Zwei weitere Erstligaspiele abgesagt

Von am 8. Dezember 2012 – 19.56 Uhr 31 Kommentare

Die winterlichen Witterungsverhältnisse fordern neuerlichen Tribut: Am Samstag wurden zwei weitere der für Sonntag angesetzten Bundesligaspiele des 12. Spieltags abgesetzt.

So wurde das zuvor bereits als gefährdet eingestufte Spiel zwischen Bayer 04 Leverkusen und dem SC Freiburg abgesagt. Und auch das Revierderby zwischen der SGS Essen und dem FCR 2001 Duisburg muss aufgrund der Unbespielbarkeit der Spielfläche zu einem späteren Termin nachgeholt werden. FÜr das Duell zwischen Essen und Duisburg steht bereits ein neuer Termin fest: Sonntag, 16. Dezember, 14 Uhr.

Somit werden nach derzeitigem Stand der Dinge am Sonntag folgende Spiele stattfinden:

FSV Gütersloh 2009 – VfL Wolfsburg, 14 Uhr
FF USV Jena – 1. FFC Frankfurt, 14 Uhr (live auf DFB-TV)
FC Bayern München – SC 07 Bad Neuenahr, 14 Uhr

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

31 Kommentare »

  • Detlef sagt:

    waiiy schrieb;
    „@Sheldon: Wie viele Stadien mit Rasenheizung haben wir in der 1. Bundesliga der Männer und wie viele in der 1. Bundesliga der Frauen? Mit der Antwort erübrigt sich weiteres Nachforschen.“
    Zusatzfrage;
    Wieviele FF-Vereine könnten sich überhaupt die Betriebskosten einer Rasenheizung (so vorhanden) leisten???

    Die finanziellen Möglichkeiten der Männer-Profiligen mit denen der FF-Buli auch nur ansatzweise vergleichen zu wollen, verbietet sich eigentlich von selber!!!

    (0)
  • Sheldon sagt:

    @waiiy: Theoretisch hast du mittlerweile über 3 schneemögliche Monate. Letztes Jahr lag fast das gesamte Jahr kein Schnee, woher sollte man dann ahnen können, dass es dieses Jahr anders kommt? Durch den Klimawandel sind die klassischen Jahreszeiten sowieso nahezu außer Kraft gesetzt. Mittlerweile kann es sogar zwischen Ende Oktober und Anfang Mai zu jedem Zeitpunkt Schnee geben, haben wir alles schon gehabt.
    Insofern ist es für mich lachhaft, 22 Termine zu finden, die garantiert ohne schneebedingte Spielabsagen auskommen werden. Dann müsstest du die Liga auf Skandinavien umstellen und die Sommerpause durchspielen.

    Und wenn die Vereine sich nunmal keine Rasenheizung anschaffen, ist es auch mit ihre Schuld, dass die Spiele nicht zustande kommen. Es gibt die Mittel, um so etwas zu verhindern. Wenn man sie nicht nutzt, darf man sich über Spielausfälle nicht beschweren.
    Letztlich gibt es genau die gleichen Problematiken bei den Männern von der Regionalliga abwärts. Und auch im DFB-Pokal hätte das durchaus passieren können, da kann immer ein Außenseiter bis ins Achtelfinale kommen. Und ein Viertligist hat auch keine Rasenheizung!

    Letztlich ist der DFB und der DFL eine Profitorganisation, für die es überhaupt keine Rolle spielt, ob ein Bus zwei Stunden vor dem Spiel umdrehen muss, weil es ausfällt. Das sind ein paar Fans, die verärgert werden, aber der Spielplan steht und das ist das Wichtigste.

    (0)
  • be sagt:

    @ Sheldon:

    > Und wenn die Vereine sich nunmal keine Rasenheizung anschaffen, ist es auch mit ihre Schuld,
    > dass die Spiele nicht zustande kommen.

    Du scheinst nicht zu wissen, was eine Rasenheizung in der Anschaffung kostet. Tipp: Liegt mal eben im mittleren sechsstelligen Bereich.

    MariaOzawaFan hat ja schon was zu den Betriebskosten geschrieben. Das ist weit mehr als ein Tausender je Nutzung. Das Ernst Abbe Sportfeld hat eine Rasenheizung, da so etwas für die zweite Männerliga von der DFL gefordert wird. Aber die bleibt aus Kostengründen schon seit langem auch bei den Männern aus. Wie sollen das Ligavereine mit einer durchschnittlichen Zuschauerzahl von etwa 1000 Leuten finanzieren, ohne nochmals deutlich bei den eh schon nicht riesigen Spielerinnengehältern kürzen zu müssen? Konstruktive Vorschläge willkommen!

    Hinzu kommt außerdem, dass die genutzten Stadien selten Vereinseigentum sind. Das Stadion am Brentanobad beispielsweise gehört der Stadt Frankfurt, und noch immer nicht hat es eine Flutlichtanlage. Die fänd ich weit sinnvoller als eine ökologisch nicht vertretbare Rasenheizung.

    (0)
  • Sheldon sagt:

    Dann versteh ich aber euer Gemecker nicht um die Spieltermine. Schließlich habe ich oben festgestellt, dass Frauenfußball sich irgendwo in die 4.-5. Liga einordnen muss resonanztechnisch. Und wisst ihr, wieviele Spiele dort abgesagt werden? In der Regionalliga waren es 28 von 37, in der 5. Liga fanden nur noch vereinzelt Spiele statt (max. 1 pro Liga), dort waren bereits letzte Woche viele ausgefallen.

    So läuft das nunmal im Amateursport und da kann der Frauenfußball nicht sagen, wir wollen aber ne Extrawurst, nur weil er im Namen das Wort Bundesliga trägt. Wenn du regelmäßig Stadien mit 20.000-30.000 Zuschauer gefüllt bekommst, dann kannst du das mokieren. Aber dann wirst du dir auch ne Rasenheizung leisten können!

    (0)
  • S.N. sagt:

    @sheldon:
    Wieviel Mannschaften der 1.Frauenbundesliga haben denn ein eigenes Stadion?
    Selbst die Damen vom FC Bayern spielen irgendwo in der Walachei!!!

    (0)
  • Detlef sagt:

    @Sheldon,

    Es geht nicht darum, für alle FF-Vereine eine Rasenheizung PLUS dazugehörige Betriebskosten zu fordern!!!

    Es geht einfach um eine bessere Terminierung der Ligaspiele in der Saison!!!

    Dazu können auch englische Wochen gehören!!!
    Oder man schlachtet endlich „heilige Kühe“, und opfert nicht wertvolle Wochenenden, nur wegen Natioauftritten!!!
    Man könnte auch einen Blick nach Skandinavien riskieren, und die Saison einfach den Jahreszeiten anpassen!!!

    Möglichkeiten gibt es sicher genügend!!!
    Man muß sich nur trauen sie erst einmal zu denken, und dann darüber offen zu diskutieren!!!

    (0)
  • FFFan sagt:

    @ Detlef:

    Zu deinen Vorschlägen:

    1. ‚Englische‘ Wochen:

    Ligaspiele unter der Woche gelten als „zuschauerfeindlich“ und sind deshalb bei Fans und Vereinen wenig beliebt. Außerdem gilt es zu bedenken, dass nicht alle Spielerinnen Vollprofis sind.

    2. Länderspiele einsparen:

    In dieser Saison wurde noch kein ‚wertvolles‘ Wochenende für die Nationalmannschaft geopfert. Das Frankreich-Spiel fand an einem Donnerstag statt und die USA-Spiele fielen in eine offizielle UEFA-Abstellungsperiode, d.h. diese Termine waren sowieso ‚frei‘.

    3. Umstellung des Spieljahres aufs Kalenderjahr:

    Das wird langfristig sicher kommen. Ich befürworte es aber erst dann, wenn auch die europäischen Vereinswettbewerbe entsprechend umgestellt werden. Einen Alleingang der Frauen-Bundesliga halte ich nicht für sinnvoll.

    (0)
  • netflyer sagt:

    Natürlich ist es sehr ärgerlich, wenn wie am letzten Woechenende fast komplette Spieltage ausfallen. Aber man doch nicht alles so pauschal auf die schlechte Terminplanung schieben, ohne praktikable Verbesserungsvorschläge zu machen.

    Englische Wochen sind keine sinnvolle Alternative, da dann noch weniger Zuschauer kommen, wenn teilweise wochentags um 14 Uhr oder 15 Uhr gespielt werden muss in Ermangelung eines Flutlichts. Außerdem gibt es ja viele Spielerinnen, die noch einen Job haben und dann extra Urlaub nehmen müssen.

    Schlecht sind sicherlich die unmöglichen WM-Termine (U20-WM, U17-WM), das lässt sich aber nur international lösen.

    Die echte Lösung wäre m.E. eine Saison nach dem Kalenderjahr. Dazu gibt es aber keine Mehrheiten. Ich bin wirklich kein Weichei, ich gehe jeden Tag auch bei minus 15 Grad joggen. Aber ich bin ehrlich, ich gehe im Winter sehr selten ins Stadion, ich habe keine Lust stundenlang rumzusitzen oder zu stehen und mir sonst was abzufrieren. Aber es gibt hier leider keine Mehrheiten und demzufolge muss man auch mit den Konsequenzen leben, wenn man nichts besseres vorschlagen kann. Und ja, Sheldon hat doch Recht, der Frauenfußball liegt von der Zuschauerresonanz so etwa zwischen 4. und 5. Liga und auch in diesen Ligen gab es am letzten Wochenende fast nur Spielabsagen.

    Eine Lösung wäre doch endlich mal die wirklich hausgemachten Probleme im Frauenfußball anzugehen.

    1. Schiedsricherinnenproblem: Ergänzung durch Männer wo nötig, vor allem auch auf der Seitenlinie. Nur ein fair schiedsgerichteter Sport ist überhaupt nach außen hin vertretbar. Würde der Frauenfußball jede Woche im TV laufen, wäre es doch lächerlich, wenn in 5 Zeitlupen bewiesen würde, das 50% der Linienrichterinnen die Abseitsregel nur rudimentär kennen.

    2. Neid: Ich kann nicht verstehen, dass man an ihr nach der WM 2011 festhält. Sie hat sicher ihre Verdienste, jetzt braucht man aber jemand anderen. Es reicht nicht aus, permanent auf Spielerinnen der Nummer 3 in Deutschland zu setzen.

    3. Ebendiese Nummer 3, die seit Jahren die besten Spielerinnen zusammenkauft und die sich dann nicht mehr weiterentwickeln. Gerade Problem Nummer 3 ist nicht zu lösen von außen, vielleicht wacht aber dieser Verein irgendwann mal auf oder die Sponsoren kürzen endlich mal die Gelder.

    So, und wenn man diese Probleme nicht endlich mal angeht, wird der Frauenfußball auch noch in 10 Jahren vor sich rumdümpeln und immer die gleichen Dinge mokiert. Es gibt nichts Gutes, außer man tut es! Endlich.

    (0)
  • Sheldon sagt:

    Ich denke auch, dass es, wie FFFan hinweist, zu keinen Änderungen kommen wird. Es wird auch nicht zu einer Liga nach Kalenderjahr geben, denn dazu müssten nicht nur die CL umgestellt werden, sondern auch die Nationalelfwettbewerbe. Und da hakt es spätestens an den olympischen Spielen.

    Kein Trainer wird seine Spielerinnen für 2-3 Monate innerhalb einer laufenden Saison abgeben, das ist einfach nicht möglich!

    (0)
  • Sheldon sagt:

    @Netflyer: „oder die Sponsoren kürzen endlich mal die Gelder“

    Das wird nicht passieren, nicht in Frankfurt. Das liegt in der Natur des Systems. Denn die Spielerinnen sind eben nicht mehr die Spielerinnen des Vereins, sondern eben die privaten Angestellten von Siggi Dietrich (bis vor kurzem hat er sogar noch die Spielerinnen, die er selbst bezahlt hat, auch noch als Spielerbetreuer unter der Fuchtel).
    Und solange Siggi Dietrich Lust hat, sich die ein oder andere (unabhängig von dem Erfolg des Teams) zu holen, wird er das auch machen, selbst wenn die Mannschaft in der 3. Liga spielt. Da liegt es eben auch in der Verantwortung der Spielerinnen, selbst das Gute vom Schlechten scheiden zu können.

    Übrigens, genau diesen Punkt habe ich bereits erörtert im Zusammenhang mit dem VfL Wolfsburg, wo genau dasselbe System existiert. Auch dort sind die Spielerinnen keine Vereinsspielerinnen, sondern die persönlichen Angestellten von VW in der Branche „Frauenfußball“, eine sogenannte Werkself.

    Das kann solange gut gehen (siehe Frankfurt zwischen 1997 und 2006), solange das Verhältnis der Firma zur sportlichen Leitung stimmt. Doch sobald diese bei der Kaderplanung übergangen wird (wie durch Dietrich in Frankfurt gegenüber Kahlert geschehen) und der sportlichen Leitung auch nötige Kompetenzen fehlen (siehe Kahlert), endet das eben in dem Desaster, das zur Zeit in Frankfurt stattfindet. Aber was soll man dagegen tun? Dietrich hat offiziell keinerlei Einfluss in Frankfurt, da es einen Präsidenten und einen Vorstand gibt. Seine Macht hat er nur durch das Geld, dass er Frankfurt zur Verfügung stellt. Er kann niemanden feuern und niemanden einstellen, das kann nur Adler. Doch Frankfurt ist so abhängig von Dietrich, dass man ihn gewähren lässt.

    Präventiv könnte man nur bei den großen Vereinen vorgehen, indem vom DFB festgehalten wird, dass die gesamte sportliche und finanzielle Verwaltung der FF-Abteilung in einer unabhängigen Instanz liegt und der Hauptverein damit lediglich zu einer Art Hauptsponsor wird. Ob das was helfen würde, weiß ich nicht, aber es wäre zumindest mal ein Ansatz!

    (0)
  • waiiy sagt:

    Ich denke, dass das Ausweichen für 1 – 3 Spieltage in eine Stadion mit Flutlicht durchaus machbar und bezahlbar wäre für die meisten Vereine. Und die Termine kann man auch so legen, dass sie nicht mit englischen Wochen der 1. und 2. Liga kollidieren, sodass es auch Kapazitäten in den Stadien gibt, die Flutlicht haben. Und bei dieser Anzahl von Spielen dürfte man auch mit dem Arbeitgeber reden können, dass eine Freistellung möglich ist. Und Mannschaften, die überhaupt keine Möglichkeiten für Flutlichtspiele haben, haben dann halt Auswärtsspiele.

    Ich denke aber, dass Städte wie Frankfurt, Duisburg, München, Leverkusen, Freiburg, Essen durchaus Stadien mit Licht haben. Und Wolfsburg und Potsdam sind meiner Meinung nach sowieso ausgerüstet.

    Man sollte nicht so tun, als wenn das nicht ginge oder als ob es sich um eine komplette Saison handeln würde, die dann in die Wochenmitte verlegt wird. Außerdem müssen die Spiele, die ja (vorhersagbar) ausfallen, auch neu terminiert werden. Und wenn man mal ein Trainingslager vor einer WM schon Ende März beginnen will, kriegt man das ja auch irgendwie hin.

    Die Diskussion um die Zuschauerzahlen an einem Mittwoch sind in meinen Augen völlige Augenwischerei. Wenn der Anstoß vernünftig um 19 Uhr oder gar 20 Uhr erfolgt, dann schafft es das Heimpublikum auch nach der Arbeit ins Stadion (Potsdam zeigt das seit Jahren in der CL). Die Mengen an Auswärtspublikum hat man meiner Meinung nach sowieso bei den wenigstens Vereinen (da fällt mir neben Potsdam fast nur Duisburg und mit Abstrichen Frankfurt und München ein). Von daher wird hier etwas ins Feld geführt, was eigentlich nicht existiert.

    Die wirklich Frage ist, ob ein Wille da ist, etwas zu ändern…

    (0)