Potsdam im Torrausch, Zittersieg für Frankfurt

Von am 2. September 2012 – 14.20 Uhr 43 Kommentare

Am ersten Spieltag der neuen Bundesligasaison erteilte Meister 1. FFC Turbine Potsdam dem überforderten Aufsteiger VfL Sindelfingen eine Lehrstunde, der 1. FFC Frankfurt hatte gegen den gut eingestellten FF USV Jena hingegen mächtig Mühe, nach Rückstand und früher Roter Karte gegen Saskia Bartusiak drei Punkte einzufahren.

Potsdam kam vor 1 050 Zuschauern im Sindelfinger Floschenstadion zu einem 9:1 (2:0)-Kantersieg. Dabei hatte die Elf von Trainer Bernd Schröder in der ersten Halbzeit sichtlich Mühe gegen die zunächst kompakte Sindelfinger Defensive, auch wenn Keelin Winters (8.) nach einer Ecke die frühe Führung erzielte und Patricia Hanebeck per direkt verwandeltem Freistoß erhöhte (29.).

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Sindelfingen rennt ins Verderben
In der zweiten Halbzeit wollte der Aufsteiger mehr für die Offensive tun, doch die taktische Umstellung mit eingehender Lockerung der Defensive ging nach hinten los und die Potsdamer Spielerinnen nahmen die Einladung dankbar an. Der schottische Neuzugang Lisa Evans erhöhte zum 3:0 (49.), ehe Natalia Mann eine Unachtsamkeit der Potsdamer Defensive zum Ehrentreffer nutzte (55.).

Potsdamer Torflut
Doch dann brach eine wahre Flut an Gegentoren über die Gastgeberinnen hinein: Die eingewechselte Stefanie Mirlach per Kopf (57.), Yuki Ogimi aus 17 Metern (64.), zweimal Genoveva Anonma (76., 77.) sowie die ebenfalls eingewechselte Natasa Andonova (79.) und ein Eigentor von Tamar Dongus (81.) zementierten den Klassenunterschied beider Teams.

Schröder: „Hätten 15 Tore machen können“
Trotz des Erfolgs war Schröder alles andere als zufrieden: „Es geht nicht um das Ergebnis, sondern darum, wie wir hier teilweise gespielt haben. Wir hätten hier mindestens 15 Tore machen können und dann lassen wir uns auch noch ein Tor reinkullern. Sindelfingen hat seine Möglichkeiten ausgeschöpft, wir haben noch Luft nach oben.“

Yuki Ogimi und Genoveva Anonma

Yuki Ogimi (li.) und Genoveva Anonma trafen zum Saisonauftakt ins Schwarze © Lutz Kollmann / girlsplay.de

Koutroubis: „Wie eine Schülermannschaft ausgespielt“
Ein geknickter Sindelfinger Trainer Niko Koutroubis meinte: „Wir sind heute hart in der ersten Liga gelandet. Im Nachhinein ärgere ich mich natürlich über die Umstellungen, wir wollten aber offensiv etwas mehr Druck entwickeln. Potsdam hat dann aus jeder Chance ein Tor gemacht und uns wie eine Schülermannschaft ausgespielt.“

Frankfurt mit Mühe
Der  1. FFC Frankfurt hatte im ersten Heimspiel vor 2 370 Zuschauern im Stadion am Brentanobad große Mühe einen Fehlstart zu verhindern. Am Ende stand ein hart erkämpfter 2:1 (0:1)-Sieg gegen den FF USV Jena.

Gäste-Führung durch Utes
Die Gastgeberinnen hatten Pech, dass Neuzugang Sandrine Bretigny in der Anfangsphase nach Hereingabe von Fatmire Bajramaj nur die Latte traf (6.). Susann Utes brachte die Gäste aus Thüringen nach einer kurz ausgeführten Ecke per Kopf überraschend in Führung (25.).

Rot für Bartusiak
Die Aufgabe wurde für Frankfurt nun noch schwerer, denn Saskia Bartusiak sah nach einer Notbremse außerhalb des Strafraums die Rote Karte (38.). Und das Glück war Frankfurt zunächst nicht hold, denn Melanie Behringer scheiterte kurz vor der Pause mit einem Pfostenschuss (44.).

Matchwinnerin Laudehr
Doch den Frankfurterinnen gelang in der zweiten Halbzeit die Wende: Erst lenkte Jenas Carolin Schiewe eine Hereingabe von Bretigny zum Ausgleich ins eigene Tor (70.), dann bewahrte die eingewechselte Simone Laudehr kurz vor Spielende die Elf von Trainer Sven Kahlert vor einem Fehlstart, als sie eine Flanke von Kerstin Garefrekes per Kopf zum Siegtreffer verwertete (87.).

Kahlert: „Für Riesenaufwand belohnt worden“
Frankfurts Trainer Sven Kahlert war erleichtert: „Kompliment an meine Mannschaft, wie wir in der zweiten Halbzeit in Unterzahl Willen und Biss gezeigt haben, das hat mir in der ersten Halbzeit ein wenig gefehlt. Die Mannschaft hat den Kopf nicht hängen lassen trotz Rückstand und Roter Karte. Wir sind für unseren Riesenaufwand letztendlich noch belohnt worden, Glück gehört dazu. Aber solche Zitterspiele wollen wir sicherlich nicht immer haben.“

Kraus: „Kräfte haben nachgelassen“
Jenas Trainer Daniel Kraus erklärte: „Ich hätte heute Morgen nicht gedacht, dass ich mich auf der Pressekonferenz ärgern würde, ohne Punkte dazustehen. Wir haben gut verschoben und die Räume eng gemacht und durch einen Standard ein Tor erzielt. Aber Frankfurt hat auch zu zehnt die Klasse, uns auseinanderzuspielen und mit der Zeit sind unsere Kräfte geschwunden.“

Zahlreiche Verlegungen
Die restlichen vier Spiele des ersten Bundesliga-Spieltags wurde wegen der Teilnahme der U20-Nationalmannschaft an der Weltmeisterschaft in Japan auf einen späteren Zeitpunkt verlegt. Auch vier Spiele des am kommenden Wochenendes angesetzten zweiten Spieltags werden aus demselben Grund an einem neuen Termin ausgetragen.

Markus Juchem (51) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

43 Kommentare »

  • waiiy sagt:

    @Herr Schulze: Wenn Maro kommt, weicht Lira. Damit nimmt man den Gegnern dann auch eine Denksportaufgabe…

    waiiy

    PS: Ja, ich würde mir auch ein „Daumen runter“ geben. Aber ich denke, dass Kahlert so tickt. Begreifen tue ich es auch nicht…

    (0) 0 Gesamt – 0 hoch – 0 runter
  • Sheldon sagt:

    Was doch sehr interessant ist, durch den Platzverweis von Bartusiak ist Kahlert auf einmal zu einer taktischen Maßnahme gezwungen worden, die anscheinend 1A eingeschlagen hat, jedenfalls bei den Fans: Die 3er-Kette mit Schmidt, Weber und Peter. Kaum spielten Peter und Schmidt wieder in dem ihnen aus Potsdam bekannten System, da stand die Abwehr bombensicher.
    Wollen wir mal hoffen, dass Frankfurt nicht immer erst ne Rote Karte bekommen muss, damit es läuft! 😉

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  • Sheldon sagt:

    Wenn wir schon dabei sind, ein Verein aus der 3. Liga hat einen neuen, hochkarätigen Trainer: Frank Rost trainiert die HSV-Frauen! Da könnte es demnächst wieder aufwärts gehen mit dem Verein 🙂

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Bundesliga 2019/20
16.08.19 18.30 Uhr 1. FFC Frankfurt 3 Turbine Potsdam 2 17.08.19 13.00 Uhr FF USV Jena 1 TSG Hoffenheim 6 17.08.19 13.00 Uhr SC Freiburg 1 Bayern München 3 18.08.19 14.00 Uhr 1. FC Köln 2 MSV Duisburg 1 18.08.19 14.00 Uhr VfL Wolfsburg 1 SC Sand 0 18.08.19 14.00 Uhr SGS Essen 3 Bayer Leverkusen 1 23.08.19 19.15 Uhr Bayern München 3 1. FFC Frankfurt 0 24.08.19 13.00 Uhr TSG Hoffenheim 4 1. FC Köln 0 25.08.19 14.00 Uhr MSV Duisburg 1 VfL Wolfsburg 6 25.08.19 14.00 Uhr SC Sand 3 SGS Essen 0 25.08.19 14.00 Uhr Turbine Potsdam 6 FF USV Jena 2 25.08.19 14.00 Uhr Bayer Leverkusen 1 SC Freiburg 0 13.09.19 19.15 Uhr 1. FC Köln Turbine Potsdam 15.09.19 14.00 Uhr VfL Wolfsburg TSG Hoffenheim 15.09.19 14.00 Uhr SC Freiburg SC Sand 15.09.19 14.00 Uhr Bayern München Bayer Leverkusen 15.09.19 14.00 Uhr 1. FFC Frankfurt FF USV Jena 15.09.19 14.00 Uhr SGS Essen MSV Duisburg 20.09.19 19.15 Uhr TSG Hoffenheim SGS Essen 21.09.19 13.00 Uhr Turbine Potsdam VfL Wolfsburg 22.09.19 14.00 Uhr SC Sand Bayern München 22.09.19 14.00 Uhr FF USV Jena 1. FC Köln 22.09.19 14.00 Uhr Bayer Leverkusen 1. FFC Frankfurt 22.09.19 14.00 Uhr MSV Duisburg SC Freiburg 27.09.19 19.15 Uhr Bayer Leverkusen SC Sand 28.09.19 13.00 Uhr SGS Essen Turbine Potsdam 29.09.19 14.00 Uhr 1. FFC Frankfurt 1. FC Köln 29.09.19 14.00 Uhr Bayern München MSV Duisburg 29.09.19 14.00 Uhr SC Freiburg TSG Hoffenheim 29.09.19 14.00 Uhr VfL Wolfsburg FF USV Jena 11.10.19 19.15 Uhr 1. FC Köln VfL Wolfsburg 12.10.19 13.00 Uhr TSG Hoffenheim Bayern München 13.10.19 14.00 Uhr SC Sand 1. FFC Frankfurt 13.10.19 14.00 Uhr FF USV Jena SGS Essen 13.10.19 14.00 Uhr MSV Duisburg Bayer Leverkusen 13.10.19 14.00 Uhr Turbine Potsdam SC Freiburg 18.10.19 19.15 Uhr Bayer Leverkusen TSG Hoffenheim 20.10.19 14.00 Uhr SC Sand MSV Duisburg 20.10.19 14.00 Uhr 1. FFC Frankfurt VfL Wolfsburg 20.10.19 14.00 Uhr SC Freiburg FF USV Jena 20.10.19 14.00 Uhr SGS Essen 1. FC Köln 20.10.19 14.00 Uhr Bayern München Turbine Potsdam 27.10.19 14.00 Uhr FF USV Jena Bayern München 27.10.19 14.00 Uhr MSV Duisburg 1. FFC Frankfurt 27.10.19 14.00 Uhr VfL Wolfsburg SGS Essen 27.10.19 14.00 Uhr TSG Hoffenheim SC Sand 27.10.19 14.00 Uhr Turbine Potsdam Bayer Leverkusen 27.10.19 14.00 Uhr 1. FC Köln SC Freiburg 03.11.19 14.00 Uhr Bayern München 1. FC Köln 03.11.19 14.00 Uhr 1. FFC Frankfurt SGS Essen 03.11.19 14.00 Uhr SC Freiburg VfL Wolfsburg 03.11.19 14.00 Uhr Bayer Leverkusen FF USV Jena 03.11.19 14.00 Uhr SC Sand Turbine Potsdam 03.11.19 14.00 Uhr MSV Duisburg TSG Hoffenheim 23.11.19 14.00 Uhr VfL Wolfsburg Bayern München 23.11.19 14.00 Uhr SGS Essen SC Freiburg 23.11.19 14.00 Uhr Turbine Potsdam MSV Duisburg 23.11.19 14.00 Uhr 1. FC Köln Bayer Leverkusen 23.11.19 14.00 Uhr FF USV Jena SC Sand 23.11.19 14.00 Uhr 1. FFC Frankfurt TSG Hoffenheim 01.12.19 14.00 Uhr SC Freiburg 1. FFC Frankfurt 01.12.19 14.00 Uhr Bayer Leverkusen VfL Wolfsburg 01.12.19 14.00 Uhr TSG Hoffenheim Turbine Potsdam 01.12.19 14.00 Uhr Bayern München SGS Essen 01.12.19 14.00 Uhr MSV Duisburg FF USV Jena 01.12.19 14.00 Uhr SC Sand 1. FC Köln 08.12.19 14.00 Uhr TSG Hoffenheim FF USV Jena 08.12.19 14.00 Uhr MSV Duisburg 1. FC Köln 08.12.19 14.00 Uhr Turbine Potsdam 1. FFC Frankfurt 08.12.19 14.00 Uhr Bayern München SC Freiburg 08.12.19 14.00 Uhr SC Sand VfL Wolfsburg 08.12.19 14.00 Uhr Bayer Leverkusen SGS Essen 15.12.19 14.00 Uhr VfL Wolfsburg MSV Duisburg 15.12.19 14.00 Uhr SGS Essen SC Sand 15.12.19 14.00 Uhr 1. FFC Frankfurt Bayern München 15.12.19 14.00 Uhr SC Freiburg Bayer Leverkusen 15.12.19 14.00 Uhr FF USV Jena Turbine Potsdam 15.12.19 14.00 Uhr 1. FC Köln TSG Hoffenheim 15.02.20 14.00 Uhr FF USV Jena 1. FFC Frankfurt 16.02.20 14.00 Uhr Bayer Leverkusen Bayern München 16.02.20 14.00 Uhr SC Sand SC Freiburg 16.02.20 14.00 Uhr Turbine Potsdam 1. FC Köln 16.02.20 14.00 Uhr MSV Duisburg SGS Essen 16.02.20 14.00 Uhr TSG Hoffenheim VfL Wolfsburg 23.02.20 14.00 Uhr SC Freiburg MSV Duisburg 23.02.20 14.00 Uhr 1. FC Köln FF USV Jena 23.02.20 14.00 Uhr Bayern München SC Sand 23.02.20 14.00 Uhr SGS Essen TSG Hoffenheim 23.02.20 14.00 Uhr 1. FFC Frankfurt Bayer Leverkusen 23.02.20 14.00 Uhr VfL Wolfsburg Turbine Potsdam 01.03.20 14.00 Uhr FF USV Jena VfL Wolfsburg 01.03.20 14.00 Uhr MSV Duisburg Bayern München 01.03.20 14.00 Uhr Turbine Potsdam SGS Essen 01.03.20 14.00 Uhr SC Sand Bayer Leverkusen 01.03.20 14.00 Uhr TSG Hoffenheim SC Freiburg 01.03.20 14.00 Uhr 1. FC Köln 1. FFC Frankfurt 29.03.20 14.00 Uhr Bayer Leverkusen MSV Duisburg 29.03.20 14.00 Uhr Bayern München TSG Hoffenheim 29.03.20 14.00 Uhr SGS Essen FF USV Jena 29.03.20 14.00 Uhr SC Freiburg Turbine Potsdam 29.03.20 14.00 Uhr 1. FFC Frankfurt SC Sand 29.03.20 14.00 Uhr VfL Wolfsburg 1. FC Köln 05.04.20 14.00 Uhr TSG Hoffenheim Bayer Leverkusen 05.04.20 14.00 Uhr FF USV Jena SC Freiburg 05.04.20 14.00 Uhr MSV Duisburg SC Sand 05.04.20 14.00 Uhr Turbine Potsdam Bayern München 05.04.20 14.00 Uhr VfL Wolfsburg 1. FFC Frankfurt 05.04.20 14.00 Uhr 1. FC Köln SGS Essen 26.04.20 14.00 Uhr Bayer Leverkusen Turbine Potsdam 26.04.20 14.00 Uhr 1. FFC Frankfurt MSV Duisburg 26.04.20 14.00 Uhr Bayern München FF USV Jena 26.04.20 14.00 Uhr SC Sand TSG Hoffenheim 26.04.20 14.00 Uhr SC Freiburg 1. FC Köln 26.04.20 14.00 Uhr SGS Essen VfL Wolfsburg 03.05.20 14.00 Uhr VfL Wolfsburg SC Freiburg 03.05.20 14.00 Uhr 1. FC Köln Bayern München 03.05.20 14.00 Uhr TSG Hoffenheim MSV Duisburg 03.05.20 14.00 Uhr FF USV Jena Bayer Leverkusen 03.05.20 14.00 Uhr Turbine Potsdam SC Sand 03.05.20 14.00 Uhr SGS Essen 1. FFC Frankfurt 10.05.20 14.00 Uhr Bayern München VfL Wolfsburg 10.05.20 14.00 Uhr SC Freiburg SGS Essen 10.05.20 14.00 Uhr SC Sand FF USV Jena 10.05.20 14.00 Uhr MSV Duisburg Turbine Potsdam 10.05.20 14.00 Uhr Bayer Leverkusen 1. FC Köln 10.05.20 14.00 Uhr TSG Hoffenheim 1. FFC Frankfurt 17.05.20 14.00 Uhr SGS Essen Bayern München 17.05.20 14.00 Uhr 1. FC Köln SC Sand 17.05.20 14.00 Uhr Turbine Potsdam TSG Hoffenheim 17.05.20 14.00 Uhr VfL Wolfsburg Bayer Leverkusen 17.05.20 14.00 Uhr 1. FFC Frankfurt SC Freiburg 17.05.20 14.00 Uhr FF USV Jena MSV Duisburg