DFB-Elf erneut remis gegen die USA

Von am 24. Oktober 2012 – 3.51 Uhr 76 Kommentare

Nach dem 1:1 gegen die USA am Samstag gab es auch im zweiten Duell mit dem Weltranglistenersten ein Unentschieden. Die erst zur zweiten Halbzeit eingewechselte Dzsenifer Marozsan avancierte mit zwei Treffern zur Spielerin des Spiels.

Beim 2:2 (0:1) vor 18 870 Zuschauern im vom strömenden Regen durchtränkten Rentschler Field von East Hartford brachten Abby Wambach (44.) und Tobin Heath (67.) die Gastgeberinnen jeweils in Führung, doch Marozsan gelang zweimal der Ausgleich (48., 85.).

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Stimmen zum Spiel

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Bundestrainerin Silvia Neid stellte ihre Startformation auf vier Positionen um: Luisa Wensing, Lena Goeßling, Verena Faißt und Alexandra Popp durften von Beginn an ran, für sie mussten Bianca Schmidt, Viola Odebrecht, Melanie Behringer und Dzsenifer Marozsan auf der Bank Platz nehmen.

Boxx hat Führung auf dem Fuß
Die erste gute Chance des Spiels erarbeiteten sich die Amerikanerinnen, nach Ecke von Megan Rapinoe scheiterte Shannon Boxx nur knapp am Außennetz (10.). Doch es war die DFB-Elf, die nach und nach besser ins Spiel fand und sich optische Vorteile verschaffte.

Wenig Räume
Popps Direktabnahme sorgte für einen ersten Hauch von Gefahr vor dem US-Tor (12.), doch die US-Abwehr stand kompakt und ließ der DFB-Elf nur wenig Raum zur Entfaltung. Das US-Team war nur selten in der Vorwärtsbewegung, Wambach traf bei einem Schuss den Ball nicht richtig (31.).

Chancen für DFB-Elf
Anja Mittag, Torschützin im ersten Duell gegen die Amerikanerinnen, konnte sich bei zwei Schüssen auszeichnen (37., 40.). Doch kurz vor der Pause ging die Elf von Interimstrainerin Jill Ellis in Führung und der Treffer erinnerte in seiner Entstehung stark an das Tor vom vergangenen Samstag.

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Wambach erzielt Führung
Wensing ließ auf der rechten Außenbahn Rapinoe zu viel Raum, die setzte Alex Morgan in Szene, die von Annike Krahn nicht eng genug gedeckt wurde und die von Krahn abgefälschte Flanke der US-Stürmerin fand den Weg zu Wambach, die schneller als Babett Peter am Ball war und per Kopf mit ihrem 148. Länderspieltreffer für die Führung sorgte (44.).

Dzsenifer Marozsan

Beste Spielerin DFB-Dress: Dzsenifer Marozsan © Nora Kruse / ff-archiv.de

Marozsan trifft
Mit Odebrecht für Simone Laudehr und Marozsan für Popp ging es in Halbzeit zwei und die Wechsel sollten sich schnell bezahlt machen. Auf dem vom strömenden Regen aufgeweichten Rasen rutschte US-Kapitänin Christie Rampone im Mittelfeld aus, Marozsan ging auf und davon und erzielte im Alleingang aus elf Metern eiskalt den Ausgleich (48.).

DFB-Elf im Glück
Nach einem Ausrutscher von Wensing nach einem weiten Pass von Carli Lloyd stand Wambach allein vor Nadine Angerer, doch der versuchte Heber der Stürmerin landete in den Armen der DFB-Torhüterin (59.). Und ein Wambach-Kopfball nach Ecke sorgte für weitere Gefahr in der nun immer unterhaltsamer werdenden Partie (64.).

Deutsche Chancen, Tor für die USA
Mittag prüfte nach schöner Vorarbeit der starken Linda Bresonik Hope Solo mit einem Schrägschuss, doch die US-Torhüterin konnte parieren (65.). Und Marozsan kam einem zweiten Treffer nahe, doch Solo konnte den Ball im Nachfassen sichern (66.). Doch im Gegenzug ließ sich die DFB-Elf auskontern, Morgans Hereingabe von der Grundlinie nach einem zuvor jedoch abseitsverdächtigen Zuspiel verwertete die eingewechselte Tobin Heath zum 2:1 (67.).

Marozsan gleicht erneut aus
Doch Deutschland hatte weitere Chancen, nach Kombination von Mittag und Marozsan konnte Solo erneut ihr Können unter Beweis stellen (72.). Die Partie war weiter umkämpft, Heather Mitts war nach hartem Einsteigen gegen Faißt mit der Gelben Karte gut bedient (73.). Mit Lena Lotzen für Mittag ging es in die Schlussphase. Und die DFB-Elf wurde für die Bemühungen belohnt, Marozsan erzielte nach Vorarbeit von Bresonik mit einem sehenswerten Schuss den verdienten Ausgleich (85.), so dass die DFB-Elf nach den beiden Testspielen ohne Niederlage im Gepäck die Heimreise antreten kann.

Zufriedene Neid

„Ich bin total zufrieden mit diesem Spiel“, so Neid.“ Wir waren heute gerade in der zweiten Halbzeit sehr dominant und haben ein gutes Kombinationsspiel gezeigt. Uns ist es zudem gelungen, nach zwei Rückständen wieder zurückzukommen. Wir waren in diesen beiden Spielen absolut auf Augenhöhe.“ Die doppelte Torschützin Marozsan meinte: „Ich bin sehr froh, dass ich zwei Tore geschossen habe. Das ist mir schon lange nicht mehr gelungen. Ich freue mich, dass ich von der Trainerin die Chance bekommen habe und diese auch nutzen konnte.“

USA – Deutschland 2:2 (1:0)

USA: Solo – LePeilbet (56. Mitts/84. Leroux), Rampone, Sauerbrunn, O’Hara (57. Buehler) – Boxx, O’Reilly (63. Heath), Llloyd, Rapinoe (46. Cheney) – Wambach, Morgan

Deutschland: Angerer – Wensing, Krahn, Bartusiak, Peter – Goeßling, Laudehr (46. Odebrecht), Bresonik, Mittag (78. Lotzen), Faißt, Popp (46. Marozsan)

Tore: 1:0 Wambach (44.), 1:1 Marozsan (48.), 2:1 Heath (67.), 2:2 Marozsan (85.)

Gelbe Karten:
Mitts; Goeßling

Schiedsrichterin: Carol Anne Chenard (Kanada)

Zuschauer: 18 870

[poll=236]

Markus Juchem (51) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

76 Kommentare »

  • noworever sagt:

    no offence! @detlef …
    but, referring to your last comments … the fragrance of „selbstbeweihräucherung“ is rising … that term you used not so long ago to evaluate sigi dietrich’s intentions (which in truth no one can ever know)
    i do not say this to provoke you or to hurt your feelings … but, again … „alles was man zu andern sagt … ist man selber!“ holds a lot of truth (and in reality, if i’m able to be honest enough to myself: it is always! true)
    once again … no offence!*

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  • wfm sagt:

    @Bedenkenträger und Reißbrettstrategen …
    Es ist ja durchaus üblich, um sich selbst gut in Stellung bringen zu können, einen Pappkameraden aufzubauen. Ein solcher wurde gerade mit der Beschwörung eines neuen „Hypes! errichtet. Denn wer bitte hat sich hier im Sinne eines neuen Hypes geäußert? Nur weil einige wie z.B. „Tom Schlimme“ und „wrack“ der Reise in die USA auch positive Aspekte abgewinnen konnten, ist das doch kein Hype. Sie sind doch weder vor Neid auf die Knie gefallen noch haben sie die Mannschaft in den Himmel gelobt.
    By the way: Testen heißt doch nicht möglichst viel rumzuprobieren. Das Ziel war es doch wahrscheinlich zu prüfen, ob die zukünftige MANNSCHAFT der EM nach den Qualifikationsspielen gegen relativ leichte Gegner auch gegen die dort zu erwartenden schwereren Mannschaften bestehen kann. Gut gegen die USA auszusehen ist darüber hinaus natürlich auch gut für das Selbstbewusstsein.
    Zunächst einmal ist für die U20 Spielerinnen schon die Teilnahme am Training ein Test. Und es war nicht ein beliebiges Training, das man auch in Deutschland hätte haben können, sondern die Vorbereitung auf einen überaus starken Gegner, gegen den die jungen Spielerinnen auch zum Einsatz kommen könnten. Und drei von ihnen haben dann ja auch gespielt.
    Aber nicht nur die neuen oder jüngeren Spielerinnen standen für auf dem Prüfstand, sondern auch die bisherigen Stammspielerinnen. Speziell Behringer und Schmidt haben das leider erfahren müssen.
    Aber es ging natürlich auch darum zu gewinnen und zumindest nicht zu verlieren. Deshalb hat Neid wahrscheinlich auch an Angerer festgehalten. Ob Schult oder Benkrath bei allen Qualitäten die Nerven gehabt hätten vor 20000 Zuschauern im ein-zu-eins gegen Wambach „seelenruhig“ stehen zu bleiben und ihr nichts anzubieten, darf durchaus bezweifelt werden. (Und was das erste Tor im 2. Spiel betrifft, soll man mal auf Wambach hören. Ihrer Aussage nach war es sehr glücklich, denn durch die Ablenkung durch Krahn bekam der Ball nicht nur eine andere Richtung sondern auch einen gefährlichen Drall.)
    Schließlich: Man mag die Form der US-Mädels vielleicht in Frage stellen. Nicht bezweifeln kann man aber deren unbedingten Siegeswillen. Für sie ist der zweite schon der erste Verlierer. Und wer sich die „Quote-Sheets! oder die entsprechenden Interviews auf der ussoccer.com angesehen hat, konnte erkennen, dass die US-Girls nicht gerade begeistert waren, dass sie nur unentschieden gespielt haben. Ich denke die Irländerinnen werden das in den nächsten beiden Spielen erfahren.
    Übrigens: Neid und Benkrath haben in der 51 Minute des 2. Spiel ziemlich fröhlich dreingeschaut. Während die US-amerikanische Interimstrainerin häufig ziemlich verkniffen ausschaute. Was soll uns das sagen?

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  • Detlef sagt:

    @noworever,
    Ich bin mir nicht ganz sicher, was Du mit Deinem Beitrag hier aussagen möchtest???
    Hier gehts um die deutsche Natio, und nicht um SiDis „Geschäftsmodell“!!!

    Ich persönlich habe mich selber noch nie „beweihräuchern“ müssen, denn ich bin kein Geschäftsmann, der anderen irgend etwas verkaufen muß!!!
    Ich verdiene mein Geld mit meiner Hände Arbeit!!!
    Und da sieht man am Produkt immer sofort, ob ich Mist gebaut habe!!!
    Von dem her kann ich niemand etwas vor machen!!!

    Also was ist Dein Kritikpunkt???

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  • Sheldon sagt:

    @alle Verharmloser:

    Ich würde euch bitte eines mal an Herz legen: Geht einmal in euch und schaut euch noch einmal eure Kommentare von dem Zeitpunkt von vor zwei Jahren an. Ich bin sicher, sie waren ganz genauso.

    Damals hat man Kanada (die gerade die Nordamerikameisterschaft gewonnen hatten) mit 5:0 und Afrikameister Nigeria mit 8:0 aus dem Stadion gefegt.
    Auch damals wurde schon gewarnt, dass man das nicht zu hoch hängen sollte. Und hat es was genützt? Nein!

    Und bei der WM kam dann das böse Erwachen. Bei der EM haben wir im Halbfinale Frankreich, mit Pech schon im Viertelfinale. Die Frage ist doch: Reicht die Leistung, die zu einem Unentschieden gegen körperlich vollkommen ausgelaugte US-Amerikanerinnen reichte, zum Weiterkommen bei einer EM gegen Frankreich?
    Man sollte Neid vielleicht raten, je nach Auslosung sogar gezielt auf den 2. Platz zu spielen, da man nur so Frankreich aus dem Weg gehen kann.

    Aber ich habe mal eine Frage:

    Wenn man eine solche 1. Elf haben kann:

    Schult – Maier/Wensing, Goeßling, Henning, Peter – Odebrecht, Keßler – Bajramaj, Hanebeck, Mittag – Celia

    wieso sollte man sich dann mit einer solchen 1. Elf zufrieden geben?

    Angerer – Schmidt, Krahn, Bartusiak, Peter – Kulig, Laudehr – Mittag, Marozsan, Behringer – Celia

    Darf man da nicht mal unzufrieden sein, wenn unsere Bundestrainerin so viel Potential einfach zuhause lässt?

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  • noworever sagt:

    @detlef

    there is no „kritikpunkt“!

    my only intention is to try to offer a different point of view … referring to the concept „how i see something is better than how someone else sees it“.

    if i say sigi dietrich is „selbstbeweihräuchering“ himself … I deny that (at least sometimes) i do this too. (aware or unaware is another question)
    if i do this(blame, judge, make-my-self-better-than-someone-else etc) it hurts (because in truth, i really do/say it to myself) – so, i don’t do it – i’m not a masochist.

    i simply know that everybody is doing the best he/she can (always!)

    that keeps me free of judging(„critizing“) you (and of course in return: myself)

    i know that i’m totally fine just the way i am … just as you, sigi dietrich and every single one on this website too!*

    if this doesn’t resonate: just forget it – then it is (so or so) just for me to … hear* 🙂

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  • Detlef sagt:

    wfm schrieb;
    „Es ist ja durchaus üblich, um sich selbst gut in Stellung bringen zu können, einen Pappkameraden aufzubauen. Ein solcher wurde gerade mit der Beschwörung eines neuen “Hypes! errichtet. Denn wer bitte hat sich hier im Sinne eines neuen Hypes geäußert?“

    Also Deiner Meinung nach habe ich einen „Pappkameraden“ aufgestellt???

    Ich habe geschrieben, daß wir wieder auf dem Weg dahin sind, und das bezog sich explizit nicht auf diesen Blog hier!!!

    Wenn ich mir aber die Kommentare des ZDF anhöre, was für eine tolle EM-Vorbereitung unsere Mannschaft doch gespielt habe, ohne im gleichen Atemzug hinzuzufügen, daß es sich dabei um dritt- und viertklassige Mannschaften gehandelt hat, dann muß ich an die Berichterstattung vor und während der WM denken!!!
    Selbst ein eher zweitklassiger Gegner wie Spanien trotzte uns einen Punkt ab!!!

    Selbst der größte „Bedenkenträger“ hat der DFB-Elf in den USA doch keine schlechte Leistung attestiert!!!
    Man trauerte den vielen Möglichkeiten hinterher, die nicht genutzt worden sind!!!
    Man hinterfragte die Personalentscheidungen der Bundesgöttin, was völlig legitim ist!!!

    Mich würde aber sehr interessieren, welche Absichten Du mir da unterstellst, wenn Du von „gut in Stellung bringen“ schreibst???

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  • karl sagt:

    @sheldon: Du bietest hier 2 Versionen einer ersten Elf an:
    „Aber ich habe mal eine Frage:
    Wenn man eine solche 1. Elf haben kann:
    Schult – Maier/Wensing, Goeßling, Henning, Peter – Odebrecht, Keßler – Bajramaj, Hanebeck, Mittag – Celia
    wieso sollte man sich dann mit einer solchen 1. Elf zufrieden geben?
    Angerer – Schmidt, Krahn, Bartusiak, Peter – Kulig, Laudehr – Mittag, Marozsan, Behringer – Celia
    Darf man da nicht mal unzufrieden sein, wenn unsere Bundestrainerin so viel Potential einfach zuhause lässt? “

    Da liegen wir ja garnicht so weit auseinander. Wenn du in deiner ersten Elf Peter durch Bresonik und Hanebeck durch Marozsan ersetzt waer ich schon fast einverstanden. Aber ich glaube das hier jeder Mitkommentator ganz sicher seine eigene erste elf haette.
    Meine waer:
    Schult –
    Maier, Krahn/Henning, Bartusiak, Bresonik –
    Laudehr/Goeßling Kulig/Odebrecht –
    Bajramaj, Marozsan , Mittag –
    Celia –

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  • Sheldon sagt:

    @noworever: Mir tut das nicht weh, ich weiß, ich bin nicht perfekt, aber ich arbeite daran.

    Ich bin mir auch sicher, dass Siggi Dietrich sein Bestes gibt, es stellt sich halt nur die Frage: Für WEN? Den Frauenfußball oder sich selbst?

    Es muss doch wohl erlaubt sein, Menschen zu kritisieren. Menschen tun eben nicht immer das Beste, so sind wir Menschen nunmal. Ich weiß nicht, wie du das einem Menschen, der im Knast sitzt, klarmachen willst, dass er immer nur sein Bestes gemacht hat in seinem Leben, ein solcher Mensch kann einen Mord oder einen Raub niemals bereuen.

    Außerdem kritisiert man ja Menschen eben deswegen, weil die Charakterzüge, die Menschen haben einen stören, entweder, und da hast du recht, weil sie einen daran erinnern, dass man selbst genauso ist und man einen Spiegel vorgehalten bekommt, oder eben, weil ein solcher Charakterzug für einen selbst nie in Frage käme, und dann ist es als Schutzreaktion.

    Ich bin so frei zu sagen, dass ich mit beidem leben kann. Ich kritisiere mich immer ein Stück mit, wenn ich jemand anderen kritisiere, weil auch ich wiederum Eigenschaften habe, die nicht richtig sind und an denen ich arbeiten muss. Doch würde ich den Fehler nicht bei anderen sehen, könnte ich sie auch nicht bei mir sehen.
    Aber oft ist es auch so, dass ich mich schützen will gegen bestimmte Einflüsse durch bewusste Kritik, um mir diese Charakterzüge gar nicht erst anzueignen.

    Im Frauenfußball ist es wohl eher Letzteres. Ich sehe Fehlentwicklungen, die zu einem objektiv zu ermittelnden Qualitätsverlust des deutschen Nationalfrauenfußballteams führen. Diese spreche ich an und das sollte legitim sein. Ich habe für mich bestimmte Faktoren ausgemacht, die auch von vielen bereits in der Vergangenheit bestätigt wurden.
    Dass die Kritik in dieser Intensität geschieht, liegt wohl an einem persönlichen Schutzreflex. Aus den Tendenzen vor der WM gelernt, habe ich doch gemerkt, dass man sehr schnell in die Spirale des Sich-Selbst-Belügens hineingerät, wenn es um Sport geht. Um einer persönlichen Enttäuschung zu entgehen und um vielen anderen diese Enttäuschung zu ersparen, bringe ich die Kritik hier in diesem Maße an.

    Dahinter steht ein sehnsüchtiger Wunsch, endlich wieder nicht nur ausreichenden, befriedigenden, guten Fußball, sondern begeisternden, atemberaubenden Fußball zu sehen, Fußball auf einem im FF nie dagewesenen Niveau zu sehen. Ich weiß, dass das möglich ist, wir haben die Spielerinnen bzw. die Trainer dazu, und gerade deswegen ist es für mich frustrierend zu sehen, dass solchen Spielerinnen die Chance genommen wird, sich auszuzeichnen und diesen Fußball zu bieten.

    Denn ganz ehrlich: Wer würde nicht gerne wieder solchen Fußball von den Frauen sehen wie 2003 oder 2007, als sie die Welt verzauberten?? Befriedigt es wirklich, sich nach jedem Spiel nur den Mund abzuwischen und zu sagen: So, jetzt das nächste Spiel über die Bühne bringen?
    Ich kann mit dieser Einstellung, die die N11-Spielerinnen transportieren, nix anfangen.

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  • laasee sagt:

    „Denn ganz ehrlich: Wer würde nicht gerne wieder solchen Fußball von den Frauen sehen wie 2003 oder 2007, als sie die Welt verzauberten??“

    2003 – Yes.

    2005 – Yes.

    2007 – No. WM 2007 success was achieved by a superb defence and Birgit Prinz.
    The football was not captivating but the success of winning WM should be applauded.

    2009 – Yes.

    2011 – Debacle.

    2013 – ??????????????

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  • Detlef sagt:

    @Sheldon,
    Deinem letzten Beitrag kann ich zu 100% zustimmen!!!

    @noworever,
    An Dir ist sicher ein Philosoph verloren gegangen!!!
    Aber solche Thesen gehen doch an der Realität etwas vorbei!!! (typisch Geisteswissenschaftler)

    Wo kommen wir denn hin, wenn jede Kritik und jeder Disput unerwünscht, ja sogar verboten ist???
    In der DDR gab es einen Slogan; „die Partei (also die Regierung) hat immer Recht)!!!
    Ähnliche Losungen gab/gibt es auch in anderen Feudalgesellschaften und anderen Diktaturen!!!

    Wenn wir denn wirklich eine freie Gesellschaft sind (oder zumindest sein wollen), muß es doch auch eine lebendige Streitkultur geben dürfen!!!
    Viele unterschiedliche Leute, dürfen auch viele verschiedene Meinungen haben, und diese auch kund tun!!!
    Das nennt man dann wohl auch Meinungsfreiheit!!!

    Jedem muß aber auch klar sein, daß sein persönlicher Standpunkt nicht unbedingt der Realität entsprechen muß, nur weil er es für die (seine) Wahrheit hält!!!
    Diese liegt bekanntlich immer irgendwo dazwischen, also zwischen den „Bedenkenträgern und Reißbrettstrategen“ und den Hochjublern und „Verharmlosern“!!!

    Und letzlich hoffe ich auch, daß jeder immer sein Bestes gibt!!!
    Aber die Realität zeigt uns doch, daß dies oft nur Wunschdenken bleibt!!!
    Der Mensch verhällt sich da wie elektrischer Strom, denn er geht nur all zu gern den Weg des geringsten Widerstandes!!!

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  • wrack sagt:

    @ Sheldon: „Reicht die Leistung, die zu einem Unentschieden gegen körperlich vollkommen ausgelaugte US-Amerikanerinnen reichte, zum Weiterkommen bei einer EM gegen Frankreich?“

    Keine der amerikanischen Spielerinnen kam aus einer Reha-Klinik. Auch der vielzitierte Urlaub war offensichtlich nicht so wild, wie deine „körperlich vollkommen ausgelaugte(n) US-Amerikanerinnen“ suggerieren könnten. 🙂

    Ein allgemeines Wort von einem „Verharmloser“ an die „Zeugen Iaasees“: Es ist ja ganz liebenswert, seine Mitmenschen vor einer vermeintlich (kommt von MEINung) drohenden Gefahr wie z.B. Enttäuschung, säkularem Untergang oder der sakralen Apokalypse zu warnen.
    Aber wenn die Oma nicht über die Straße will, dann sollte man sie auch nicht „Übertreiben“. Das schadet der eigenen Glaubwürdigkeit und läuft dem Bestreben, mit der Warnung Erfolg zu haben, total entgegen.

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  • Sheldon sagt:

    @Detlef: Lass ma das „typisch Geisteswissenschaftler“ weg, denn sonst musst du deinen ersten Satz löschen 😉

    Ansonsten kann auch ich dir nur zustimmen, deine Zeilen nehmen meine gut auf.

    Letztlich brauchen wir auch hier eine lebendige Streitkultur, davon lebt der Sport, denn im Sport gibt es keine absoluten Wahrheiten und dort gibt auch nicht kaum einer sein Bestes (was bedeuten würde, er würde die bestmögliche Leistung bringen, die überhaupt möglich wäre), denn um wirklich das Allerbeste zu geben, gehört eine Wahnsinnsdisziplin dazu.

    Daher wird es immer etwas zu meckern und zu nörgeln geben, denn die Ansprüche in unseren Zeiten sind sehr hoch.

    @laasee: Ich stimme dir bezüglich zweier Punkte NICHT zu, und zwar, was die WM 2007 und die EM 2009 betrifft.
    Soweit ich mich an die EM 2009 erinnern kann, war da bei weitem nicht alles Gold, was glänzt.
    Sowohl das Spiel gegen Italien als auch das gegen Norwegen standen sehr lange auf Messers Schneide. Im Spiel gegen Italien hätte man sogar beinahe in die Verlängerung gemusst, wenn Angerer nicht da gewesen wäre.
    Gegen Norwegen lag man sogar 50 Minuten zurück und im Vorrundenspiel stand es bis zur 90. Minute 1:0.
    Gegen Island gab es auch nur ein mageres 1:0.
    Bereits bei diesem Turnier hat vieles nicht gepasst, was allerdings durch das 6:2 im Finale kaschiert und überlagert wurde, wobei England dort einfach nur ins offene Messer gerannt ist und sich ziemlich naiv angestellt hat.

    Die WM 2007 dagegen war Fußball vom anderen Stern. Die anderen Teams liefen, Deutschland gewann dennoch souverän. Nur gegen England hat man sich kurz gehen lassen, ansonsten hat man eigentlich nie (selbst im Finale gegen Weltfußballerin Marta) einen Zweifel aufkommen lassen, wer die Hosen an hat. Insbesondere das offensive Frankfurt-Dreieck Prinz, Smisek und Lingor verzauberten die Fans! Das war absolute Weltklasse.

    @wrack: Es ist egal, ob man damit Erfolg hat. Wichtig ist nur, dass man es sagt. Wenn man immer nur einseitige Kommentare hört, dann kann der normale, naive Fan gar nicht anders, als sich dem Erfolgstrubel hinzugeben und kann am Ende gar nicht reflektieren, wieso es denn jetzt doch nicht geklappt hat und wieso seine so hochgelobte Mannschaft nun doch so grottenschlecht spielt.
    Jeder Mensch hat ein Recht darauf, auch Zugang zu kritischen Positionen zu haben. Denn egal wie glaubwürdig diese Dinge sind, er hat dann die Chance, sich selbst zu entscheiden, wie er dazu steht. Und er kann am Ende nicht sagen: „Wieso hat mir denn keiner was gesagt?“, sondern er wird sich am Ende selber hinterfragen müssen: „Wieso habe ich nicht auf die Argumente der Kritiker gehört?“

    Und damit beginnt ein Prozess der Selbstbildung, der in unseren Zeiten überhaupt nicht mehr gefördert wird, zumindest im FF nicht!

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  • Pauline sagt:

    Wenn ihr Fußballspiele wie 2003-2007 sehen wollt , dann müssen die anderen Nationen sich zurück entwickeln. Da wir aber 2012 schreiben und alle aufgeholt und zugelegt haben, müssen auch unsere Mädels ein Zahn zulegen——und nicht wir hier im Forum nur jammern und der Vergangenheit nachtrauern.—Es ist nun mal eine andere Generation.

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  • laasee sagt:

    @Sheldon

    The essence of truly great teams is the way they finish a tournament.

    EM 2009 Final was the best in the history of EM.
    EM 2009 was the best perforamnce by any German team (male or female) in any major football Final.

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  • Detlef sagt:

    @Pauline;
    Absolut richtig!!!
    Die anderen Nationen haben mächtig aufgeholt, und Deutschland, Schweden, Norwegen, China, Brasilien und sogar die USA haben ihren Vorsprung entweder komplett verloren (China, Norwegen, zT auch Schweden), oder sie stagnieren seit Jahren in ihrer Entwicklung (Deutschland, Brasilien, USA)!!!
    Schweden holt wieder etwas auf, dafür gehts für Brasilien weiter talwärts!!!

    Und damit sind jetzt Nationen wie Japan, Nord- und Südkorea auf Augenhöhe mit den „alten Topnationen“, und Frankreich, Kanada, Holland, Australien und England kommen immer näher in Schlagdistanz!!!

    Sheldon schrieb;
    „@Detlef: Lass ma das “typisch Geisteswissenschaftler” weg, denn sonst musst du deinen ersten Satz löschen ;)“

    Na dann bist Du eben kein typischer Geisteswissenschaftler!!! 😉

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  • Sheldon sagt:

    @Pauline bzw. Detlef: Natürlich haben die anderen Teams aufgeholt, doch die Leiste ist nach oben noch weit offen und ich bin der Meinung, der Abstand hätte nicht so schnell schmilzen müssen.

    Außerdem haben wir genug Potential in unseren Reihen, um den Abstand wieder hochzuhalten! Offensiv dürften wir vielleicht nicht die zur Zeit allerbesten, aber doch in der Masse technisch besten Spielerinnen der Welt.
    Taktisch könnte man vorne auch viel Arbeiten, genauso physisch.

    Dass die anderen Teams aufgeholt haben, liegt auch mit an uns, weil wir nicht mehr qualitativ hochwertig arbeiten!

    @laasee: Du kannst die Qualität nicht an einem Spiel festmachen. Hätte sich England hinten reingestellt mit 5 Abwehrspielerinnen, wäre das Spiel 0:0 n.V. und dann mit glücklichem Sieg im Elfmeterschießen für Deutschland ausgegangen.

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