Frankfurt verspielt Zwei-Tore-Führung

Von am 5. Oktober 2013 – 15.02 Uhr 50 Kommentare

Der 1. FFC Frankfurt hat auch sein zweites Heimspiel der Saison nicht gewinnen können. Gegen Bayer 04 Leverkusen verspielte das Team von Trainer Colin Bell diesmal sogar eine Zwei-Tore-Führung in einer lange Zeit überlegen geführten Partie.

Dabei sah es beim 2:2 (1:0) im Stadion am Brentanobad lange Zeit nach einem Sieg für die Frankfurterinnen aus.

Frühe Führung durch Sasic
Célia Šašić brachte ihr Team nach einem Freistoß von Melanie Behringer bereits früh per Kopf in Führung (7.) und auch in der Folge war Frankfurt die Spiel bestimmende Mannschaft. Nach einer Hereingabe der eingewechselten Kozue Ando erzielte Dzsenifer Marozsán mit einem abgefälschten Schuss das 2:0 (65.) und vieles deutete auf einen Dreier der Gastgeberinnen hin.

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Colin Bell ist fassungslos

Frankfurts Trainer Colin Bell ist fassungslos © Herbert Heid / girlsplay.de

Weber gleich in der Nachspielzeit aus
Doch Leverkusen kämpfte sich zurück in die Partie. Erst gelang Isabella Linden mit einem Schuss in den Winkel nach Vorlage von Turid Knaak der Anschlusstreffer (80.), in der Nachspielzeit sorgte dann die eingwechselte Francesca Weber nach Flanke von Carolin Simon für den viel umjubelten Ausgleich (90.+2). Trotz des späten Ausgleichs übernahm Frankfurt vorübergehend mit acht Punkten die Tabellenführung.

Frankfurt verärgert
Eine verärgerte Šašić erklärte nach der Partie: „Das darf uns nicht passieren, nach einer 2:0-Führung noch 2:2 zu spielen, das war vollkommen unnötig. Wir haben das Spiel bestimmt und gut nach vorne gespielt, wir müssen aber unsere Chancen noch konsequenter nutzen. Wir müssen ansprechen, was falsch gelaufen ist.“

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Ergebnisse Frauen-Bundesliga, 4. Spieltag

1. FFC Frankfurt Bayer 04 Leverkusen 2:2 (1:0)
TSG 1899 Hoffenheim 1. FFC Turbine Potsdam -:-
VfL Sindelfingen SC Freiburg -:-
FF USV Jena SGS Essen -:-
FC Bayern München BV Cloppenburg -:-
FCR 2001 Duisburg VfL Wolfsburg -:-

Tabelle

Rang Verein Spiele Tore Punkte
1. 1. FFC Frankfurt 4 9:3 8
2. 1. FFC Turbine Potsdam 3 10:2 7
3. FC Bayern München 3 5:3 7
4. Bayer 04 Leverkusen 4 7:4 6
5. VfL Wolfsburg 3 10:3 5
6. TSG 1899 Hoffenheim 3 4:6 4
7. FCR 2001 Duisburg 3 5:6 3
8. SC Freiburg 3 3:4 3
9. SGS Essen 3 5:6 2
10. FF USV Jena 3 2:4 2
11. BV Cloppenburg 3 3:7 2
12. VfL Sindelfingen 3 1:16

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

50 Kommentare »

  • AdiPreissler sagt:

    Verstehe nicht, wieso hier verschiedene Leute Frankfurt mit Gewalt eine Doppel-6 andichten wollen. Bell spielt das neue Modesystem 4-1-4-1 mit Behringer als einziger 6, wieso auch immer.

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  • Detlef sagt:

    @Speedy75,
    Siehe mein Augenzeugenbericht über dem von Sokrates, und mein Lösungsansatz für dieses Problem!!!

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  • Dummkopf sagt:

    @sokrates: Danke für den ausführlichen Bericht. Immer schön, wenn jemand sich sachlich, möglichst objektiv und ausführlich dem Thema widmet. Da auch karl das schon geschrieben hat und altwolf jetzt auch:
    Die klassische „6“ ist die zentrale defensive Mittelfeldposition, vor der Innenverteidigung.
    Ganz früher mal „Wasserträger“ oder „Vorlibero“ genannt, und stammt aus einer Zeit, wo „10“ der klassische Spielmacher war.
    Heute mit meist einer Sturmspitze, ohne klassische „10“ hat man dann sozusagen noch einen Spieler zusätzlich für das Mittelfeld der oft auch noch auf diese Position 6 gestellt wird.
    Dann spielt man sozusagen mit 2 defensiven MFsplern zentral vor der Abwehr. Der DOPPEL-6. N11 Frauen und Männer, Bayern unter Heynckes spielten so. Und bei Wob Goessling und Kessler.

    Der FFC NICHT. Dort war gestern Behringer nominell die einzige „6“. Bajramaj und Maroszan (THEORETISCH) eher offensive MF, Garefrekes re und Laudehr li. 4er Kette ganz hinten, Sasic ganz vorne.
    Deshalb nennt man es theoretisch 4-1-4-1.
    (4er Kette, 1defensive MF, 4MF, 1 Spitze)
    Beim FFC gestern war das, da Garefrekes und Laudehr eher defensive äussere MF waren, allerdings dann ein 4-3-2-1, und zwar mit im Spielverlauf zunehmenden Auflösungserscheinung in Richtung 10-H-üh-ner-hauf-en, so dass man nicht mehr viel von irgendetwas erkennen konnte.
    Die 4er Kette, 1 über-„klassische“ 6, und dann müsste man man mit Zahlen kleiner als 1 weitermachen.
    Über Details kann man immer ein wenig streiten, aber in einem Punkt bist du leider sehr in der Zeit der „10“er steckengeblieben. Im Gegensatz zur Doppel-6, die mancher spielt mancher nicht, ist 2 Sturmspitzen doch sehr überholt, der Trend geht zu 0!

    Und gerade letzte Woche hat doch Bayern bewiesen wie man mit 0 Sturmspitzen sehr effektiv und gut modernen Angriffsfussball spielen kann.
    Würde ich bei Yogi auch gerne so sehen, hat er immerhin schon ausprobiert, während ich bei Fr. N vom D befürchte …

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  • holly sagt:

    ich glaube nicht das die anderen Teams in der BL soviel stärker geworden sind. sicher haben sich einige Teams gut verstärkt, aber normalerweise müssen Frankfurt, Potsdam und Wolfsburg immer noch diese Mannschaften dominieren.
    Frankfurt hat schon seit einiger Zeit Probleme geben die sogenannten „kleinen“.
    Potsdam wirkt sehr unkonzentriert noch nicht eingespielt? Ich weiss es nicht. Oder ist es der jahrelange Aderlass an Spielerinnen der diesmal nicht aufgefangen werden konnte?

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  • DAWIDenko sagt:

    @holly:
    „ich glaube nicht das die anderen Teams in der BL soviel stärker geworden sind. sicher haben sich einige Teams gut verstärkt, aber normalerweise müssen Frankfurt, Potsdam und Wolfsburg immer noch diese Mannschaften dominieren.“

    Natürlich müssten die Top-Mannschaften die kleineren auch weiter dominieren. Das tun sie in den meisten Fällen auch. Vor allem ist dort auch häufig das gravierende Problem die zum Teil mangelhafte Chancenverwertung.
    Das aber was die kleinen Teams immer besser machen: Sie können auch mitspielen und sind bei Ballverlusten der Favoriten zur Stelle. Gerade bei Standardsituationen strahlen sie Gefahr aus, manchmal sogar mehr als die Favoriten selber, die sich dort häufig sehr hamlos zeigen.
    Wenn ich an das Spiel von Jena gegen Turbine denke, was ich live gesehen habe, wurde mir verdeutlicht wie gut Jena mitspielen konnte. Selber den Ball durchs Mittelfeld kombinierte.
    Auch im Spiel gegen Wolfsburg eine Woche später, erspielten (!) sich die Thüringerinnen eine menge Torchancen, was ich zumindest in der Zusammenfassung vom Mdr Sport sehen konnte.
    Das kann kein Zufall sein.
    Letzte Saison hat das bei Jena noch nicht so geklappt. Da rührten die „Underdogs“, wie z. B: Jena eher Beton an.
    Gerade zu Hause präsentieren sich Teams wie Jena, Essen etc. selber auch spielerisch immer stärker.
    Auch dass sie zum Ende hin einen Rückstand noch egalisieren können, zeigt deutlich, dass auch die konditionellen Unterschiede geringer werden.

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  • Sheldon sagt:

    Ohja, Frankfurt hat zum zweiten Mal unentschieden gespielt, und schon reden alle hier schon wieder von Krise.

    Habe das Spiel nicht gesehen, aber so wie hier über das Spiel berichtet wurde, scheint Frankfurt ja überlegen gewesen zu sein, hat aber am Ende das Schwimmen angefangen (Potsdam lässt grüßen).

    Ich sehe hier nicht ein derart großes Problem:
    1. Frankfurt hat aus 4 Spielen 8 Punkte geholt und ist damit punktgleich mit Wolfsburg und nur 2 Punkte hinter der Spitze.
    2. Von der Aufstellung her hätte ich auch eher ein 4-1-4-1 vermutet. Sollten sich Bajramaj und Marozsan auf dem Platz vertragen, sehe ich das auch als die beste Alternative an:
    Behringer sollte die Defensivarbeit alleine von ihrer Qualität her alleine schaffen, als klassischer Abräumer. Die 4 Spielerinnen hinter Celia sind eigentlich 4 absolute Klassespielerinnen, die sehr flexibel sind. Hier hat man viel Kreativspielraum. So kann Bajramaj beispielsweise als hängende Stürmerin aus der Tiefe kommen und Celia als Ablegerin nutzen. Garefrekes und Laudehr können sich zu einem 4-3-2-1 fallen lassen, wahlweise auch nur eine, sodass Bajramaj in den freien Raum auf die Außen starten kann. Marozsan hat sehr viel Spielraum nach hinten und kann schon früh Bälle holen, sodass sie das 1:1 im Zweikampf nicht riskiert. Wahlweise kann auch Celia die Position mit Bajramaj, Laudehr und Garefrekes tauschen.

    In der Theorie alles gut und schön, in der Praxis wird das sicher noch eine ganze Zeit dauern, bis das alles so flüssig läuft. Generell sehe ich diese Variante allerdings als die taktische Variante an, auf die der Kader von Frankfurt am besten ausgerichtet ist.

    In der Abwehr sehe ich auf der Außenbahn mit Schmidt auch eine Spielerin, die bei diesem System auch im eigenen Angriff die Lücke auf der Außenbahn nach vorne schließen kann, Ähnliches gilt für Babett Peter, wenn sie wieder fit ist.

    Es funktioniert noch nicht alles, aber die Richtung, in die Bell versucht, mit der Mannschaft zu arbeiten, scheint mir doch sehr vielversprechend zu sein.

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  • xyz sagt:

    Ist ja schön,dass Sokrates auch denkt Maro ist lauffaul und zu langsam.Ich sehe das genauso und kann einfach nicht verstehen dass man sie immer so extrem über den grünen Klee lobt.Ich finde diese Spielerin absolut überbewertet und denke da gibt es beweglichere Spielerinnen die mehr Potential haben. Wenn andere fleißige schnelle Spielerinnen Maro nicht zuarbeiten,dann sieht diese doch ganz schon alt,beziehungsweise langsam aus!

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  • Herr Schulze sagt:

    Dieses 1-4-1–Doppel6-Gebabbel in diesem Thread erscheint mir doch für das, was auf den Plätzen umgesetzt wird, etwas very hirni. Der Hinweis auf das Hüh-Ner-Hau-Fen-System von Dummkopf ist die passende Bemerkung. Diese überkandidelte System-Denke der Frankfurter Trainer ist für mich das gravierende Problem. Bell setzt diese Egomanie bisher jedenfalls fort.
    Zur Veranschaulichung: Das verordnete „Dominanz“-Spiel beim FFC erlebe ich im wesentlichen so: 1. Priorität Ballbesitz, 2. Priorität Absicherung, 3. Prirität Offensivspiel. Und auf dem Platz heißt das, dass die instruierte Spielerin zunächst danach schaut, den sicheren Pass zu platzieren und der Blick nach vorne erst irgendwann kommt.
    Hinzu kommt, dass ein sicheres Passspiel eine extrem hohe Ballfertigkeit voraussetzt. Die ist selbst beim FFC in höchst unterschiedlichem Maße vorhanden und geht von daher regelmäßig in Fehlpässen unter. Die Spielanlage ist verkopft und deswegen gehemmt. Sie produziert, wie man es seit Monaten sieht. auch keine Sicherheit.
    Deprimierend und typisch für diese Denke ist, dass Trainer wie Manager das gezeigte Spiel auch im Nachhineien goutieren (siehe FFC-Seite) und nur die mangelnde Aufmerksamkeit der letzten zehn Minuten bemängeln, in denen man sich um den „verdienten Lohn“ (Bell) gebracht habe. Für die wäre mit dem 2 zu 0 alles okay gewesen. Ich wäre auch frogh gewesen, aber das Spiel hat mir schon nach zehn, fünfzehn Minuten nicht mehr gefallen.

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  • Sheldon sagt:

    @Herr Schulze: Es stimmt schon, dass es egal ist, wie das System ist, wenn einfachste Dinge nicht funktionieren.

    Doch ich denke, um das abzustellen, braucht man ein festes, auf die Mannschaft zugeschnittenen System, in dem man arbeiten kann und diese Fehler abstellen muss. Weiß jeder, wo erstmal sein Platz ist, dann kann auch mehr Sicherheit und Routine hineinkommen.

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