DFB-Elf auf der Suche nach der Konstanz
Eine Halbzeit lang bot die deutsche Frauenfußball- Nationalelf dem Weltranglistenersten USA beim schmeichelhaften 3:3 in Offenbach physisch und auch spielerisch gut Paroli. Doch in den zweiten 45 Minuten geriet sie besorgniserregend ins Wackeln, nur ein ähnlicher Kraftakt wie in Frankreich gepaart mit einem Quäntchen Glück verhinderten trotz abermaligem 1:3-Rückstands eine Niederlage. Bis zur EM bleibt nicht mehr allzu viel Zeit, die Leistungsschwankungen in den Griff zu bekommen.
Vor 16 090 Zuschauern auf dem Bieberer Berg zog die DFB-Elf in den ersten 45 Minuten die richtigen Lehren aus der 0:2-Niederlage gegen die USA beim Algarve Cup . Viel beherzter als noch Wochen zuvor gingen die deutschen Spielerinnen in die Zweikämpfe, der Gegner schien in der Anfangsphase gar ein wenig überrascht und beeindruckt ob der deutschen Spielweise.
Kompakte erste Halbzeit Denn die DFB-Elf machte die Räume geschickt eng und ließ dem US-Team nur wenig Raum zur Entfaltung. Alex Popp meinte: „Wir haben in der ersten Halbzeit ein super Spiel geliefert, da hat einfach das Tor gefehlt.“ Und Bundestrainerin Silvia Neid erklärte: „Da haben wir die USA nicht ins Spiel gekommen lassen.”
Wie verwandelt aus der Kabine Doch die Halbzeitpause bekam der DFB-Elf nicht gut, von der Kompaktheit, Organisation und taktischen Disziplin der ersten 45 Minuten war plötzlich nicht mehr viel zu sehen. Die Abstände waren auf einmal nicht mehr so gut, die Standards der Amerikanerinnen sorgten für zusätzliche Verunsicherung.
DFB-Elf außer Tritt „Das Problem lag zwischen den Mannschaftsteilen, deswegen waren wir einfach nicht mehr so kompakt“, meinte Nadine Keßler . Kim Kulig konstatierte: „Wir haben dann ganz dumme Fehler gemacht“, und Torhüterin Nadine Angerer ergänzte: „Wir haben in den ersten 15 Minuten nach der Halbzeit ein bisschen Lehrgeld bezahlt, da mussten wir uns erst wieder sortieren.“
US-Stars spielen Klasse aus Die Amerikanerinnen nutzten die deutsche Schwächephase dank der individuellen Klasse von Spielerinnen wie Alex Morgan, Abby Wambach, Megan Rapinoe oder Lauren Cheney eiskalt aus und die DFB-Elf hätte sich Mitte der zweiten Halbzeit nicht darüber beschweren dürfen, mit 1:4 oder gar 1:5 in Rückstand zu geraten, so besorgniserregend präsentierte sie sich in den ersten 30 Minuten der zweiten Halbzeit.
Keßler: „Haben gewackelt” „Wir haben definitiv gewackelt, aber genau solche Wackler müssen wir minimieren und eingrenzen, immer wieder zurückkommen und ins eigene Spiel finden“, so Keßler, die einräumte: „Das haben wir heute noch nicht geschafft, aber die USA sind ja auch keine schlechte Mannschaft, da muss man 90 Minuten voll da sein, um das Spiel kontrollieren zu können.“ Angerer meinte hingegen: „Ich fühle mich so, wie wenn wir gewonnen hätten. Wir haben uns wieder einen Schritt weiterentwickelt und wir haben ja noch ein bisschen Zeit.“
DFB-Elf gibt nicht auf und belohnt sich In der Schlussphase gelang der DFB-Elf wie schon in Frankreich beim 1:3-Rückstand dann doch noch, durch späte Treffer eine Niederlage zu verhindern. „Es war natürlich genial, wenn man so ein Spiel noch drehen und 3:3 spielen kann“, so Kulig. Und Keßler ergänzte: „Wir haben nicht aufgesteckt und die Kulisse hat uns nach vorne gepeitscht.“
Popp: „Immer noch verdient hinter den USA” Doch derlei Kraftakte wie in Straßburg oder Offenbach werden nicht immer möglich sein, so dass es gilt, sich in den verbleibenden Testspielen und Lehrgängen schnell die nötige Konstanz zu erarbeiten, um gar nicht erst immer wieder einem Rückstand hinterherlaufen zu müssen. Popp meint: „Dass wir den Rückstand aufgeholt haben, zeigt, dass wir auf einem guten Weg sind, aber auch dass wir immer noch verdient hinter den USA in der Weltrangliste stehen.“
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