DFB-Pokal: Potsdam folgt Wolfsburg ins Finale
Der 1. FFC Turbine Potsdam steht zum sechsten Mal im Endspiel des DFB-Pokals. In einem umkämpften Halbfinale gewannen die Potsdamerinnen gegen den FC Bayern München mit 4:1 nach Verlängerung.
Nach regulärer Spielzeit stand es im Potsdamer Karl-Liebknecht-Stadion 1:1.
Torlose erste Hälfte Die Bayern begannen gut, und schon in der vierten Minute hatte Hagen das 1:0 für die Gäste auf dem Fuß. Doch Potsdams Torhüterin Alyssa Naeher parierte den Fernschuss der US-Amerikanerin. Mit fortschreitender Spielzeit kamen die “Turbinen” besser ins Spiel. Lisa Evans setzte in der 17. Minute einen Schuss aus der Drehung über den Kasten, drei Minuten später parierte Bayern-Torfrau Kathrin Längert einen Schuss von Stefanie Draws. Beide Mannschaften neutralisierten sich in der Folge ein wenig, und es ging mit dem 0:0 in die Halbzeitpause.
Potsdam munter aus der Halbzeit Die Potsdamerinnen kamen gut aus der Kabine und begannen die zweite Halbzeit stark. Der Lohn für den Einsatz kam in der 51. Minute. Carina Wenninger klärte eine Hereingabe von Pauline Bremer vor die Füße von Evans, die souverän zum 1:0 einnetzte. Zehn Minuten später hatte Evans das 2:0 auf dem Fuß, scheiterte jedoch im 1:1-Duell an Längert. Insgesamt ließ das Spiel der Potsdamerinnen jedoch nach. Man sei nach der Führung “total eingebrochen”, so Potsdams verletzte Abwehrspielerin Inka Wesely. Die “Turbinen” ließen physisch nach und agierten entsprechend unkonzentriert. Viele kleine Fehler verhinderten immer wieder einen strukturierten Spielaufbau.
US-Kombination führt zum Ausgleich Die Gäste wussten dies zu nutzen und waren in den letzten zwanzig Minuten der regulären Spielzeit die spielbestimmende Mannschaft. Zunächst fehlte es noch an der letzten Konsequenz, aber schließlich gelang in der 81. Minute der verdiente Ausgleich. Niki Cross spielte einen langen Ball auf ihre US-Landsfrau Hagen, die sich im Strafraum gegen die Potsdamer Defensive behaupten konnte und überlegt zum 1:1 traf. In der Folge hatten die Gastgeberinnen zwar die Möglichkeit zum neuerlichen Führungstreffer. Doch in der 83. Minute war Längert hellwach und griff Genoveva Anonma einen Ball weg, zwei Minuten später verfehlte Tabea Kemme mit einem Flachschuss das Bayern-Tor nur knapp. Insgesamt waren die Münchenerinnen jedoch in der Schlussphase das aktivere Team, das auf den Ausgleich drängte und physisch frischer wirkte. Erfolg brachte es keinen, mit dem 1:1 ging es in die Verlängerung
Strafstoß bringt Potsdamer Führung In der ersten Hälfte der Verlängerung gingen die Potsdamerinnen schließlich mit einem Strafstoß in Führung. Nach einem Foulspiel von Amber Brooks an Evans verwandelte Ogimi (103.) sicher zum 2:1. Nur etwa eine Minute später waren die Gäste vor 2 260 Zuschauern allerdings im Glück, als Ivana Rudelic nur den Pfosten traf. Die Münchenerinnen drängten und warfen alles nach vorne, doch für die Entscheidung sorgte Evans.
Die Schottin behielt in der 118. Minute in der 1:1-Situation mit Längert die Nerven und traf überlegt und souverän zum 3:1. In der Nachspielzeit legte Bremer das 4:1 nach. “Das Ergebnis täuscht über den wahren Spielverlauf hinweg”, resümierte Turbine-Trainer Bernd Schröder nach der umkämpften Partie. “Wir werden uns steigern müssen”, so der Trainer mit Blick auf das Endspiel gegen den VfL Wolfsburg.
Die Wolfsburgerinnen hatten bereits gestern nach einem souveränen 5:0 (1:0)-Sieg beim SC Freiburg ihr Finalticket gebucht . Das Endspiel findet am 19. Mai in Köln statt.