Frankfurt trennt sich von Trainer Sven Kahlert

Von am 12. September 2012 – 12.16 Uhr 71 Kommentare

Der 1. FFC Frankfurt hat sich nach der Niederlage bei der SGS Essen heute mit sofortiger Wirkung von seinem Trainer Sven Kahlert getrennt.

Interimsweise werden die bisherigen Co-Trainer Philipp Dahm und Kai Rennich die Verantwortung übernehmen.

Unbefriedigender Start
FFC-Manager Siegfried Dietrich erklärt: „Nach der sehr wechselhaften Saison 2011/2012 und dem äußerst unbefriedigenden Start in die neue Spielzeit, haben sich die FFC-Verantwortlichen mit Blick auf die klaren Saisonziele des 1. FFC Frankfurt zu einer sofortigen Beurlaubung von Cheftrainer Sven Kahlert entschlossen.“

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Sven Kahlert, Trainer von Frauen-Bundesligist 1. FFC Frankfurt

Sven Kahlert ist nicht mehr Trainer des 1. FFC Frankfurt © Herbert Hein / girlsplay.de

Deutliches Zeichen setzen
Dietrich erklärt weiter. „Mit der aus unserer Sicht schon zu diesem frühen Saison-Zeitpunkt notwendigen internen Sofortlösung wollen wir ein deutliches Zeichen setzen und gleichzeitig auch an die Mannschaft appellieren, dass es für uns in den nächsten Spielen gilt, mit frischem Elan und hundertprozentigem Engagement gemeinsam unsere sportlichen Ambitionen zu untermauern.“

Bisherige Co-Trainer übernehmen interimsweise
„Zusammen mit dem FFC-Vorsitzenden Bodo Adler bin ich davon überzeugt, dass wir uns mit der neuen Konstellation auf den richtigen Weg begeben. Philipp Dahm und Kai Rennich kennen die Mannschaft bestens, haben das nötige Know-how und genießen im Team große Akzeptanz.“

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Der FFC-Vorstand und das Management danken Sven Kahlert für die geleistete Arbeit und wünschen ihm für die Zukunft alles Gute!

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

71 Kommentare »

  • kroete sagt:

    @sheldon
    Daß im besagten Essen – Spiel Leistungsverweigerung vorgelegen haben könnte, werden wir nie erfahren.
    Es ist das selbsterklärte Ziel des FFC quasi alle Spiele gewinnen zu müssen, was viele Jahre aus vielerlei Gründen geklappt hat.
    Herr Kahlert ist natürlich zur Verantwortung zu ziehen, wird bei Problemen aller Art gerne zuerst der Trainer geopfert.
    Ich bin immer zuerst auf Seiten der Spielerinnen, die im Gefüge der Liga und des DFB offensichlich in wichtigen Fragen der Organisation des Trainings etc. nichts zu melden haben, im Extremfall ihren Unmut nur über einen spielerischen Offenbarungseid kundtun, was der Frankfurter Elite mit einer N.Angerer, K. Garefrekes, M.Behringer u.s.w.nicht würdig ist.
    Was die Genese eines Teams angeht, bin ich wahrscheinlich hochnotkonservativ und wünsche, daß in mühevoller Arbeit die Mehrheit aus der eigenen Jugend, die Perspektive für die oberste Liga durch den Verein erhält.

    […]
    Ich wünsche hier allen Beteiligten einen paritätischen transparenten Dialog.

    Die Spielerinnen dürfen ohnehin immer alles ausbaden, dann die Trainingsleitung und wer das Kapital hat, darf den Molly machen.


    Dieser Kommentar wurde von der Redaktion in Übereinstimmung mit den Womensoccer-Leitlinien editiert. Die editierten Stellen wurden mit Auslassungszeichen […] markiert.

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  • Sheldon sagt:

    @kroete: Deine hier getroffenen Aussagen widersprechen sich mit denen im obigen Kommentar.
    Deine Argumente, die du im Kommentar vorbringst, treffen Kahlert eher als dass sie ihn entlasten.

    Zunächst das Argument der Jugend, das wir denke ich alle befürworten. Es ist bekannt, dass die Jugendförderung in Frankfurt nicht sehr groß geschrieben wird, auch wenn man sehr überraschend mit 3 Siegen aus 3 Spielen auf Platz 3 der B-Juniorinnenliga spielt. Doch auch Kahlert hat das nicht geändert, obwohl er dazu in der Lage gewesen wäre (Beispiele: Chojnowski, Herbert etc.; alle bekamen auch bei hohen Siegen nur selten eine Chance, nicht einmal von der Bank)!

    Auch, dass die Spielerinnen faktisch keinen Einfluss auf die Organisation des Trainings haben, liegt im Bereich Kahlerts. Dies hätte exklusiv er ändern können.

    Letztlich ist es aber auch immer die Frage, wie man zum Fußball und seinem System steht. Kahlert gehörte zum System SiDi. Das kann man gut finden oder nicht, auf jeden Fall war er nicht nur passiv, sondern auch aktiv daran beteiligt. Demzufolge trifft ihn bei der Analyse des Systems ähnlich viel Schuld wie alle anderen. Zusätzlich ist er allerdings auch die direkte Bezugsperson der Spielerinnen. Das bedeutet, er hätte seinen Kader durchaus abschirmen können und müssen und hatte einige Gestaltungsfreiheit. Demzufolge kann man ihm natürlich nicht die Kaderzusammenstellung oder andere Dinge anlasten, doch er hätte sich mehr als Teil des Teams zeigen können und dementsprechend auch müssen und hätte das Beste aus den ihm zur Verfügung gestellten Ressourcen machen können.
    Wie man es auch dreht und wendet, am Ende trifft immer Kahlert die Schuld, selbst wenn die Vermutungen, er hätte keine Bewegungsfreiheit gehabt, stimmen. In diesem Fall hätte er sich wenigstens dagegen auflehnen müssen, wenn er das Gefühl gehabt hatte, er sei in seinem Handlungsspielraum derart eingeschränkt, dass die verantwortungsvolle Führung des Teams nicht mehr möglich war. Da dies allerdings nicht geschah, muss man davon ausgehen, dass er in seiner Trainertätigkeit nicht beeinträchtigt war!

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  • mas sagt:

    Schröder nach Frankfurt? Wie geil ist das denn!

    Obwohl, ab einem Nettogehalt von 43 Millionen € ist er möglicherweise bereit dazu. lol

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  • Ben Becker sagt:

    da muß jemand hin der auch gegenüber SD mal Standfestigkeit zeigt – aber wirkliche Qualität gibt es auf dem deutschen Trainermarkt was Frauenfussball angeht nicht – und diejenigen welche gute Arbeit abliefern sind versorgt und in anspruchsvollen Positionen.
    Einzig S. Raith hat das Potential – kommt wohl nach ihrem Engagement und der WM im Oktober in Aserbeidschan wieder zurück….könnt auch interessant werden SR und SD !!

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  • Günni sagt:

    Hättest du vor 150 Jahren Cochise,Sitting Bull,Yellow Hand usw. für einen neuen Stamm geholt, hättest du Custer auch wohl nicht besiegt.
    Ich glaube, dass es extrem schwierig sein dürfte, viele Häuptlinge und kaum Indianer unter einen Hut zu bekommen.
    Nur selbsternannte Superstars mit Hang zu klingernder Börse wird immer scheitern. Da kannst du auch als Trainer nichts machen.
    Auch wenn ich nicht nah an FRA dran bin, ist für mich schon allein das Vernachlässigen der Jugend und der zweiten Mannschaft mehr als schade.
    Hier kann man mit geringerem Aufwand hoffnungsvollen Talenten mal Perspektiven bieten und an die 1.Mannschaft heranführen.
    Und was passiert, wenn SIDI mal die Brocken wirft oder die Schatztruhe nicht mehr aufmachen kann?
    Dann läuft alles weg und es braucht Jahre wieder etwas aufzubauen.
    Logisch, der Trainer ist immer der Dumme.Das ist auch bei den Herren nicht anders.
    Egal, ob ein Schröder,eine Raith oder Manitu selber in FRA Trainer werden würden. Spielerinnen, die Stammplatzgarantien einfordern, nicht bereit sind, bei der Zweiten einzuspringen, Mimosenverhalten, Grüppchenbildungen etc. wirst du nie in die Spur bekommen.
    Ach ja, Frau Neid könnte es hinbekommen. Die ausländischen Spielerinnen grundsätzlich auf die Bank und meine ersten Elf der Natio spielen. So schwäche ich durch fehlende Spielpraxis künftige Gegner der A-Mannschaft und ich habe eine eingespielte Truppe.
    Die langweiligen Reisen in ländliche Gegenden der Republik entfallen auch noch!
    Oder Thomas Obliers, der doch gute Kontakte zu SIDI hat. Er hat ja auch die Finger bei Obliers Engagement in Nigeria im Spiel gehabt.
    Zum Winter nach Leverkusen mal ordentlich Kohle rüberschicken und schon ist er da!
    Dazu noch Mbabi aus Neuenahr holen.
    Nein, liebe Forumsnutzer: Viele Häuptlinge und kaum Indianer machen nun mal keinen Stamm!
    Obliers lässt sich zumindest gewisses Gehabe nicht bieten.

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  • waiiy sagt:

    @mas: Schröder ist mit Geld nicht zu bestechen. Er arbeitet in Potsdam offiziell ehrenamtlich als Manager und Trainer. Von daher ist wohl monetär auch keine Chance. 🙂

    @Günni: Auch mit vielen „Häuptlingen“ kann man ein Team bilden. Das beweisen andere Mannschaften in allen Sportarten (THW Kiel, Barcelona, Madrid, Lyon). Aber gerade am Beispiel Real Madrid sieht man auch, dass man dazu einen wirklich guten Trainer braucht. Das waren in den letzten Jahren nur Heynckes und Mourinho. Es ist in meinen Augen wirklich eine Trainerfrage, weil Teambuilding bei so einem Staraufgebot nicht von der Mannschaft selbst kommt. Das kam es übrigens bei Barcelona auch nicht, wenn man an Eto’o, Ronaldinho oder Ibrahimovic betrachtet.

    Von daher bin ich sehr gespannt, wer das machen will und auch hinkriegen wird. Sollte das passieren, dann kann SiDi’s Version wahr werden.

    waiiy

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    Bei richtigen Sportlertypen mit ausgeprägtem Charakter rangiert der Erfolg noch vor den eventuellen persönlichen Animositäten gegenüber Mitspielern; das gemeinsame Ziel, der unbedingte sportliche Erfolg ist stärker! Man muss Unzufriedenheit mit der eigenen sportlichen Leistung, d.h. den Grund weswegen man z.B. Bankdrücker ist, korrekt erkennen, bewerten und in positive Energie umwandeln.
    Selbst Faustschläge und Blutgrätschen im Training werden nicht so hoch gehängt, wie die Boulevardpresse es immer wieder vorgaukelt.

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  • fisch sagt:

    In fast allen Beiträgen wird völlig richtig zwischen den Zeilen der
    wirkliche Verursacher der nun schon mehrjährigen Frankfurter Misere
    benannt: Siegfried Dietrich!! Seine fragwürdige Erfolgsphilosophie
    durch allein hochkonzentrierte Staransammlung bei gleichzeitiger Schwächung der direkten sportlichen Konkurrenz ohne einen entsprechend erfahrenen, hochbegabten und durchsetzungsfähigen Trainer hat sich nicht bewährt. Insofern richtige aber späte Einsicht Dietrichs.
    Als großer Verehrer von Bernd Schröder haben mich zu diesem Thema die vielen, in dieser Einmütigkeit so noch nie erlebten, hochach-tungsvollen Einschätzungen seiner unstrittigen Fähigkeiten in der Frage “Wer könnte so eine Staransammlung überhaupt zu einem Team formen?” sehr positiv beeindruckt, weil ich im Zusammenhang mit den meistens von SiDi mit den “besseren Gesamtpaketen” weggelockten Turbinestars auch ganz Anderes zu Bernd Schröder gelesen habe. Everybodies Darling und Erfolgstrainer funktioniert nun mal zusammen nicht. Und Dietrich und/mit Schröder schon garnicht. Das würde sich Bernd Schröder nie im Leben antun. Neben seinem über 40-jährigen großen Erfahrungsschatz und Können hat er dazu auch noch unumstößliche Prinzipien.

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  • Sheldon sagt:

    @fisch: Ganz genau. Es lässt sich anmerken: Schröder könnte den Laden dort auf Vordermann bringen, Fakt ist aber: Keiner in Frankfurt will das ernsthaft. Weder SiDi noch die Spielerinnen, die ja gerade vor Schröders autoritärem Führungsstil aus Potsdam geflohen sind.

    Daher liegen die Leute hier meines Erachtens gar nicht mal so falsch, die behaupten, Kahlert sei nur ein Bauernopfer, die Ursache läge woanders und auch ein neuer Trainer wird keine Besserung bringen.
    Denn um wieder erfolgreich sein zu wollen, müssen die Spielerinnen zwangsläufig auf Privilegien verzichten und sehr viel härter ackern als sie es bisher gewohnt waren. Das wird SiDi nicht zulassen und wiederum einen Trainer einstellen, der wie Kahlert keine Chance gegen die Kombi SiDi/Kader hat!

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  • Fair Gamer sagt:

    Bernd Schröder verlässt Potsdam niemals. Wenn er dort aufhört Trainer zu sein, hört er auf Trainer zu sein.

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  • Sheldon sagt:

    Apropos, es sind seit Dienstag jetzt 5 Tage vergangen und bis zum Spiel gegen Leverkusen sind es nur noch 7 Tage! Frage: Wann bekommt Frankfurt einen neuen Trainer? Oder will man erst die Spiele gegen Potsdam und Bayern abwarten, damit man den Neuen nicht auch gleich rauswerfen muss?

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