VfL Wolfsburg gewinnt DFB-Pokal

Von am 19. Mai 2013 – 18.22 Uhr 98 Kommentare

Der VfL Wolfsburg hat das Double perfekt gemacht und nach der Meisterschaft auch den DFB-Pokal-Sieg geholt. Die Wölfinnen setzten sich knapp gegen den 1. FFC Turbine Potsdam durch. Dabei hätte der Meister fast eine Drei-Tore-Führung verspielt.

Beim 3:2 (1:0)-Sieg vor 14 269 Zuschauern im Kölner RheinEnergieStadion brachten Martina Müller (45., 52.) und Conny Pohlers (55.) die Wolfsburgerinnen mit 3:0 in Front, ehe Lisa Evans (59.) und Yugi Ogimi (62.) die Partie noch einmal spannend machten.

Überraschungen in der Startformation
Beide Teams sorgte für eine Überraschung in der Startformation: Während Wolfsburgs Trainer Ralf Kellermann kurzfristig eine Wechsel auf der Torhüterinnenposition vornahm und sich für Jana Burmeister anstelle von Alisa Vetterlein entschied, überraschte Potsdams Trainer Bernd Schröder mit der Umstellung von einer Dreier- auf eine Viererkette in der Abwehr. Wolfsburg musste auf Alexandra Popp (Außenbandriss) und Verena Faißt (Grippe) verzichten.

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Wolfsburger Übergewicht
Die Wolfsburgerinnen erarbeiteten sich von Beginn an eine Überlegenheit, nach Vorarbeit von Pohlers vergab Anna Blässe aus sechs Metern früh eine gute Möglichkeit zur Führung (6.). Und Wolfsburg ließ weitere Gelegenheiten aus, Lina Magull (9.), Nadine Keßler mit einem Schuss aus 20 Metern (16.) und Martina Müllers Drehschuss (17.) waren Beleg der Wolfsburger Überlegenheit in der Anfangsphase. Und Potsdam hatte Glück, dass Schiedsrichterin Katrin Rafalski ein klares Foul von Torhüterin Alyssa Naeher an Magull als nicht elfmeterreif einstufte (19.).

Ogimi köpft an den Pfosten
Doch im direkten Gegenzug wäre der Vizemeister fast mit seiner ersten guten Chance in Führung gegangen, als Ogimi mit einem Kopfball nach Flanke von Genoveva Anonma nur den Pfosten traf. Die Potsdamerinnen ließen ihren Gegner weiter zu freizügig kombinieren, doch spielerisch boten beide Teams bis kurz vor der Pause Schmalkost. Doch fast mit dem Pausenpfiff gelang Müller nach toller Vorarbeit von Pohlers mit der Hacke die Führung (45.).

Der VfL Wolfsburg bejubelt den DFB-Pokalsieg

Der VfL Wolfsburg bejubelt den DFB-Pokalsieg © Nora Kruse / ff-archiv.de

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Dramatische zweite Halbzeit
Doch in der zweiten Halbzeit holten beiden Teams nach, was sie in der ersten Halbzeit versäumten, denn nun ließ die Partie auch spielerisch nichts mehr zu wünschen übrig. Der VfL Wolfsburg erwischte einen Blitzstart, denn Müller baute die Führung mit einem Schrägschuss aus spitzem Winkel aus (52.) und Pohlers schien nur kurz darauf nach weitem Pass von Odebrecht mit dem 3:0 für die Entscheidung zu sorgen (55.).

Potsdam kämpft sich zurück
Doch Potsdam bewies Moral und biss sich in die Partie zurück. Erst verkürzte die eingewechselte Lisa Evans per Kopf zum 3:1, nachdem sich die ansonst starke Lena Goeßling bei der Flanke verschätzte (59.). Und nur kurz darauf vertändelte Josephine Henning den Ball und foulte Patricia Hanebeck im Strafraum, Ogimi verwandelte den fälligen Elfmeter zum 3:2 (62.). In der letzten halben Stunde entwickelt sich ein packender Pokalfight mit Chancen auf beiden Seiten. Und Burmeister sorgte für ein Kuriosum, als sie mit dem Ball in der Hand den Strafraum verließ, um sich von Goeßling die offenen Schnürsenkel binden zu lassen. Der anschließende Freistoß für Potsdam brachte zu Burmeisters Glück nichts ein.

Hegerberg scheitert am Pfosten
Wolfsburg drängte auf die Entscheidung, so hob Pohlers den Ball nach schöner Vorarbeit von Blässe über das Tor (69.) und auch Müller scheiterte (73.), während kurz zuvor ein Ogimi-Schuss erst im letzten Moment geblockt wurde. Doch Potsdam hielt beim offenen Schlagabtausch dagegen und kam dem Ausgleich nah, doch die eingewechselte Ada Hegerberg traf nur den Pfosten, Luisa Wensing klärte in höchster Not (84.). Der VfL Wolfsburg brachte den Sieg über die Zeit und feierte nach der erstmaligen Meisterschaft nun auch den ersten Pokalsieg.

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

98 Kommentare »

  • FF-Talent sagt:

    Nochmal zu den Zuschauerzahlen:
    1. Der Standort Köln kommt konzeptionell noch aus der VOR-WM-Zeit (FF-Hype nach der WM, Gerede von Folgeeffekte … die Realität kennen wir ja alle mittlerweile).
    2. Alles(!!!) ist für den FF besser als das zuvorige „FF-Vorgeplänkel“ beim Männer-Finale in Berlin.
    3. Zur Entscheidung fester Hallenpokalstandort wollte der DFB auch eine Entscheidung für einen festen DFB-Pokal-Ort.
    4. Köln ist nichtzuletzt auch das Trostpflaster für die westlichen Vereine (Ruhrpott etc.) gewesen. Als Ausgleich zum Hallenpokal Magdeburg im Osten.
    5. Man wollte statt Berlin eine andere wichtige Großstadt, ohne zuviel hauseigenen „FF-Anstrich“ (Frankfurt oder Potsdam kamen z.B. nicht in Frage) und mit repräsentativem Stadion (für das Event rund ums Pokalfinale ist auch eine gewisse Infrastruktur nötig).

    Nunja, Köln war da der konzeptionell beste Standort. Für die wechselnden Finalisten (und deren Fans) auch interessant. Aber für das marketingtechnisch relevante neutrale zusätzliche Publikum (darum geht es ja) vor Ort aus dem Großraum Köln wirkt das Finale von Jahr zu Jahr offensichtlich unattraktiver, teilw. „zu ausgelutscht“.
    Dass die Konzeption aus der Vor-WM-Ära einer dringenden Überholung bedarf, sollte dem DFB schnellstmöglich zu denken geben (anlässlich der objektiven Zuschauerentwicklung)!

    Eine Standort-Rotation wäre die einzig sinnvolle Alternative, Standorte wie z.B. WOB wären auch kein Problem (dann hat WOB wie die Bayern in der Männer-CL vllt. auch einmal ein „Finale dahoam“, geht ja auch).
    Allerdings überschneidet sich das alles (zu sehr?) mit der Spielort-Konzeption der FF-Nationalmannschaft. Moderne Stadien, bundesweit mit max. 30 Tsd. Plätzen, gerne auch in FF-„Entwicklungsregionen“: Die sind für die Natio. „reserviert“ (Halle, Paderborn, Sinsheim etc.) … und Standort Köln beibehalten, aber ins kleinere Stadion (Fortuna) umziehen? Scheinbar guter Kompromiss, aber nagt zu sehr am DFB-Prestige (die Natio. spielt ja auch nicht in München im Grünwalder Stadion, Haching oder gar in Aschheim, die Allianzarena ist scheinbar gerade gut genug.) 🙂
    Der DFB hat viel Arbeit, 50 Tsd. Plätze in Köln sind einfach ein Stimmungskiller!

    @ Herr Juchem: Ich wollte mich gar nicht in die Zensurdebatte einklinken! Zähle mich frisch, frank und frei zu den besagten 95 % netiquetten Usern hier und bin froh, dass nicht alles am Ende in Beleidigung, Polemik etc. ausartet … sind ja nicht beim MF! 😉 Missverstehen Sie das bitte nicht als Grundsatzkritik gegen Ihre sonst blitzsaubere Arbeit, Ihren guten Blog oder dergleichen, habe auch wie oben geschrieben großes Verständnis für Ihre „Zwickmühlen-Rolle“ (objektiver Journalist, Administrator, eigene Meinung). Wollte wie einige andere vor mir auch schon, nur meine (ich nenne es einmal) „Irritation“ ob Ihres „Märchenstunden“-Kommentars mitteilen. Mehr nicht (aber auch nicht weniger). Punkt. Back to Topic …

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  • waiiy sagt:

    @eisbär: Das ist richtig und Lira wurde auch als Star verpflichtet und auch so behandelt in Potsdam. Der Hype wurde ausgenutzt und gefördert. Alle, die anderes behaupten, sehen das verklärt.

    Aber Lira hat in dieser Zeit auch viel von sich gegeben. Sie hat immer gern Autogramme geschrieben, mit Leute neben dem Platz geredet, war immer präsent, schaute mit Coco öfter beim Training der eigenen Jugend vorbei, um dort einfach mitzuspielen bzw. mit den Mädels zu quatschen. Und sie war dabei nie arrogant bzw. vermittelte nie den Eindruck, dass es ihr zuviel wird. Sie war immer mit 100% Einsatz dabei, manchmal auch mit zu viel, wollte jedes Spiel gewinnen, hat sich vor die Mannschaft gestellt, indem sie die Aufmerksamkeit der Schiedsrichterin auf sich gezogen hat. Und „ja“, es gab von ihr bei weitem die meisten Trikots im Kinder- und Jugendbereich.

    Manchmal denke ich, dass viele von ihr die ganzen guten Dinge erwarten, aber der Star-Hype nicht mögen. Das finde ich sehr ziemlich grotesk. Wer das Eine will, muss das Andere mögen. Ich denke, dass man seine Stars braucht und sie auch pflegen sollte, weil sie viel mehr zurückgeben, als man allgemein bemessen kann.

    Ich hoffe, dass Julia Simic jetzt ein wenig die Rolle in Potsdam übernehmen kann. Wenn man ihre Präsenz bei Facebook sieht, kann man es hoffen. Sie spricht in der Sprache der Jugend.

    Bei Wolfsburg kann dies durchaus Nadine Keßler sein, wenn sie auch neben dem Platz mehr aus sich rausgeht und Integrationsfigur wird. Ansonsten hat dort Popp das Potential von ihrer Natur her.

    In Frankfurt kann es Lira sein, wenn man sie denn „DEN Star“ sein lässt. Aber das wird nicht passieren, weil es nicht in das Team passt, jemanden herausstechen zu lassen und weil man daneben Maro in die Rolle drängen will, was sie von ihrer natürlichen Zurückhaltung her gar nicht bewältigen kann. Da müsste sie sich schon unnatürlich verbiegen, was nichts bringt. Lira ist halt der „Ronaldo“ und Maro der „Messi“ von ihrer Natur her.

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  • Detlef sagt:

    @Matze,
    Richtig, wenn die Schiri bei ALYSSA ein Foul gesehen hätte (was nicht der Fall war), hätte auch ALYSSA eine rote Karte kriegen müssen!!! 🙁
    Obwohl ich auf der richtigen Seite saß, hätte ich nicht schwören wollen, ob es Foul war oder Ball gespielt!!!

    Bei JOSI hatte sie aber auf Foul entschieden, und hätte somit auch die letzte Konsequenz (nämlich Rot) ziehen müssen!!! 😉

    Es ging ja nicht darum, das Endresultat anzufechten, sondern es ging Zaunreiter und mir um eine Bewertung (um nicht Kritik schreiben zu müssen) der Schiedsrichterleistung!!!

    @jochen-or,
    Stimme Dir in fast allen Punkten zu!!!
    Nur diesem Satz von Dir;
    „Andererseits verfolgt Frankfurt und jetzt wohl auch Wolfsburg mit besserem Geld konsequent die Strategie der Abwerbung unter Schwächung des Hauptkonkurrenten.“
    …kann ich nicht zustimmen!!!

    Frankfurts, besser gesagt Sidis Ziel war es, möglichst viele Nationalspielerinnen nach Mainhatten zu holen, um die bestmöglichen Vermarktungschancen bei den Sponsoren zu erreichen!!!
    Und die hat er eben dort „eingesammelt“ wo sie gerade gespielt haben (Potsdam, Duisburg, Saarbrücken, München, Hamburg), egal!!!

    Wolfsburg hat sich dagegen zielstrebig darauf konzentriert, eine möglichst schlagkräftige Truppe, mit ausreichend Potential für die Zukunft aufzubauen!!!
    Also nicht nur fertige Nationalspielerinnen, sondern auch Zukünftige, die sich noch entwickeln müssen!!!

    Da wo Spielerinnen „zu haben“ waren, haben beide zugeschlagen, so wie das TURBINE auch macht, wenngleich auch mit etwas schmalerem Geldbeutel!!!

    Ich würde keinem dieser drei Vereine vorwerfen wollen, daß er Spielerinnen nur deshalb verpflichtet hat, um den Konkurrent zu schwächen, davon sind wir im FF wohl noch weit entfernt!!!
    Sondern jeder Verein verfolgte damit seine ganz eigene Strategie, der eine erfolgreicher, und der andere eben weniger!!!
    Und man hat deshalb gerade in Frankfurt gemerkt, daß man sein „Beuteschema“ nun etwas überarbeiten muß, um wieder Anschluß an die Spitze zu bekommen!!!

    @eisbär,
    Ich glaube Dir mal!!!
    Dann war ich wahrscheinlich bei den anderen 8 Spielen, wo LIRA nur auf der Bank saß!!! 😉

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  • Altwolf sagt:

    Also der Gedanke man verpflichtet Spielerinnen von direkten Konkurenten,um diesen gezielt zu schwächen,stammt eigentlich doch aus der Urzeit des Männerfußballs und war immer assoziiert mit der Verfahrensweise von Bayern München um sich die Dominanz in der Liga zu sichern.Diese Art des Vorgehens R.Kellermann vorzuwerfen halte ich für unzutreffend (was haben wir denn bisher dominiert?),denn wenn man die Entwicklung der Mannschaft verfolgt und auch ein wenig analysiert,hat er Spielerinnen von Jahr zu Jahr verpflichtet,die in sein spielerisches Konzept passen -sogg.“Konzepttrainer“.Warum spielt er mit C.Pohlers u.M.Müller ? Eigentlich sogg. altersbedingte „Auslaufmoddelle“ – weil sie das spielen,was er sich vorstellt und auch von genau diesen Spielerinnen umsetzen läßt.Nach L.Gößling hat er für das Mittelfeld,die von einer Verletzung zurückgeworfene N.Keßler verpflichtet, da er sie als Top-Spielerin im Mittelfeld gesehen hat und entsprechend auch aufgrund ihrer Persönlichkeit zur Kapitänin gemacht.Es muß dabei auch Gründe gegeben haben, die nicht allein im Verdienst gelegen haben, sondern vielleicht auch die Wertschätzung ,die ihr R.Kellermann entgegengebracht hat.Geht denn von den jetzigen Abgängen aus Potsdam auch nur eine zu WOB? Ich kann nur versuchen die WOB-Philosophie zu erläutern, nicht die von Frankfurt.Gerade wir in WOB haben doch genug Erfahrung (MF)mit Kaufen von Spielern gemacht, die irgendwo auf sich aufmerksam gemacht haben und dann hier wenig als Mannschaft zustande gebracht haben.Und noch einmal die gezielte Schwächung von Potsdam ist sicher nicht das Erfolgsrezept von WOB.
    @wally.Du bist als Turbine-Fan sicherlich kein WOB-Fan,aber Deine sachliche Art und auch Fähigkeit über den Tellerrand zu schauen und im Sinne des FF zu denken, verdient meinen uneingeschränkten Respekt.
    @Detlef.Wir sind nicht immer einer Meinung,jedoch auch Dir Dank für deine sachlichen und fairen Argumentationen und Beiträge.

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  • Dirk sagt:

    Lira war beim Nachwuchs um einfach mal nur mitzuspielen und mit den Mädels zu quatschen??? Da muss ich ja mächtig was verpasst haben. Coco war mal mit Inka, Tabbi und Anna in der Waldstadt, hat dort mit den Mädels gequatscht und etwa 30 Minuten mit ihnen gespielt. Aber Lira??? Ich habe meine Zweifel, dass Lira wusste, dass es die Waldstadt gibt. Nichts gegen Lira, aber Eigeninitiative im Bereich Fannäher gehört definitv nicht zu ihren Stärken 😉

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  • FFFan sagt:

    @ Detlef:
    „Und hätte JOSI nicht auch Rot sehen können, als sie PATTI umsenste??? Immerhin war sie letzte Frau!!!“

    –> Strenggenommen hätte die Schiedsrichterin das als ‚Notbremse‘ werten und Henning statt der gelben die rote Karte zeigen müssen. Höchste Zeit, dass diese Regel geändert wird! Der Sinn dieser Doppelbestrafung ist niemandem zu vermitteln.

    „Und wenn eine Torfrau außerhalb des 16-ers den Ball in die Hand nimmt, gab es dafür nicht auch schon mal die gelbe Karte???“

    –> In diesem Fall nicht, weil sie aus dem Handspiel keinen Vorteil gezogen hat.

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  • waiiy sagt:

    Ich denke, dass bei den Frauen noch kein Wechsel stattgefunden hat, um einen direkten Konkurrenten zu schwächen. Das ist wirklich meine Meinung.

    In Wolfsburg hat man gezielt eine Mannschaft zusammengestellt und nach Spielerinnen gesucht, die entsprechende Lücken zu schließen vermögen. Die einzige Spielerin, die dort für die Bank verpflichtet wurde, war in meinen Augen Anabel Jäger. Aber ich habe mich auch da von den Leuten hier umstimmen lassen, dass ihre Zeit noch kommen wird (vielleicht ja schon morgen links hinten in der Verteidigung bzw. davor im linken Mittelfeld mimt Popp als Tandem). Und durch ihre Verpflichtung wurde auch kein direkter Konkurrent geschwächt. Die Verpflichtung von Keßler erfolgte nach einer Phase, wo sie in Potsdam nicht spielen konnte und mir scheint auch, dass da irgendwas zwischen ihr und Schröder vorgefallen war, weil sie nicht mehr eingesetzt wurde, nachdem sie wieder fit war (das muss so im Februar gewesen sein). Der Wechsel von Odebrecht hat Potsdam natürlich nachhaltig geschwächt. Aber auch da wurde im Nachhinein sehr klug eingekauft, weil sie genau in die Mannschaft passte, auch wenn dafür Hartmann weichen musste und Goeßling mehr defensiv spielt. Aber der Erfolg gibt Kellermann da im Nachhinein recht.

    Potsdam hat namentlich 2 Stützen von direkten Konkurrenten verpflichtet: Lira Bajramaj und Julia Simic. Lira hat damals zwar alle wichtigen Spiele für Duisburg gemacht. Aber sie durfte nicht auf ihrer Lieblingsposition spielen und war in der Mannschaft nicht der wichtige Baustein, der sie gern hätte sein wollen. Dazu war die Hierarchie unter Martina Voß zu starr (mit Grings, Krahn, Laudehr, Oster, Fuß, Bresonik). Das war in meinen Augen einer der wichtigsten Gründe, warum sei gewechselt ist. Julia Simic „schwächt“ Bayern nicht wirklich, weil sie diese Saison nicht spielen konnte und sich der Verein dementsprechend anders eingerichtet hat und mit dem Bleiben der US-Girls auch zeigt, dass man weiter diesen Weg geht. Es wäre schwer gewesen für Julia, in München wieder das Ruder zu übernehmen.

    Frankfurt hat natürlich schon einige Führungsspieler anderer Vereine bei sich integriert und diese Vereine damit geschwächt. Und natürlich waren das auch öfter Spielerinnen von Potsdam. Aber darunter waren auch einige Spielerinnen, die sowieso irgendwie wechseln wollten, weil sie andere Luft brauchten (Peter und als Anhängsel Schmidt und weit vorher Pohlers). Und ich danke (und das ist meine private Meinung, die nicht richtig sein muss), dass Sigi Dietrich fest davon überzeugt ist, dass er mit den besten 15-16 Spielerinnen auch die beste Mannschaft stellen wird. Er tat das also nicht, um Potsdam eins auszuwischen, sondern um sein Team zu stärken. Dass das anderen Teams wehtut, ist klar. Auch ich habe (gerade um Lira) eine Träne verdrückt bei den Wechseln. Aber Frankfurt tat das nicht, um eine direkte Schwächung herbeizuführen.

    Und wenn man ehrlich ist, spielt bei vielen Wechseln im FF eben auch die berufliche Zukunft und teilweise die persönliche Situation eine große Rolle. Da wird mit der Freundin mitgewechselt (Lira/Coco, Keßler/Henning, Schmidt/Peter usw.), da hat man am neuen Ort eine Perspektive für die Zukunft (Pohlers als Kindergärtnerin), da will man mehr in den Fokus der N11 bzw. an Sponsorengelder, die man eh nur selten in großen Summen verdient (Lira in Frankfurt), da will man neue Horizonte sehen, weil man es später eh nicht mehr kann (Mittag). Das muss man alles auch akzeptieren. Im FF regiert halt nicht nur die sportliche Leistung, weil die finanziellen Rahmenbedingungen dies nicht ermöglichen.

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  • waiiy sagt:

    @Dirk: Ja, sie war sogar nicht nur ein Mal da und das natürlich mit Coco. Aber vielleicht waren da andere Trainer vor Ort… 😉

    Sie hat ihre Fannähe im Vergleich zu anderen Spielerinnen auch deutlich bei der Eröffnung der Fanlounge präsentiert, als sie bereitwilliger als die meisten anderen mit Coco zwischen der Kinderschar saß und Autogramme geschrieben und gequatscht hat. Viele andere waren da viel „dezenter“.

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  • doc8181 sagt:

    @ Detlef:

    Den Begriff „letzte Frau“ oder „letzter Mann“ gibt es schon lange nicht mehr. Hier gibt es nur noch die „klare Verhinderung einer Torchance“. Heißt: Die Spielerin muss direkt auf das Tor zulaufen. In der Situation lief Patti jedoch schräg nach links als sie gefoult wurde. Daher geht -nach unserem lieben DFB- Gelb in diesem Fall in Ordnung.

    Ob man darüber jetzt diskutieren kann, steht natürlich auf einem anderen Blatt 😀 😀

    Ach ja, dementsprechend hätte auch Eure Torfrau wohl nur Geld gesehen 😉

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  • Alice sagt:

    Beim Blick in die Zeitung hab ich mich an die Standortdiskussion hier erinnert. Der VfL bemüht sich augenscheinlich stark darum, das Pokalfinale ab 2016 in Wolfsburg stattfinden zu lassen.

    Ein wenig Off-Topic: Auch für das Championsleague-Finale 2015 bewirbt sich die Stadt Wolfsburg. Anscheinend überlegt man in Verbandskreisen der UEFA, dass Finale der Frauen an einen kleinerern Ort in der Nähe des Finals der Männer zu verlegen. (In Berlin wäre die Alternative die Alte Försterei vom FC Union. Außerdem kommen Magdeburg und eben Wob in Frage.)

    Großes Problem bezüglich Wob: Bis 2015 ist Fort Hauptsponsor und die Volkswagen-Arena wird wohl als nicht so attraktiv befunden 😉

    So das was neues aus der Gerüchteküche der Wolfsburger Allgemeinen.

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  • FFFan sagt:

    @ Alice:

    Ist Wolfsburg ein „kleinerer Ort in der Nähe von Berlin“? 😉

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  • Alice sagt:

    @FFFan: Laut der WAZ scheint es sich um einen solchen Ort zu handeln 🙂 Ich habe nur wiedergegeben was unser äußerst investigatives Tagesblatt herausgefunden zu haben scheint. Fände ich aus natürlich auch nicht ganz eigennützigen Gründen wunderbar und die Kapazität ist angemessen. Bleibt wohl nur abzuwarten.

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  • Detlef sagt:

    @Alice & FFFan,
    Außer der „Alten Försterei“ gibt es ja dann immer noch den Ludwig-Jahn-Sportpark in Berlin, der noch etwas größer ist, und mM nach auch schon mehr Sitzplätze hat als die Spielstätte von Union!!!
    Die UEFA läßt ja nur Sitzplätze zu!!!

    Und bevor man bis Wolfsburg fährt, bleibt man wohl eher auf halber Strecke in Magdeburg „hängen“!!! 😉
    Außerdem würden sich noch Leipzig oder Dresden anbieten!!! 🙂

    doc8181 schrieb;
    „Ach ja, dementsprechend hätte auch Eure Torfrau wohl nur Geld gesehen“
    Wer hätte den ALYSSA bestechen wollen??? 😉

    @waiiy,
    Also ich habe LIRA auch als eher „Fan-scheu“ in Erinnerung!!!
    Sie war meist sehr kurz angebunden, und redete kaum mit den Fans!!!
    Ganz im Gegensatz zu ihren Eltern, mit denen ich mich sehr oft unterhalten habe, und sogar heute wechseln wir noch ein paar Worte!!!

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  • gerd.karl sagt:

    ach ja zum schluss für die leute die an den zuschauerzahlen des dfb pokals der frauen rummotzen,
    zuschauerzahlen des fa womens cups:
    2010 – 17505
    2011 – 13885
    2012 – 8723
    2013 – 4988
    da lob ich mir doch die zuschauerzahlen vom deutschen dfb-pokal der frauen
    ouelle womensoccerunited

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  • Detlef sagt:

    @gerd.karl,
    Auch wenn Du vor Wut in Deine Tastatur beißt, ich motze trotzdem weiter!!!
    Und ich lege die selbe Platte immer wieder auf!!!
    Wir sind hier in Deutschland, und müssen uns an dem orientieren, was bereits erreicht wurde!!!

    2009-ca 27.000
    2010-knapp 20.000
    2011-WM-Pause
    2012-knapp 16.000
    2013-gut 14.000

    Der Rückgang ist zwar nicht so übel wie im Mutterland des Fußballs, aber er ist trotzdem deutlich!!!

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  • Ralf sagt:

    Nur der Vollständigkeit halber!!! 🙂

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  • gerd.karl sagt:

    die zuschauerzahlen sind aber immer noch besser als wie bei den engländern.
    im fa women cup nur 4988 zuschauer ist schon etwas wenig.

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  • Sheldon sagt:

    @gerd.karl: Du muss dabei aber beachten, dass du die Bilanzen erst seit dem größten Erfolg der englischen FF-Geschichte (dem Finaleinzug der EM) darstellst. Wie war es denn vorher?

    Wer sagt uns, dass es in zwei Jahren bei uns nicht genauso aussehen wird wie heute in England?

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