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2012

FSV Gütersloh 2009: Gekommen, um zu bleiben

Neue Liga, neuer Sponsor, neues Stadion, neue Spielerinnen – in den vergangenen Monaten wurde beim FSV Gütersloh 2009 viel erreicht. Doch die Wahrheit liegt bekanntlich auf dem Platz, und dort möchte man nach sechs Jahren erstmals wieder ein Aufsteiger aus der Nordstaffel der zweiten Liga sein, der im Oberhaus die Klasse hält.

Zuletzt schaffte dies 2006/2007 der VfL Wolfsburg; in den Folgejahren musste jeweils der Aufsteiger aus der Nordstaffel direkt wieder absteigen. Doch von den Mitteln eines VfL ist man in Gütersloh weit entfernt, der Verein steht vor einer Mammutaufgabe.

Maren Wallenhorst : Nach drei Jahren zurück in Gütersloh „Nicht wir“, beantwortet Maren Wallenhorst schmunzelnd die Frage, welche Mannschaft am Ende der Saison absteigen werde. Aber schließlich ist die Mittelfeldspielerin zum FSV zurückgekehrt, um in der ersten Liga spielen zu können. Beim FSV hatte sie bereits in ihrer Jugend gespielt, ehe sie 2009 zum SV Werder Bremen wechselte, weil sie dort Ambitionen sah, in die Erste Bundesliga aufsteigen zu können. „Ich hatte drei schöne Jahre in Bremen, aber sportlich lief es nicht so wie vorgestellt.“

Verein ist Herzenssache Mit Gütersloh stand sie immer in Kontakt und so ist es für die gebürtige Osnabrückerin eine „Herzenssache“, wieder beim FSV anzuheuern. Nebenan an in Bielefeld studiert die 21-Jährige Maschinenbau und lernt Chinesisch. „Essen bestellen und den Weg zum Hotel erfragen kann ich schon“, lacht sie. „Ich möchte später beides verbinden und vielleicht ein Jahr nach China gehen.“ Im nächsten Jahr will sie in der Sommerpause das Land schon mal kennenlernen. Bis dahin heißt es, mit dem FSV am Klassenerhalt zu arbeiten. „Der Verein ist zwar noch recht klein und vielleicht unerfahren, aber ich bin zuversichtlich, dass hier einiges entsteht.“

Heimspiele auf Kunstrasen Schon in den vergangenen Monaten haben die Verantwortlichen beim FSV viel geschaffen. Zunächst sorgte die Bekanntgabe des neuen Hauptsponsors Tönnies für Aufsehen, mit dem ein ligaunabhängiger Vertrag über drei Jahre geschlossen wurde. Neue Spielerinnen, unter anderem Anne van Bonn, Marie Pollmann, Mirte Roelvink, Tessa Rinkes und Wallenhorst, schlossen sich dem FSV an. Und schließlich verkündete man den Umzug vom Heidewald Stadion in die neu geschaffene Tönnies-Arena in Rheda-Wiedenbrück (Kreis Gütersloh), ein Stadion mit etwas über 3000 Plätzen und Kunstrasen.

Um auf Kunstrasen spielen zu können, bedarf es der Zustimmung der Gegner – zehn der elf Mannschaften hätten sich bislang dazu geäußert, so Geschäftsführer Michael Horstkötter, und nur der FF USV Jena lehne es ab, dort anzutreten.

Auftakt gegen Sindelfingen Der VfL Sindelfingen aber ist einverstanden und am Sonntag der Auftaktgegner des FSV. Bislang wurde in Gütersloh viel über die erste Liga gesprochen, jetzt gilt es, in ihr zu bestehen. Dass bei so vielen Veränderungen das Sportliche bei den Spielerinnen in den Hintergrund gerückt sei, glaubt Trainer Markus Graskamp nicht. „So ein toller Rahmen kann einen tragen. Es ist das erste Pflichtspiel im neuen Stadion; das ist sehr motivierend.“

„Sauschweres Spiel“ „Wir sind heiß auf das Spiel“, stimmt Torhüterin Tessa Rinkes zu. „Wir hätten gerne schon letzte Woche gespielt.“ Da wurde die Begegnung beim VfL Wolfsburg wegen der U20- Weltmeisterschaft abgesagt. Jetzt heißt es, von Anfang an hellwach zu sein, denn mit dem Aufsteiger aus Sindelfingen geht es gleich gegen einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf. Und Graskamp ist sich sicher: „Das wird ein sauschweres Spiel.“