DFB-Elf erneut remis gegen die USA

Von am 24. Oktober 2012 – 3.51 Uhr 76 Kommentare

Nach dem 1:1 gegen die USA am Samstag gab es auch im zweiten Duell mit dem Weltranglistenersten ein Unentschieden. Die erst zur zweiten Halbzeit eingewechselte Dzsenifer Marozsan avancierte mit zwei Treffern zur Spielerin des Spiels.

Beim 2:2 (0:1) vor 18 870 Zuschauern im vom strömenden Regen durchtränkten Rentschler Field von East Hartford brachten Abby Wambach (44.) und Tobin Heath (67.) die Gastgeberinnen jeweils in Führung, doch Marozsan gelang zweimal der Ausgleich (48., 85.).

Highlights des Spiels anschauen

Stimmen zum Spiel

Bundestrainerin Silvia Neid stellte ihre Startformation auf vier Positionen um: Luisa Wensing, Lena Goeßling, Verena Faißt und Alexandra Popp durften von Beginn an ran, für sie mussten Bianca Schmidt, Viola Odebrecht, Melanie Behringer und Dzsenifer Marozsan auf der Bank Platz nehmen.

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Boxx hat Führung auf dem Fuß
Die erste gute Chance des Spiels erarbeiteten sich die Amerikanerinnen, nach Ecke von Megan Rapinoe scheiterte Shannon Boxx nur knapp am Außennetz (10.). Doch es war die DFB-Elf, die nach und nach besser ins Spiel fand und sich optische Vorteile verschaffte.

Wenig Räume
Popps Direktabnahme sorgte für einen ersten Hauch von Gefahr vor dem US-Tor (12.), doch die US-Abwehr stand kompakt und ließ der DFB-Elf nur wenig Raum zur Entfaltung. Das US-Team war nur selten in der Vorwärtsbewegung, Wambach traf bei einem Schuss den Ball nicht richtig (31.).

Chancen für DFB-Elf
Anja Mittag, Torschützin im ersten Duell gegen die Amerikanerinnen, konnte sich bei zwei Schüssen auszeichnen (37., 40.). Doch kurz vor der Pause ging die Elf von Interimstrainerin Jill Ellis in Führung und der Treffer erinnerte in seiner Entstehung stark an das Tor vom vergangenen Samstag.

Wambach erzielt Führung
Wensing ließ auf der rechten Außenbahn Rapinoe zu viel Raum, die setzte Alex Morgan in Szene, die von Annike Krahn nicht eng genug gedeckt wurde und die von Krahn abgefälschte Flanke der US-Stürmerin fand den Weg zu Wambach, die schneller als Babett Peter am Ball war und per Kopf mit ihrem 148. Länderspieltreffer für die Führung sorgte (44.).

Dzsenifer Marozsan

Beste Spielerin DFB-Dress: Dzsenifer Marozsan © Nora Kruse / ff-archiv.de

Marozsan trifft
Mit Odebrecht für Simone Laudehr und Marozsan für Popp ging es in Halbzeit zwei und die Wechsel sollten sich schnell bezahlt machen. Auf dem vom strömenden Regen aufgeweichten Rasen rutschte US-Kapitänin Christie Rampone im Mittelfeld aus, Marozsan ging auf und davon und erzielte im Alleingang aus elf Metern eiskalt den Ausgleich (48.).

DFB-Elf im Glück
Nach einem Ausrutscher von Wensing nach einem weiten Pass von Carli Lloyd stand Wambach allein vor Nadine Angerer, doch der versuchte Heber der Stürmerin landete in den Armen der DFB-Torhüterin (59.). Und ein Wambach-Kopfball nach Ecke sorgte für weitere Gefahr in der nun immer unterhaltsamer werdenden Partie (64.).

Deutsche Chancen, Tor für die USA
Mittag prüfte nach schöner Vorarbeit der starken Linda Bresonik Hope Solo mit einem Schrägschuss, doch die US-Torhüterin konnte parieren (65.). Und Marozsan kam einem zweiten Treffer nahe, doch Solo konnte den Ball im Nachfassen sichern (66.). Doch im Gegenzug ließ sich die DFB-Elf auskontern, Morgans Hereingabe von der Grundlinie nach einem zuvor jedoch abseitsverdächtigen Zuspiel verwertete die eingewechselte Tobin Heath zum 2:1 (67.).

Marozsan gleicht erneut aus
Doch Deutschland hatte weitere Chancen, nach Kombination von Mittag und Marozsan konnte Solo erneut ihr Können unter Beweis stellen (72.). Die Partie war weiter umkämpft, Heather Mitts war nach hartem Einsteigen gegen Faißt mit der Gelben Karte gut bedient (73.). Mit Lena Lotzen für Mittag ging es in die Schlussphase. Und die DFB-Elf wurde für die Bemühungen belohnt, Marozsan erzielte nach Vorarbeit von Bresonik mit einem sehenswerten Schuss den verdienten Ausgleich (85.), so dass die DFB-Elf nach den beiden Testspielen ohne Niederlage im Gepäck die Heimreise antreten kann.

Zufriedene Neid

„Ich bin total zufrieden mit diesem Spiel“, so Neid.“ Wir waren heute gerade in der zweiten Halbzeit sehr dominant und haben ein gutes Kombinationsspiel gezeigt. Uns ist es zudem gelungen, nach zwei Rückständen wieder zurückzukommen. Wir waren in diesen beiden Spielen absolut auf Augenhöhe.“ Die doppelte Torschützin Marozsan meinte: „Ich bin sehr froh, dass ich zwei Tore geschossen habe. Das ist mir schon lange nicht mehr gelungen. Ich freue mich, dass ich von der Trainerin die Chance bekommen habe und diese auch nutzen konnte.“

USA – Deutschland 2:2 (1:0)

USA: Solo – LePeilbet (56. Mitts/84. Leroux), Rampone, Sauerbrunn, O’Hara (57. Buehler) – Boxx, O’Reilly (63. Heath), Llloyd, Rapinoe (46. Cheney) – Wambach, Morgan

Deutschland: Angerer – Wensing, Krahn, Bartusiak, Peter – Goeßling, Laudehr (46. Odebrecht), Bresonik, Mittag (78. Lotzen), Faißt, Popp (46. Marozsan)

Tore: 1:0 Wambach (44.), 1:1 Marozsan (48.), 2:1 Heath (67.), 2:2 Marozsan (85.)

Gelbe Karten:
Mitts; Goeßling

Schiedsrichterin: Carol Anne Chenard (Kanada)

Zuschauer: 18 870

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Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

76 Kommentare »

  • Sheldon sagt:

    @Pauline bzw. Detlef: Natürlich haben die anderen Teams aufgeholt, doch die Leiste ist nach oben noch weit offen und ich bin der Meinung, der Abstand hätte nicht so schnell schmilzen müssen.

    Außerdem haben wir genug Potential in unseren Reihen, um den Abstand wieder hochzuhalten! Offensiv dürften wir vielleicht nicht die zur Zeit allerbesten, aber doch in der Masse technisch besten Spielerinnen der Welt.
    Taktisch könnte man vorne auch viel Arbeiten, genauso physisch.

    Dass die anderen Teams aufgeholt haben, liegt auch mit an uns, weil wir nicht mehr qualitativ hochwertig arbeiten!

    @laasee: Du kannst die Qualität nicht an einem Spiel festmachen. Hätte sich England hinten reingestellt mit 5 Abwehrspielerinnen, wäre das Spiel 0:0 n.V. und dann mit glücklichem Sieg im Elfmeterschießen für Deutschland ausgegangen.

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