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2013

Jahresrückblick 2012: die Aufsteiger

Auch 2012 konnten wieder einige Spielerinnen, Trainer und Mannschaften besonders auf sich aufmerksam machen. Womensoccer blickt auf die Aufsteiger des Jahres.

Im Mittelpunkt des Sportjahres 2012 standen die Olympischen Spiele in London, bei denen sich einige in den Vordergrund spielen konnten.

John Herdman Es war ein Auftakt nach Maß für Kanadas neuen Nationaltrainer John Herdman. Im September 2011 ins Amt gekommen, schaffte er mit seiner Mannschaft im Januar die Qualifikation für die Olympischen Spiele in seinem Heimatland – und die verliefen so erfolgreich wie noch nie. Im Spiel um den dritten Rang besiegten die Kanadierinnen Frankreich und holten mit der Bronzemedaille das erste olympische Edelmetall überhaupt.

Christine Sinclair Innerhalb des kanadischen Teams stach vor allem Christine Sinclair hervor, die mit sechs Treffern Torschützenkönigin der Spiele wurde. Ihr wurde daraufhin die Ehre zuteil, bei der Abschlussfeier die kanadische Flagge zu tragen, und im Dezember wählten ihre Landsleute sie zur Sportlerin des Jahres. Nur bei der Wahl zur Weltfußballerin musste sie anderen den Vortritt lassen; nominiert wurde sie, unter die besten Drei hat sie es nicht geschafft.

Alex Morgan Dort steht allerdings Alex Morgan. Die US-amerikanische Stürmerin hat ein mehr als erfolgreiches Jahr hinter sich. „Ich habe nach der Weltmeisterschaft viele E-Mails bekommen, in denen gefragt wurde, warum ich Alex Morgan nicht in die Startaufstellung berufe – hier ist sie jetzt“, so die frühere US-Nationaltrainerin Pia Sundhage beim Algarve Cup im vergangenen März. Gesagt, getan, und das Sturmduo Morgan/Abby Wambach harmonierte hervorragend. Morgan steht nun erstmals unter den besten Drei bei der Wahl zur Weltfußballerin. Ob sie gewinnt, entscheidet sich am 7. Januar – die Stimme der irischen Nationaltrainerin Sue Ronan hat sie zumindest schon bekommen: „Sie ist großartig, hat in diesem Jahr etwa 30 Tore erzielt. Und als sie bei der WM 2011 ins Team kam, hat sie das Beste aus Abby Wambach rausgeholt.“

Steph Houghton Die Engländer hätten Steph Houghton auch gerne auf der Nominierungsliste zur Weltfußballerin gesehen. Dafür mag es noch ein bisschen früh sein, doch 2012 war ihr Jahr: Sie schaffte den Sprung ins Olympiateam, spielte in allen vier Partien durch und sorgte dort für das meiste Aufsehen. Drei Tore gelangen der Abwehrspielerin, darunter die Siegtreffer gegen Neuseeland und Brasilien. Nun ist sie für die Wahl zur englischen Fußballerin des Jahres nominiert.

VfL Wolfsburg Von den Olympischen Spielen nach Deutschland, wo die Mannschaft der Stunde der VfL Wolfsburg ist. In der vergangenen Saison qualifizierten sich die „Wölfinnen“ erstmals für die Champions League , wo ihnen der problemlose Einzug ins Viertelfinale gelang. In der Meisterschaft haben sie beste Chancen, erstmals den Titel zu holen, denn der VfL hat sich optimal verstärkt. In der Autostadt wurde auf Nationalspielerinnen, wie Alexandra Popp und Luisa Wensing gesetzt, die sich sehr gut ins Team fügten. Während man dem VfL in der Vergangenheit noch nachsagte, das Potenzial nicht abrufen zu können, weil sich die Spielerinnen als Mannschaft noch nicht gefunden hätten, ist davon mittlerweile nichts mehr zu spüren.

Zsanett Jakabfi Innerhalb des VfL ist es allerdings kein Neuzugang aus den Reihen der deutschen Nationalmannschaft, der am meisten auf sich aufmerksam machen konnte, sondern eine Ungarin: Zsanett Jakabfi. Die 22-jährige Mittelfeldspielerin hat in zehn Spielen fünf Tore erzielt, im Spitzenspiel gegen den 1. FFC Frankfurt für Verzweiflung bei Alexandra Krieger gesorgt und trägt einen großen Anteil daran, dass ihre Teamkolleginnen so treffsicher sind und mit 42 Toren die meisten der Saison bislang erzielt haben.

Célia Okoyino da Mbabi Tore sind es auch, die Célia Okoyino da Mbabi im vergangenen Jahr auszeichneten – und davon hat die Nationalstürmerin nicht wenig erzielt. 19 gelangen ihr allein in der Nationalmannschaft. Im Sommer hätte der 1. FFC Frankfurt sie gerne verpflichtet, doch sie blieb vorerst dem SC 07 Bad Neuenahr treu. Mit den Kurstädterinnen liegt sie in der Meisterschaft derzeit auf dem siebten Rang. Vier der elf Treffer bislang gingen auf ihr Konto.

Anja Mittag Im vergangenen Frühjahr verließ Anja Mittag den 1. FFC Turbine Potsdam und schloss sich LdB FC Malmö in der schwedischen Liga an – und das erfolgreich! Die Stürmerin avancierte mit 21 Treffern zur erfolgreichsten Stürmerin der Liga. Ihre Tore waren es, die Malmö die vorzeitige Qualifikation zur Champions League sicherten. Ausgerechnet im entscheidenden Spiel um die Meisterschaft gegen Tyresö vergab Mittag zwar einen Strafstoß, doch an ihrer Leistung minderte dies nichts. Und so wurde sie in Schweden auch zur Fußballerin des Jahres gewählt.

Lisa Evans Potsdam musste nach dem Abgang von Mittag im Angriff nach Alternativen suchen – gefunden wurde sie in Lisa Evans. Die schottische Nationalspielerin wechselte im Sommer von Glasgow City LFC zum Deutschen Meister. Auch bedingt durch die Verletztensituation bekam die 20-Jährige von Anfang an ihre Chance und wusste sie zu nutzen. Sie stand in allen elf Ligaspielen auf dem Platz, konnte auch von einem Handbruch nicht gestoppt werden. Die Tore ließen zunächst etwas auf sich warten, doch Evans sorgte im Angriff für viel Wirbel und zeigte sich als erfolgreiche Flankengeberin.

Almuth Schult Lange war Nationalmannschaftskapitänin Nadine Angerer im vergangenen Jahr verletzt, und so stand Almuth Schult in den ersten acht Länderspielen des Jahres zwischen den Pfosten. Die 21-Jährige vom SC 07 Bad Neuenahr zeigte dabei, dass sie mehr als nur eine gute Vertretung war. In sieben Spielen hielt sie ihren Kasten sauber, einzig die Japanerinnen konnten die U20-Weltmeisterin von 2010 überwinden!