eine andere Sportart!!! Maxemus schrieb; „Das eine ist eine Entertainment-Industrie, die… Weiterlesen »

Marcel
Marcel

@Detlef

Die “existentielle Sorgen” sind vielleicht solange unbekannt wie man spielt,aber ist die Karriere vorbei dürfte es wohl bei keiner Frau „sorgenfrei“ sein was den schnöden Mammon angeht auch bei Marta.
Ganz im Gegenteil zu den Herren da reicht ja schon ne 2.Liga-Karriere für den wohl gesorgten Ruhestand.

Sheldon
Sheldon

@Maxemus: Mir geht es nicht um die besten Trainingsbedingungen oder um die Wattebausch-Behandlung der Spieler. Spieler wie Müller gab es schon vor 50, 60 Jahren, als die materielle Versorgung der Profis noch in etwa dem entsprach, was die Frauen heute verdienen, zumeist sogar weniger. Mir geht es um Eigenschaften, die nicht antrainiert sind, sondern die in der Natur der Spieler liegen: Spieler, die einfach einen unglaublichen Zug zum Tor haben und vor dem Tor einfach mal kommentarlos draufhämmern, anstatt den Ball irgendwie kunstvoll am Torwart vorbeizulegen. Nervenstärke, ein unbändiger Wille und der Killerinstinkt, das zeichnet solche Spieler aus. Und das… Weiterlesen »

Detlef
Detlef

@Marcel, Stimmt schon, ein finanzielles Ruhekissen verdient wohl kaum eine Spitzenspielerin!!! 🙁 Bei Marta denke ich aber schon, daß sie genügend zurücklegen konnte, um nach ihrer aktiven Zeit zumindest ein gutes Startkapital für ihr „Leben danach“ zu haben!!! 😉 Sie dürfte aber (wie Mia Hamm, Kelly Smith) eine der wenigen Ausnahmen sein!!! Aber da in Deutschland, aber auch zB in Skandinavien, USA oder Japan die meisten Spielerinnen eine Ausbildung oder sogar ein Studium während ihrer Fußballkarriere gemacht haben, und sicher auch hier und da Zeit für ein Praktikum bei Sponsoren gewesen ist, dürfte der Start in die Berufslaufbahn eher problemlos… Weiterlesen »