Desirée Schumann für zwei Spiele gesperrt

Von am 22. Oktober 2013 – 15.52 Uhr 34 Kommentare

Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat Desirée Schumann, Torhüterin von Frauenfußball-Bundesligist 1. FFC Frankfurt, für zwei Spiele gesperrt.

Schumann war in der 64. Minute des Bundesligaspiels beim FF USV Jena am Sonntag von Schiedsrichterin Ines Appelmann wegen einer Tätlichkeit gegen Susann Utes vom Platz gestellt worden.

FFC-Torhüterin Desirée Schumann sah in Jena die Rote Karte. © Nora Kruse, ff-archiv.de

FFC-Torhüterin Desirée Schumann kommt mit einer glimpflichen Sperre davon © Nora Kruse, ff-archiv.de

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Keine Tätlichkeit
Dabei wertete der zuständige Richter im Einzelrichterverfahren nach Anklageerhebung durch den DFB-Kontrollausschuss Schumanns Vergehen offenbar nicht als Tätlichkeit, sondern als unsportliches Verhalten, wodurch ein reduziertes Strafmaß zur Anwendung kam. Im Spielbericht auf der DFB-Website wird das Vergehen allerdings weiterhin als Tätlichkeit eingestuft.

Glimpfliche Sperre
Bei einer Tätlichkeit hätte die Mindestsperre drei Spiele betragen. Somit kommt Schumann mit einer glimpflichen Sperre davon, sie wird ihrem Team nur in den Bundesligaspielen gegen den VfL Sindelfingen und beim FCR 2001 Duisburg fehlen.

Die Spielerin beziehungsweise der Verein haben dem Urteil zugestimmt, das Urteil ist damit rechtskräftig.

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Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

34 Kommentare »

  • Sheldon sagt:

    @Lucy: Den Kemme-Fall haben wir doch lang und breit ausdiskutiert. Kemme hat sich daneben benommen und die Rote Karte war verdient. Dennoch hätte ich sicher nicht so nen Aufstand gemacht, wenn Anonma den Ball ins Gesicht bekommen hätte, wie es damals von Seiten von Frankfurt (auch von hochoffizieller Seite) der Fall war. Ich persönlich sehe das nicht anders als ein Spieler, der sich beim Freistoß vor den Ball stellt, um eine schnelle Ausführung zu verhindern. Auch da schießt der Spieler diesen leicht an, um für den Gegenspieler sogar noch eine Gelbe Karte wegen Zeitspiel und Spielverzögerung rauszuholen, indem er anzeigt, dass er den Freistoß gerne schnell ausführen möchte.

    @FF-Talent: Tut mir leid, aber ich denke, bei die Tätlichkeit von Schumann gehört zu denen, die man am härtesten von allen bestrafen sollte. Denn erstens: Sie war vollkommen unnötig. Ich kann es ja verstehen, wenn sich jemand in dem Eifer des Gefechts in einer Rudelbildung zu nem leichten Kopfstoß hinreißen lässt. Da gibts dazu meist einen Anlass. Doch diese Szene war aus einem ruhigen Spielverlauf heraus, Schumann hatte sogar selbst den Ball. Es gab keine kritische Schiedsrichterentscheidung gegen sie, es gab keine Rudelbildung oder Ähnliches, sie hatte weder Grund noch Anlass für diese Aktion.
    Zweitens: Diese Aktion kam von hinten und war so heimtückisch. Selbst, wenn dieser Schubser selbst nicht die Gewalt hatte, in irgendeiner Weise eine Verletzung hervorzurufen, so ist eine Aktion, die auf den Körper unvorbereitet einwirkt, immer gefährlich. Kenne Menschen, die sich die Arme gebrochen haben, weil sie von hinten leicht geschubst wurden und sich nicht mehr vernünftig abfangen konnten.

    3-4 Spiele Sperre hätte ich Minimum unter diesen Ursachen verhängt. So eine Aktion verdient einfach eine lange, sehr lange Denkpause. Generell bin ich sowieso der Meinung, dass echte, heimtückische Tätlichkeiten und Unsportlichkeiten niemals zu hoch bestraft werden können. Solche Aktionen will man einfach nicht auf dem Platz sehen.

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  • Markus Juchem sagt:

    Das DFB-Sportgericht hat hier offenbar eine klare Meinung: Kemmes Aktion wurde als Tätlichkeit gewertet, Schumanns Aktion nur als unsportliches Verhalten.

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  • grammofon sagt:

    @Markus Juchem:

    „Das DFB-Sportgericht hat hier offenbar eine klare Meinung: Kemmes Aktion wurde als Tätlichkeit gewertet, Schumanns Aktion nur als unsportliches Verhalten.“

    Ja, das will man auch erst mal verstehen. Aber Frankfurt kann es eh egal sein, ob jetzt 2 Spiele oder 3. Gegen Sinelfingen, Duisburg und Hoffenheim sollte eh nichts anbrennen. Und eine 4 Spiele Sperre hätte es wohl eh nicht gegeben. Man muss ja nicht alle Jahre wieder ein Exempel statuieren.

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  • waiiy sagt:

    Dabei war Kemme der Ball bei an dem verregneten Tag doch aus der Hand gerutscht und Garefrekes ist auch so groß, dass die kleine Kemme kaum über sie hinwegwerfen kann… 😉

    (Bitte an alle: Es ist ein Scherz! Bitte keine Diskussionen. Das ist lange her.)

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    …nur hätte KG damals auch Gelb, wie Utes, bekommen müssen, da sie doch die Ausführung des Einwurfes behindert hat, weil unmittelbar vor der einwerfenden Kemme stehen blieb…

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  • Tom Schlimme sagt:

    Ich teile die Meinung, dass Desiree Schumann mit zwei Spielen Sperre gut weggekommen ist. Man hätte die Aktion meiner Meinung nach durchaus auch als Tätlichkeit werten können, und ich hoffe, dass der Verein seiner Keeperin klar macht, dass sie mit solchen Aktionen nicht nur sich, sondern auch ihrem Team massiv schaden kann. Für solche Sachen hat es schon interne Geldstrafen gegeben, was ich in diesem Fall angemessen fände.

    Was ich aber nicht teilen kann, ist die Aufgeregtheit vieler hier, die schon wieder ihre Verschwörungstheorien ausbreiten, dass der DFB und die Schiedsrichterinnen aus der Nähe zu Frankfurt heraus den 1. FFC Frankfurt bevorzugen und andere Vereine, insbesondere Ostvereine, benachteiligen würde. Insbesondere die Entscheidung von Schiedsrichterin Ines Appelmann, keinen Elfmeter zu geben, ist vollkommen logisch und in sich schlüssig, und an dieser Entscheidung wird hier ja letztlich von einigen der Spielausgang festgemacht.

    Man mag sich darüber streiten können, ob die Aktion von Utes gegen Schumann im Fünfmeterraum als Foul zu werten ist oder nicht. Wenn man es aber als Foul wertet, dann liegt dieses Foul zeitlich auf jeden Fall vor der Aktion von Schumann. Dass der Pfiff der Schiri möglicherweise erst nach der Aktion von Schumann erfolgt ist, ändert daran nichts. Wenn zwei Fouls so kurz hintereinander folgen, hat die Schiri immer die Möglichkeit, die Aktion insgesamt zu bewerten, und dann ist für die Frage, wie es nach dem Pfiff weiter geht, immer das erste Foul entscheidend. Ich halte es im übrigen auch für sehr plausibel, dass es bei der Aktion von Utes gegen Schumann vorher eine Berührung gab, denn durch irgendetwas muss sich Schumann ja provoziert gefühlt haben. Was ihr natürlich nicht, um das nochmal klar zu sagen, das Recht für so einen Schubser gibt.

    Also, rot gegen Schumann, richtige Entscheidung der Schiri, kein Elfmeter, weil Foul von Utes zuerst, zumindest in sich schlüssige Entscheidung der Schiri. Über die Entscheidung, das zweite Frankfurter Tor gelten zu lassen, mag man sich auch streiten können. Aber aus diesen Entscheidungen eine Verschwörungstheorie ableiten zu wollen, halte ich für absurd.

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  • Sheldon sagt:

    Ist eine Schiedsrichterin aus der gleichen Region wie der spielende Verein überhaupt zulässig? Hatte immer gedacht, die Schiedsrichterin dürfte nicht aus demselben Regionalverband kommen wie eines der Teams!

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  • holly sagt:

    @ Sheldon

    das hast du andauernd im FF.Die eine Schiedsrichterin hatten wir diese Saison gefühlt jedes WE, aber immer bei einem anderen Team. Letztens hatten wir sogar ne Ansetzung da war bei uns ein Geschwisterpaar im Einsatz. Das halte ich auch für sehr fragwürdig.

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  • Matze sagt:

    Wenn dem so wäre, dann dürfte eigentlich Frau Inka Müller-Schmäh kein Spiel von Frankfurt, Bayern oder Wolfsburg pfeifen. Wegen der direkten Konkurrenz. 😉

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  • Maskal69 sagt:

    Über das Urtel des DFB-Sportgericht kann ich nur den Kopf schütteln, das war eine Tätlichkeit und kein unsportliches Verhalten. Wo bleibt da, das immer wieder groß propagierte, Fair Play?
    Bei der ganzen Aktion nicht Elfmeter zu pfeifen war in Ordnung, den zuvor lag eine Behinderung der Torfau im fünfer vor. Auf der anderen Seite hätte ich das 2:2 definitiv nicht gegeben, das war Foulspiel der Torfrau im Strafraum! Es ist auch müßig zu spekulieren wie die Partie wohl ausgegangen wäre, hätte die Schiedsrichterin das 2:2 nicht gegeben usw..
    Aber eins bleibt und vor allem nach dem Gerichtsurteil, ein „Gschmäckle“ (Schwäbsich).
    Der DFB sollte sich langsam mal Gedanken machen und meines erachtens einige Veränderungen, was das Thema Schiedsrichterinnen angeht, zu überdenken.
    Da muss ich einfach eine Lanze für die Frauen ( Schiris )brechen!Den ist sicherlich nicht einfach Woche für Woche auf dem Sportplatz zu stehen und immer gute Leistung abzuliefern.
    Den sie müssen mit vielen Unzulänglichkeiten leben, da wären
    – Die teilweise große Entfernungen vom Heimatort zum Spielort,
    ( zum teil über 4 Std. und mehr anfahrt )
    – Wild zusammen gewürfeltes und aus verschiedenen Landesverbände bestehendes Schiritrio. ( jede kommt mit dem eigenen Auto oder sogar mit der Bahn)
    – Die Vergütung was die Mädels bekommen, ist ein Witz!
    – Dann der Schiribeobachter der manchmal schon vor der Partie sein bestes gibt. […]
    Alles Punkte die es für die Frauen nicht einfach machen. Ich möchte bei den Voraussetzungen keine Schiedsrichterin in den Bundesligen sein.

    Dieser Kommentar wurde von der Redaktion in Übereinstimmung mit den Womensoccer-Leitlinien editiert. Die editierten Stellen wurden mit Auslassungszeichen […] markiert.

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  • Sheldon sagt:

    @holly: In unteren Ligen, wo es eigentlich nur um den Spaß geht (so Kreisliga oder so) mag das ja noch okay sein, da haben Schiris keinen Anlass, sich zu Parteilichkeit hinzureißen. Wir hatten in der Jugend auch häufig den Fall, dass der eine Co-Trainer als Schiri fungiert hat. Wenn sich beide Mannschaften darauf verständigen, weil es nunmal niemand anderes gibt, dann soll man es meinetwegen so machen.

    Doch 1. Liga, das sind Ansetzungen vom DFB. Da kann man doch nicht einfach sagen: Frankfurt-Jena mit Frankfurter Schiri. Das geht einfach nicht, dafür steht dort doch noch einiges auf dem Spiel. Was meint ihr, was los wäre, wenn bei Potsdam gegen Wolfsburg eine Schiri aus Berlin oder Potsdam pfeifen würde, oder umgekehrt aus Wolfsburg? Die kann in so einem Spiel niemals bestehen, schon gar nicht, weil es da um das ganz große Geld (für FF-Verhältnisse) geht, wenn es um CL-Quali geht. Da muss man ganz schnell ne andere Lösung finden.

    @Maskal: Ist für mich kein Argument, müssen die BuLi-Schiris bei den Männern auch, zum Teil noch weiter. Wo ich dir zustimme, ist bei der Bezahlung.

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  • Lucy sagt:

    @ Jennifer

    Mein Beitrag zielte eher auf den von fisch (22. Oktober 2013 um 18.31 Uhr), wo er die Sache KG/Kemme wieder hervorkramt. Und weil damals einige Leute so erbost taten, als wäre das völlig ungewöhnlich, was KG damals getan hat 😉

    Natürlich hat Desi saudumm reagiert und auch zu Recht die rote Karte kassiert. Da sind wir FFC Fans uns eigentlich alle untereinander einig. Sie muss halt noch cooler werden und daran denken, dass man mit so doofen Aktionen nur die Mannschaft schwächt.

    Utes Foul ist von den TV-Bildern her wirklich schlecht auszurechnen und zu erkennen, aber andererseits fand ich Desis Rempler jetzt auch nicht gerade soooo extrem brutal. Von daher finde ich die Sperre für unsportliches Verhalten auch okay und verdient.

    Vorm Tor zum 2:2 finde ich auch, soweit ich es anhand der Aufzeichnungen beurteilen kann, dass die Torfrau nach vorne springt und (ich glaube) Crno seitlich nach hinten, so dass beide knapp hinter der 5er-Linie zusammenstoßen (aber bitte, das ist meine Wahrnehmung). Kann beides gewesen sein. Nur wir können uns die Bilder immer wieder angucken und die Schiris müssen sofort darüber urteilen, was sie gesehen haben und können keine Zeitlupen sehen. Von daher muss man wohl oder übel immer mal mit so knappen Entscheidungen leben. Ich wollte den Job nicht machen…

    Gehören Hessen und Rheinl. Pfalz in den gleichen Regio-Verband? Habe keine Ahnung, wie die Damen ausgesucht und zusammen gewürfelt werden?

    @ waiiy

    Danke für den Scherz 🙂

    @ SF

    Da hast du Recht, KG hätte dafür auch eine Gelbe bekommen können. Vielleicht hat sie nicht, weil sie Kemme vorher nicht berührt hat, so wie es Utes anscheinend getan hat (egal jetzt ob viel oder wenig)?

    @ Sheldon

    Vielleicht hättest du hier nicht aufgeschrien, wenn Anonma den Ball absichtlich ins Gesicht bekommen hätte, aber einige hier sicher schon 😉

    „Leicht anschießen“ an die Beine, um eine Karte für den Gegner zu provozieren ist immer noch etwas anderes, als aus nächster Nähe ins Gesicht werfen! Auch nicht fair, aber…

    Die Sache wollen wir aber jetzt nicht weiter vertiefen, die sollte schon lange genug ausdiskutiert und erledigt sein. Deckel druff!!

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  • Dr. Faust sagt:

    Hessen gehört zum Regionalverband Süd, die beiden Verbände aus Rheinland-Pfalz zu Süd-West.

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  • FFFan sagt:

    @ Dr. Faust:

    Danke, damit wäre das auch geklärt!

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