Turbine Potsdam gründet Perspektivteam

Von am 21. Juni 2013 – 14.56 Uhr 25 Kommentare

Frauenfußball-Bundesligist 1. FFC Turbine Potsdam geht neue Wege und hat für vorerst elf Spielerinnen der Jahrgänge 1996 bis 1998 ein gesondertes Perspektivteam ins Leben gerufen, um zukünftig verstärkt Talente an das Bundesligateam heranzuführen.

Das Team wird zukünftig täglich am Nachmittag unter Regie von Cheftrainer Bernd Schröder außerhalb und zusätzlich zum vormittäglichen Eliteschul-Training spezielles Training durch ausgewählte Vereinstrainer des 1. FFC Turbine Potsdam erhalten.

Mehr qualifizierte Spielerinnen fürs Bundesliga-Team
„Wir versprechen uns durch diese zielgerichtete Auswahl unserer besten Nachwuchstalente spätestens in der Saison 2015/16 wieder ausreichend qualifizierte Spielerinnen für unsere erste Bundesliga-Mannschaft aus den eigenen Reihen zu bekommen“, so Schröder zur Zielsetzung.

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Bernd Schröder

Turbine-Trainer Bernd Schröder wird auch im Perspektivteam das Zepter schwingen © Sascha Pfeiler / girlsplay.de

Elf Spielerinnen erhielten Förderungsverträge
Die derzeit elf Spielerinnen – im Prinzip allesamt DFB-Auswahlspielerinnen von der U16 bis zur U19 – erhielten am Mittwoch im Beisein der entsprechenden Erziehungsberechtigten nach der Zeugnisausgabe an der Eliteschule des Sports in Potsdam entsprechende Förderungsverträge.

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Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

25 Kommentare »

  • Bernd Zeller sagt:

    @Altwolf: ich teile Ihre Ansicht vollkommen …

    Allgemein formuliert finden sich Defizite auf beiden Seiten, auf der des Verbandes und auf der, der Vereine.

    Ich persönlich war von einem Interview bei der ARD kurz vor dem Schottland-Spiel (sofern ich mich jetzt nicht täusche) mit Herrn Niersbach verwundert, und zwar über dessen Erstaunen, dass der Zuschauerschnitt in der BuLi bei um die 1000 liegt (diese Zahl höre ich aber auch schon seit Jahren) und sinngemäß ein für mich nicht zulässiger Vergleich mit der Männer-BuLi gezogen wurde (in bezug auf die wirtschaftliche Attraktivität des FF).

    Nun, ich bin kein hauptberuflicher Verbandsfunktionär, aber hier werden Äpfel mit Birnen verglichen.

    Was will „man“ denn nun? Zumindest ein hübsches Aushängeschild mit der Nationalmannschaft, denn diese ist relativ erfolgreich und das lässt sich auch darstellen, in diesem Bereich wird gefördert, werden Prioritäten gesetzt, Sponsoren gesucht, Funktionäre beschäftigt.

    Die Vereine werden sich selbst überlassen und auf der Verbandsseite herrscht Verwunderung, dass diese es nicht schaffen, vom Ansehen und den Erfolgen der Nationalmannschaft zu profitieren – einerseits.

    Dann überlege ich mir, als Laie, wieso ARD und ZDF, Eurosport, Sport1 und wer auch immer das tun möchte, nicht über den FF berichten? Regelmässig, von mir aus immer am Wochenende, das ist sicherlich nicht so von heute auf morgen machbar, aber doch wohl nicht unmöglich, oder?

    Wer, ausser uns, nimmt schon gross Notiz davon, dass die Frauen-Mannschaft des VfL Wolfsburg Tripple-Siegerinnen geworden sind, ist Wolfsburg denn nun nicht auch „Tripple-Stadt“, so wie München, wo das Länderspiel gegen Japan gerade so toll vermarktet wird?

    Wo ist die Bundeskanzlerin, wenn Frauen im Champions-League Finale stehen?

    Wo, ausser auf Womensoccer, erfahren Jugendliche, Familien etc. etwas über Mädchen-Fussballturniere vor Ort?

    Also es ist schon was machbar, wenn „man“ will und das auch nicht immer sehr viel Geld kostet.

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  • Sheldon sagt:

    Um wieder aufs Thema zurückzukommen: Ich glaube, diese Selektion könnte mit der neu gegründeten U17-Bundesliga zusammenhängen. Schließlich ist es dadurch nun so, dass die U17-Spielerinnen dadurch nun eine deutlich anspruchsvollere und längere Saison spielen. Sie müssen sich erst einmal darauf konzentrieren, und dafür braucht man auch einen eigenständigen Kader mit allem Drum und Dran.

    Dieses Perspektivteam soll meines Erachtens verhindern, dass die Kluft zwischen 1. Mannschaft, 2. Mannschaft und U17 größer wird. Durch dieses Perspektivteam selektiert man aus der eigenständigen U17 noch einmal die Spielerinnen, die wirklich eine Perspektive haben, einmal in der 1. Mannschaft eingesetzt zu werden, von den Spielerinnen, die zugegebenermaßen nur Füllmaterial sind, um eine Konkurrenzfähige U17 auf die Beine zu stellen.

    Für diese 11 Spielerinnen wird es stärker darum gehen, sich in Richtung erste Elf zu arbeiten und darauf vorzubereiten, als die U17-Meisterschaft zu gewinnen. Natürlich hängt damit auch eine gewisse Bindung an den Verein zusammen, zu beidiger Planungssicherheit.

    Es geht genau um diese Spielerinnen, die eigentlich irgendwo immer zwischen U17 und A-Mannschaft hängen, die sich in diesem Übergang befinden. Spielerinnen wie Pauline Bremer, die schon erste Spielpraxis in der A-Mannschaft sammeln, aber auch hier und da die U17 unterstützen. Diese sollen nun destilliert werden und gezielter an die A-Mannschaft herangeführt werden!

    Es ist meines Erachtens also lediglich eine Strukturänderung zur konzentrierteren und fokussierteren Arbeit!

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  • Altwolf sagt:

    @Sheldon.Deine Darstellung des Problems mit der Überbrückung der Spielentwicklung zwischen U17 evtl. 2.Mannschaft und 1.Mannschaft wäre eine auch mir einleuchtende Erklärung, um so die Leistungssprünge dadurch besser ausgleichen zu können. OK

    @Bernd Zeller.Ja ,da liegt sicher auch der „Hund“ begraben,nämlich die öffentliche Wahrnehmung in den überregionalen Medien, wobei ich so ein wenig hoffe, daß nach dieser „besonderen“ Erfolgsgeschichte in 2013 vielleicht Volkswagen auch mal in der “ deutschen FF-Buli“ mehr Support für diese Liga übrig hat und mit seinen Connections auch die TV-Präsenz mal etwas zu puschen versucht.Derzeit eine Hoffnung, mehr nicht.

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  • grammofon sagt:

    Der Neid auf die Nachwuchsarbeit von Turbine scheint hier bei einigen doch sehr offensichtlich zu sein. Ob dies ein gutes Konzept ist lässt sich dann beurteilen, wenn in 7 Jahren wieder die Halbe Nationalmannschaft früher mal bei Turbine ausgebildet wurde.

    @waiiy: „Zu diesem Team gehören Vanessa Fischer, Felicitas Rauch, Ina Tran, Annika Hofmann, Jenny Hipp, Victoria Krug, Elisa Emini, Isabella Möller, Aline Reinkober, Viktoria Schwalm und die Dänin Luisa Rinsing.“

    Quelle: https://www.pnn.de/regionalsport/763401/

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  • Sheldon sagt:

    @grammofon: Wieso wieder? Wenn ich mir so anschaue, wer in der aktuellen N11 die Kaderschmiede von Turbine durchlaufen hat oder wenigstens dort für längere Zeit aktiv war, dann haben wir mit Angerer, Schmidt, Henning, (Peter, Odebrecht, Kershowski), Keßler, Cramer, Mittag und Bajramaj allein 10 Spielerinnen, die zwischenzeitlich zum vorläufigen EM-Aufgebot gehörten, also immerhin 1/3 der N11 ausmachten.

    Und wenn ich mir so anschaue, wo die anderen Nationalspielerinnen ihre jungen Jahre verbracht haben, bevor sie ausgereift waren, dann dürfte die Rolle von Turbine in den nächsten Jahren noch wichtiger werden. Denn die Zubringer waren nunmal Bad Neuenahr (Celia, Goeßling, Maier, Schult), Saarbrücken (Keßler, Henning, Marozsan), Duisburg (Wensing, Popp, Bajramaj, Krahn, Laudehr) usw. Alle pleite, alle können diese Arbeit nicht mehr leisten.

    Deswegen ist so eine Arbeit unbedingt notwendig!

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