Algarve Cup: DFB-Elf nur remis zum Auftakt

Von am 6. März 2013 – 19.53 Uhr 22 Kommentare

Die deutsche Frauenfußball-Nationalelf ist mit einem enttäuschenden torlosen Remis gegen Dänemark in den Algarve Cup gestartet.

Vor 500 Zuschauern im Estádio Municipal von Albufeira kam die Elf von Bundestrainerin Silvia Neid trotz optischen Übergewichts nicht über ein 0:0 hinaus.

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Vier Veränderungen in der Startformation
Neid schickte eine gegenüber dem 3:3 gegen Frankreich in Straßburg auf vier Positionen veränderte Startformation ins Spiel: Für Almuth Schult stand Nadine Angerer wieder zwischen den Pfosten, Linda Bresonik und Luisa Wensing spielten für die verletzten Bianca Schmidt und Annike Krahn, Melanie Behringer kam für die kurzfristig verletzte Célia Okoyino da Mbabi zum Einsatz. Und noch eine weitere Änderung im Vergleich zum Spiel gegen die „Équipe Tricolore“ gab es zu vermelden: „Es war verboten, nach hinten zu spielen“, so die Bundestrainerin. Gegen Frankreich resultierten gleich zwei Gegentore aus Rückpässen.

Mittag hat Führung auf dem Fuß
Auf beiden Seiten entwickelte sich von Beginn an eine recht uninspirierte Partie, der strömende Regen tat sein übriges. „Wir standen in der ersten Halbzeit zu weit weg vom Gegner und haben es nicht geschafft, torgefährlich zu werden“, kritisierte Neid. Die DFB-Elf hatte die erste Chance des Spiels, nach einem weiten Einwurf von Bresonik passte Dzsenifer Marozsán zu Anja Mittag, doch die traf aus 15 Metern den Ball nicht richtig.

Agile Faißt mit nächster deutscher Chance
Auch weiterhin spielte sich das Geschehen hauptsächlich im Mittelfeld ab, Nadine Keßler setzte ihre Wolfsburger Teamkollegin Verena Faißt in Szene, deren Mittelding aus Flanke und Schuss ging jedoch am Tor vorbei (30.).

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Kulig verletzt
Mittag hatte nach Flanke von Behringer per Kopf die letzte deutsche Chance vor der Halbzeit (38.). Schrecksekunde kurz vor der Pause: Kim Kulig rutschte ohne Fremdeinwirkung aus und musste mit einem stark geschwollenen linken Knöchel ausgewechselt werden. Eine genauere Diagnose steht bislang noch nicht fest. Dänemark hatte seine einzige Chance in der Nachspielzeit; ein Schuss von Mariann Gajhede Knutsen verfehlte sein Ziel nur knapp (45.+1).

Leonie Maier (r.) kam zu ihrem zweiten Länderspieleinsatz. © Nora Kruse, ff-archiv.de

Leonie Maier (r.) kam zu ihrem zweiten Länderspieleinsatz. © Nora Kruse, ff-archiv.de

Wensing scheitert knapp
Die eher beschäftigungslose Angerer durfte dann auch einmal zupacken, bei einem Schuss von Johanna Rasmussen, der sie allerdings nicht vor große Probleme stellte (54.). Auch die DFB-Elf schaffte es weiter nicht, den Ball im Gehäuse unterzubringen, auch wenn sie sich im Vergleich zum ersten Durchgang steigern konnte. „Uns hat vorne die Durchschlagskraft gefehle“, so Neid. Wensing setzte einen Kopfball knapp am Tor vorbei (62.), die eingewechselte Leonie Maier versuchte es vergeblich mit einem gut gedachten Heber (73.).

Zwanzig Minuten stand Maier in ihrem erst zweiten Länderspiel auf dem Platz. „Ganz erfrischend“, befand Neid den Auftritt der Spielerin des SC 07 Bad Neuenahr. „Sie hat das Heft vorne in die Hand genommen.“ Die ebenfalls eingewechselte Lena Lotzen vergab per Kopf die letzte Siegchance (87.).

Dänemark – Deutschland 0:0

Dänemark: Lykke Petersen – Theresa Nielsen, Line S. Jensen, Röddik Hansen, Rydahl Bukh (46. Brogaard) – Gajhede Knudsen (46. Katrine S. Petersen), Junge Pedersen, Christiansen (58. Munk) – Veje, Harder (80. Sanne T. Nielsen), Rasmussen

Deutschland: Angerer – Bresonik, Wensing, Bartusiak, Peter – Keßler (46. Goeßling), Kulig (46. Odebrecht) – Behringer (46. Lotzen), Marozsan, Faißt (66. Maier) – Mittag (66. Huth)

Tore: Keine

Gelbe Karten: Keine

Schiedsrichterin: Efthalia Mitsi (Griechenland)

Zuschauer: 500

Algarve Cup, Ergebnisse Tag 1

Japan – Norwegen 0:2
USA – Island 3:0
Ungarn – Mexiko 0:1
Portugal – Wales 2:0
Schweden – China 1:1
Dänemark – Deutschland 0:0

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Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

22 Kommentare »

  • FFFan sagt:

    @ Sheldon & Karl:

    Luisa Wensing ist ‚gelernte‘ Innenverteidigerin. Sie hat von der U15 an in allen Nachwuchsmannschaften des DFB auf dieser Position gespielt und kommt damit sehr gut zurecht, wie sie im dfb.de-Interview betont:

    Es war seit langem geplant, dass Wensing früher oder später auch in der A-Nationalmannschaft als Innenverteidigerin getestet wird. Durch die Verletzung von Annike Krahn ergab sich jetzt sowohl Gelegenheit als auch Notwendigkeit dazu. Ich würde jetzt auch nicht generell sagen, dass sie auf dieser Position schlechter ist als Josephine Henning. Das bedeutet übrigens keine Kritik an Ralf Kellermann! Denn Wensing könnte zwar ohne weiteres auch in Wolfsburgs Bundesligateam innen verteidigen; aber Henning könnte nicht so gut außen spielen. Will man beide in die Mannschaft einbauen, geht das also nur in dieser Konstellation.

    Was Henning betrifft: grds. gehe ich immer noch davon aus, dass sie beim Algarve Cup noch zum Einsatz kommt, aber das hängt immer auch von den Trainingsleistungen und vom Fitnesszustand ab; da haben wir Außenstehenden nicht genügend Einblick. Ich hatte vor einiger Zeit mal gelesen, dass Henning in der Vorbereitung auf die Rückrunde wohl wegen Knieproblemen kürzer treten musste. Ähnlich ist die Situation auch bei Alexandra Popp, die gegen Dänemark auch nicht gespielt hat und selbst einräumt, noch nicht wieder bei 100% zu sein.

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  • Andreas sagt:

    @FFFan: Solche Interviews sind natürlich immer mit Vorsicht zu geniéßen. Selbst wenn sie anderer Meinung wäre, würde sie das im Interview mit dem DFB nicht äußern. Das wäre ja gleichbedeutend mit der Kündigung.

    Für mich ist es auch zu kurz gesprungen, jetzt wieder nur SN die Schuld zu geben. Ich bin auch kein Fan von ihr, aber sie muss halt die Spielerinnen nehmen die zur Verfügung stehen. Sie hat Spielerinnen eingebaut, die auch hier immer wieder gefordert wurden, wie z.B. Keßler. Aber die Spielerinnen auf dem Platz haben halt nicht die Leisung gebracht. Offensichtlich fehlt eben doch die Tiefe im Kader und Leistungsträgerinnen wie Celia, Lira Bajramaj, Simone Laudehr oder auch eine Alexandra Popp in Topform sind wohl doch nicht so leicht zu ersetzen. Anja Mittag ist auch keine, die eine Mannschaft im Alleingang und an ganz vorderster Front im Sturm aus dem Tal reißt. Sie hat ihre besten Spiele ja auch im Zusammenspiel mit Celia gemacht. Kim Kulig ist offenbar auch noch nicht wieder da, wo sie vor der WM mal war, von Bresonik war ich noch nie ein großer Fan, da sie noch nie überzeugt hat, wenn es mal drauf ankam und über eine Behringer brauchen wir gar nicht mehr zu reden.

    Da kann man nur hoffen, dass sich das Lazarett bis zur EM wieder etwas lichtet, eine Bajramaj hoffentlich schnell wieder in Tritt kommt und sich nicht andere wie Celia noch verletzen. Ein Selbstläufer wird diese EM wohl nicht werden.

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