Pokal-K.o. für Wolfsburg und München
Paukenschlag im DFB-Pokal : Erst bezwang der 1. FFC Frankfurt im Topspiel des Achtelfinales den VfL Wolfsburg, dann landete Zweitligist 1. FC Köln einen Überraschungssieg gegen den FC Bayern München .
Der 1. FFC Frankfurt hat mit einem verdienten 1:0 (0:0)-Sieg Titelverteidiger VfL Wolfsburg aus dem Wettbewerb geworfen. Kerstin Garefrekes erzielte nach starker Vorarbeit von Célia Šašić den Treffer des Tages (54.). Inka Grings (89.) und Mandana Knopf (90.) schossen den 1. FC Köln ins Viertelfinale.
Die Frankfurterinnen waren von Beginn an vor 2 240 Zuschauern im Stadion am Brentanobad die Ton angebende Mannschaft und gingen aggressiver in die Zweikämpfe.
Frankfurt überlegen Ein Heber von Bianca Schmidt prüfte erstmals Wolfsburgs Torhüterin Almuth Schult, die sicher hielt (7.). Und Frankfurt hatte weitere Chancen, etwa durch Šašić (19.) und Melanie Behringer (24.). Die Gäste versprühten nur selten Gefahr, etwa bei einem Kopfball von Luisa Wensing (29.).
Glanzparade von Schult Die beste Chance zur Führung hatte Garefrekes nach schönem Pass von Kozue Ando, doch Schult reagierte glänzend (38.). Gegen Ende der ersten Halbzeit kam Wolfsburg etwas besser in die Partie, nach einem Fehler von Saskia Bartusiak kam Martina Müller zu einer Schusschance (43.). In der zweiten Halbzeit spielte Schiedsrichterin Christine Baitinger mehrfach eine unglückliche Rolle.
Garefrekes trifft Kurz nach Wiederanpfiff brachte Behringer Wolfsburgs Kapitänin Nadine Keßler im Strafraum zu Fall, über einen Elfmeterpfiff hätten sich die Gastgeberinnen nicht beschweren dürfen (46.). Doch dann schlug der 1. FFC Frankfurt zu: Šašić startete zu einem Lauf am linken Flügel, tanzte danach Nilla Fischer aus und passte maßgerecht zu Garefrekes, die den Ball nur noch einschieben musste (54.).
Wolfsburg enttäuscht Wolfsburg war zwar um den Ausgleich bemüht, doch spielerisch fehlte die Präzision, physisch und mental offenbar zudem die Frische, Lena Goeßling verließ nach einer guten Stunde den Platz. Fischer war es, die mit einem Kopfball nach Flanke der sonst wirkungslosen Zsanett Jakabfi die beste Torchance der Gäste hatte (76.).
Baitinger übersieht Handspiel In der Schlussviertelstunde kam Conny Pohlers an ihrem 35. Geburtstag zu einem Kurzeinsatz, der VfL Wolfsburg bewies Kampfgeist und warf noch einmal alles nach vorne, hatte aber Pech, als Baitinger ein klares Handspiel von Peggy Kuznik im Strafraum übersah und der fällige Elfmeterpfiff ausblieb (86.).
Bajramaj vergibt Entscheidung, Bunte letzte Chance Frankfurt ergaben sich nun Kontergelegenheiten, eine davon hätte die eingewechselte Lira Bajramaj fast zur Entscheidung genutzt, doch erst scheiterte sie an Schult, im Nachschuss an der Latte (90.). Doch es blieb bis zur letzten Sekunde spannend, Stephanie Bunte vergab in der Nachspielzeit mit einem Schuss neben das Tor die große Möglichkeit zum Ausgleich.
Bayern nutzt Chancen nicht Im Franz-Kremer-Stadion in Köln sahen 1 000 Zuschauer in der ersten Halbzeit einen überlegenen FC Bayern München, der aber aus einigen guten Chancen kein Kapital schlagen konnte. Inka Grings hatte kurz vor der Pause mit einem Kopfball die beste Kölner Chance. Doch wer gedacht, dass der Erstligist in der zweiten Halbzeit aufdrehen würde, sah sich getäuscht.
Entscheidung in den Schlussminuten Carolin Dej hatte nach einer knappen Stunde die Kölner Führung auf dem Fuß, als sie Bayern-Torhüterin Kathrin Längert umkurvte, dann aber den Ball nicht im leeren Tor unterbrachte. In der Schlussphase, als vieles bereits auf eine Verlängerung hindeutete, überschlugen sich die Ereignisse: Erst sah Carina Wenninger wegen einer Notbremse die Rote Karte (88.), den fälligen Freistoß verwandelte Grings zur Kölner Führung (89.). In der Nachspielzeit machte dann Mandana Knopf bei einem Konter den Erfolg perfekt (90.).