FCR 2001 Duisburg: Nur ein Wunder kann noch helfen

Von am 21. Juni 2013 – 16.51 Uhr 37 Kommentare

Frauenfußball-Bundesligist FCR 2001 Duisburg droht dasselbe Schicksal wie dem SC 07 Bad Neuenahr. Bis Montag muss der Verein Garantien über 200 000 Euro auftreiben, sonst  ist das Kapitel Erste Bundesliga erledigt.

Garantien über 200 000 Euro fehlen
Wie der Verein in einer Pressemitteilung erklärt, hat der Vorstand in seiner heutigen Sitzung beschlossen, dem vorläufigen Insolvenzverwalter Dr. Andreas Röpke zu empfehlen, „die Eröffnung des Insolvenzverfahrens bis zum 30. Juni 2013 anzuregen“, wenn nicht bis Montag, 24.Juni 2013, weitere Liquiditätszuschüsse in Höhe von 200 000 Euro belastbar zugesagt sind.

Logo des FCR 2001 Duisburg

Logo des FCR 2001 Duisburg ©FCR 2001 Duisburg

Anzeige

Fusion mit VfB Homberg angestrebt
Für den Fall, dass es diese Zusagen bis zu diesem Zeitpunkt gibt, haben die betroffenen Gremien ein nachhaltiges Konzept erarbeitet – z. B. durch eine Fusion mit dem Männer-Fünftligisten VfB Homberg -,  um dauerhaft Erstliga-Fußball in Duisburg sicher zu stellen.

Sollte nach dem SC 07 Bad Neuenahr auch der FCR 2001 Duisburg seine Erstligazugehörigkeit verlieren, würden beide nominellen Erstliga-Absteiger der vergangenen Saison, VfL Sindelfingen und FSV Gütersloh 2009, in der kommenden Saison weiter erstklassig bleiben.

Schlagwörter:

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

37 Kommentare »

  • Michele sagt:

    Was passiert dann mit einer Mandy Islacker? So eine Spielerin gehört nicht in die 2. Bundesliga!

    (0)
  • Speedy75 sagt:

    Um die strukturellen Probleme im FF zu beheben müsste auch endlich mal der DFB mehr tun. Die Aussage alle Verantwortlichen beim DFB deuten aber in andere Richtungen. Ich gehe daher auch nicht davon aus dass diese Probleme in naher Zukunft behoben werden bzw. sich grundsätlich zum positiven wenden.

    (0)
  • enthusio sagt:

    @ Markus Juchem:
    In einem Kommentar eine Users zu der Entwicklung beim FCR Duisburg in „Der Westen“ war folgendes zu lesen:
    „Der VfB Homberg täte gut daran, sich auf sein Ursprungsprodukt HERREN-Amateurfußball zu konzentrieren. Denn eine Fusion bringt die Probleme nur zeitversetzt. Ab 2014 sollen DFB-Liquiditätsprüfungen auch bei den Bundesliga-Damen folgen … und der FCR-VfB Duisburg-Homberg wäre endgültig platt.“

    Meine Frage: ist diese Aussage über die „Liquiditätsprüfungen“ richtig ? Und teilen Sie diese Auffassung, dass eine Fusion die Probleme nur aufschiebt, aber nicht löst ?

    (0)
  • Markus Juchem sagt:

    @enthusio: Die Aussage ist richtig, das Thema wurde hier auch bereits vor einigen Monaten aufgegriffen: https://www.womensoccer.de/2013/01/30/dfb-will-zulassung-zur-frauen-bundesliga-verschaerfen/

    Zur zweiten Frage kann ich mir kein Urteil erlauben, weil ich die Details der geplanten Fusion und somit auch die wirtschaflichen Rahmenbedingungen, unter denen sie vollzogen würde, nicht kenne. Aber ich meine, die Frage ließe sich derzeit sowieso nicht seriös beantworten, da durch die Fusion und ihre Entwicklung sich möglicherweise neue wirtschaftliche Möglichkeiten auftun könnten, die jetzt noch gar nicht absehbar sind.

    (0)
  • enthusio sagt:

    @Markus Juchem:

    alles klar, vielen Dank !

    (0)
  • Silberlocke sagt:

    @Sheldon

    Die Ausbildungsvereine heissen auch Freiburg und Gütersloh. Während die Freiburgerinnen es geschafft haben, hier und da mal eine U17 bzw. U19 N11-spielerin in den eigenen Reihen zu halten, hat Gütersloh die Spielerinnen (z.B. Gößling) nicht halten können. Vereine wie Bad Neuenahr oder Wolfsburg haben dankend übernommen.

    Die Einführung der U17 BuLi ist sportlich sicherlich reizvoll und kann vielleicht helfen, Spielerinnen zu sichten und intensiv zu fördern, aber welche Vereine können das noch aus eigener Kraft leisten? Der DFB sollte ein ureigenes Interesse daran haben und das entsprechend finanzieren.

    (0)
  • enthusio sagt:

    Zur unklaren Situation beim FCR Duisburg hier noch ein Link:

    https://www.derwesten.de/sport/lokalsport/duisburg/tag-der-entscheidung-fuer-die-duisburger-vereine-msv-und-fcr-2001-id8110453.html

    Heute wird ja wohl im Laufe des Tages bekanntgegeben, wie es mit dem Traditionsverein weitergeht.

    (0)
  • speedy75 sagt:

    In Duisburg werden wohl alle möglichen Optionen ausgelotet und das bis auf den letzten Punkt.

    Hoffen wir dass die dort doch noch eine tragfähige Lösung finden, wenn nicht wird es auch dort richtig düster.

    (0)
  • Beobachter sagt:

    Bereits im Januar wurden 200 000 Euro Defizit angegeben. Heute wird immer noch von 200 000 Euro Defizit gesprochen. In den vergangenen Monaten hat es verschiedene Aktionen, u.a. von anderen Vereinen gegeben, Spenden, Versteigerungen, Rettungsschals, Spielerinnen haben den FCR verlassen und stehen nicht mehr auf der Lohnliste, etc., etc.
    Es ändert sich aber nichts an der Höhe des Defizits. Bitte? Doch das Ende der Fahnenstange?

    (0)
  • Markus Juchem sagt:

    @Beobachter: Ich vermute, die 200 000 Euro aus dem Januar waren eine Deckungslücke für die aktuelle Saison, während die 200 000 Euro von denen jetzt die Rede ist, wohl zu erwartende Ausgaben für die kommende Saison sind, für die Garantien abgegeben werden müssen.

    (0)
  • Beobachter sagt:

    @Markus Juchem: Danke – Ja, das könnte so sein, wollen wir’s hoffen.

    (0)
  • Beobachter sagt:

    Alle warten heute gespannt.

    RevierSport online meldet aktuell, dass der Sportvorstand [des FCR] davon ausgehe, dass bis zum Nachmittag eine Entscheidung fällt.

    (0)
  • Obresa sagt:

    Der FCR 2009 an Europas Spitze, 2013 am Abgrund.
    Wer ist verantwortlich? Sind es die „bösen“ Sponsoren,
    die sich zurückziehen? Ist es der DFB, deren Interessen
    mehr oder weniger der Nationalmannschaft als der Liga vorbehalten sind?

    Sicherlich nicht unerhebliche Faktoren, aber wer will es einem verübeln, wenn
    das Geld, gerade in einer Region wie Duisburg, nicht mehr so locker sitzt bzw.
    was bekommt man noch an „Gegenleistung“ für das finanzielle Engagement?
    Die renommierten Nationalspielerinnen sind ausnahmslos von der Bühne verschwunden.

    Und der DFB hat noch nie ein wirklich professionelles Konzept auf die Beine gestellt.
    Der Frauenfußball immer noch Lichtjahre vom finanzträchtigen Männerfußball entfernt.

    Doch erscheinen die Probleme vor allem in Duisburg hausgemacht.
    Wechselspielchen und Machtkämfe in der „oberen“ Etage haben mehr kaputt gemacht als geholfen. Viel mehr wurden Selbstdarstellern und inkompetenten Leuten die Türen geöffnet. Nach außen Säbener Straße (Vergleich FC Bayern), in Wirklichkeit aber trostloses Duisburg.
    Leidtragende die Spielerinnen und Trainer, die immer noch das Beste daraus gemacht haben. Aber auch die hatten irgendwann die Nase voll und suchten das Weite oder mussten gehen.
    Skurrile Vertragsverhandlungen in der Vergangenheit, nicht eingehaltene Zusagen und im Stich gelassene Spielerinnen führten nicht gerade zu einem positiven Image und das machte die Runde.
    Haarsträubende Personalpolitik führte u.a. zu Spielabsagen (Junioreinnen-Bundesliga) oder dazu, dass es schon häufiger vorkam, dass Feldspielerinnen als Torhüterin, selbst beim Bundesligateam, nominiert wurden.
    So eklatante Fehlgriffe schrecken ab und führen letztlich zum endgültigen Aus.
    Den Kopf dafür hinhalten, wer sollte das tun? Ist ja keiner mehr da, außer der, der nun das Licht ausmacht. „Gute Nacht“, Duisburg.

    (0)
  • Beobachter sagt:

    Obresa kann man kaum widersprechen.

    … leider ließen sich sogar noch viele weitere Beispiele anführen.

    Für mich das beste Beispiel für heiße Luft: der Kooperationsvertrag zwischen dem FCR Duisburg und dem VVV Venlo, der im Oktober 2011 feierlichst unterzeichnet wurde und von dem die Verantwortlichen sich viel versprachen. Und was brachte der am Ende? Nichts.

    Bleibt wirklich nur zu hoffen, dass die jetzt Handelnden Lösungen erarbeiten, die auch in der Zukunft Bestand haben können.

    (0)
  • speedy75 sagt:

    Die Entscheidung wurde nun wohl auf den morgigen Mittwoch 26.06. verschoben. Entweder die schaffen die Lösung wirklich in aller letzter Sekunde oder das ist Hinhaltetaktik.

    (0)