DFB-Elf feiert klaren Sieg gegen Schottland

Von am 15. Juni 2013 – 17.21 Uhr 50 Kommentare

Die deutsche Frauenfußball-Nationalelf ist mit einem Erfolgserlebnis in die heiße Phase der EM-Vorbereitung gestartet. Dabei fiel die Entscheidung gegen Schottland bereits vor der Pause, wieder einmal glänzte Célia Okoyino da Mbabi als mehrfache Torschützin.

In Essen kam die DFB-Elf von Bundestrainerin Silvia Neid vor 9 237 Zuschauern zu einem ungefährdeten 3:0 (3:0)-Sieg, die Treffer erzielten Lena Goeßling (34.) und Célia Okoyino da Mbabi (43., 44.).

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Maier im Mittelfeld
Bundestrainerin Silvia Neid bot das Wolfsburger Duo Nadine Keßler und Lena Goeßling auf der Doppel-Sechs auf, als rechte Verteidigerin kam Bianca Schmidt zum Einsatz. Leonie Maier wurde stattdessen diesmal im linken Mittelfeld aufgestellt.

Müde Anfangsviertelstunde
Knapp eine Viertelstunde verging, ehe die DFB-Elf ihre Offensivbemühungen verschärfte, nach Pass von Anja Mittag wurde Célia Okoyino da Mbabi im letzten Moment an der Ballannahme gehindert. Die Schottinnen standen bis dahin kompakt und unterbanden gut das deutsche Aufbauspiel, auch wenn die DFB-Elf spielbestimmend war.

Erste Chance durch Mittag
Die erste gute Chance hatte Mittag, doch Schottlands Torhüterin Gemma Fay konnte parieren (19.). Das deutsche Spiel wurde nun druckvoller und Schottland hatte Glück, dass die französische Schiedsrichterin Florence Guillemin bei einem Foul von Jennifer Beattie an Okoyino da Mbabi nicht auf den Elfmeterpunkt zeigte (21.). An einen Steilpass von Leonie Maier kam Dzsenifer Marozsan jedoch nicht mehr heran (24.).

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Führung durch Goeßling
Nach einer guten halben Stunde kam Schottland erstmals gefährlich vor das deutsche Tor, Beattie köpfte nach Freistoß von Kim Little über das Tor (33.). Doch im direkten Gegenzug ging die DFB-Elf in Führung: Nach einem schnell vorgetragenen Angriff flankte Mittag in den Strafraum zu Goeßling, die aus elf Metern zum 1:0 abschloss (34.).

Célia Okoyino da Mbabi

Célia Okoyino da Mbabi traf doppelt binnen einer Minute gegen Schottland © Nora Kruse / ff-archiv.de

Doppelschlag von Okoyino da Mbabi
Mit einem Doppelschlag wie aus dem Nichts entschied Okoyino da Mbabi die Partie noch vor der Pause: Erst nutzte sie einen Fehler von Leanne Ross und schloss eiskalt zum 2:0 ab (43.), nur Sekunden später schraubte sie nach Pass von Babett Peter mit einem Schuss aus 15 Metern die Führung in die Höhe (44.).

Vier neue Kräfte
Mit vier neuen Spielerinnen ging es in die zweite Halbzeit: Luisa Wensing, Svenja Huth, Jennifer Cramer und Simone Laudehr kamen ins Spiel, vom Feld gingen Marozsan, Schmidt, Keßler und Peter.

Mittag trifft Pfosten
Auch die zweite Halbzeit begann gemächlich, Maier hatte mit einem Schrägschuss den ersten Hauch von einer Chance (50.). Doch richtig gefährlich wurde es erst Minuten später, als Maier den Ball geschickt in den Strafraum zu Mittag hob, die jedoch am Pfosten scheiterte (56.).

Weitere Chancen
Mittag hatte die nächste gute Chance, doch anstatt zu schießen entschied sie sich für eine Hereingabe (62.). Neid nutzte ihr Wechselkontingent nun voll aus, Lira Bajramaj und Lena Lotzen kamen für Maier und Okoyino da Mbabi in die Partie. Der vierte DFB-Treffer ließ weiter auf sich warten, Lotzen bediente Huth, doch der Schuss wurde geblockt (70.). Durch die zahlreichen Wechsel kam der Spielfluss in der Schlussviertelstunde etwas abhanden, so dass der Halbzeitstand gleichzeitig der Endstand war.

Noch nicht alles Gold
Okoyino da Mbabi meinte nach der Partie: „Wir haben heute gesehen, dass wir noch einen weiten Weg vor uns haben und noch einiges verbessern müssen, aber es war für den Anfang ein guter Test. In der ersten Halbzeit haben wir die Zweikämpfe zu wenig angenommen und zu langsam gespielt, daran müssen wir in den nächsten Spielen arbeiten.“ Und Annike Krahn ergänzte: „Wir brauchen noch ein paar Spiele, um uns richtig zu finden.“

In der Defensive kaum gefordert
Bundestrainerin Silvia Neid erklärte: „Dieses Spiel hat gezeigt, dass wir viele gute junge Spielerinnen haben, die natürlich Spielpraxis brauchen. In der Defensive wurden wir heute noch nicht so gefordert, das wird schon gegen Kanada anders werden.“

Deutschland – Schottland 3:0 (3:0)

Deutschland: Angerer – Schmidt (46. Wensing), Krahn, Bartusiak, Peter (46. Cramer) – Keßler (46. Laudehr), Goeßling – Mittag, Marozsan (46. Huth), Maier (64. Bajramaj) – Okoyino da Mbabi (64. Lotzen)

Schottland: Fay – L. Ross (46. McSorley), Brown, Beattie, Lauder (87. Murray) – Evans (64. Mitchell), Crichton (46. Thomson), Sneddon, Love (74. Weir) –
J. Ross (90. Malone), Little

Tore: 1:0 Goeßling (34.), 2:0 Okoyino da Mbabi (43.), 3:0 Okoyino da Mbabi (44.)

Gelbe Karte: Brown

Schiedsrichterin: Florence Guillemin (Frankreich)

Zuschauer: 9 237

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

50 Kommentare »

  • Karl sagt:

    @wrack: Da hast du natuerlich voellig Recht. Trotzdem halte ich Mittag und Celia und vielleicht noch Maro fuer nen Tick wichtiger als die anderen genannten, auch deshalb weil Popp passen musste .

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  • wrack sagt:

    @ Sheldon: „Deswegen befürchte ich, dass du – was Krahn betrifft – deine Meinung nach Kanada nochmal revidieren musst..“

    Würde ich notfalls tun. (Du auch ?) Für mich ist Krahn bis zum Beweis des Gegenteils die zuverlässigste deutsche I-Verteidigerin, wobei ich nichts gegen die Klasse von Wensing und Henning sage. Es ging ja auch nur um MEINE Seelenruhe beim Spiel.

    „…deine Seelenruhe hatte … es dabei immerhin fast noch geschafft, aus zwei halben Chancen ein Gegentor zu bekommen.“

    No, Sir, die Verteidigung besteht bzw. bestand nicht nur aus Annike Krahn (und Nadine Angerer).

    „…die an einem guten Tag jeder das Spiel alleine entscheiden können. Dazu hast du noch eine Bajramaj, auf die dasselbe zutrifft.“

    Mir ist schon aufgefallen, dass du Lira in „deiner“ Mannschaft hast. Ich warte da lieber noch etwas, obwohl ich es absolut richtig fand, sie zu nominieren. Ein Konditionalsatz macht noch keine Hochform, weder bei Lira noch bei Leupolz, nicht wahr ?

    „Doch es ist wie beim Biathlon: Eine muss durchkommen, wie Samstag Celia! Das reicht im Ernstfall aus, um den Gegner zu brechen.“

    Ich habe meine Zweifel, ob das bei Gegnern wie Frankreich, England und Schweden 1. in dieser „schottischen“ Form wahrscheinlich ist oder 2. nur eine Spielerin dafür ausreicht.
    Und: Wie du weiß, bin ich ein Celia-Fan. Aber ich halte es für wenig wahrscheinlich, dass Celia gegen eine der o.g. Teams bei der EM ein Doppelschlag gelingt. Spätestens nach dem Algarve Cup 2012 bekam Celia bei Teams wie USA und Frankreich besondere Aufmerksamkeit und die wird ihr auch bei der EM zuteil werden. Die Anweisungen der Trainer an ihre Teams bezüglich ihrer Person füllen bestimmt allein eine Tafel.

    „Naja, so schwarz malen muss man nun nicht.“

    Würde ich an sich nicht, aber dein Optimismus bezüglich der EM stimmt mich jetzt doch bedenklich 😉

    @ Detlef: „Das sollten alle bedenken, die ANJA hier zum “Chancentod” abgestempelt haben!!!“

    Das hat hier niemand getan. Anjas Leistung wurde gelobt, lediglich ihre verhauenen Chancen gemahnten an eine Zeit, als Anja Probleme hatte, Chancen zu verwerten. Von einem Stempel kann gar keine Rede sein. Musst du immer so übertreiben ? Vielleicht liegt es ja an deinen Ausrufezeichen !!! 😉

    @ Karl: Ich bin etwas dogmatisch: Wer das Zentrum beherrscht, beherrscht das Spiel. Also halte ich Goeßling und / oder Keßler sogar für einen Tick 🙂 wichtiger als Celia. Aber ohne eine von den dreien kann ich mir den EM-Titel sowieso kaum vorstellen. Dafür habe ich einfach zu wenig von Spielerinnen wie Linden oder Leupolz gesehen und von der Hoffnung auf Laudehr und Bajramaj kann ich nicht leben.

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  • Sheldon sagt:

    @wrack: Das Problem, was Mannschaften wie Frankreich und Schweden nur haben werden: Sie mögen Celia ausschalten können, aber dann kommt (wie beim 3:3 eine Keßler), die mit zwei Distanzschüssen den Gegner schockt. Oder wie Marozsan beim Spiel gegen die USA im letzten Jahr.

    In solchen Spielen geht es nicht darum, einen Doppelschlag zu erzielen. In solchen Spielen geht es darum, auch einmal durch eine gut kombinierte Einzelaktion zu gewinnen. Und dieses eine Tor hat Deutschland in den letzten zwei Jahren gegen europäische Teams immer noch hinbekommen, mit nur einer einzigen Ausnahme: Dänemark beim Algarve-Cup in diesem Jahr!

    Es hängt also an der Defensive, kompakt zu stehen, vorne ist man derart flexibel, dass man zumindest einen, meist denke ich aber eher zwei oder drei Tore hinmogelt.

    Dafür sind die europäischen Teams einfach noch nicht in der Lage, die deutsche Offensive komplett auszuschalten!

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  • Till sagt:

    Also ich muss sagen ich fand das Spiel auch nicht soo schlecht, sicherlich ist sowohl beim Gegner, als auch in der deutschen Mannschaft noch gewaltig Luft nach oben, aber für das erste Testspiel war das absolut okay.

    Ich hoffe/glaube eigentlich auch noch darauf/daran, dass Simone Laudehr ihren Stammplatz auf der sechs zum Beginn der EM wieder hat, weil von ihrer Lesitung war ich nach der langen Pause positiv überrascht. Zusätzlich würde ich dann auch mal die Option in den Raum werfen eventuell Lena Goeßling noch eine Reihe nach hinten in die IV zu beordern um das „kreative Vakuum“ zu stopfen.

    Das nächste Testspiel gegen Kanada wird ganz sicher auch noch aufschlussreicher und erst danach werden ja die Spielerinnen gestrichen, wobei ich auch vermute, dass es die beiden Nachrückerinnen erwischen wird. Die für mich spannendere Frage ist eigentlich wie dann die erste Elf von Frau Neid aussehen soll, aber bis zum ersten Gruppenspiel ist noch einige Zeit und bis dahin kann sich sowohl der Fitnesszustand als auch die Form von einigen Spielerinnen enorm verändern.

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  • Sheldon sagt:

    @Till: Die Leistung von Laudehr gestern hatte auch einige andere Faktoren, die es zu berücksichtigen gilt, denn 1. führte Deutschland bei ihrer Einwechslung schon 3:0 und 2. standen die Schottinnen (wahrscheinlich der körperlichen Verfassung geschuldet) längst nicht mehr so dicht wie noch in Halbzeit 1!

    Es nur noch darum, dass Ergebnis zu verwalten, was immer einfacher ist, als selbst die Tore machen zu müssen.

    Und so herausragend viel Positives in Sachen Spielgestaltung von Laudehr kam auch nicht in der zweiten Halbzeit, sie hat die Bälle verteilt, gut, aber wirklich gefährliche Angriffe hat sie nicht initiert!

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  • Andreas sagt:

    @Till: Die Variante Lena Goeßling in die IV zu beordern hat was. Und obwohl ich immer ein Kritiker von Krahn war, würde ich dann allerdings Bartusiak auf die Bank setzen. Sie ist einfach ein zu großer Unruheherd für die eigene Defensive, wie sie am Samstag wieder bewiesen hat. Annike Krahn dagegen spielt schnörkellos und fehlerfrei. Und an der Spieleröffnung hat sie erkennbar auch gearbeitet, was ich sehr positiv werte.

    Von Simone Laudehrs Auftritt war ich auch positiv überrascht. Sie ist schon wieder ordentlich in die Zweikämpfe gegangen und hat keinen Ball verloren gegeben. Lira Bajramaj braucht da wohl eher noch etwas länger. Sie muss erstmal wieder das Selbstvertrauen tanken, das sie für ihre Aktionen braucht. Hoffentlich wird das noch was bis zum Beginn der EM. Wir werden sie noch brauchen.

    Gut finde ich auch, dass SN meinen Vorschlag aufgegriffen hat, Leonie Maier in die Offensive zu stellen (wenn auch links statt rechts). Das war doch sehr vielversprechend was die junge Maier da geboten hat.

    Insgesamt hat mich der Auftritt durchaus positiv gestimmt. Mehr konnte man von einem Spiel zu diesem Zeitpunkt der Vorbereitung nicht erwarten. Nur Verletzungen von Stammspielerinnen sollte es möglichst nicht mehr geben. Vor allem nicht im Sturm, da sind wir doch sehr dünn besetzt. Hinter Celia ist da wirklich nicht mehr viel, jedenfalls was ihre Qualitäten im eiskalten Ausnutzen von Torchancen angeht. Da hat sie den anderen mal wieder gezeigt wo der Hammer hängt.

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  • Till sagt:

    @Sheldon:
    Das mag alles sein, aber auf der anderen Seite waren die drei deutschen Tore auch eher einzelnen Situationen geschuldet, als dass die deutsche Mannschaft permanent Druck gemacht hätte – also wirkliche „tödliche“ Pässe (und erst recht nicht viele) habe ich da nicht entdecken können. Zu mal an Toren sollte man das nun wirklich nicht messen, weil Chancen waren in der zweiten Hälfte auch einige vorhanden, aber es wurden halt einfach keine genutzt !

    Das die zweite Hälfte (mit Führung im Rücken) sich anders spielt als die erste ist auch absolut verständlich. Allerdings sollte man relativ gesehen dabei auch berücksichtigen, dass Simone Laudehr bestimmt in der schlechteren Verfassung war relativ zu den Schottinnen gesehen, weil für sie war es die erste Halbzeit auf Wettkampfniveau nach wievielen Monaten? Aber perfekt war sie sicherlich nicht, aber das hat wohl hoffentlich auch keiner erwartet !!

    @Andreas:
    Ja den Eindruck bei Lira Bajramaj hatte ich auch und für sie ist mit ihrer Spielweise dieses Selbstvertrauen unheimlich wichtig – da bleibt ab zu warten, ob sie es wieder findet. Man sollte auf jeden Fall versuchen ihr den Druck zu nehmen und ich glaube auch, dass sie nicht über eine Jokerrolle hinauskommt, aber auch gerade da (gegen müde Gegnerinnen umso mehr) kann sie noch seehr wertvoll werden.

    Die schlechte Chancenverwertung (gerade in Durchgang zwei) macht mir halt wieder ein wenig Sorgen … schon vor der WM war die schlecht und damals haben wir alle gehofft, dass sie rechtzeitig im Turnier stimmt (nach den entsprechenden Lehrgängen). Falls es am Ende wirklich nur auf Cecilia (sorry der komplette Name ist mir hier zu lang 😉 ) ankommen sollte um die Tore zu erzielen, hätte ich sehr große Bedenken was eine erfolgreiche EM angeht.

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  • Andreas sagt:

    @Till: Es wird wahrscheinlich nicht nur auf Celia ankommen. Auch im Mittelfeld gibt es Spielerinnen, die Tore machen können. In der Vergangenheit war das oft Simone Laudehr (hoffentlich kommt sie bald wieder dahin) und natürlich auch Keßler, Maroszan, Goeßling und Mittag haben ja schon desöfteren getroffen, aber eine wirklich gute echte Stürmerin sehe ich hinter ihr momentan nicht. Popp ist verletzt und Lotzen international noch viel zu unerfahren. Außerdem war ja auch Lotzen lange verletzt. Vor allem macht Celia die 100%igen meist rein und gerade da hapert es ja bei vielen anderen.

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  • karl sagt:

    Jetzt muss auch noch Babett Peter die EM absagen. Offenbar ein verschleppter Kahnbeinbruch am linken Fuss: .

    Das wird ja langsam immer heftiger. Ist aber irgendwie auch eine Erklaerung fuer ihre leichte Formkrise in der letzten Saison.

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  • Jennifer sagt:

    Hier noch ein Artikel über Lena Goessling von der DFB-Seite:

    und Abschluss-PK (wir können uns leider nur das Gesäusel von Jogi Löw in voller Länge anhören/sehen) die Frauen-PK gibt es nur verkürzt:

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