Bayern erkämpft Remis gegen Frankfurt

Von am 21. April 2014 – 17.58 Uhr 66 Kommentare

Der FC Bayern München hat dem 1. FFC Frankfurt am 16. Spieltag der Frauenfußball-Bundesliga einen herben Dämpfer im Kampf um die Deutsche Meisterschaft versetzt. In den anderen beiden Partien kamen der FF USV Jena und die SGS Essen zu Siegen.

Beim 1:1 (0:1) vor 1 630 Zuschauern im Stadion an der Grünwalder Straße verpasste es der 1. FFC Frankfurt nach der Führung durch Kozue Ando (26.) nachzulegen und wurde spät nach einem kapitalen Fehler von Frankfurts Torhüterin Desírée Schumann durch den Ausgleichstreffer der früh eingewechselten Clara Schöne bestraft (83.).

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München gehört Anfangsphase
Nach gutem Beginn der Münchnerinnen waren es die Gäste, die die erste Torchance herausspielten, ein Schuss von Célia Šašić aus 18 Metern wurde jedoch sichere Beute von Bayerns Torhüterin Kathrin Längert. Frankfurt eroberte sich nun leichte Vorteile, ohne jedoch große Gefahr zu versprühen – beide Teams gingen mit viel Respekt zu Werke.

Verdacht auf Kreuzbandriss bei Sarah Romert
Das Verletzungspech blieb München weiter treu, nach einem Zweikampf mit Melanie Behringer blieb Sarah Romert im Mittelkreis liegen, sie musste mit Verdacht auf Kreuzbandriss im rechten Knie vom Platz getragen werden, für sie kam Clara Schöne (12.). Die Müchnerinnen waren eine Weile geschockt, Lena Lotzen hatte nach schöner Ablage von Ivana Rudelic dann die erste Bayern-Chance, ihr 20-Meter-Schuss ging jedoch am Tor vorbei (21.).

Ando trifft aus dem Gewühl
Kurz darauf hatten die Gastgeberinnen Glück, als Behringer einen Freistoß aus 25 Metern an die Latte hämmerte (24.). Doch kurz darauf gerieten die Münchnerinnen in Rückstand, nach einem Gestochere im Strafraum reagiert Kozue Ando am schnellsten und drückte den Ball aus kurzer Distanz ins Netz (26.).

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Ausgeglichene Partie
Bayern versuchte schnell zu reagieren, Lotzen schoss aber aber am Tor vorbei (30.). Die Frankfurterinnen waren in einer ausgeglichenen Partie im Aufbauspiel weiter etwas gefälliger, Bayern versprühte zu selten Gefahr, etwa bei einem Kopfball von Schöne nach Ecke von Katharina Baunach (43.).

Wenig Spielfluss
In der zweiten Halbzeit entwickelte sich eine zerfahrene Partie mit zunächst nur wenigen Highlights. Šašić hatte die erste Chance, schoss aber übers Tor (46.). Den Bayern mangelte es in der Offensive an Ideen, um die Frankfurterinnen vor Probleme zu stellen. Ein Marozsán-Freistoß ging übers Tor (64.). Und auch ein Šašić-Kopfball nach schöner Freistoß-Kombination fand nicht den Weg ins Netz (69.).

Frankfurt im Sparmodus
Eine Viertelstunde vor Schluss versprühte Bayern einen Hauch von Gefahr, nach Flanke von Vanessa Bürki setzte Lotzen den Kopfball aber neben das Tor (74.). Bayern hatte jetzt wieder mehr Zug im Spiel und FFC-Torhüterin Desirée Schumann hatte bei einem Baunach-Schuss mächtig Probleme, aber Glück, dass niemand abstaubte (77.).

Clara Schöne (li.) bejubelt ihren Ausgleichstreffer zum 1:1 © FCB Frauenfußball

Clara Schöne (li.) bejubelt ihren Ausgleichstreffer zum 1:1 © FCB Frauenfußball

Kapitaler Schumann-Schnitzer führt zum Ausgleich
Die Frankfurterinnen hatten ihr Offensivspiel inzwischen nahezu eingestellt und verwalteten die knappe Führung. Doch das sollte sich bitter rächen. Nach einer Flanke von Eunice Beckmann konnte Schumann den Ball nicht festhalten, Schöne bedankte sich und drückte den Ball zum 1:1 über die Linie (83.).

Bürki trifft die Latte
Und nur Augenblicke später zimmerte Vanessa Bürki den Ball an die Latte, Schumann war mit den Fingerspitzen noch dran (84.). Den Frankfurterinnen blieb zumindest der schwache Trost, dank des besseren Torverhältnisses vorläufig die Tabellenführung vom 1. FFC Turbine Potsdam zurückerobert zu haben.

Bell: „Brutaler Fehler“
Frankfurts Trainer Colin Bell meinte: „Es war ein intensives Spiel, in dem Bayern immer gefährlich geblieben ist. Es war klar, dass sie mit zunehmender Dauer mehr Druck machen, da hätten wir besser dagegen halten müssen. Das Gegentor kam völlig aus dem Nichts und hat uns wie ein Blitz getroffen. Das war natürlich ein brutaler Fehler von ‚Desi‘, sie tut mir Leid. Bayern hat sicherlich verdient einen Punkt geholt, aber so ein Gegentreffer ist immens ärgerlich. Wir müssen wieder aggressiver auftreten und unsere Chancen konsequenter nutzen.“

Wörle: „Wir haben eine tolle Moral gezeigt“
Bayern-Trainer Thomas Wörle erklärte: „Es gab wenig Torchancen auf beiden Seiten und das Spiel war relativ ausgeglichen. Es war klar, dass sich Frankfurt in der zweiten Halbzeit etwas zurückziehen würde und es ist schwer, gegen sie ein Tor zu erzielen. Trotzdem sind wir geduldig geblieben und haben versucht, immer mehr nach vorne zu investieren. Wir haben eine tolle Moral gezeigt und sind dann folgerichtig, wenn auch glücklich zum 1:1 gekommen. Das war eine ganz große Leistung und das Ergebnis passt zu den Leistungen beider Teams.“

Spielszene FF USV Jena gegen BV Cloppenburg

Cloppenburgs Sofia Jakobsson (li.) im Duell mit Jenas Vanessa Müller © Silke Winkler

Jena lässt nichts anbrennen
Der FF USV Jena gewann sein Heimspiel gegen den BV Cloppenburg mit 2:0 (2:0). Amber Hearn (21.) und Carolin Schiewe (43. Foulelfmeter) machten bereits vor der Pause den Erfolg perfekt. Jenas Trainer Daniel Kraus meinte nach der Partie: „Nach diesem Spiel sind wir froh über die drei Punkte. Wir haben nicht wie gewünscht ins Spiel gefunden. Das war heute kein Selbstläufer, auch nicht nach dem klaren Sieg in Essen. Wenn wir erneut gleich zu Beginn einen Gegentreffer kassieren, was ja in letzter Zeit des öfteren der Fall war, kann das auch nach hinten losgehen. Aber jetzt gilt unsere volle Konzentration den beiden schweren Partien in Frankfurt und gegen München.“

Essen gewinnt in Sindelfingen
Im ersten Spiel des Tages gewann die SGS Essen eine Woche nach dem Einzug ins DFB-Pokalfinale beim VfL Sindelfingen mit 2:0 (2:0). Charline Hartmann (7.) brachte die Essenerinnen nach mustergültiger Vorarbeit von U19-Nationalspielerin Madeline Gier in Führung, Dominique Janssen (40.) machte den Auswärtssieg für die Elf von Trainer Markus Högner dann mit einem Freistoßhammer aus gut 30 Metern perfekt. Essen verbesserte sich mit nun 18 Punkten dank des besseren Torverhältnisses gegenüber dem SC Freiburg und dem MSV Duisburg auf Platz 7.

Ergebnisse Frauen-Bundesliga, 16. Spieltag

MSV Duisburg SC Freiburg 1:1 (1:0)
VfL Sindelfingen SGS Essen 0:2 (0:2)
FF USV Jena BV Cloppenburg 2:0 (2:0)
FC Bayern München 1. FFC Frankfurt 1:1 (0:1)
TSG 1899 Hoffenheim VfL Wolfsburg -:-  1. Mai
1. FFC Turbine Potsdam Bayer 04 Leverkusen -:-  1. Mai

Tabelle

Rang Verein Spiele Torverhältnis Punkte
1. 1. FFC Frankfurt 16 57:10 38
2. 1. FFC Turbine Potsdam 15 51:12 38
3. VfL Wolfsburg 15 50:12 34
4. FC Bayern München 16 33:18 31
5. FF USV Jena 16 29:24 24
6. Bayer 04 Leverkusen 15 33:27 19
7. SGS Essen 16 30:32 18
8. SC Freiburg 16 23:28 18
9. MSV Duisburg 16 18:34 18
10. TSG 1899 Hoffenheim 15 29:45 15
11. BV Cloppenburg 16 19:46 9
12. VfL Sindelfingen 16 2:86 1

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

66 Kommentare »

  • Sheldon sagt:

    Ich glaube tatsächlich, dass es so einfach ist, die ganzen Probleme allein auf die Umstellung zurückzuführen. Stellt man Laudehr wieder auf die LV-Position, dann gibt es wieder mehr Druck über links, die ganzen Offensivspielerinnen würden sich nicht alle auf die rechte Seite drängeln, während eine dann den schwarzen Peter hat und auf links ganz allein steht.
    Und dann mal Laudehr/Ando auf links und das alte Duo Schmidt/Garefrekes auf rechts, Alushi in der Mitte, Marozsan im Rückraum und dann wird es wieder was. Dann zieht man das Spiel auseinander, der Gegner kann defensiv nicht mehr so eng stehen und das reißt die Löcher für Alushi und Sasic in der Mitte oder Marozsan im Rückraum. Dann noch das Tempo wieder erhöhen und so einfach kann Fußball sein. Das System stimmt beim FFC, es ist nur sehr fragil!

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  • grammofon sagt:

    @FF-Tale: Viele mercis für den Link und die Info. Klasse, dass Amber Hearn bleibt. Jena ist und bleibt für mich das spannendste ’nicht-Spitzenteam‘. Und Islacker denkt sich jetzt bestimmt dass sie lieber in Duisburg hätte bleiben sollen.

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  • holly sagt:

    @ Sheldon wie immer vergisst du die Hälfte, der FFC spielt erstmal gegen Jena und dann sind wir schlauer. Warum ist das Restprogramm vom FFC leichter? Das sie auch gegen schwächere Mannschaften schlecht aussehen haben wir diese Saison schon zur Genüge erlebt. Hör doch endlich mal mit dem Märchen vom knappen Kader in Frankfurt auf. Erstmal sind da noch genug erst Liga taugliche Spielerinnen auf der Bank bzw spielen in der 2 Mannschaft. Wenn man in Frankfurt halt auf Talente lieber verzichtet, dann musst du hier nicht rumjammern das nicht genung Spielerinnen vorhanden sind. Dann musst du dich beim FFC beschweren.

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  • Sheldon sagt:

    @holly: Schlecht ausgesehen hat Frankfurt nur gegen Mannschaften aus dem Ligamittelfeld, wie Leverkusen, Jena und Essen.

    Gegen die hinteren Ränge Freiburg, Duisburg, Hoffenheim, Cloppenburg und Sindelfingen hat man allesamt überzeugend gewonnen.

    Und das Märchen von zweiter Mannschaft und Jugend kannst du dir sparen. Die Jugendarbeit mag unter Glass besser geworden sein, aber lange noch nicht auf dem Niveau, das nötig ist. Bedenkt man, wie groß die Distanz zwischen 1. und 2. Liga ist, dann ist es kein Wunder, wieso nicht nur Frankfurt, sondern auch Turbine und Wolfsburg nur noch in ganz wenigen Ausnahmen mal auf die eigene Jugend oder die Spielerinnen aus der Zweiten Mannschaft setzen. Bei Wolfsburg und Turbine waren das in dem letzten Jahr jeweils gerade mal eine Spielerin (Bremer und Meyer), es ist eher andersrum, dass Wolfsburg und Turbine einen Kader haben, bei der sich eine ganze Reihe Spielerinnen in der II. Mannschaft warmhalten.

    Auch wenn die Jugendarbeit bei Frankfurt besser geworden ist (was auch nicht sonderlich schwierig war bei ihrem vorherigen Zustand): Das Niveau der Jugendarbeit in Deutschland insgesamt ist höchstwahrscheinlich auf einem Allzeittief, was nicht zuletzt die Leistungen der U-Mannschaften zeigen. Die einzigen, die zur Zeit wirklich noch produzieren in der 1. Liga, das sind die Bayern mit Spielerinnen wie Gaugigl und Walkling, die sich tatsächlich festspielen konnten. Ansonsten wird das Ganze eher Mannschaften wie Werder oder Saarbrücken aus der zweiten Liga überlassen. Werder entwickelt sich dabei immer mehr zur Talentschmiede, gerade, was die Offensive betrifft. Mit Sanders und Wolter haben die ein absolutes Dreamteam, beide haben zusammen 32 der 41 Werder-Tore in der B-Juniorinnenliga geschossen, und das bei nur 13 Spielen.

    Es ist schon erstaunlich, dass unter den Top 12-Mannschaften der 3 B-Juniorinnenligen insgesamt nur 7 Bundesligavereine und sogar 1 Regionalligaclub stehen.

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  • holly sagt:

    @ Sheldon, ich musste wieder köstlich lachen. Da du dir ja keine Nachwuchsspiele anguckst, kannst du die Leistungen von Löber,Mattheis, Dick usw garnicht beurteilen. Herr Bell setzt nunmal entgegen deiner großen Ankündigung nicht auf die Jugend.
    In Bad Neuenahr musste er mit der Jugend arbeiten weil kein Geld da war.
    Komisch in einem anderen Post heute hast du Panfil und Chonjnowski nachgeheult und die sind auch nicht besser oder schlechter wie die hier von mir angeführten Spielerinnen aus der zweiten FFC Mannschaft. Du solltest dich endlich mit FF im Nachwuchsbereich auseinander setzen wenn du über sowas diskutieren willst.
    Das du nie mehr wie ein oder zwei Spielerinnen aus einer U Mannschaft oder 2 Mannschaft hochkriegst in die erste Mannschaft ist klar.
    Aber in Frankfurt hat das seit Jahren fast keine geschafft nicht weil sie so schlecht sind sondern weil niemand auf sie setzt.
    Werder ein Ausbildungsverein für die erste Liga wo hast du denn das schon wieder geträumt.
    Wo spielt denn eine Nachwuchspielerin(erste Liga) die aus Bremen kam und mindstens drei Jahre in Bremen ausgebildet wurde.
    Da hat sogar der SV Meppen mehr U N11 Spielerinnen (gefühlt) wie Bremen.
    Meiner Meinung nach macht Hoffenheim im Moment die beste Nachwuchsförderung.
    Komisch jetzt auf einmal ist es so toll wenn eine Spielerin aus der Nord/Nordost Staffel soviel Tore schiesst. Sonst heisst es immer in der Nordstaffel, ist das Niveau am schlechtesten (stimmt ja auch.) Glaub mal warum in den beiden anderen Staffeln die Mannschaften nicht soviel Tore schiessen wie im Norden.

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  • AdiPreissler sagt:

    Jaja, schon gut mit dem Elfer, aber dieses ewige Erfinden von Regeln wie „ist zwar Foul, aber das reicht nicht für einen Elfmeter“ oder „der Torwart darf im Fünfmeterraum nicht berührt werden“ geht mit traditionell auf die Nerven…

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