Saskia Bartusiak zwei Spiele gesperrt

Von am 4. September 2012 – 16.17 Uhr 35 Kommentare

Abwehrspielerin Saskia Bartusiak vom 1. FFC Frankfurt wurde nach ihrem Platzverweis beim 2:1-Heimsieg gegen den FF USV Jena am Sonntag für zwei Bundesligaspiele gesperrt.

Die Innenverteidigerin war in der 38. Spielminute von Schiedsrichterin Riem Hussein vom Platz gestellt worden. Die Spielerin beziehungsweise der Verein haben dem Urteil zugestimmt, das Urteil ist damit rechtskräftig.

Bartusiak wird ihrem Team somit am kommenden Sonntag, 9. September, 14 Uhr, beim Auswärtsspiel gegen die SGS Essen fehlen und auch im anschließenden Heimspiel gegen Bayer 04 Leverkusen am Sonntag, 23. September, 11 Uhr.

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

35 Kommentare »

  • Sheldon sagt:

    @Markus Juchem: Sehen Sie es bitte nicht durch die Sympathisantenbrille.
    Ich kenne keinen einzigen Spieler, der durch einen Kopfstoß innerhalb der letzten 10 Jahre überhaupt irgendeine Verletzung erlitten hat. Klären Sie mich auf, wenn es anders war. Den Kopfstoß, wie ihn das StGB kennt, den gibt es nicht im Fußball. Ein „Kopfstoß“ bezeichnet heute im Regelfall lediglich die Berührung des Kopfes mit dem eigenen Kopf und das darauf eintretende theatralische Hinsinken selbst des stärksten und körperlich robustesten Spielers.
    Verletzungsgefahr = 0, die Verletzungsgefahr ist ungleich größer, wenn man zum Kopfballzweikampf hochsteigt.

    Dagegen ist eine Notbremse nur verachtenswert. In diesem Fall wäre keine zweite Verteidigerin mehr dagewesen. Die Art und Weise, wie Bartusiak versucht, ihren eigenen Fehler auf Kosten eines Fouls wieder gutzumachen, ist vollkommen amateurhaft. Eine härtere Bestrafung würde hier sicherlich präventiven Charakter haben, gefälligst die Finger von der Gegnerin zu lassen.

    Boateng konnte gleich darauf wieder aufstehen, doch Bartusiak könnte mit dieser Aktion Jena um 2 Punkte, die wohl verdient gewesen wären, gebracht haben. Da geht es um Existenzen, da geht es darum, dass Jena die Klasse hält. Wenn Jena am Ende absteigt wegen einem Punkt, dann hat Bartusiak damit einen ganzen Club zerstört.

    Für mich ist die irreguläre Einflussnahme auf den Spielverlauf immer noch der Hauptgrund für die Schwere der Strafe!
    Ibisevic hat das nicht getan, Bartusiak hat das fundamental getan!

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  • FFFan sagt:

    Zwei Spiele Sperre ist tatsächlich relativ hart. Elena Hauer wurde letzte Saison für ein vergleichbares Vergehen nur für ein Spiel gesperrt:

    https://www.womensoccer.de/2011/09/06/ein-spiel-sperre-fur-elena-hauer/

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  • Sokrates sagt:

    @ Markus: Danke für deine sehr genauen und kenntnisreichen Erläuterungen und angemessenen Bewertungen.

    @ Sheldon: Du tickst nicht ganz richtig und bist unbelehrbar. Solche Kommentare wie in diesem Thread solltest du in Zukunft nicht mehr auf womensoccer.de, sondern nur noch in deinem eigenen Blog im Fan-Forum des 1. FFC Frankfurt schreiben, wo du unter dem persönlichen Schutz der beiden „Leiterinnen” solche Beiträge schreiben darfst und von den beiden FFC-Offiziellen in der Vergangenheit sogar Zustimmung und Lob für deine kritischen Stellungnahmen erhalten hast und deine Provokationen sowie Beleidigungen und Schmutzkampagnen gegen Manager, Trainer, einzelne Spielerinnen und Fans geduldet wurden.

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  • wrack sagt:

    Der Unterschied zwischen Tätlichkeit und Spielgeschehen sollte eigentlich jedem klar sein. Das Handeln des Spielers ist bei der unsportlichen „Notbremse“ auf das Spielgeschehen bezogen, bei der unsozialen Tätlichkeit auf einen anderen Spieler, ist also nur indirekt noch Teil des Spielgeschehens. Strafrechtlich oder auf das Opfer bezogen gesprochen könnte man zwischen Fahrlässigkeit im Falle der Notbremse und Vorsätzlichkeit im Falle der Tätlichkeit sprechen. Nach der gesellschaftlichen Norm bzw. der zur Regel verdichteten Norm (Gesetz) ist die Vorsätzlichkeit verwerflicher als die Fahrlässigkeit und wird deswegen a priori mit härteren Sanktionen belegt.
    Sheldons Verharmlosung des Kopfstosses bzw. der Tätlichkeit sollte aber nun auch nicht die „Notbremse“ als taktisches, halb-sportliches Mittel erscheinen lassen, wie der Terminus impliziert und das so manchmal in medialen Kommentierungen rüberkommt. Die „Notbremse“ ist durchaus unsportlicher als andere Fouls.

    @ Sheldon: „…dann hat Bartusiak damit einen ganzen Club zerstört.“

    Bevor du die von dir schon immer besonders kritisierte Saskia Bartusiak zur „Godzilla von Jena“ erklärst, solltest du selbst erst einmal die Notbremse ziehen, wenn du dich da in Rage schreibst. Ansonsten musst du dir gefallen lassen, dass dir jemand beweist, dass u.a. DEIN letzter Tastendruck das Erdbeben in Costa Rica ausgelöst hat.

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  • Sheldon sagt:

    @wrack: Hast du dir mal die „Notbremse“ von Bartusiak angeschaut? Das war ebenso vorsätzlich. Dagegen ist die Tätlichkeit eine Affekthandlung!

    Zu der Sache mit Costa Rica: Legst du mir einen ausführlichen und wissenschaftlichen Gedankenstrang von mir zur Naturkatastrophe dar, gestehe ich mein Vergehen ruhig ein. 😉 Aber ich glaube, das wird schwierig und weitaus komplizierter als die Argumentationsführung zwischen Bartusiaks Tätlichkeit und dem Abstieg von Jena!

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  • sitac sagt:

    Ich kann die Argumentation von Sheldon in Vielem nachvollziehen.
    Mein ernsthafter Vorschlag : In einem eindeutigen Fall wie hier, wo ein Spieler/eine Spielerin allein auf’s gegnerische Tor zugeht und dann per Notbremse gestoppt wird , sollte folgende Regelung getroffen werden. Alle Spieler außer der gefoulten Spielerin und des gegnerischen Torwarts müssen in die Hälfte der Mannschaft der gefoulten Spielerin. Die notgebremste Spielerin darf dann von der Stelle der Notbremse aus ungestört alleine auf’s gegnerische Tor zugehen und versuchen ein Tor zu schießen.
    Die Regeln für den Torwart bleiben dabei selbstverständlich unverändert.
    Nur so kann der gravierende Nachteil für die geschädigte Mannschaft gerecht ausgeglichen werden. Es ist mannigfach bewiesen, dass eine nach Platzverweis dezimierte Mannschaft mit 10 Spielern oft stärker spielt als vorher mit 11. Zudem profitieren vom Platzverweis oft die Ligakonkurrenten der geschädigten Mannschaft mehr als die geschädigte Mannschaft selbst. Man stelle sich so eine entscheidende Situation kurz vor Spielende vor. Die geschädigte Mannschaft wird um den Sieg gebracht, rote Karte mit Sperrung 1,2,..Spiele. Dann profitieren ausschleßlich die nachfolgend gegen die Mannschaft der Rot-Sünderin spielenden Ligakonkurrenten von der Situation. Pervers und absurd!!!
    Mein Votum: gelbe Karte und Vorgehen wie oben beschrieben. Das hielte ich für gerecht und angemessen!!

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  • sitac sagt:

    @Markus Juchem: nur noch kurz was zum Thema Kopfstoß, der ja speziell im Männerfußball eine Rolle spielt. Einen Kopfstoß, der den Tatbestand des Strafgesetzbuches erfüllt, habe ich hier noch gar nie gesehen. Und ich überblicke einige Jahrzehnte. Was aber ständig vorkommt, dass ohne jede Berührung Spieler spektakulär zu Boden gehen oder sogar der den Stoß ausführende Spieler sich fallen läßt und schmerzhaft gekrümmt am Boden liegt und der passive Spieler Rot bekommt. Bei Rudelbildung sind meist mehrere Kopfpaare nur Millimeter voneinander entfernt.
    Da würde ich eher die hohe Kunst der Provaktion und der Schauspielerei anführen als das Strafgesetzbuch.

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  • Detlef sagt:

    waiiy schrieb;
    „Ich freu mich, dass sie gegen Potsdam wieder dabei sein wird. Ist für Potsdamer besser, als wenn Babs die Abwehr in der Mitte allein organisiert…“
    Dem kann ich mich voll anschließen!!!

    @sitac,
    Sehr guter Vorschlag, der aber leider kein Gehör finden wird!!!

    Man könnte Dein Beispiel noch auf die Spitze treiben, wenn man sich ein hochwichtiges Finale im DFB-Pokal oder der CL vorstellt!!!
    Wem hilft da eine egal wie lange Sperre der Delinquentin, wenn man um ein wahrscheinliches Ausgleichs- oder Führungstor gebracht wurde???
    Gerade dann, wenn nur noch wenig Zeit auf der Uhr ist, sind solche Notbremsen ein echtes Ärgernis!!!
    Und für Mannschaften die nur auf Ergebnis halten spielen, ist der Verlust einer Spielerin durchaus akzeptabel!!!

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  • wrack sagt:

    @ Sheldon: Du bringst das mal wieder durcheinander. Es ging um den Vorsatz, den Gegner zu verletzen – der war bei Bartusiak nicht gegeben. Sie hat eine Verletzung der Gegnerin freilich fahrlässig in Kauf genommen.
    Tätlichkeiten aber enthalten einen Vorsatz.
    Seltsamerweise gehen viele Leute, wie auch du offensichtlich, davon aus, dass sich die Begriffe „Affekthandlung“ und „Vorsatz“ widersprechen bzw. das eine im Affekt begangene Tat geringere Verantwortlichkeit impliziert oder „nicht vorsätzlich“ wäre. Dem ist nicht so. Auch jemand, der im Affekt jemanden schlägt, tritt oder stößt, handelt vorsätzlich und ist auch vor dem Gesetz voll verantwortlich.

    Jemand, der einen Kopfstoß versucht, attackiert gezielt den Mitmenschen – ob er ihn nur berührt und deswegen nicht verletzt, ist für mich unerheblich und übrigens auch für das Gesetz – es handelt sich dabei um den Straftatbestand der gefährlichen Körperverletzung. Das Staatsanwalten heutzutage aus Überlastung z.B. Ermittlungsverfahren wg. dieses Deliktes bei keiner oder geringfügiger Verletzung meistens einstellen, scheint dazu beizutragen, dass die Leute solche Aktion verharmlosen – bis mal wieder einer blutend auf der Straße liegt. Der Stoß mit dem Kopf in Richtung Gegner IST ein aggressiver Akt gegen den Mitmenschen und nicht auf das Spiel bezogen.
    Diese Gewalt gegen Menschen, in der Gesellschaft und auf dem Sportplatz, ist zu ächten und natürlich schwerer zu ahnden, als Aktionen, die im Spiel entstehen.

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  • Sheldon sagt:

    @wrack: Ich denke, du bringst da was durcheinander. Es geht hier nicht um Kopfstöße, die zwischen verschiedenen Straßengangs ausgetragen werden als Teil eines dreckigen Kampfes. Es geht hier zumeist um eine leichte Berührung zweier Köpfe.

    Außerdem ist immer zwischen „Vorsatz“ und „Affekthandlung“ zu unterscheiden. Das tut die Staatsanwaltschaft auch. Nehmen wir zum Vergleich „Mord“ und „Totschlag“: Mord ist eine geplante, vorsätzliche Handlung, Totschlag ist eine Affekthandlung. Du siehst, dass hier ein Unterschied vorliegt.

    Bei einem Kopfstoß im Fußballersinn geht es nicht um das Verletzen des Gegners. Dieses mag bei anderen Tätlichkeiten wie Tritten oder Ellbogenschlägen anders sein, wo zumindest eine Verletzung billigend in Kauf genommen wird.
    Doch die minimale Berührung zweier Köpfe überhaupt noch als Tätlichkeit anzusehen, ist beinahe ein Witz, zumindest nach Aktionen wie die eines Norbert Meiers.
    An einem Kopfstoß sind fast immer zwei Parteien beteiligt, denn dieser kommt meist vor, wenn es zu einem hitzigen Streitgespräch zwischen zwei Spielern kommt und beide maximal 5 cm auseinanderstehen. Je nachdem, wie die Situation ist, kann man sogar von Notwehr sprechen, da es hier zuvor zu einer Nötigung durch den Gegenspieler gekommen ist!

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  • Markus Juchem sagt:

    2×3 macht 4
    widewidewitt und 3 macht neune
    ich mach mir die welt
    widewiede wie sie mir gefällt

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  • wrack sagt:

    @ Sheldon: „Mord ist eine geplante, vorsätzliche Handlung, Totschlag ist eine Affekthandlung. Du siehst, dass hier ein Unterschied vorliegt.“

    Ich sehe ab dem zweiten Satz Unsinn. Bei mir beginnt so langsam das Fremdschämen.

    Bevor ich hier eine rechtphilosophische bzw. juristische Vorlesung halte, gebe ich dem Leser mit den folgenden Links die Möglichkeit, sich selbst ein Bild zu machen:

    Totschlag: https://de.wikipedia.org/wiki/Totschlag_(Deutschland)

    Mord: https://de.wikipedia.org/wiki/Mord

    Vorsatz: https://de.wikipedia.org/wiki/Vorsatz_(Deutschland)

    Affekt https://de.wikipedia.org/wiki/Affekt#Recht_Deutschlands

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  • waiiy sagt:

    Eigentlich finde ich die Diskussion völlig unnötig hier, weil es Regularien gibt, die die Schiedsrichter und die Schiedsgerichte einhalten. Von daher ist da wenig Einflussnahme möglich. Und Änderungen im FIFA-Board zu bewirken ist halt ein fast hoffnungsloses Unterfangen (siehe gerade die Diskussion um die „Dreifachbestrafung“ bei Foul im Strafraum).

    Das wirklich Ärgerliche wird hier nur am Rand diskutiert: dass Bartusiak immer wieder ihre Mannschaft (egal ob sie weiß oder schwarz trägt) in schwierige Situationen bringt, weil sie so auf dem Platz reagiert. Woran liegt das? Fehlende Schnelligkeit? Schlechtes Auge? Falsche Entscheidungen? Provokation? Woran liegt es, dass man das nicht abstellen kann?

    Versteht mich nicht falsch, wenn sie das bei Frankfurt macht, ist es ihre und des Vereins Sache. Aber leider ist sie ja auch die Abwehrchefin unserer N11 und da ist es blöd, wenn man 2 Minuten vor Schluss vom Platz fliegt, wo eigentlich alles schon gegessen ist.

    waiiy

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  • pinkpanther sagt:

    @Markus Juchem: ALLE meine zur Verfügung stehenden Daumen nach oben 🙂

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  • Detlef sagt:

    Ich bin kein Befürworter der Trennung zwischen MF unf FF!!!
    Damit stellt man die Frauen noch zusätzlich in die Ecke!!!

    Und deshalb kann man auch die Fouls und Notbremsen durchaus miteinander vergleichen!!!

    Ich habe jetzt den Kopfstoß von Ibisevic nicht gesehen, aber ich stimme Markus absolut zu, daß dies eine Tätlichkeit darstellt, egal ob vorsätzlich oder aus einer Affekthandlung heraus!!!

    Eine Notbremse wie von Bartusiak ist dagegen „nur“ ein Regelverstoß!!!
    Die rote Karte ist aber für beide Vergehen die angemessene Strafe, und lediglich die Anzahl der Sperren bestraft zusätzlich die Schwere des Vergehens!!!

    Ich sehe das Problem auch eher bei dem was Waiiy schrieb, nämlich das Bartusiak eine Wiederholungstäterin ist!!!
    Sie ist sowohl im Verein, als auch in der Natio dafür bekannt, ihre individuellen Probleme oft nur durch taktische Fouls lösen zu können!!!
    Zum Ende der letzten Saison schien sie ihre Probleme im Griff zu haben, und machte wieder einen sicheren Eindruck!!!
    Nun der „Rückfall“ gleich im ersten Spiel, und gleich zwei Spiele Sperre!!!

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