WM-Quali: DFB-Elf vor drittem Schützenfest in Folge?

Von am 29. Oktober 2013 – 19.30 Uhr 24 Kommentare

9:0 gegen Russland, 13:0 gegen Slowenien – die DFB-Elf produzierte in ihren ersten beiden WM-Qualifikationsspielen eine wahre Torflut. Heute geht es nun in Frankfurt (ab 18 Uhr live in der ARD) gegen Kroatien, den 63. der FIFA-Weltrangliste. Und ein neuerliches Torfestival scheint vorprogrammiert, auch wenn kurzfristig Lira Bajramaj ausfällt.

Bundestrainerin Silvia Neid sagte auf der Abschluss-Pressekonferenz, was man als höflicher Gastgeber wohl so sagen muss: „Wir haben das Spiel noch nicht gewonnen. Die Kroatinnen werden uns ebenso wenig etwas schenken wie die Sloweninnen es getan haben.“

Erneutes Torfestival wahrscheinlich
Doch alles andere als ein erneut klarer Erfolg gegen die Kroatinnen im Frankfurter Volksbank Stadion käme einer mittleren Sensation gleich. Zu groß sind  die Leistungsunterschiede beider Teams, auch wenn der Gegner in Iva Landeka vom FF USV Jena und Allison Lee Scurich vom SC Sand Spielerinnen mit Deutschland-Erfahrung in seinen Reihen hat.

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Šašić kann Neid überflügeln
Und so dürfte sich Célia Šašić, die in den ersten beiden Spielen vier Mal ins Schwarze traf, wohl auch diesmal nicht lumpen lassen, wenn es darum geht, ihren bisher 47 Treffern im Nationaldress weitere folgen zu lassen und in der ewigen Bestenliste Silvia Neid (48 Tore) zu übertreffen.

Célia Šašić

Zieht Célia Šašić in der ewigen Torschützinnenliste an Silvia Neid vorbei? © Karsten Lauer / girlsplay.de

Besonderes Spiel
Šašić, die seit einigen Monaten mit dem Kroaten Marko Šašić verheiratet ist, erklärt: „Natürlich ist das Spiel etwas Besonderes für mich, hier in meiner neuen Heimat Frankfurt. Dazu mit Kroatien auch noch ein Gegner, bei dem sich viele Familienmitglieder angekündigt haben.“

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Ohne Bajramaj, Keßler und Cramer
Dabei wird die DFB-Elf gegen Kroatien kurzfristig auf Lira Bajramaj verzichten müssen, deren Formkurve zuletzt deutlich nach oben zeigte. Die 25-Jährige, die bereits im Training pausieren musste, plagt eine Verhärtung im rechten Adduktorenbereich. Dabei hinaus stehen auch Jennifer Cramer und Nadine Keßler verletzungsbedingt nicht zur Verfügung.

Furchtlose Kroatinnen
Bei den Kroatinnen sieht man der Partie gelassen entgegen. Allison Lee Scurich, US-Verteidigerin mit kroatischen Wurzeln, meint: „Wir haben nichts zu verlieren und auch keine Angst. Wir wissen, wie wir gegen solches Teams spielen müssen, wir haben ja in den letzten zwei Qualifikationen gegen die Niederlande und England gespielt. Wir können in diesen Spielen eine Menge lernen.“

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Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

24 Kommentare »

  • Sheldon sagt:

    @wrack: Bei so einem Gegner kann man das Argument, dass zum Fußball immer zwei gehören, nicht gelten lassen. Deutschland besitzt die Mittel dazu, die Torhüterin gar nicht in die Möglichkeit kommen zu lassen, nen Ball zu halten, und sollte normalerweise bei den Spielerinnen die Möglichkeiten besitzen, das Tempo so schnell zu halten, dass die Kroatinnen maximal mit Fouls zwischen die Pässe kommen.

    Die Vorstellung der Mädels passt da gut herein: Sie haben es nicht für nötig gehalten, sich anzustrengen. Das ist auch richtig so, wenn man das Ergebnis betrachtet. Doch über lange Zeit verliert man genau deswegen den Anschluss, weil andere Teams wie dann zum Beispiel Frankreich solche Spiele wirklich nutzen, um das Zusammenspiel zu verbessern, um taktische Varianten auszuprobieren, um technisch die Konzentration hochzuhalten, um Sicherheit in den Aktionen zu gewinnen, um das Tempo zu erhöhen usw.

    Und wenn man in einer Qualifikation nur gegen solche Mannschaften spielt und alle Spiele einfach so lax und locker angeht, als würde es um nix gehen, dann verschenkt man bis zur nächsten WM in zwei Jahren immense Qualität und hat sich einen gewaltigen Nachteil angesammelt gegen Teams, die jedes dieser Spiele zu nutzen wissen.

    Wir können das auch am Vereinsfußball sehen: Deutschland hat mit großem Abstand die beste Liga der Welt. Hier kann mittlerweile von den ersten 8-9 Mannschaften jeder jeden schlagen. Und dennoch diktiert Lyon die Verhältnisse in Europa, die in ihrer Liga eigentlich komplett ohne Gegner sind. Wieso? Weil sie gegen jede Mannschaft in ihrer Liga so antreten, als wäre es eine Mannschaft aus der Bundesliga, als wäre es Wolfsburg, Potsdam oder Frankfurt. Das zeichnet sie aus und macht sie sogar letztlich besser als die deutschen Teams, weil diese halt diese Einstellung letztlich nicht an den Tag legen.

    Wollen wir wirklich Weltmeister werden, sollten wir uns diese Einstellung, gegen jeden Gegner so aufzutreten, als wäre WM-Finale (von Minute 1 bis Minute 90), schleunigst antrainieren.

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  • karl sagt:

    @Dummkopf: Klar ist uns ein Sieg mehr wert als dass die ARD- und andere propheten Unrecht haben , aber es ist ja beides eingetroffen, es gab einen sieg aber niedriger und schwieriger als erwartet , das muesste eigentlich diejenigen erfreuen die die Spiele gerne spannender haetten. Wenn der fruehe Fuehrungstreffer nicht faellt tut man sich auch gegen solche Gegner schwer , zumal die kroatische Trainerin ihr Team perfekt fuer die Aufgabe eingestellt hatte.

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  • wrack sagt:

    @ Sheldon: „Bei so einem Gegner kann man das Argument, dass zum Fußball immer zwei gehören, nicht gelten lassen.“

    Du WILLST es nicht gelten lassen. Und dies, obwohl…

    „Ich habe dieses Spiel erst ab der 35. Minute verfolgen können“

    Und trotzdem kommst du zu dem Urteil:

    „Sie haben es nicht für nötig gehalten, sich anzustrengen.“

    Sheldon !!!

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  • Dummkopf sagt:

    @wrack. Juchhu, das macht mir wieder Hoffnung, dass du wenigstens meine Briefe noch liest …
    Dann hast du genauso aufmerksam gelesen, dass ohne Bajramaj 8 Tore wegfallen, und wenn noch mal jemand anderes ausfällt nochmal 6 …? (Was zugegebenermassen genauso ein wenig ketzerisch war wie das 20:0)
    Aber dass heute mittag schon klar war, dass das „nur“ noch ein hohes Ergebnis wird?
    Und da hatte ich nicht einmal gewusst, dass Fr. N vom D mit den neuen Spielerinnen zusätzliche Abwehrbollwerke einbaut.

    @karl. Na klar freut mich die Spannung. Habe deshalb sogar längere Zeit zugeschaut. War das für dich nicht auch besseres Entertainment als das 13:0?

    @sheldon. hm?

    @alle: warum seid ihr denn noch hier und nicht beim Spielbericht?

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